Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#116 Machthaber und Potentaten

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Editionsnotizen 116

Den Flassbeck-Text findet ihr unter der letzten Folge 115 (oder hier: https://www.flassbeck-economics.com/the-g-7-and-the-intellectual-colonialism-of-the-west/ ) , da packte ich ihn versehentlich schon drunter. Er ist essentiell, um meinen Begriffsbogen des Neokolonialismus, der bis hin zum Neofaschismus reicht, zu verstehen. Flassbeck drückt das ganze noch in relativ moderaten Worten aus und spricht von „intellektuellem Neokolonialismus“. Die andere Medaillenseite dieser Denkweise, die in den G7-Ländern vorherrscht, ist aber die materielle Knechtung von Milliarden Menschen, die von den großen Playern am Aufsteigen und Aufholen gehindert werden, was selbstverständlich Flucht und Vertreibung, Misere und vorzeitige Todesfälle, häusliche Gewalt usw. usf. In den ausgeplünderten Gebieten zur Folge hat. Der Unterschied zum früheren direkten Kolonialismus liegt darin, dass die Niederwerfung und Dominierung der fernen Weltecken heute primär aus ideologischen, innenpolitischen Motiven geschieht: die Machthaber im weißen Westen, die nur Regenten von Gnaden der Konzernbosse und expansionistischen Aktienmehrheitseigner sind, fürchten um die Sicherheit ihrer Pfründe und müssen dem einheimischen Volk einen Grund vorsetzen, warum es weiter folgsam bleiben müsse. Dieser Grund wird im materiellen Elend vieler beherrschter Gebiete des „Globalen Südens“ gefunden, produziert und ausgebeutet.

"Revolutionäre Linke" vs. Kommunisten: Beschreibung der zeitgenössischen Degeneration

Was Stalin, Mao und Pol Pot angerichtet haben mögen, ist mir erstmal egal – langsam arbeite ich mich durch das Dickicht der Historie und deren Verzerrung durch den bürgerlichen Propagandaapparat.

Was mir allerdings absolut klar ist, ist die völlige Degeneration der heutigen „demokratischen“ Politiker und ihrer Vollstreckungsgehilfen in den Medienmonopolen, Zeitungen, Verlagen. Die mehrheitliche, konsensfähige Sicht auf die Geschichte ist der Grund, warum ein Begriff wie „Kommunist“ oder ein verwirklichtes revolutionäres Projekt wie die UdSSR oder DDR als anrüchig und menschenrechtsfeindlich gilt. Mag die historische Realität dieser Staaten und ihrer Politiker nun so oder so gewesen sein. Aber unsere heutige Realität ist ja auf jeden Fall derart beschaffen, dass dringend drastische Eingriffe in zentrale Konzepte unserer politischen Herrschaftsformen, in die Eigentumsordnung zu tätigen wären, um die materielle Versorgung der Menschen mit ansprechender, würdevoller Arbeit sicherzustellen.

Stattdessen beruht die Machtordnung des „Westens“ auf der Sicherung der unergiebigen Profite für ein paar monopolistische Konzerne, an deren Wohlergehen wir alle gleichsam teilhaben oder zumindest kommt es einem nach der medialen Manipulation so vor. Diese Medienherrschaft behindert unser Denken und zwackt unsere freiheitlichen Verfügungsgewalten über unsere kognitiven Apparate ab, um jedwedes Eruieren von Alternativoptionen zu dieser Machtstruktur zu unterbinden.

Mein Gedankenspiel ist nun folgendes: wäre es möglich, den Begriff „Kommunisten“ ganz aus dem kollektiven Gedächtnis zu streichen, dann würde die „revolutionäre Linke“ erstarken, obwohl sie inhaltlich die gleichen Positionen wie heutige Kommunisten verträte. Die Perhorreszierung der Kommunisten beruht nur auf den einschlägigen Horrormärchen der gut bezahlten Verfasser bürgerlicher Geschichtsbücher. Und diese Sachlage ist pervers. Nicht nur, dass sich westliche politische Bewegungen nicht an den russischen Weg der kompromisslosen Hinwegfegung der alten Gesellschaft wie 1917 herantrauten, nein, darüber hinaus mussten kommunistische Staaten auch noch aufs Härteste bekämpft werden. 1989 war das Werk vollbracht, aber auch dann muss die lügnerische, heuchlerische, die eigene Gewalttätigkeit legitimierende Verunglimpfung des Kommunismus noch weitergehen. Lenin und Mao, die der Menschheit eigentlich den Weg zum Fortschritt wiesen und obschon sie freilich nicht das perfekte System liefern konnten, doch einen enorm eindrücklichen Fingerzeig in Richtung Zukunft und Befreiung von den imperialistischen monströsen Mächten gaben, sind für uns heutige Kommunisten der begriffliche Stein, der uns von Bürgerlichen in den Weg gelegt wird. Scheinbar ist kein Ankommen gegen die Evidenz der „Verbrechen“ Maos usw., die ich nicht generell leugnen sondern einfach nur gern mit den Verbrechen Churchills – z.B. das bewusste Verhungernlassen von Millionen Indern, deren politischen Widerstand gegen den Kolonialismus er brechen wollte --, den Machenschaften des inhumanen Monstrums Adenauer, der Nazikapital repatriierte, zahlreichen überzeugten Faschisten Tür und Tor in Partei und Regierung öffnete und nach seinem anfänglichen Lippenbekenntnis zum Sozialismus den Raubtierkapitalismus einführte, unter dem Millionen Arbeiter und sonstige vom Kapital dehumanisierte Menschen leiden mussten, sowie den blutigen Methoden De Gaulles bei seinen kolonialistischen Kriegen und der Niederknüppelung der inländischen Opposition gegenüberstellen würde.

Es zeigt sich, wie richtig das in #112 von Prof. Meyen vorgetragene Zitat Max Webers ist, dass nämlich Herrschaftsverhältnisse Definitionsverhältnisse sind. Um die Macht zu übernehmen, müssen wir zunächst die Macht über die Begriffe wiedererlangen und diese von den Beschmutzungsfeldzügen der Antikommunisten reinigen. Daher bekenne ich mich voll und ganz mit Feuereifer zu den materiellen Errungenschaften der UdSSR und den politischen Theorien ihrer Führer und bewundere die chinesische Revolution und ihre noch heute wirksame Fortführung durch die ruhige Hand Xi Jinpings. Kein Mensch ist frei von Fehlern, aber man muss schon zwischen dem ganz Falschen und dem etwas Fortschrittlicheren unterscheiden. Scholz und Merkel stehen auf der Seite des Reaktionären, des sturen Verteidigens ungerechtfertigter, gewaltsam akkumulierter Vorsprünge in Industrie, Technik und Staatswesen gegen andere Nationen, Xi steht für gemeinschaftliche Entwicklung und den Fortschritt der gesamten Menschheit. So einfach ist das, da gibts überhaupt nichts zu zweifeln und wer das nicht kapiert, dem kann ich beileibe auch nicht mehr weiterhelfen, meine Definitionsmacht oder auch meine Geduld hat schließlich auch Grenzen. So schließe ich euch hier gerne einige Begriffe auf, aber die Hauptarbeit des dialektischen Denkens müsst ihr schon selbst übernehmen.

VORGELESEN:

Wir dürfen auch nicht alle US-Bürger verteufeln. Es gibt trotz der brutaler werdenden Methoden, mit denen der Kindermörder Biden seine Bevölkerung in Schach hält, weiterhin viele andere, freundliche Menschen dort und viel ansprechende Kunst.

Blue Banisters Lana Del Rey · Song · 2021 https://open.spotify.com/track/4U9ACZETPOqGuJkWtjkjLF?si=gbQfVMpaRd25vCjCBCobIA

Wenn wir auf die US-amerikanische Bevölkerung einwirken wollen, dem Kriegskurs und Militarismus zu widersprechen, dann müssen wir ihnen zeigen, dass wir sie für liebenswerte Geschöpfe halten, die Schönes hervorbringen, nur leider von einer kleptokratischen Regime gekidnappt sind.


https://twitter.com/bailoutistan/status/1559909958732374016

Wer Habecks Gerede von Potentaten, die Menschen und Völker mit Füßen treten und im Osten, nicht etwa westlich zu suchen wären, prinzipiell affirmiert, der ist ein degenerierter Spinner. Solche Leute, die dann an diesen Medienkonsens andocken, um Fehler in der medialen Vermittlung kritisch anzumahnen, die möchte ich bespucken, verächtlich machen und ruinieren…🤬 Sie stützen den Diskurs, den sie immanent bejahen, indem sie dessen Framing akzeptieren. Russland von der Weltgesellschaft auszuschließen, um ein Signal zu senden, dass militärische Einmischung Konsequenzen zeititgt, das nimmt der NZP als Teil des Konsens der Vernünftigen hin.

Mit solchen Leuten ist nicht zu reden. Sie sind Teil der Matrix und machen Profite, indem sie diese weiter als das unhinterfragbare, moralische Konstrukt darstellen, nach dem wir uns alle zu richten hätten. Sie müssen die Lüge aufrecht erhalten, sonst droht ihnen der Ruin. Sie sind die geschicktesten Erfüllungsgehilfen des deutschen Großkapitals. Schlecht bezahlte, rechtlose Arbeitskräfte fehlen? Kein Problem, soll die Ukraine liefern. Die Demografie droht mit ihren Eigengesetzen? Sollen halt noch mehr Immigranten kommen. Die müssen dann nicht mehr in ihrem Heimatland bleiben und sterben, aber das ist gar nicht der eigentliche Grund, sondern aus egoistischer deutscher Profitorientierung sollte beim Thema Demografie immer Migration hinzugedacht werden. Letztlich lässt sich alles auf meine Pimmeltheorie zurückführen: Stefan glaubt an die wundersame Macht der großen Kapitalpeitsche, mit der wir aufmüpfigen Ländern eins reindrücken und gefügigen ein paar Brosamen vom Tisch fallen lassen. Ich als westlicher Macker bin so abgesichert und habe gleichsam Teil am Wunderarsenal der Nato und an der unvergleichlichen Dollarmacht, die sich empor hebt und wie erigiert dasteht und über andere Weltgebiete herrscht.
In manchen dieser Gebiete siehts eher trübe aus? Puh, dann können wir da sicher was machen, indem wir qua freier Meinungsäußerung die Herrschenden der BRD überzeugen: handelt nicht aus Menschlichkeit sondern aus Eigennutz so und so. Holt mehr Leute ins Land. Beendet den Krieg, schlagt der Ukraine vor, zu kapitulieren, aber lasst den Wirtschaftskrieg laufen bis wir zufrieden sind mit den Signalen des Gehorsams und der Unterwerfung des Nachfolgers Putins, denn mit ihm darf es keinen Frieden geben. Nur weil der nzp etwas besonnener und weniger bellizistisch ist als die übrige Medienlandschaft, heißt das nicht, dass er kein Teil der antirussischen Einheitsfront wäre. Sie tauchen ihre Hand in die Klärgrube des liberalen Diskurses und wundern sich, dass es dort stinkt.

Imperialismus, Gewalt, Mord und Vorwurf des Autoritarismus

(Einleitung)

Der grundlegende Widerspruch heute: man wird vom neoliberalen Gesundheits-/Fröhlichkeitsimperativ dazu angehalten, selbstsicher und lebensfroh zu wirken, während man durch den seelenbrechenden Zwang der Lohnarbeit innerlich dazu gedrängt wird, sich am Boden und nicht mal im Besitz der eigenen Willenskräfte zu fühlen.

Man soll stark sein - oder glaubt, die anderen seien es, Stärke und souveräne Bewältigung des Alltags sei Normalität für die meisten - will aber eigentlich schwach sein und sich ganz gehen lassen, so weit runterkommen, dass höchstens noch die romantische Zweisamkeit einen gewissen abgesteckten Bereich herstellen kann, der einen schützt und heilt.

Letzteres ist entscheidend. Denn wenn man die Liebe als letztendliche Form der Gesundheit zu akzeptieren gewohnt ist, dann scheint es rational, sich als individueller Marktteilnehmer umso mehr niedergeschmettert zu fühlen, damit einen die Liebe umso höher aufrichten kann. Die Identität von Gesundheitsnorm und Liebesimperativ ist ein zentraler Punkt meines "Gesundheitsteilnehmers". Die Liebe kann heilen und es tut ja not, die Welt sitzt uns im Nacken, die reaktionären Ideologien haben auf ganzer Linie gesiegt, auch wenn ihre Ausdünstungen recht chaotisch und derart deviant vom einen Land zum anderen sind, so gilt doch für alle kapitalistischen Länder, dass die Bourgeoisie uns so weit beherrscht, noch nicht mal das eigene Elend und Leid noch wirklich wahrnehmen zu dürfen, denn du bist ja selbst schuld und schau nur, wie gut es dir noch geht!


(Hauptteil)

Was ich meine ist ein globaler geistiger Bund zur Verhinderung des Sozialismus, der sich eigentlich als natürliche Synthese für die Miseren der privat-parasitären Ökonomien vor allem der gebeutelten Südländer anböte. Aber einerseits sind diejenigen mit sozialistischer Veränderungsabsicht z.B. in den faschistischen Diktaturen Südamerikas von den 60ern bis in die 90er zu Zehntausenden umgebracht worden und also leider nicht mehr befähigt, dort den Sozialismus aufzubauen. Andererseits setzte sich daraufhin in Südamerika ebenso wie hierzulande eine Doktrin der Ordnung, Sparsamkeit, kurz gesagt des Deutschseins durch. Die ganze Welt soll deutsch werden, dann würde der Kapitalismus schon funktionieren, so die einfältige Botschaft aller bourgeoisen Medienapparate. Also, falls etwas schiefläuft wie etwa in Südamerika mal wieder die Inflation aus dem Ruder gerät oder die Staatsschulden unbezahlbar werden, dann ist es ganz sicher nicht der Fehler des Systems, sondern der Einzelpersonen. Korrupte Politiker zum einen, ein undiszipliniertes Volk zum anderen.

Dies ist also die Perspektive der neuen Herrenmenschen des 21. Jahrhunderts auf die Untermenschen.
Der Unterschied zu Hitlers Herangehensweise liegt darin, dass diese Sichtweise sich nun nicht mehr auf nationale oder völkische Identifikationen beschränkt, sondern frei heraus sagt, was Sache ist: jeder kann weiß und deutsch werden, zumindest im wirtschaftlichen Sinne ist jeder Weltbewohner eingeladen, teilzuhaben am weißen Reichtum, wenn er sich nur den Reflexions-Bestimmungen der Bourgeoisie unterwirft (die den weißen Reichtum auch auf absehbare Generationenfolgen hin in den nationalen Grenzen halten wird, aber es darf auch das ein oder andere Entwicklungsland kurzfristig aufschließen, wenn es in den größeren politischen Gesamtplan zur Unterwerfung des Weltsozialismus passt, wie eta Südkorea oder die baltischen Staaten. "Das sind die Tatsachen des Lebens", sagt sie uns, viel mehr hat sie auch nicht zu sagen, da sie so reich ist, dass sie sich kaum noch Gedanken machen muss über die Welt, die sie beherrscht.
Hier liegt unser revolutionärer Angriffspunkt. Zunächst mal ist offenzulegen, wie bechränkt, läppisch, geradzu witzig in ihrer Einfallslosigkeit die geistige Welt des Liberalismus ist, und wie diese platten Parolen trotz ihrer Durchschaubarkeit heute so stark wirken wie niemals zuvor. Gerade weil jeder weiß, dass die Medien lügen, fühlt man sich noch stärker an ihre Aussagen gebunden. Das zeigt Robert Pfaller sehr schön in seiner Theorie der Ambivalenz. Das Gefühl des Hasses sublimiert die Liebe noch und summiert sich zum bestehenden Liebesaffekt hinzu, sodass insgesamt ein deutlich größerer Effekt entsteht. Ebenso bei den "durchschauten Illusionen der anderen". Gerade weil man einen Glauben als Illusion erkannt hat (das bessere Wissen ist in diesem Sinne Hass auf das Gewusste bzw. auf diejenigen, die sich den illusionären Vorgaukelungen ohne dieses Wissen hingeben), kommt man nicht darum los und ist umso stärker an die überwunden geglaubte Illusion gebunden. Exakt das ist die heutige Situation der bürgerlichen Vorstellungswelt und zwar nicht aus linker, sondern aus bürgerlicher Perspektive. Diejenigen mit sicherem Job bei Daimler usw., die das kleinbürgerliche Mindset par excellance verkörpern, da sie von diesem System gut genährt und geschützt werden, glauben nicht wirklich an die Verlautbarungen der bourgeoisen Presse- und Fernsehprodukte. Sondern diese Produkte sind für sie eine durchschaute Illusion, was sie bei Diskussionen gern zugeben. Aber die Botschaft der herrschenden Medienprodukte ist so simpel und einfältig, dass es gar niemandes bedarf, der wirklich an sie glaubt. "Es ist nun mal die Tatsache des Lebens, unangenehm aber wahr: mit dem Sozialismus kann es nicht gehen."

Was dem hinzuzufügen ist, ist nur, dass ebendiese Tatsache durch härteste Anstrengungen des imperialistischen Westens erst ins Werk gesetzt wurde, etwa im Kalten Krieg, um die Sowjetunion zu brechen, oder in neuerer Zeit mit dem Boykott Venezuelas, um die Menschen dort verhungern oder fliehen zu lassen, wodurch all jene nationalen Bourgeoisien Südamerikas, deren Herrschaftsgrundlage aufgrund der typisch kapitalistischen Miss- und Vetternwirtschaft in den "peripheren", vom Imperialismus unterworfenen Gebieten schon weiter angekratzt ist als die der hiesigen, wieder auf Jahrzehnte hinaus einen soliden antikommunistischen Propagandabaustein haben, mithilfe dessen wiederum liberale Bourgeoisvertreter in die Parlamente Argentiniens, Brasiliens usw. gewählt werden.

Was ich versuche, herauszuheben, ist dieses absolute Chaos der bourgeoisen Herrschaft. Weder in Deutschland noch in Argentinien agiert die herrschende Klasse auf eine rationale wirtschaftspolitische Weise, die ihre Macht langfristig sichern würde. Obwohl die Dysfunktionalitäten in beiden Ländern sehr verschieden ausgeprägt sind und ebenso verschieden in ihrer Schwere, so bleibt die Grundlage doch dieselbe. Die absolute Einfalls-, Plan- und Gedankenlosigkeit. Es gibt nichts jenseits des Bestehenden. Und genau diese vulgäre Simplizität müssen wir Kommunisten offenlegen, um den Leuten klarzumachen, dass sie selbst erst mal diesen Schritt gehen müssen, die Herrschaft der Bourgeoisie in ihrem Kopf infrage zu stellen.

Denn materiell wird die Bourgeoisherrschaft ja schon durch fortgesetzte kopflose Wirtschaftspolitik untergraben, die nur affektive Bedürfnisse etwa des antisozialistischen Ressentiments befriedigt, statt sich zu überlegen, was wirklich zu tun wäre. Hier müssen wir also nicht mehr wirklich eingreifen, es läuft alles auf den finalen Kladderadatsch zu, und das ist gut so. Nur sind die Leute ideologisch noch nicht reif, diese Chance dann wirlich zu sehen und revolutionär zu nutzen.

Es zeigt sich final, wie die entschlossene Ablehnung des Kommunismus noch selbst im Innern des Westens ein materialistisches Vorgehen erzeugt: der Westen war materiell stärker und hat daher die DDR niedergerungen, keine Frage. Aber eben dass dieses Auffahren der materiellen Waffen der Wirtschaft nötig war, zeigt, wie richtig der Sozialismus ist. Sein Absterben in der historischen Realität des ausgehenden 20. Jahrhunderts ist kein Argument gegen, sondern für ihn. Wäre er untauglich als Gesellschaftssystem, dann wäre er ja auch ohne die Mithilfe des Westens zusammengebrochen, der die besten Ideologen der Zeit versammelt und mittels hartem Geld Schriftsteller und Künstler anzulocken nötig hatte und sie ermunterte, ihren gesammelten Unmut über die "autoritären" Methoden der Kommunisten zu äußern.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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