Tischlein, deck dich!

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#125 Todesstern oder Totenkopf?

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Sn 125

Todesstern oder Totenkopf?

https://correctiv.org/faktencheck/2022/09/30/ja-auf-diesem-foto-traegt-ein-ukrainischer-soldat-einen-totenkopf-aufnaeher-mit-ss-motiven/

Mariátegui: Zwei Konzeptionen des Lebens (auf Spanisch) https://www.marxists.org/espanol/mariateg/oc/el_alma_matinal/paginas/dos%20concepciones%20de%20la%20vida.htm

Der NZ-Salon über das Autorentrio und ihr Buch: https://neuezwanziger.de/2022/05/2018/

»Menschen suchen nach Wohlstand und Freiheit«, so Stefans knappe Zusammenfassung von Fukuyamas Thesen. Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Freilich ist der Begriff der Freiheit philosophischen Spekulationen und subjektiven Deutungen unterworfen, die mitunter vor allem bei absolut niedrigem ökonomischem Wohlstand sehr stark durch diesen zweiten Faktor beeinflusst und überdeterminiert sind. So wurstelt sich jeder durch sein Leben, entlang der Traditionen, ökonomischen Abhängigkeiten und subjektiven Veranlagungen, etwa dem Mut, auszuwandern und bei schlechter staatlicher Entwicklung daheim das Wohl und die Freiheit im Ausland zu suchen. Aber lasst all dies heute Abend nicht euer Ohr bedrücken noch euer Gemüt beschweren. Denn heute bekommen wir den reinen Freiheitswein eingeschenkt, das Produkt und die vermittelnden Konsequenzen im Neue-Zwanziger-Podcast von Francis Fukuyama’s Denkarbeit als angestellter Philosoph der US-Bourgeoisie. Diesen reinen Wein, gewachsen an den friedlichen Hängen Kaliforniens oder der restlichen US-dominierten Gebiete, die niemals blutbefleckt, sondern höchstens vom überreifen Rebsaft glänzten, den genießen wir bitte heute Abend alle miteinander. Den nun statthabenden Podcastschmaus erkläre ich feierlich zum Höhepunkt einer ganzen Reihe von Folgen und zum befreienden Schlusspunkt einer kleinen Krise und Ermattung, die mich ergriffen hatte seit Folge 118. Wenn mein Plan aufgeht, bildet diese Folge 125 den Startpunkt für einen starken Anlauf hin zu einer noch gewitzteren, noch unnachgiebigeren und noch brutaleren Auseinandersetzung mit den »Konkurrenten« auf dem Podcastmarkt. Zwar mündet dieser kühne Angriff Mitte der 130er auch wiederum in einem Rückzug und einer kleinen Krise. Doch das soll uns heute nicht belasten. Die Zukunft strahlt hell und froh, vor allem für mich, der ich die proletarische Revolution erarbeite, vorausdenke und praktiziere, und keinerlei Zweifel an ihrer Durchführung zulasse.

————erst nächstes Mal lese ich diesen eigentlich anfänglichen Part ———— Zum Glück weiß der NZP genau Bescheid. Der Brexit ist eine "dumme" Entscheidung, als Coronaprotestant sein Einkommen aufs Spiel zu setzen für den Widerstand (wie Naidoo) ist zwar mutig, aber ebenfalls "dumm". Ja, ihr Schmalspur-Intellektuellen, wie schön, dass ihr noch den Überblick habt, sonst wüsste wirklich niemand mehr Bescheid, was grade der Konsens der Linksliberalen ist, dessen Verletzung Achtung und soziale Prestigeeinbußen kostet. Ich frage mich nur, wie man so leben kann, wie kann man morgens in den Spiegel blicken? Mir würde diese Welt einfach zu komplex, in der man über so viel bescheid wissen muss. Aber der Punkt ist ja: es geht darum, zu wissen, wo und wie die Geldströme fließen, real assets verbucht werden, echte politische Organistation stattfindet: da wo viel Kapital ist (und das ist nicht so schwer rauszufinden, grob gesagt: hier in Europa haben wirs gut, die Restwelt soll sich mal nach uns richten und tut das ja auch aus kolonial verfestigter Gewohnheit, die wir nicht aufheben möchten sondern als Siegeszug der "liberalen Demokratie" verbrämen). Daher also: es ist ganz einfach zu wissen, dass der Brexit schlecht ist, weil er ja die Kapitalströme ausbremst, jeder will doch Brot haben und volle Supermarktregale, da ist ja wohl KLAAAAR… usw usf.

Es gilt, treu zu bleiben gegenüber unseren Machthabern und diese Treue aber als das Produkt der selbstgewählten demokratischen Knechtung erscheinen zu lassen.

Die EU ist undemokratisch? Kein Problem, dann legen wir ihr das sogar als Vorteil aus, denn so kann die CDU immerhin nicht reinfunken. Man misstraut also der CDU und der deutschen demokratischen Politik richtigerweise, zieht aber nicht den Schluss, es dann gleich sein zu lassen mit "Demokratie", sondern hofft auf anonyme Brüsseler Bürokraten. Wie absurd kann es noch werden? Wenn man - löblicherweise - die Hoffnung in die Kompetenz unserer deutschen Politiker verliert, sollte man danach streben, deren Einfluss zu reduzieren, nicht nur in der EU. Aber auch die EU muss zerschlagen werden, wobei die Zentralherrschaft durchaus ein richtiges Prinzip wäre, wenn sie auf den passenden sozialistischen Grundsätzen fußte.

———————————-Heute gelesen ——————————————————

Man weiß nicht, was man von Corona halten kann. Ist es eine so schlimme Pandemie wie anfgangs gedacht… oder haben die Schwurbler recht mit ihrem Verweis auf natürliche Immunität, die nach Infektion erfolgt?
Nun, zum Glück gibt es China, dem vertraut der Linksliberale seltsamerweise und glaubt, in der dortigen Vorgehensweise die absolute Begründung und den Beweis der Richtigkeit der Coronaphobie zu finden. Man vertraut China mehr als der eigenen Politik, aber nur in "technokratischer" Hinsicht.
Dann muss man naütlrich auch wieder auf undemokratische, diktatorische Strukturen hinweisen und betonen, Chinas Politiker pflanzten ihrer Bevölkerung zuerst einen Volkswillen ein, um ihn danach zu erfüllen und sich als Wahrer der "Massenlinie" zu inszenieren. Selbiges geschieht freilich in Deutschland in der Pandemie, wo niemand jemals ein derartiges Schutzbedürfnis vor einem kleinen Virus hatte, bevor Medien und Politik diese demokratische Massenlinie vorgaben und die Masse in ihrem Sinne lenkten, damit sie schön Angst vor der Ansteckung habe und nach härteren, undemokratischen Eingriffen regelrecht riefe und lechze.

China betreibt eine Gewaltherrschaft in der Pandemie? Ja, aber das ist überhaupt nicht mit der hiesigen "demokratischen" Coronapolitik zu vergleichen, die Mittel und Zwecke sind GAAAANZ andere, nicht etwa autoritäre wie bei Xi.

Mit der franz. Rev. wurde laut NZP das knechtische Mindset abgeschafft und persönliche Freiheit eingeführt; ihr Podcast beweist das Gegenteil: früher konnte man noch ruhig und abgesichert an seinem Platz stehen und war Teil und Wächter der Gesellschaft, die einem Rang und Namen zuwies. Man hatte sein Auskommen, eine große Erzählung gab dem Leben Sinn, Familie und Umfeld war fest und gegeben. Heute ist man auf den Konkurrenzmarkt geworfen, muss strampeln, um auch nur auf der Stelle zu bleiben und nicht unterzugehen. Daher verfallen viele, die mit der Zeit unsicher und verzweifelt werden, einem knechtischen Mindset, wie im NZP zu beobachten.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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