#125 Todesstern oder Totenkopf?
Sn 125
Todesstern oder Totenkopf?
Mariátegui: Zwei Konzeptionen des Lebens (auf Spanisch) https://www.marxists.org/espanol/mariateg/oc/el_alma_matinal/paginas/dos%20concepciones%20de%20la%20vida.htm
Der NZ-Salon über das Autorentrio und ihr Buch: https://neuezwanziger.de/2022/05/2018/
»Menschen suchen nach Wohlstand und Freiheit«, so Stefans knappe Zusammenfassung von Fukuyamas Thesen. Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Freilich ist der Begriff der Freiheit philosophischen Spekulationen und subjektiven Deutungen unterworfen, die mitunter vor allem bei absolut niedrigem ökonomischem Wohlstand sehr stark durch diesen zweiten Faktor beeinflusst und überdeterminiert sind. So wurstelt sich jeder durch sein Leben, entlang der Traditionen, ökonomischen Abhängigkeiten und subjektiven Veranlagungen, etwa dem Mut, auszuwandern und bei schlechter staatlicher Entwicklung daheim das Wohl und die Freiheit im Ausland zu suchen. Aber lasst all dies heute Abend nicht euer Ohr bedrücken noch euer Gemüt beschweren. Denn heute bekommen wir den reinen Freiheitswein eingeschenkt, das Produkt und die vermittelnden Konsequenzen im Neue-Zwanziger-Podcast von Francis Fukuyama’s Denkarbeit als angestellter Philosoph der US-Bourgeoisie. Diesen reinen Wein, gewachsen an den friedlichen Hängen Kaliforniens oder der restlichen US-dominierten Gebiete, die niemals blutbefleckt, sondern höchstens vom überreifen Rebsaft glänzten, den genießen wir bitte heute Abend alle miteinander. Den nun statthabenden Podcastschmaus erkläre ich feierlich zum Höhepunkt einer ganzen Reihe von Folgen und zum befreienden Schlusspunkt einer kleinen Krise und Ermattung, die mich ergriffen hatte seit Folge 118. Wenn mein Plan aufgeht, bildet diese Folge 125 den Startpunkt für einen starken Anlauf hin zu einer noch gewitzteren, noch unnachgiebigeren und noch brutaleren Auseinandersetzung mit den »Konkurrenten« auf dem Podcastmarkt. Zwar mündet dieser kühne Angriff Mitte der 130er auch wiederum in einem Rückzug und einer kleinen Krise. Doch das soll uns heute nicht belasten. Die Zukunft strahlt hell und froh, vor allem für mich, der ich die proletarische Revolution erarbeite, vorausdenke und praktiziere, und keinerlei Zweifel an ihrer Durchführung zulasse.
————erst nächstes Mal lese ich diesen eigentlich anfänglichen Part ———— Zum Glück weiß der NZP genau Bescheid. Der Brexit ist eine "dumme" Entscheidung, als Coronaprotestant sein Einkommen aufs Spiel zu setzen für den Widerstand (wie Naidoo) ist zwar mutig, aber ebenfalls "dumm". Ja, ihr Schmalspur-Intellektuellen, wie schön, dass ihr noch den Überblick habt, sonst wüsste wirklich niemand mehr Bescheid, was grade der Konsens der Linksliberalen ist, dessen Verletzung Achtung und soziale Prestigeeinbußen kostet. Ich frage mich nur, wie man so leben kann, wie kann man morgens in den Spiegel blicken? Mir würde diese Welt einfach zu komplex, in der man über so viel bescheid wissen muss. Aber der Punkt ist ja: es geht darum, zu wissen, wo und wie die Geldströme fließen, real assets verbucht werden, echte politische Organistation stattfindet: da wo viel Kapital ist (und das ist nicht so schwer rauszufinden, grob gesagt: hier in Europa haben wirs gut, die Restwelt soll sich mal nach uns richten und tut das ja auch aus kolonial verfestigter Gewohnheit, die wir nicht aufheben möchten sondern als Siegeszug der "liberalen Demokratie" verbrämen). Daher also: es ist ganz einfach zu wissen, dass der Brexit schlecht ist, weil er ja die Kapitalströme ausbremst, jeder will doch Brot haben und volle Supermarktregale, da ist ja wohl KLAAAAR… usw usf.
Es gilt, treu zu bleiben gegenüber unseren Machthabern und diese Treue aber als das Produkt der selbstgewählten demokratischen Knechtung erscheinen zu lassen.
Die EU ist undemokratisch? Kein Problem, dann legen wir ihr das sogar als Vorteil aus, denn so kann die CDU immerhin nicht reinfunken. Man misstraut also der CDU und der deutschen demokratischen Politik richtigerweise, zieht aber nicht den Schluss, es dann gleich sein zu lassen mit "Demokratie", sondern hofft auf anonyme Brüsseler Bürokraten. Wie absurd kann es noch werden? Wenn man - löblicherweise - die Hoffnung in die Kompetenz unserer deutschen Politiker verliert, sollte man danach streben, deren Einfluss zu reduzieren, nicht nur in der EU. Aber auch die EU muss zerschlagen werden, wobei die Zentralherrschaft durchaus ein richtiges Prinzip wäre, wenn sie auf den passenden sozialistischen Grundsätzen fußte.
———————————-Heute gelesen ——————————————————
Man weiß nicht, was man von Corona halten kann. Ist es eine so schlimme Pandemie wie anfgangs gedacht… oder haben die Schwurbler recht mit ihrem Verweis auf natürliche Immunität, die nach Infektion erfolgt?
Nun, zum Glück gibt es China, dem vertraut der Linksliberale seltsamerweise und glaubt, in der dortigen Vorgehensweise die absolute Begründung und den Beweis der Richtigkeit der Coronaphobie zu finden. Man vertraut China mehr als der eigenen Politik, aber nur in "technokratischer" Hinsicht.
Dann muss man naütlrich auch wieder auf undemokratische, diktatorische Strukturen hinweisen und betonen, Chinas Politiker pflanzten ihrer Bevölkerung zuerst einen Volkswillen ein, um ihn danach zu erfüllen und sich als Wahrer der "Massenlinie" zu inszenieren.
Selbiges geschieht freilich in Deutschland in der Pandemie, wo niemand jemals ein derartiges Schutzbedürfnis vor einem kleinen Virus hatte, bevor Medien und Politik diese demokratische Massenlinie vorgaben und die Masse in ihrem Sinne lenkten, damit sie schön Angst vor der Ansteckung habe und nach härteren, undemokratischen Eingriffen regelrecht riefe und lechze.
China betreibt eine Gewaltherrschaft in der Pandemie? Ja, aber das ist überhaupt nicht mit der hiesigen "demokratischen" Coronapolitik zu vergleichen, die Mittel und Zwecke sind GAAAANZ andere, nicht etwa autoritäre wie bei Xi.
Mit der franz. Rev. wurde laut NZP das knechtische Mindset abgeschafft und persönliche Freiheit eingeführt; ihr Podcast beweist das Gegenteil: früher konnte man noch ruhig und abgesichert an seinem Platz stehen und war Teil und Wächter der Gesellschaft, die einem Rang und Namen zuwies. Man hatte sein Auskommen, eine große Erzählung gab dem Leben Sinn, Familie und Umfeld war fest und gegeben. Heute ist man auf den Konkurrenzmarkt geworfen, muss strampeln, um auch nur auf der Stelle zu bleiben und nicht unterzugehen. Daher verfallen viele, die mit der Zeit unsicher und verzweifelt werden, einem knechtischen Mindset, wie im NZP zu beobachten.
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