Tischlein, deck dich!

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#121 Israel

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121 Israel

Knechte

Kleiner spoiler: die »Wende« heute war doch noch nicht die Wende.

Michel Houellebecq: Interventionen.

Mein Text zu Israel

Ist es nun das singuläre oder nicht? Relativierung: Moderne, Produktivkräfte. Indien Genozide an Hindus durch muslimische Eroberer gehen in die Millionen.

Israel UN untersuchen, aufarbeiten ja. Nur warum blicken kleinere UN Mitgliedsländer so gern hier hin? Um den Imperialismus zu widerlegen, dessen Prämissen sie schlucken, aber dann doch zeigen wollen, wie auch er zu brutalsten Mitteln greift. Stattdessen sollten viel eher auch Kommisionen über Menschenrechtsverletzungen in US-amerikanischen Gefängnissen usw. einberufen werden.

Aber an den USA ist doch nichts falsch, die haben es sich erarbeitet… scheinbar im Gegensatz zu Israel, die sich Land einfach genommen und die Einwohner unterdrücken, um dort zu siedeln.

Aber doch singulär in der fehlenden sozialen (physischen) Verbindung zwischen Täter und Opfer. Abstrakte Ideologie Hitlers führt zu organisierter, technischer Vorgehensweise zur Vernichtung. Kausalkette, an deren Ende Menschen auf das nackte Leben, das reine Körperliche reduziert sind und für nichts mehr angesehen werden als physiologische Maschinen, die bis zum Tod zu gebrauchen sind und möglichst effizient zu töten. Also ja, das ist singulär. Meine Einschränkung: wenn man den Holocaust essentialisiert und wie gebannt nur darauf starrt und dem heuchlerischen Nachkriegsdiskurs der »Aufarbeitung« im Westen folgt, dann verliert man neben diesem Jahrhundertverbrechen die sonst üblichen Gewohnheitsverbrechen des Imperialismus aus den Augen und sieht auch nicht mehr, wie diese Konstellation der Entrechtung, Unterdrückung, Lüge und Gewalt, welche die kapitalistische Produktionsweise begleiten und ermöglichen, erst den Faschismus hervorbringt durch die inhärente Tendenz zur Destabilisierung der Konjunktur, was in sogenannten »Krisen« mündet, die Millionen arbeitslos und anfällig für die Parolen derer machen, die das Proletariat teilen und zerstückeln wollen, etwa in Deutsche und Nicht-Deutsche, Juden und Christen, statt den wirklichen Klassenfeind wahrzunehmen, anzugreifen und unschädlich zu machen.

Wenn man auf den Holocaust als das »ganz andere« Ereignis der Geschichte blickt, essentialisiert man ihn genauso wie Hitler die Juden zum ganz anderen stilisierte. Der Holocaust ist ein singulär grausames Verbrechen, das sich aber nur aus den vorhergehenden Normverbrechen des Kapitalismus erklären lässt und die nachfolgenden Unterdrückungsfeldzüge gegen Millionen Menschen, meist angeführt von den USA nach Deutschlands vermeintlicher Läuterung »pro forma«, erst ermöglicht. Die Machtposition und ökonomische Potenz Nazideutschlands wird zu einem Gutteil auf die USA und die BRD übertragen, die mit dem aus jüdischem Gold und Gebeinen akkumulierten Besitz weiter fortfahren, die Restwelt auszuplündern, nun aber meist - nicht immer, siehe Vietnam, Irak - auf geschicktere, verdecktere, nicht so offenkundige Weise wie die Faschisten in Deutschland oder Japan oder das kolonialistische England oder Spanien ab dem 16. Jahrhundert.

Die Blaupause für das heutige Holocaustverständnis lieferte Joschka Fischer, der mit »Nie wieder Auschwitz« eine deutsche Kriegsteilnahme begründete. Vor 45 war Deutschland böse, danach gut. Ergo hat es das Recht, in alle Gebiete einzumarschieren, die es nun wiederum für »böse« erachtet, da man ja als Deutscher selbst Erfahrung hat, wozu so ein böses Verhalten führen kann, nach Auschwitz eben. Dieser vermeintliche Antifaschismus bereitet also nur den nächsten Faschismus vor. Durch den rotgrünen Jugoslawienfeldzug ist die deutsche Bevölkerung schon mal darauf vorbereitet, dass es von nun an wieder denkbar ist, für die Wahrung unserer Werte und Volksinteressen Richtung Osten zu marschieren.

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Ja, meine lieben Podcastschäfchen. Ich sammle euch ein, ich treibe euch auf die Weide, …

Die letzte Folge war hammerhart. Schonungslos legte sie die weitverbreitete faschistische Geisteshaltung in Deutschland dar. Da gibt es nichts zu beschönigen und wenn ich mich in dieser und in vielen der nächsten Folgen des Humors und der Doppeldeutigkeit bediene, so geschieht dies nur zu dem Zweck, den Ernst der zugrundeliegenden Themen noch zu verschärfen. Wer ernsthaft glaubt, der Nationalsozialismus sei hierzulande Schnee von gestern und betreffe nur ein paar verirrte AfD-Wähler, der spinnt. Vor allem in der Schicht der führenden Politiker und der herrschenden Klasse sind faschistische Ideologien weit verbreitet. Dies ist der Grund, warum wir uns heute in einer derart faschistoiden Realität wiederfinden.

Die dunklen Flecken und bösen Stellen des herrschenden Weltgefüges werden von solchen imperialistischen Lakaien, Wasserträgern oder Karrenschiebern wie Stefan und Wolfgang, den Machern des Neue Zwanziger Podcasts, in andere Länder und ferne Gebiete projiziert, wo angeblich die »autokratischen Strongmen« ihr Unwesen treiben und ihre Gewaltherrschaft über ihre Länder ausüben. Wer ein derart manichäisches Weltbild vertritt, hier die guten, liberalen, zivilisierten demokratischen Länder — die im 20. Jahrhundert fast die ganze Welt in Schutt und Asche gelegt hätten und dies in den Weltkriegen und sonstigen Rohstoff- und Einflusssphärenkriegen auch mit beachtlichen Weltteilen getan haben; aber das 20. Jahrhundert war auch nur der Höhepunkt einer langen Reihe von Gewaltjahrhunderten im Zeichen der überlegenen, aufklärerischen Europäer — Europas und Nordamerikas, dort die bösen Buben des Weltgeschehens, Putin, Xi, Duterte, Bolsonaro, der ist nicht nur blind gegenüber der Gesellschaft und den politischen Machtgefügen, innerhalb deren er lebt, er ist auch aktiver Propagator der bestehenden Spaltung der Welt in werte und unwerte Gebiete.

Es mag ja verständlich anmuten, nur möglichst keinen starken Mann an der Staatsspitze mehr haben zu wollen nach den Erfahrungen mit Hitler. Das ist aber der ganz falsche Schluss aus der Geschichte. Natürlich war Hitler das absolut Barbarische, was um jeden Preis bekämpft werden musste und muss; meine »Entschuldung« seiner Person zielt darauf hin, uns alle, die wir heute Leben, zu beschulden und zu sagen, am Grauen und Morden, das täglich auf der Welt vor sich geht, sind wir ebenso schuld wie alle die Mitläufer damals im Nationalsozialismus, es gibt keine anteilige Schuld und keinen Grund, warum der »Führer« schuldiger sein sollte als die Massen, die ihm folgen. Um etwas gegen den Faschismus zu tun, brauchte es Stalin. Stalin war kein Heiliger und kein Engel, aber trotzdem Ausdruck von Vernunft, Weitsicht und Empathie mit den sowjetischen Volksmassen, denen er ökonomische Entwicklung und Aufstieg ermöglichte. Insofern sollte man nochmal ganz anders auf die Historie blicken. Wer heute einfach nur ein schwaches Tier mit seinen paar liberalen Menschenrechten und ohne große heroische Vision der Zukunft sein möchte, der verkennt die entscheidende Lehre der 20er-Jahre, dass es nämlich der liberale Pluralismus und Parlamentarismus war, der Hitler ermöglichte, hervorbrachte und legitimierte und es die »undemokratische« Machtübernahme der Bolschewiki 1917 war, die den Grundstein dafür legte, dass die Sowjetunion überhaupt wehrfähig war gegen das industriell zigfach weiter entwickelte Deutschland und seine fanatisierten Soldaten und es zum Glück 1945 besiegen konnte. Wären die Bolschewiki also nicht stark und kühn gewesen, diese utopisch scheinende Aufgabe der völligen Neukonzeption und des Neuaufbaus eines ganzen Staatenverbundes ins Auge zu fassen, dann hätte Hitler vermutlich keinen ebenbürtigen Gegner in Europa gehabt und seine auf Rassenhass, Völkermord und Segregation beruhende Ideologie überall in den eroberten Gebieten eingeführt. Liberal sein heißt schwach sein, heißt, dem nächsten Hitler Tür und Tor zu öffnen und ihn hereinzubitten.

Angeblich sei Putins Krieg in der Ukraine nun expansionistisch und ziele auf die Mehrung russischer Einflusszonen und Territorien. Das mag stimmen. Aber damit agiert Russland nur im Weltkontext, der von den mächtigen, also autoriärsten Staaten gesteckt wurde. Wenn Russland nicht das Recht hat, die Bewohner und die Gebiete der Ostukraine, die von ihrer Kiewer Regierung nichts mehr zu erwarten haben und wohl auch unter normalen Bedingungen mit großer Mehrheit für den Austritt und die Eingliederung in Russland gestimmt hätten, zu integrieren, welches Recht sollte dann die BRD gehabt haben, sich die DDR einzugliedern? Man muss schon arg ideologisch beherrscht sein, um zu glauben, die Wahlen damals 1990 hätten einen Volkswillen ausgedrückt, der BRD unter Preisgabe jeglicher sozialistischer Standards beizutreten. In Wahrheit sind die Volksmassen durch die Unterdrückungsapparate der »freien« Medien manipuliert, falsch informiert und werden gezielt in die dem Großkapital genehme Richtung gelenkt. »Den Volkswillen« gibt es nicht, es braucht immer eine starke Kraft, die sich für die legitime Volksvertretung erklärt und in komplizierter Kleinarbeit versucht, politische Strukturen zu etablieren und dafür die Zustimmung der Bevölkerung zu erwerben. Es wäre halt besser, diese Kraft würde auch objektive Ziele mit einbringen wie die KP Chinas und nicht bloß die nackte Kapitallogik ins verfahrenstechnische Prozedere der rein formal legitimierten »Demokratie« hierzulande übersetzen. Der Grund, warum wir gegenüber China so zurückgeblieben sind in unseren politischen Strukturen, liegt in der bereits seit Jahrhunderten akkumulierten Kapitalmacht, die still und leise ihr Werk verrichtet und auch die Kleinbürger und Proletarier ein wenig profitieren lässt, wenn auch merklich weniger seit dem Ende der Systemkonkurrenz 1990. Wir hier sind immerhin noch Bürger eines der Ausbeuter- und Ausplündererstaaten, China gehörte lange Jahrhunderte zu den von verschiedenen Imperien unterjochten Staaten. Geknechtete Länder wie China kommen irgendwann aus blanker Not auf die Idee, dass es anders gehen müsste und der Liberalismus nicht das Endprodukt der staatstheoretischen Entwicklung ist. Hierzulande macht man mit den alten Konzepten weiter, solange es nur irgendwie noch geht und zeigt mit dem Finger auf andere Länder, die zu rüde mit ihrer Bevölkerung umgehen und ihr angeblich keine Rechte einräumen.

Wenn die BRD also das Recht hatte, sich die DDR einzuverleiben mit Verweis auf einen obskuren Volkswillen und unter Mithilfe der landesverräterischen SED-Funktionäre, dann sollte es klar sein, dass auch Putin sich einfach die Ostukraine nehmen darf und wir dieser Tage gemeinsam mit Russen und Ukrainern die Wiedervereinigung dieser russlandaffinen Gebiete feiern sollten. Es ist scheinbar erklärter Wille dieser Menschen, lieber Teil von Russland als der Ukraine zu sein. Genug Zeit hätte der Westen ja gehabt, die Ukraine nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich zu entwickeln und so ihren Bürgern zu zeigen, dass es einen Weg zum Aufholen und Aufschließen hin zu westlichen Wohlstandsniveaus gibt. Für den Westen ist dies aber keine Option, da er sich von so vielen aufstiegswilligen Schwellenländern bedroht sieht in seiner Potenz und sie lieber an der ganz kurzen Leine der IWF-Kredite hält. Die Zeit ist um, der Mauerfall zeitigt nun Konsequenzen am anderen Ende von Europa. Die Regierung der Restukraine ist dabei arm dran, schließlich hat sie ja nur versucht, sich an den Westen ranzurobben, sich anzubieten als Frontstaat für die Nato, die bekanntermaßen Russland kleinhalten möchte und dazu keine Gefahren und Kosten scheut. Solche ökonomisch schwachen Länder wie diejenigen des ehemaligen Ostblocks werden von den Natostaaten regelmäßig geködert und dann zerbombt, zerstückelt, ausgeplündert und ausgehungert. Leider ist die zynische Propaganda von »Menschenrechten«, »Freiheit« usw. immer noch stark und blendet viele Bewohner solcher Länder, sodass sie sich für die blutrünstigen Planspiele der Nato einspannen lassen und in diesen Tagen ihr Leben lassen für die wahnhafte Idee, auf Seiten der Freiheit, Völkerverständigung und des Fortschritts zu kämpfen. Es ist natürlich längst geboten, zum Verhandlungstisch zurückzukehren und auf ein Kriegsende zu drängen, aber das scheint momentan utopisch, da sowohl Russen als auch Ukrainer durch die Niederringung der Sowjetunion — die auch und vor allem ideologisch ausgebombt und mit dem Gift der Freiheit weichgekocht wurde, sodass sie an den eigenen Prinzipien zweifelte — heutzutage kaum eine andere Option haben, ihren angekratzen Stolz und ihr Autonomiegefühl zu wahren außer im chauvinistischen Nationalismus, der in der Größe des eigenen Landes Zuflucht vor den Entbehrungen und Zumutungen des Weltkapitalismus sucht und sie motiviert, ihr Leben für die Frage einer Grenzziehung aufs Spiel zu setzen.

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Ja, es lässt sich halt immer noch was finden, was nicht ganz unserem Gusto entsprach in der DDR. Aber welches Recht sollte das an vorderster Front des Imperialismus mitkämpfende — wenn auch bis in die 90er haupstächlich auf ökonomischer, nicht auf militärischer Ebene, da die Wandlung zum Guten »pro forma« durchzumachen war — Westdeutschland überhaupt haben, seinen sozialistischen Nachbarn zu beurteilen und ihm Verfehlungen bei den Menschenrechten oder sonstigem liberalem Klamauk vorzuwerfen? Kein Recht. Die BRD hat auch kein Existenzrecht — was nicht heißt, dass die Deutschen nicht existieren dürfen, sie haben natürlich genau so ein Recht auf Leben wie alle Erdbewohner, nur müssen sie meiner Meinung nach auf die benachbarten Staaten verteilt werden und ein eigenständiges Deutschland muss für Jahrzehnte passé sein nach den Erfahrungen der BRD-Barbarei.

»Starkes« Handeln eines Staatsmannes oder einer Staatsfrau sind Ausdruck ökonomischer Schwäche. In einem wirtschaftlich potenten Land wie der BRD genügt es, wenn die Politiker der Kapitalmacht ein paar verwaltungstechnische Hindernisse aus dem Weg räumen, dann kann sie schon frei wuchern. Die BRD ist kein Rechtsstaat, auch kein gut funktionierender Verwaltungsstaat, sie ist Ausdruck der blanken ökonomischen Macht des Stärkeren, derjenigen, die bereits die größte Latte an Kapital bei sich haben und deren Größe mehren wollen auf Kosten der allgemeinen Bevölkerung. Zu diesem Zweck ist die BRD heute runtergewirtschaftet bis zum Geht-nicht-mehr. Dadurch wird »starkes«, effektives Handeln (auf politischer Ebene) verunmöglicht.
Weniger potente Länder wie China versuchen immerhin noch, Politik zu machen und sich Pläne für die mittelfristige Entwicklung ihres Landes und ihrer Bevölkerung zurechtzulegen. Aber sie werden dabei gehemmt durch die massiv unterentwickelte Kapitalmacht bei ihnen daheim, was etwa heißt, dass die Arbeiter schlechter ausgebildet, weniger selbstbewusst und produktiv bei der Arbeit sind, da ihnen auch vergleichbare Werkzeuge und Schulungen fehlen.
Hier ist ein gewisses Maß an Stärke also nötig, um die träge Masse des Staatsvolks auf die Bahn der Weiterentwicklung zu zwingen. Dass dies in China »nur« ökonomische Entwicklung bedeutete (und die sozialistische Ideologie leider vernachlässigt wurde), ist dem Weltkontext und des vor Kraft strotzenden Imperialismus mit Deutschland, Japan und den USA an der Spitze, geschuldet.

China ist dabei das entwickeltste, handlungsfähigste Land einer Reihe von Drittweltländern, die von hirnbefreiten liberalen Ideologen wie Francis Fukuyama als autoritär klassifiziert werden. Für die anderen »Strongmen« geht es vielleicht wirklich nur um Machterhalt, während etwas größere Länder wie China und Russland immerhin noch in sehr engen Spielräumen agieren können.

Ja, liebe Leute, was soll ich noch lang schreiben. Heute geht es um Israel, aber logischerweise geht es dabei um die ganze Welt. Die Kultur und Religion des Judentums ist sicher ein entscheidender Impulsgeber der menschlichen Entwicklungsgeschichte gewesen. Aus gutem historischen Grund unterstützen wir Deutschen das Bestehen des Staates Israel. Aber die Probleme dort wie auch überall sonst werden wir nicht lösen, wenn wir das Grundübel des Imperialismus nicht an der Wurzel packen und ausreißen. Dies sind nun mal die USA. Deren bestehende politökonomische Herrschaftsstruktur und gewalttätige Machtausübung mittels solcher sich anbiedernden Hilfssheriffs wie Deutschland rund um den Globus muss zerschlagen werden. Da gibt es keine zwei Wege. Das Land ist reif, das dortige Regime ist am Straucheln und sollte hoffentlich in naher Zukunft stolpern und ein für allemal fallen.

Diese tyrannische Macht aus Washington, die den Globus seit 1945 in seinem Würgegriff hält, muss gestürzt werden. Verbündete für diesen Sturz lassen sich überall gewinnen, aber nicht in Deutschland. Hier sind wir so verkleinbürgerlicht, dass wir einfach nur bis zum Schluss in den engen Grenzen unseres Wohlstands dahinsiechen möchten. Deutschland muss also ebenfalls zerschlagen werden.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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