Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#126 Diese deutschen Fragen

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Sn 126

Die deutschen Fragen

Vor Latz knallen Unter Arme greifen Dominieren Niederwerfen Westliches Mackertum und Geschosse destabilisieren
Vor Bug schießen

NICHT DNS!!!!!!

Klimatismus degenerierte Schweine

https://makroskop.eu/31-2022/zerschlagt-die-schweiz/

BOND WAS ERLAUBE SCHWIZZZZ!!!

Theorie

Nachschärfen: warum bereitet Lethargie, Konsumismus den Boden für Hitler vor? Weil man sich dann doch noch mal nach dem Exzess, dem Moment des Überschreitens sehnt. Weil man jede heroische Anstrengung und transzendente Idee von sich weist und misstrauisch mit dem Nazismus in Verbindung bringt, so jede wirkliche Alternative zum herrschenden Gefüge delegitimiert, bis nur noch der Faschismus übrigbleibt, der immer wieder aufsprießt, auch, weil er von den Herrschenden gepflegt und gehätschelt wird.

Der Nazismus stiftet auch Zusammenhalt. "Onsere wared au scho do onda in Tobruk« (Opa eines Bekannten, Jahrgang 1931)

Und damit zeigt er, wie der Faschismus fähig ist, Individuen zu erziehen, die nicht so schwach und ichgestört sind wie diejenigen, die wie wir vom Imperialismus zugerichtet werden. Auch wenn der Faschismus seine jungen Leute dann in den Tod schickt, immerhin hat er ihnen vorher ein Kollektivgefühl und eine höhere Ordnung für ihre Leben gegeben. Das ist die Gefahr, das ist die Chance des Faschismus, die offengelegt, nicht verleugnet werden muss. Denn nur wer hier eine andere Sinnmöglichkeit schafft, kann den Faschismus ein für alle mal besiegen, nicht, wer sich in der wirren anarchischen Situation von heute einrichtet und glaubt, es sich damit für immer bequem machen zu können.


Stalin, der Wahrer von Freiheit und Vorkämpfer für würdevolles Leben der einfachen Volksmassen.

Die Stalinisten machen es sich am wenigsten von allen einfach mit der Frage nach Menschenleben - das Recht auf Leben ist das fundamentale Menschenrecht, danach kommen ökonomische Teilhabe an der Arbeit, Behausung, Freiehit von Diskrimination etc.

Wer meint, die Regierung Stalins habe die "Freiheit" massiv beschränkt, dem sage ich ja, aber die richtige Freiheit, die des Kapitalverkehrs und der Ausbeutung. Stalinismus heißt Massenalphabetisierung, Wirtschaftsaufschwung, Emanzipation von rückständigen Strukturen für mehr als 100 Millionen Menschen. Stalinismus war die richtige Politik in einer schwierigen weltpolitischen Lage und hat für hunderte Millionen Sowjetbürger massive materielle Verbesserungen gebracht und ein Leben in relativer Freiheit und ohne allzu große ökonomische Zukunftsangst ermöglicht. Zudem schuf er die Grundlage für die Freiheit von der Hitlerbarbarei, die Milliarden weiteren Menschen im Laufe des 20. Jahrhunderts zugute kam.

Stalin nahm die große Bürde auf sich, eine schwere Entscheidung zu treffen Mitte der Zwnaziger für die landwirtschafltiche Kollektivierung, die erbitterte Gegenreaktionen hervorrufen würde, wie er klar voraussah. Dennoch war es die richtige Politik. Die Großgrundbesitzer hielten an ihrer tradierten Gewohnheit fest und daran, dass es ihr Recht sei, Privatbesitz an Ackerland und Maschinen zu behalten. Tja, wer an dem falschen Standpunkt festhält, muss sich nicht wundern bekämpft zu werden. Die Kampagne war sicher auch mit herber, exzessiver Gewalt vonseiten der Bolschewiki geführt. Aber eben damit macht es sich Stalin nicht leicht, sondern sehr schwar, anders als wir heutigen, die den brutalen, menschenverachtenden Liberalismus obwalten lassen. Er wendet Gewalt nur dort an, wo er glaubt, dass es unerlässlich ist. Und in der Tat war es ja wichtig, die Produktivität zu steigern und sozialistische Strukturen zu schaffen, nicht zuletzt für das reine Überleben und die ökonomische Überlegenheit über NAzideutschland zehn Jahre später, als man gegen Kriegsende schlicht mehr produzieren konnte und die Nazis unter enormen menschlichen Kosten zum Glück doch besiegen konnte, was alle anderen Weltmächte nicht geschafft hätten.

Ja, die Kulaken standen im Weg. Aber der bolschewistische Umgang mit ihnen ist ganz anders zu beurteilen als unsere heutige Gleichgültigkeit gegenüber den im Mittelmeer Sterbenden. Diese Afrikaner sind für uns nur Rohmaterial, das noch ein bisschen unsere Wirtschaft anfeuern darf, falls es die Strecke nach Europa schafft, die eben extra so gefährlich sein muss, damit nicht zu viele das Risiko eingehen. Stalin setzt mit seiner Strategie eine sozialistische Politik um, zur Teilhabe aller am Wirtschaftsprozess und dessen Früchten. Und ja, dazu schickt er auch Hunderttausende oder Millionen nach Sibirien ins Gulag. Über solche Maßnahmen und deren retrospektive Beurteilung im Gesamtkontext kann man streiten und den Bolschewiki gern Detailfehler nachweisen. Die Grundrichtung der Politik stimmt aber und führt vorhersehbar zu weniger Toten, weniger menschlichem Leid und mehr Befreiung der individuellen Produktivkräfte als der menschenverachtende Imperialismus des Westens. Stalin hat auch ambivalente, brutale Dinge getan oder beauftragt, aber er ist überhaupt nicht zu vergleichen mit den Massenmördern Biden, Trump, Obama, die den Nahen Osten niederbomben oder der Wirtschaftskolonialistin Merkel, die die Arbeits-, Obdach, Zukunfstlosigkeit in Südeuropa befördert und dem Sterben der Hungernden in Afrika, die unserem Imperialismus überflüssig erscheinen, tatenlos zusieht. Merkel ist ein böser Mensch, ein verrottetes, grundschlechtes Individuum (das aber auch nur durch die Massenbewegung der hysterischen Medien und Politikblase erklärbar wird), Stalin ist ein edler Mensch, der diffizile Abwägungen in ganz brutalen historischen Epochen und Klassenkämpfen trifft und dabei meistens richtig lag, wofür ich ihm dankbar bin. . ——————————— (nicht vorgelesen, kleine Ergänzung) Details — Menschenleben. Nacktes Leben oder unsterbliche Idee des besseren Lebens hier auf Erden? Wie ist das Recht auf reines Überleben derjenigen, die unter Salins brutaleren Maßnahmen litten oder sogar starben mit dem Recht der Hunderten von Millionen an Sowjetbürgern zu vergleichen, die einen Ausweg aus der Unterentwicklung und Rückständigkeit suchten und durch Stalins wirkungsvolle Maßnahmen zum Aufbau und zur Integration des Landes in die Lage versetzt wurden, ein freieres, besseres Leben zu führen? Nicht zu vernachlässigen ist auch schon die reine Unabhängigkeit vom imperialistischen Westen, der gezeigt hat, wie feindlich er aufstrebenden Mächten gegenüber steht. Allein der Fakt, sich industrialisieren und modernisieren zu können unter erschwerten weltpolitischen Bedingungen, teilweise auch durch Mithilfe der USA, teils durch Blockade und militärische Intervention wie im russischen Bürgerkrieg, ist ein enormer Erfolg. Exakt in der Zeit der schwersten bisher dagewesenen Krise des Weltkapitalismus in den 1930er Jahren schaffte die Sowjetunion ein Wirtschaftswachstum, das mit Entwicklung der materiellen Annehmlichkeiten einherging, aber natürlich verstärkt auch mit Rüstungstechnologie, gezwungenermaßen durch die aufkommenden faschistischen Diktaturen in Spanien, Italien und Deutschland, die Stalin wachsam und früh als existentielle Bedrohung des Sowjetstaats und seiner vielen Völker erkannte. Entweder diese Völker sind auf unserer Seite oder sie sind Spielball des Imperialismus, so etwa ist die bolschewistische Haltung zu kleineren Gebieten, die sich entscheiden müssen, auf welcher Seite sie stehen. Manch ein Volk musste auch zu seinem Glück gezwungen werden so wie die Rumänen und Polen nach dem Krieg und leider eben nicht die Jugoslawen und Griechen, bei denen die imperialistischen Mächte einen Sieg der Konterrevolution durch brutale Methoden errangen. Stalin hat in schwierigsten weltpolitischen Fahrwassern meistens den richtigen Instinkt bewiesen und großes geleistet für sein Volk, aber auch für alle Völker der Erde, die sich an ihm ein Beispiel nehmen können. Die auch stattgehabten Menschenrechtsverletzungen und Gewaltexzesse müssen wir studieren, um Schlussfolgerungen für die Zukunft zu ziehen, aber schon ein knapper Blick in die zeitgenössische Geschichte genügt, um festzustellen, dass Merkel, Macron oder Biden nicht weniger schuldig sind als »Massenmörder«, wenn man den Maßstab anlegt, einen Staatschef für alle Wirkungen und Auswüchse seines Regierens und des selbsttätigen Schaffens der proletarischen Massen im Lande verantwortlich zu machen. Denn deren Armeen und Geheimdienste zetteln Kriege an, lassen staatsterroristische Drohneneinsätze von ihrem Gebiet aus zu usw. Es darf uns als Stalinisten also nicht passieren, Stalins Erbe zu beschmutzen und bürgerliche Gruselgeschichten nachzukäuen. Stalinist zu sein heißt nicht, »Stalin-Fan« zu sein, sondern eher Stalin-Gelehrter. Mit Gleichmut und Langmut studiert man die erheblichen Nachlässe Stalins sowohl geistiger Art in seinen 13 Bänden sowie materieller Art, in Form der bis vor der vom aggressiven Westen angezettelten Konterrevolution von 1989 den realen Sozialismus, die Idee des guten Zusammenlebens aller Menschen, die bis dahin in zahlreichen östlichen Staaten existierte und die Fackel der Vernunft in einem Jahrhundert der Finsternis ins Weltall ausstrahlte als Gruß der menschlichen Gattung und ihrer höchsten Entwicklungsstufe. ———————————————————

ARGENTINIEN SCHWEINE WESTMENSCH ANTIWEIßER RASSISMUS? JA!

In Argentinien sieht man den sozioökonomischen Niedergang als Ausdruck des eigenen Untermenschentums. Wir sind einfach gründlich degeneriert heißt es dort, hier hat alles keinen Sinn mehr, dieses Land ist unregierbar, das Volk selbst schuld und zu blöde, sich eine unkorrupte Regierung zu wählen.

Diese Selbstwahrnehmung ist Spiegel unseres europäischen Blicks auf diese übermannten, niedergeworfenen, abhängig gemachten Gebiete. Der Westen rückt dort immer wieder ein - nicht militärisch, was zu ineffizient wäre, sondern finanzkolonialistisch, was noch viel brutaler und tödlicher ist als militärische Aggressionen. Diese Penetration ist gleichsam eine Ersatzhandlung für den immer seltener werdenden Sex, den die Westmenschen nicht mehr erfahren, weil der psychologische Terror der Kapitaldiktatur sie voneinander entfremdet und sie sich angeekelt von körperlichen Lüsten abwenden. Die Bourgeoisie stellt durch ihren Imperialismus (oder direkten Faschismus, Militarismus wie im Irak oder Ukraine) dem westlichen Macker ein Ventil zur Verfügung, durch das er den angestautem Frust der verunsicherten Männlichkeit entladen und sich mit den Frontkämpfern oder mit der europäischen Wirtschaftspotenz identifizieren kann. Ja, wir sind die Übermenschen, wir haben das Recht, uns so aufzuführen und alles zu zertrampeln und die Opfer unserer Gewalt noch für selbst schuldig an ihrer Misere zu erklären und ihr Leid zu verspotten. Dies ist die materielle Haltung der deutschen Regierung und des von ihr unterjochten, strunzdumm gehaltenen Volkes. Ideologisch wird diese Gewaltherrschaft mit "Menschenrechten", "Universalismus" überfrachtet. Ein Materialist wird dieser heuchlerischen Selbsterzähöung freilich nie auf den Leim gehen, da er das Sein nicht nach dem Bewusstsein beurteilt. "Erzählt euch keine Geschichten", so Althussers Aufforderung. Menschenrechte müssen immer dann in Stellung gebracht werden, wenn ein Krieg geführt werden soll, die Stimmung gegen einen vermeintlich barbarischen Feind angeheizt werden muss an der Heimatfront. Materiell gesehen strcken wir mit unseren Menschenrechten fremde Herrscher wie Gaddafi und Völker wie Libyen einfach nieder und treten so lange auf sie ein, bis sie tot liegen bleiben. Der Menschenrechtsdiskurs ist die erste Angriffswelle, auf die Bomberstaffeln und Artilleriefeuer folgen.

Ja, die Lage ist beschissen und es ist genau jetzt an der Zeit, das neofaxhiszische Regime Scholz und von der Leyen wegzuputschen und die EU Völker von dieser Gewaltherrschaft zu befreien. Und selbst wenn die europäischen Völker schon zu degeneriert sind , um den sich anbahnenden Weltenbrand noch abzuwenden und aufzubegehren gegen ihre Unterdrücker, müssen wir diese moralische Forderung zumindest artikulieren, um den argentinischen Klassenkämpfern die Chance zu geben, eine neue Perspektive auf die vermeintlichen nördlichen Übermenschen einzunehmen und sie als die verblödeten, grunzenden, quiekenden Schweine wahrzunehmen, die sie sind und mit denen es keine produktive Zusammenarbeit mehr geben darf in mittlerer Zukunft.

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126 Liebes linkspandemisches Lager,

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/oxfam-corona-ungleichheit-101.html

Für Milliardäre ist die Pandemie ein Goldrausch, während Hunderte Millionen in Armut abrutschen mit freundlicher Unterstützung der "linken" Coronisten, die von der kruden Todeshystiere zu eingeschüchtert sind, um noch zusammenhängend zu denken. Ich bin priviligiert und werde mich in einer Krise immer besser schützen können als andere. PCR-Esoterik und Maskenwahn sind unangenehm, aber gefährden nicht wirklich mein Leben und meinen sozialen Status.

Aber wie sollte ich euch jemals verzeihen, wie ihr durch euer unreifes, staatstragendes und elitenhöriges Verhalten die globalen Spaltungen in einer derart drastischen Weise verschärft habt? Ihr seid Abschaum, jeder der noch ein kommunistisches Gewissen hat kann hier nur noch angeekelt die Augen abwenden und Zuflucht im konservativen Lager suchen. Dort herrscht wenigstens nicht solche Heuchelei und Kindlichkeit im Denken.

Dass ihr unfähig seid kohärent zu denken sobald eine hypnotisierende Virus Bedrohung auf eurem Bildschirm auftaucht, macht es nicht besser. Ihr steigert euch da rein, weil ihr tief innen wisst, wie schuldig wir alle sind an der sich täglich erneuernden Weltbarbarei. Ihr wisst auch, dass eure gezwungen fröhlich-ironische Verteidigung der demokratischen Staatsform Teil des Problems ist, das sich durch Wahlen niemals lösen wird sondern nur durch Revolutionen. Statt radikale Schlüsse zu ziehen, richtet ihr euch bequem ein in eurem albernen Festhalten an der jetzigen Demokratieform, denn man kann ja nicht leugnen, dass wir hier ganz gut profitieren von dieser Art der systemischen globalen Integration aller Länder unter das Joch der Kapitaldiktatur.

Also müssen Ablenkungsthemen her, die euch ein bisschen den Weltschmerz vertreiben. Ein Virus, das ist eine feine Sache, das ist eindeutig böse und jeder, der Maßnahmen dagegen vornimmt, die auch nur ganz entfernt mit dem Kampf dagegen begründet werden können, ist der Gute. Dieser Kampf gegen ein Virus, über dessen epidimiologische Gesetzmäßigkeiten wir weiterhin großteils im Dunkeln tappen, ist zwar erkennbarer Schwachsinn, aber er darf nicht enden, denn sonst käme ja die normale Alltagsrealität zurück, in der wir im Weißen Westen immer noch relativ unbehelligt und zufrieden unser Leben führen können, während wir eigentlich wissen, dass Milliarden an verschiedensten Verhältnissen leiden, die meist auf die Kapitalmonokultur und Religion des Geldes zurückzuführen sind. Diese Problemlagen und mögliche Lösungswege zu analysieren, ist euch zu anstrengend, ebenso, sich mit historischen Projekten wie etwa der UdSSR auseinanderzusetzen, die ebendieses Problem an der Wurzel anpackten.

Hier noch lange die Geschichte zu studieren, Fehler und Errungenschaften sauber gegenüberzustellen und mit der heute herrschenden Diktatur zu vergleichen, welche die Bürger nicht mehr anhand sozialistischer Ideologie segregiert und regelt, wer wo Zugang hat, sondern schlicht nach Geburtskapital - Geld, Eltern, Talente, Nationalität-, das ist euch zu schwer, dazu sind eure Neuronen vom zersetzenden Suchtmittel des Handys schon zu sehr strapaziert. Diese witzigen Gadgets und verblödenden Spielereien wollt ihr keinesfalls abgeben und das stellt wohl auch schon euren Haupt-Einwand gegen den Sozialismus dar, der zugegebenermaßen nicht so viele und ausgeklügelte Industriegüter produzieren konnte.

Ich respektiere Konservative und Liberale mehr als euch bemitleidenswerte und überall mitleidende Linken. Deren Realitäts-Verleugnung und kognitive Dissonanz ist deutlich ehrlicher, pragmatischer und legitimer. Niemand hat das Allheilmittel, also bewahren wir erstmal den Ist-Zustand, das ist ihre respektable Devise. Ihr aber seid Abschaum, weil ihr den ganzen Tag von Mitgefühl und Revolution grölt, aber zu selbstbesoffen seid, um auch nur den ersten Schritt auf dem Weg zu einer revolutionären Aktion zu unternehmen. Die Minimalvorgabe der Revolution ist selbständiges Denken und ein Bewusstsein, das nach einer wahren geistigen Abbildung der sozialen Realität da draußen sucht und das sich eben nicht mehr an die Gewissheiten klammert, die von bürgerlichen Institutionen verbreitet werden. Das ist das Minimalprpgramm eines Revolutionärs und ihr seid dazu definitiv nicht imstande.

Die einzige Hoffnung dieser Situation liegt darin, Menschen, die bisher andere politische Überzeugungen hatten, von der Notwendigkeit der Revolution zu überzeugen, da die selbstzerstörerischen Kräfte eines wildgewordenen Liberalismus offenkundig wurden und den Großteil der linken Blase ihrem selbstverschuldeten geistigen Elend zu überlassen.

„Zwei Gleise“ Sn #64

„Am Ende dieser Woche fühlen wir uns erstmal gut regiert“, so lautete Stefans Resümee der Nachrichtenwoche in der letzten Ausgabe des Alias Fernsehpodcasts. In Europa bricht ein Krieg aus und die deutsche Regierung konnte in den letzten Jahren nichts dazu beitragen, den Ukrainekonflikt zu entschärfen und die Opponenten zu ergebnisoffenen Verhandlungen zu zwingen, aber für den alteingesessenen Fernsehzuschauer Stefan ist das kein Grund, an der Kompetenz derjenigen deutschen Politiker zu zweifeln, die uns in diese Lage geführt haben. Wir werden mit dem Atomkrieg bedroht, aber noch ist die alternative Realität der Abendnachrichten, die er fleißig schaut, noch nicht mit der wirklichen Realität auf einer Schiene, so etwa lautete seine Metapher, die beiden Gleise haben sich aber wieder deutlich angenähert in der letzten Woche. Der Nachrichtendiskurs der etablierten Fake-News-Medienkonzerne hat sich irgendwie doch der Realität angenähert, die wir alle ganz klar fühlen, dieses Materielle, von dem wir wissen, dass es ohne es ganz schön schnell vorbei wäre mit uns. Kurzum, eine kritische Schwelle in diesem Ukrainekonflikt, der schon acht Jahre lang vor sich hin köchelt, wurde überschritten durch den Angriff Russlands und das, so scheint die unwiderlegbare, jedem rationalen westlichen Menschen eigene Auffassung sein zu sollen, stellt einen unglaublichen Bruch mit den Prinzipien des Friedens dar, die von uns, den guten westlichen Mächten vertreten werden.

Im derzeitigen Konflikt will ich mich nicht einseitig auf Russlands Seite stellen und muss bekennen, die Hintergründe nur halbwegs zu verstehen. Allerdings ist klar, dass vonseiten des Westens seit 2014 ein ähnliches Schauspiel aufgeführt wurde, diesmal eher zur Zufriedenstellung der US-amerikanischen Sicherheitsinteressen, besser gesagt des US-Imperialismus, der sich auf der anderen Seite der Welt festsetzen und Russland einkreisen und isolieren möchte. Diese Sicht ist vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluss und es liegt meine persönliche Färbung darin. Doch wer jetzt glaubt, die beiden Gleise der Medienrealität und der Wirklichkeit würden sich nun wieder annähern, hat bereits jeglichen Kontakt zur Wirklichkeit verloren und ist „outer space“. Er versteckt sich hinter der Wahnvorstellung, die machthabenden Personen würden doch schon auf unser aller Wohlergehen achten und letztlich ein rationales Ergebnis vorbringen. Nein, der Imperialismus braucht den Krieg und sucht ständige Konfrontationen. Was man hier machen kann, ist nichts und still bleiben. (Außer natürlich im Podcast.


Man sollte versuchen, die imperialistischen Verstrickungen des eigenen Landes aufzudecken, über ein ausländisches Land wie Russland kann man schlecht urteilen und seinen Imperialismus entlarven, wenn einem die politische Kultur fremd ist. Grundsätzlich bewundere ich Russland nicht und es ist ja kein kommunistischer Staat mehr, was erstaunlicherweise oft vergessen wird in der öffentlichen Debatte. Staaten wie China bewundere ich, weil sie einer sozialistischen Ideologie treu sind. Russland hat trotzdem das Recht, sich gegen die aggressive, tribalistische Expansionspolitik des Westens zur Wehr zu setzen. Auch wenn der Schutz der russischsprachigen Minderheiten nur ein vorgeschobenes Argument sein mag und im Hintergrund geopolitische oder ebenfalls innenpolitische, „Horse Race“-Interessen Putins stehen, bleibt das Recht auf Selbstbestimmung und Schutz von Leib und Leben der Menschen im Donbass ein valider Punkt, der nicht zurückgewiesen werden kann. Ich wollte hier nur meine Gedanken ordnen, da eines bei meiner Rückkehr auf europäischen Boden klar war: der Zug der bisher so fest vertrauten, eisern für wahr oder zumindest für das Normgewicht, das Urmeter der „Wahrheit“, die wir heute nur noch in Anführungszeichen gesetzt anfassen wollen, gehaltenen Medienrealität ist entgleist und wir müssen uns überlegen, wie wir damit umgehen.)

Zum Schluss muss ich noch einige versöhnliche Takte anschlagen. Denn trotz meiner harschen Kritik liege ich doch in den meisten Punkten wahrscheinlich auf einer Linie mit Stefan. Der grundlegende Zwist betrifft nur die Werthaltigkeit dieser „Medienmünze“, dieser Währung der Realität, die von den Sendestationen und Druckerpressen ausgegeben wird. Einerseits hält er daran fest, die von dort gelieferte Realität sei wenn auch nicht das goldene Ei, so doch besser als nichts und es brauche nun mal eine Grundlage, auf der wir uns alle unterhalten können. Ich halte hier aber dagegen, dass fast alles besser wäre als das gegenwärtige Trommelfeuer der Indoktrination, das schon seit Jahren im Kriegs- und Krisenmodus agiert, während eigentlich alles beim Alten bleibt und wir erst jetzt eine wirkliche Bedrohungslage vorfinden durch die jüngsten politischen Entwicklungen. (Daher ist es auch nötig, noch mehr Podcasts zu machen und ich fordere ich dazu auf, selbst in dieses Showbusiness einzusteigen und eure Sichtweise in den Äther der Podcastwellen hinaus zu emittieren.) Meiner Meinung nach muss also die Vertrauenswährung nochmals deutlich abgewertet werden. Diese Währung, die von den öffentlichen Medienkanälen und den in ihnen auftretenden und die Rolle des soliden Verwalters der Kapitalgesellschaft BRD spielenden Politikern ausgegeben und von uns allen durch unsere resignierte, lethargische Zustimmung gekauft wird, muss diskreditiert und vom Welt-Realitätsmarkt genommen werden, sodass niemand mehr unkritisch auf diese Quellen Bezug nehmen kann, ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben.

Im Anschluss stelle ich noch einen Text zur Verfügung, der eine Art Vorbereitung zum Podcast war. Ich verfasste ihn an meinem ersten Arbeitstag unter dem Eindruck der vortags gehörten Podcasts (Fernsehpodcast und No Agenda: https://www.noagendashow.net/ ). An manchen Stellen ist er etwas wirr, was auf die Nervosität am ersten Arbeitstag nach so langer Abwesenheit hindeutet sowie die Verunsicherung durch den drohenden Atomkrieg ausdrückt. Trotzdem finde ich ihn ganz ordentlich.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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