Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

Luisa Lorbaß

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Liebe Leute!

Heute präsentiere ich euch eine Folge, die ich erst kürzlich auf dem Nachhauseweg nach der Arbeit aufnahm. Am Feldrand spazierte ich dahin. Dies und die Ideen zu Luisa Lorbaß und Saskia Sturmfrei machen diese Episode so einzigartig. Die Handlung von „Konsum und Liebe“ hingegen ist eher ausgelutscht, wie mir beim Sprechen klar wurde, und die Idee datiert ja schon von vor einigen Jahren, ihr könnt Teilabschnitte aus meinem damals begonnenen und im Podcast vorgelesenen Romanfragment beispielsweise in Folge 100 und Folge 136 nachhören.
Die Idee der Handlung von Saskia Sturmfrei ist überragend, phänomenal. Dennoch spüre ich, dass der Klang und die Macht des Namens Luisa Lorbaß noch weit über die Vorgenannte hinausreicht. Daher war auch der Name der heutigen Folge eine leichte Wahl.
Ich nahm viele andere Folgen auf in den letzten Tagen und Wochen, fühlte aber noch einen Widerwillen gegen ihre Publikation. Zum einen, weil ich damit tagesaktuelle politische Geschehnisse wie den Ukrainekrieg behandle und mich damit vor dem bürgerlichen Staat juristisch angreifbar mache.
Viel schwerer wiegt aber, dass ich zum anderen über reale Personen aus meinem Leben sprach und die Gefühle für sie zu einem literarischen Potpourri vermengte, wie es so meine Gewohnheit ist. Das tat ich auch noch in wechselnden Sprachen und mit ebenfalls alternierenden, changierenden Liebesobjekten, an die ich meine sprachlichen Gunstbezeigungen richtete.
Dieses Verbrechen - und die Liebe ist ein Verbrechen, zumindest fühlt sich der Ausdruck persönlicher Gefühle wie ein solches an - muss nun aufgehoben und überwunden werden durch die kraftvollen Fantasiegebilde, deren schemenhafte Konturen ich heute Abend vorstellte und deren Namen wie ohrenbetäubende Donnerhalle widerklingen: Saskia Sturmfrei und Luisa Lorbaß.
Hier bin ich im reinen literarischen Fantasieren und wahrscheinlich sollte ich die Arbeit an diesen Werken intensivieren, wohingegen jene an literarischen Gebilden zugunsten einzelner Frauen aus meinem Leben oder mit teils fiktiven, von jenen Frauen inspirierten Protagonisten wie „Lana“, „Lara“, „Manita“, „Lila“ usw. aufzugeben und abrupt fallenzulassen wäre. Das wäre eine Überlegung wert. Luisa und Saskia sind zu hundert Prozent fiktional und das macht ihre Stärke aus.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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