#129 Sehnsuchtsländer
Sehnsuchtsländer
Zeitschleife
Salon Neue Zwanziger Mai »Habermas …« https://neuezwanziger.de/2022/05/2018/
Wenn Xi die Covidstrategie vorausschauend plant, um dem Westen »einen vor den Latz zu knallen«, dann gehe ich völlig d’accord mit dem durchaus harten Covidregime dortzulande.
Nächstes Mal gibt es dann wirklich die Clips vom Aufwachenpodcast. Diese Folge ist entgegen meiner Ankündingung doch noch kein wahres Feuerwerk. Das wird aber definitiv in der nächsten Ausgabe erfolgen, in der ich mich zum Beherrscher Europas auschwinge.
Sehnsuchtsländer könnten auch die Länder sein, in welchen der Yenissei fließt oder Tobruk liegt. Sind sie aber nicht. Woran das wohl liegt? Am eigenen Versagen der einheimischen Bevölkerung und ihrer Machteliten oder am jahrhundertelang gewalttätig ausgeübten Kolonialismus, Faschismus und Imperialismus über diese Gebiete? Im Pluralismus sind alle Antworten erlaubt.
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Zum Glück weiß der NZP genau Bescheid. Der Brexit ist eine "dumme" Entscheidung, als Coronaprotestant sein Einkommen aufs Spiel zu setzen für den Widerstand (wie Naidoo) ist zwar mutig, aber ebenfalls "dumm".
Ja, ihr Schmalspur-Intellektuellen, wie schön, dass ihr noch den Überblick habt, sonst wüsste wirklich niemand mehr Bescheid, was grade der Konsens der Linksliberalen ist, dessen Verletzung Achtung und soziale Prestigeeinbußen kostet.
Ich frage mich nur, wie man so leben kann, wie kann man morgens in den Spiegel blicken? Mir würde diese Welt einfach zu komplex, in der man über so viel bescheid wissen muss.
Aber der Punkt ist ja: es geht darum, zu wissen, wo und wie die Geldströme fließen, real assets verbucht werden, echte politische Organistation stattfindet: da wo viel Kapital ist (und das ist nicht so schwer rauszufinden, grob gesagt: hier in Europa haben wirs gut, die Restwelt soll sich mal nach uns richten und tut das ja auch aus kolonial verfestigter Gewohnheit, die wir nicht aufheben möchten sondern als Siegeszug der "liberalen Demokratie" verbrämen).
Daher also: es ist ganz einfach zu wissen, dass der Brexit schlecht ist, weil er ja die Kapitalströme ausbremst, jeder will doch Brot haben und volle Supermarktregale, da ist ja wohl KLAAAAR… usw usf.
Es gilt, treu zu bleiben gegenüber unseren Machthabern und diese Treue aber als das Produkt der selbstgewählten demokratischen Knechtung erscheinen zu lassen.
Die EU ist undemokratisch? Kein Problem, dann legen wir ihr das sogar als Vorteil aus, denn so kann die CDU immerhin nicht reinfunken. Man misstraut also der CDU und der deutschen demokratischen Politik richtigerweise, zieht aber nicht den Schluss, es dann gleich sein zu lassen mit "Demokratie", sondern hofft auf anonyme Brüsseler Bürokraten. Wie absurd kann es noch werden?
Wenn man - löblicherweise - die Hoffnung in die Kompetenz unserer deutschen Politiker verliert, sollte man danach streben, deren Einfluss zu reduzieren, nicht nur in der EU. Aber auch die EU muss zerschlagen werden, wobei die Zentralherrschaft durchaus ein richtiges Prinzip wäre, wenn sie auf den passenden sozialistischen Grundsätzen fußte.
Man weiß nicht, was man von Corona halten kann. Ist es eine so schlimme Pandemie wie anfgangs gedacht… oder haben die Schwurbler recht mit ihrem Verweis auf natürliche Immunität, die nach Infektion erfolgt?
Nun, zum Glück gibt es China, dem vertraut der Linksliberale seltsamerweise und glaubt, in der dortigen Vorgehensweise die absolute Begründung und den Beweis der Richtigkeit der Coronaphobie zu finden. Man vertraut China mehr als der eigenen Politik, aber nur in "technokratischer" Hinsicht.
Dann muss man naütlrich auch wieder auf undemokratische, diktatorische Strukturen hinweisen und betonen, Chinas Politiker pflanzten ihrer Bevölkerung zuerst einen Volkswillen ein, um ihn danach zu erfüllen und sich als Wahrer der "Massenlinie" zu inszenieren.
Selbiges geschieht freilich in Deutschland in der Pandemie, wo niemand jemals ein derartiges Schutzbedürfnis vor einem kleinen Virus hatte, bevor Medien und Politik diese demokratische Massenlinie vorgaben und die Masse in ihrem Sinne lenkten, damit sie schön Angst vor der Ansteckung habe und nach härteren, undemokratischen Eingriffen regelrecht riefe und lechze.
China betreibt eine Gewaltherrschaft in der Pandemie? Ja, aber das ist überhaupt nicht mit der hiesigen "demokratischen" Coronapolitik zu vergleichen, die Mittel und Zwecke sind GAAAANZ andere, nicht etwa autoritäre wie bei Xi.
Mit der franz. Rev. wurde laut NZP das knechtische Mindset abgeschafft und persönliche Freiheit eingeführt; ihr Podcast beweist das Gegenteil: früher konnte man noch ruhig und abgesichert an seinem Platz stehen und war Teil und Wächter der Gesellschaft, die einem Rang und Namen zuwies. Man hatte sein Auskommen, eine große Erzählung gab dem Leben Sinn, Familie und Umfeld war fest und gegeben. Heute ist man auf den Konkurrenzmarkt geworfen, muss strampeln, um auch nur auf der Stelle zu bleiben und nicht unterzugehen. Daher verfallen viele, die mit der Zeit unsicher und verzweifelt werden, einem knechtischen Mindset, wie im NZP zu beobachten.
(ein weiterer, nicht vorgelesener Text) Die Verwechslung des Biografischen mit dem Politischen. Man glaubt, man dürfe ja über alle Grenzen der politischen Lagerbildung hinwegspringen. Denn persönlich will man ja einfach nur ein besseres Leben und in den Westen auswandern. Ergo degeneriert die Politik, wird zum Spielball der Mächtigen, noch ein bisschen unproduktiven Profit rauszuquetschen. Denn die Haltung des Universalisten gegenüber der Politik besagt ja eben: ich gebe mich zufrieden, du tust mir Genüge. Im Osten gehts gar nicht, damit kann sich ja wohl kein Mensch abfinden, auf diesem einheitlichen Konsens stehen wir ja wohl alle. Es gibt keine mögliche Gesprächsgrundlage mit solchen "Universalisten", die den Westen verteidigen: denn egal welche Schweinerei der Westen noch begeht, seine Klammerung an die alten Gewissheiten, dass wir doch trotz allem die Guten sind, wird dadurch nur erstarken. Je heftiger die Weltenbrände lodern, umso sicherer und gemütlicher schauts daheim bei uns im warmen Westeuropa aus. Seis auch wies sei, am Ende wollen wir alle doch einen Ofen, ein bisschen Wohlstand und eine funktinoierende Gewaltenteilung, die vor Staatswillkür schützt. Wir alle sind letztlich Flüchtlinge, nur auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Wir haben nichts, keine Sicherheit über unser Leben, keine Kontrolle, sind Spielball der Staatsgewalten. Und umso mehr wir im Westen, die wir ein bisschen zu verlieren haben, anders als die Flüchtlinge. Wir halten daher noch eiserner an den Prinzipien der Solidität fest und wehren uns, auch nur einen Moment anzuerkennen, dass wir es im Unterschied zu Russen oder Chinesen gar nicht so gut haben und mit einer durchweg irrationalen, bevölkerungsfeindlichen politischen Führung zu kämpfen haben, die viel dringlicher als irgendwo sonst auf der Welt durch gewalttätige Putschversuche aus den Machtpositionen zu befördern wäre. Wolfgang bezeichnet sich als Marxisten und möchte die Revolution der Arbeiterklasse im Anzug anführen, wie er sagte. Das ist ein löblicher Wunsch, erst ist aber noch einiges an ideologischer Arbeit zu leisten, bevor ich mich von einem solchen "Universalisten" anführen lasse, der Menschenrechte ganz hart und unnachgiebig gegen China verteidigen möchte. Dieser Wunsch nach Verteidigung unserer ideologischen Herrschaftsverbrämungen über unsere Grenzen hinaus sind die propagandistische Vorhut der dann bald folgenden Natotruppen und Raketen. China soll weichgekocht werden und seine Bevölkerung gegen die sozialistische Regierungsform aufgestachelt werden, damit der Westen umso problemloser eindringen und es destabilisieren kann. Das ist die objektive Position solcher imperialistischen Wasserträger oder Karrenschieber, die pro bono arbeiten, da sie verblendete Überzeugungstäter sind, wie etwa auch Zizek in seiner China- und Russlandfeindlichkeit.
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(weil es mich wurmte, gesagt zu haben, »diese Menschen haben kein Recht, herzukommen«, wie ich es in dieser Folge tat)
„Diese Leute (aus Brasilien) haben kein Recht, hierher zu kommen.“
Das sind dann politische Fragen. Und hier wäre es fatal, sich auf den Bourgeois-Weg einzulassen. Nur mehr Leute ins Land holen, denn das braucht unsere Wirtschaft. Ja, mag sein, aber solange alles im festen Gefüge des Bourgeois-Diskurses bleibt, wird der Brasilianer eben ein Recht haben, hierher zu kommen und sich in ebenjenen Branchen zu verdingen, wo sowieso ein niedriges Lohnniveau herrscht, sich aber immer weniger Arbeiter finden lassen und der Bourgeois oder das deutsche Plfegesystem die Löhne weiter drücken will, um hier einzusparen und seine Extraprofite rauszuquetschen aus den zerschundenen Leibern der Pflegearbeiterinnen und Arbeiter.
Natürlich kann er danach auch aufsteigen und mit der Zeit andere Jobs erlangen, natürlich wird biografischen Ausnahmekönnern auch ein Ausnahmeweg in die Spitzenränge der BRD-Kapitalsegregation eingeräumt.
Aber das ist ein grundfalsches System, das nur dazu dient, die Löcher im Arbeitsmarkt zu stopfen und akute Probleme durch Aufdrehen des Migrationshahns zu verschieben. Wenn nicht grundlegend die Logik des Bourgeois herausgefordert und ersetzt wird, schafft die Forderung nach mehr Migration den Boden für weitere Demütigung und materielle Schlechterstellung der schon hier Arbeitenden, auch der migrantischen Kräfte, die ja dann eben auch von hier sind und Anspruch auf eine Politik haben, die auch ihre Interessen vertritt und materiellen Nöte sieht und darauf reagiert. So ist die einkommenstechnische Situation vieler Pflegekräfte, die ohne Ausbildung einwandern, sehr schlecht und müsste von einer revolutionären Regierung oder auhc nur Forderung verbessert werden.
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