Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#115 Ataraxie

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https://www.flassbeck-economics.com/terra-and-luna-or-how-the-moon-destroyed-the-earth/

Fb Terra Crypto: Der Grund, warum die Leute am Finanzsystem zweifeln, liegt darin, dass auch Politiker und Wirtschaftswissenschaftler keine kohärente Erklärung geben können. Sie suggerieren, die Goldbarren der Bundesbank garantierten das Geld, das eben irgendwie immer "abgesichert" sein müsse, die mögliche Ausschüttungsmenge reguliert usw. Daher verfängt eine auf Ponzi Schemes basierende Erzählung, die nur ein paar gammelige Algorithmen als "Abvsicherung" zu bieten hat und hart verdientes Geld durchschleust, um wertlose Pseudocurrencies zu pushen. Ganz zum Schluss schreibt er, was die wirklcihe Sicherung ist: der Kapitalstock so wie die Personen, die motiviert sind, jeden Tag mithilfe dieses Kapitals Produkte herzustellen, die den Wohlstand erzeugen. Was dieses System destabilisiert, ist die nicht ausreichende Bezahlung der Lohnabhängigen für ihrer Hände Arbeit und die Möglichkeiten für solche Spekulanten, unproduktiv Profite abzuziehen.

-Was denkt Putin? Was denkt ihr?

In latameIn latame4ika entspannter arveiten Hier mach das das dies gestresst warten auf freie tage wochenende.

https://www.flassbeck-economics.com/eastern-europe-and-russia-the-economic-disaster-we-caused-is-forgotten-part-2/

Arrogance, Colonialism

Die Diskurse über Kolonialismus, Rassismus, Faschismus im Westen sind Beispiele einer "Wiederkehr des Verdrängten". Eben weil unsere heutige Weltordnung auf kolonialistischen und faschistischen Ideengebäuden beruht, müssen liberale Journalisten immer wieder deren geschichtliche Ausdrücke zur Sprache bringen und in anderen Ländern anprangern. Es handelt sich um Projektion: was man an sich selbst wahrnimmt, aber sich nicht eingestehen kann, wird einem anderen zugeschrieben (oder einer anderen historischen Epoche).

Flassbeck:
https://www.flassbeck-economics.com/the-g-7-and-the-intellectual-colonialism-of-the-west/

„Arrogance and open hostility towards poorer nations still dominate in the developed industrialised countries. Everyone who tries to overcome poverty and is able to catch up to a certain extent is seen as a rival and potentially dangerous competitor

China is successful with its kind of development policy not because it finances concrete projects, but because it implements these projects without interfering in the politics of the recipient countries. The West, on the other hand, which through the IMF still has a near monopoly on aid to countries in financial distress, always and systematically combines its aid with brutal neoliberalism, a neoliberalism that none of the G-7 countries would apply to themselves. From the point of view of the government of a developing country, which may need international aid through no fault of its own, the aid of the “democratic” states via the IMF is undoubtedly intellectual colonialism dictated to them by the democrats, while the aid of the Chinese dictators comes entirely without such dictatorial elements

Over the past 70 years, the “value-based” West, completely independent of democracy and human rights, has imposed an economic ideology on countries in need that was not only fundamentally wrong and stupid, but usually dramatically worsened the situation of the countries concerned. The IMF under the leadership of the G-7 countries, on the other hand, has systematically refused to even think about the real problems of the affected countries if it had to fear that its own economic interests (of Wall Street, the City of London or the Frankfurt banking centre) might be negatively affected.

The G-7 are directly responsible for all this because they call the shots in the IMF and exercise their economic power from there without any scruples. Every person in the developing countries knows this and draws his conclusions from it.“

Die Potenz der USA pampert auch mein Leben. Die Entscheidung ist nur, ob man diesen strukturellen Sachverhalt prinzipiell unkritisch affirmiert und glaubt, es sei sowieso "unrealistisch", träumerisch, eine politische Organisation außerhalb des bürgerlichen Rahmens ins Auge zu fassen und anzupeilen. Oder ob man sich entschlossen gegen die Basis der chaotischen, planlosen Ideologie der westlichen Welt stellt. Wenn man die Kraft dazu nicht hat, bleibt man ein erbärmlicher Knecht des natogestützten Kapitals.
Man argumentiert innerhalb der Grenzen des polizeilich Erlaubten und logisch Unerlaubten (Marx). Man verteufelt China und prangert deren autoritäre Methoden an, ganz nach dem Geschmack des deutschen Imperialismus. So reproduziert der Klassenstaat die Solidarität der von ihm geknechteten Volksmassen mit dem sie unterjochenden System mittels Konsenszwang: auch die Linken sagen es ja, wir hier haben es so gut und sind viel weiter fortgeschritten als die Chinesen, und hätten nur noch ein paar kleinere Ungereimtheiten zu beseitigen, während China das ganz andere, ganz Gefährliche darstellt. So braucht dieses autoritäre deutsche System den äußeren Feind, gegen den sich das Proletariat aufhetzen lässt, um sich gleichsam von der Kanonengewalt der Nato abgesichert und beschützt zu fühlen. Der Rassismus und Chauvinismus ist das Zuckerbrot für den kleinen Mann, die ökonomische Gewalt mittels Lohnarbeit und Verwertungszwang zur Profitabelmachung der menschlichen Körper und Personen ist die mächtige Peitsche. Mithilfe dieser Doppelzange aus Zuckerbrot und Peitsche wird der westliche Proletarier also gedemütigt und in geistiger und materieller Knechtschaft gehalten. Er soll fürchten, bald auch unnütz und überflüssig gemacht zu sein wie die Inder (oder Griechen, Rumänen…) oder sonstigen Drittweltler, denen wir (mithilfe zynisch-gewalttätiger Institutionen wie EZB, EU-Kommission, IWF, City of London…) nie gestatten, über ein gewisses niedriges Maß hinaus wirtschaftliche Entwicklung zu generieren und zu uns aufzuschließen. Aus der verständlichen Existenzangst anhand der immer trüber werdenden Restwelt nistet sich der Europäer im gammeligen Herdenkonsens ein und beruft sich auf EU-Menschenrechtscharta, um sich zu trösten und einzureden, es könne doch noch alles gut werden, wenn man sich nur auf die "Ideale" und humanistischen Grundideen der EU besinne. Diese Ideale sind aber gerade dazu gemacht, eben nur im Himmel zu schweben und niemals eingelöst zu werden. Dem bürgerlichen Staat geht es um Erhaltung der bestehenden, wenig sinnvollen Eigentums- und Produktionsordnung, also "Ordnungspolitik", mit der sich das Chaos der Welt eindämmen und die bürgerlichen Profitpfründe absichern lassen gegen die aufmüpfigen Volksmassen. Es kann diesem Staat nie um Entwicklung und wirtschaftliche Dynamik gehen, da dies den engen liberalen Gedankenhorizont überforderte und man aufgrund der eigenen Schwäche (wir alle werden als Individuen schwach, krank und wehrlos gemacht, um das System gar nicht erst infrage stellen zu können) ängstlich und verstört auf die Mitwelt blickt, in der man Konkurrenten vermutet, die einen ausstechen könnten. Somit dreht sich das ganze Ideologiegebäude des Liberalismus um Affirmation des Bestehenden, des vulgären, egoistischen Menschen, der zuerst seine Nahrungs- und Lebensbedürfnisse befriedigen muss und dabei zügellos sein eigenes wohl auf Kosten der anderen oder des Ganzen sucht. (Siehe Marx: Zur Judenfrage)

Und ja, es ist ja was dran, wir alle sind physiologische Wesen, auf Zufuhr von Liebe und Nahrung angewiesen. Aber gerade deshalb kann erst der sozialistische Staat ein menschenwürdiges Leben garantieren, da der bürgerliche dem Eigeninteresse und der daraus resultierenden Anarchie freies Geleit gewährleistet und seine Funktion überhaupt nur die ist, dieser Zügellosigkeit des Bourgeois jegliche Türen und Tore zu öffnen und seinen Gewinn weiter auszubauen auf Kosten der ohnehin schon Schwachen und Abhängigen.

Der Kleinbürger nun, der mittels Klassenposition als vermeintlich unabhängiger Journalist und freier Medienschaffender eben ein Selbst-Unternehmer ist, der strukturell dem Unternehmer und Bourgeois mehr ähnelt als dem Proletarier, wenngleich sein Einkommen bescheidener sein mag als das manches Industrieproletariers, dieser im Sog der bourgeoisen Jacht schippernde Fischer im hölzernen Boot, glaubt ganz fest daran, dass es ohne Kapitalismus gar nicht geht; dass die Profite der Bourgeoisie seine eigenen sind oder sie ankurbeln; dass die Gewalt des im Ausland als Staatsterrorist tätigen US-Weltpolizisten seine eigene Sicherheit und die Gewaltfreiheit innerhalb der engen Grenzen der kernimperialistischen Staaten (EU, USA, Kanada, Japan, Australien) absichern und den gegenwärtig als für "uns" hier als vorteilhaft wahrgenommenen Status quo garantiert.

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Und ich möchte nur sagen, dass ich prinzipiell diese Geisteshaltung und die Angst und Abhängigkeit, aus der sie sich speist, völlig verstehen kann, da sie mir ja selbst inhärent ist. Trotzdem ist es feige, hier stehen zu bleiben und sich auch noch für kritisch, aufklärerisch, subversiv zu halten.

Wir alle brauchen Essen, Heizung, einen Rückzugsort, Schulmaterien für die Kinder usw. Und es ist klar, der Kapitalismus kann sehr viel produzieren. Selbst wenn der Sozialismus auch alles nötige herstellen konnte, ermöglichte er seinen Bewohnern doch zweifellos weniger Luxus, was auch aus meiner Sicht schade ist, da ich als Angehöriger der gehobenen Mittelschicht den Luxus kenne und schätze und allen Armen zurufen möchte: seid nicht stolz darauf, arm zu sein, reich sein ist das Wahre und ihr solltet auch danach streben, dies genießen zu können. Nur ein Staat, der dies möglichst vielen ermöglicht kann sittlich sein, nicht aber einer, der der großen Masse nur das irreale Phantasma der Aufstiegsmöglichkeiten vorhält und sie in bitterer Entbehrung leben lässt (sowie zu Unglück und Selbstzweifeln verdammt: du hättest es ja schaffen können, es ist dein individuelles Versagen). Dieser Reichtum für die Masse kann nur sozialistisch geschaffen werden.

Um dies zu schaffen sind heftige Klassenkämpfe und zeitweise wohl unansehnliche revolutionäre Übergangsperioden nötig. Der erste Schritt dahin kann nur unternommen werden von jemandem, der immerhin den geistigen Mut aufbringt, sich heute über den BRD-Konsens hinweg zu setzen und das ganz andere, neue Gesellschaftsgefüge in Gedanken zu zeichnen zu beginnen. Stefans Position nehme ich leider als äußerst reaktionär wahr: nicht nur wird dieses System der Profite und Abhängigkeit vom US-Imperialismus als gegeben und heilig hingenommen, sondern es wird auch proklamiert, wir alle profitierten von den zynischen Umverteilungen etwa auf geostrategischer Ebene, die zurzeit im Donbass stattfinden. Wir alle sind Gewinner, wenn der Westen sich abkoppelt von uns unwürdigen, nicht auf moralischer, wirtschaftlicher, menschlicher Augenhöhe stehende Regimes wie etwa Russland.
Diese Position verwandelt die Beklemmung und Zukunftssorge in der Tat in eine gewalttätige, militaristische Aggressionspolitik im Äußeren und ruft die Arbeiter im Inneren dazu auf, gehorsam zu bleiben, da wir alle auf der westlichen Seite der Moral stünden. Stefans Position hebt sich also kaum von der eines beliebigen westlichen Regierungssprechers ab, nur dass er den Regierungen und Medien bescheinigt, zu "dumm" zu agieren und den Wirtschaftskrieg und die ideologisch-propagandistische Herrschaft nicht effizient genug zu führen. Dass die Dummheit aber ins System eingepreist ist und gewollt brutale Kriege entstehen lässt, die zwar wenige, aber doch einige Profiteure hervorbringen, sollte zur Kenntnis genommen werden. Letztlich also ist so jemand viel mehr als nur integraler Bestandteil, ja essentielle Exemplifizierung der Funktionsweise der westlichen Herrschaft. Wir bekommen es mit der Angst zu tun, was ist mit unserer Zukunft in dieser chaotischen Welt? Da hilft nur noch, sich der größten etablierten Macht zu unterwerfen. Man selbst ist ja noch ganz besonnen und kann sich in journalistischen Arbeiten und Podcasts über der Bevölkerung und Medienklasse aufregen, die noch verdatterter, aufgeschreckter und von Ekel und Hoffnungslosigkeit zerfressener sind als man selbst. Dass das kein sinnvolles Modell ist und nur die Konkurrenzlogik reproduziert, muss offengelegt werden. Auch wenn ich damit wiederum über diese fehlgeleiteten liberalen Ideologen triumphiere und beweise, es selbst viel besser durchblickt zu haben: ich habe es nur insofern durchblickt, dass ich meine Angewiesenheit auf Güter und mein Gefallen am Luxus zugebe, aber auch infrage stellen kann und darauf verweise, dieses Infragestellen sei nötig, wenn die politische Institutionen derart korrupt und bösartig sind, denen wir die paar materiellen Annehmlichkeiten zu verdanken haben, dass ein Leben innerhalb dieser normativen Grenzen kein lebenswertes mehr sein kann und keine Ethik zulässt, keine Handlungsfreiheit, keine Charakterentwicklung, keine Autonomie und erst recht keine Ataraxie, Sorglosigkeit, Willenlosigkeit, die laut Epikur die höchste aller Lüste sei.

Da ist es also noch besser, das eigene Sein selbst existentiell aufs Spiel zu setzen und den falls nötig gewaltsamen Umsturz zu befürworten und selbst als revolutionärer Kämpfer zur Verfügung zu stehen im Fall eines sinnvollen Krieges für den Sozialismus.

Ohne das Eingeständnis, wie trübe und trübselig unser heutiges Leben und unsere Aussichten innerhalb des institutionellen Setups (EU, BRD, vor allem aber das Mind-Set) faktisch sind, kann keine Erleichterung im Proletarier entstehen sondern er wird zum braven Bürger der Kapitalrepublik gefügig gemacht und von östlichen Theoriemackern, die eigentlich die Vorzüge des Sozialismus erfahren durften, wird ihm noch eingetrichtert, wie froh er sein dürfe, unter der Fuchtel der USA zu stehen und Teil der EU zu sein, statt einer vermeintlichen Despotie wie Russland oder China.

Wer so anfängt, dass er die grundsätzlichen Prämissen des hegemonialen Diskurses bejaht, der macht schon den eigentlichen Fehler, den er auch mit noch so elaborierten soziologischen Erläuterungen nie wieder gutmachen wird können. Er kommt der Bourgeoisie auf halbem Weg entgegen und sagt ihr: ja, es stimmt schon, der Kapitalismus ist überlegen, der Sozialismus war nicht das Wahre, das Kapital pampert uns alle, gar keine Frage. (Pampern bringt es auf den Punkt: Absicherung gegen Inkontinenz aber auch sexuelle Stimulierung kann hinein interpretiert werden) Aber, liebe Kapitalisten, lieber BDI und CDU: ich habe es alles besser verstanden. Wenn ihr nur den Armen und Ausländern bisschen was abgeben würdet… und so weiter, was natürlich die größtmögliche Lachnummer ist. Kein Kapitalist kräht nach diesen Belehrungen, kein bürgerlicher Politiker lässt sich von Argumenten zur volkswirtschaftlichen Nützlichkeit von Immigration überzeugen, höchstens lässt sich der bestehende Kompromiss strapazieren: ja, Ausländer dürfen kommen, werden aber so schlecht bezahlt, dass sie Arbeiter zweiter Klasse sind und faktisch nicht mit den kleinen Rassisten von der Straße konkurrieren, sodass nur die großen Chauvinisten in den Konzernetagen profitieren, indem billige Arbeit weitläufiger verfügbar wird.

Wer die Grundprämissen des Systems bejaht, der signalisiert der Ausbeuterklasse: ok, ich gebe mich ja auch mit einem kleinen Teil zufrieden. Ich werde euch nicht gefährlich. So vom Haken gelassen, richtet die Bourgeoisie natürlich verheerende soziale Spaltung im eigenen Land und Wirtschaftsimperialismus im Ausland an und das ist die direkte Folge der Verzagtheit, geistigen Enge und des Untertanengeists der Linken. Man muss verstehen: ja, der Kapitalismus kann in gewissen historischen Perioden für atemberaubende Entwicklung sorgen, aber nur, wenn man ihn unter Druck setzt, wird die Arbeiterklasse nachhaltig davon profitieren, von allein wird er nie zum harmonischen Gleichgewicht und Kompromiss mit ihr, sondern zum unerbittlichen Krieg gegen sie tendieren, selbst wenn er sich noch selbst das Wasser damit abgräbt. Die Kapitallogik ist absolut, sie kennt kein anderes handelndes Subjekt, selbst der Weiterbestand der Erde oder Zivilisation wird ihr nebensächlich neben der reinen Akkumulation. Wir dürfen also nicht aufhören, den Imperialismus zu bekämpfen, nur weil er uns Sand in die Augen streut und mit gewissen Daseins-Erleichterungen betören und abspeisen will, die aber niemals an die große sozialistische Erleichterung heranreichen, der Absicherung mittels politischer Herrschaft des Proletariats.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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