Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#137 Macht das mal

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Liebe Leute.

Die heutige Folge ist normal, also eher unterdurchschnittlich einzuordnen anhand der teils furiosen vergangenen Podcastepisoden.

In den nächsten Folgen werden wir den Widerstreit von Kommunismus und Kapitalismus historisch erforschen und auf die Zeitgegebenheiten übertragen. Bei aller hier gebotenen Wissenschaftlichkeit ist mit der vergangenen Episode 136 aber eines sonnenklar geworden, nämlich meine Berufung zum Literaten. Auch wenn ich immer wieder essayistisch eingreifen will in die theoretischen Klassenkämpfe der Zeit, so bleibt meine Hauptaufgabe doch die reine sinnliche Spekulation, die Herstellung von schönem literarischem Material, frei zurechtgesponnenen »Geschichten« im wahrsten Wortsinne.

Welche Bedeutung diese Art der Literatur für die Wahrheitsfindung und die Erkennbarmachung des Wirklichen dient, muss die Philosophie entscheiden. Für mich ist sie dennoch aus rein intuitiven, charakterlichen Gründen als Absolutes zu setzen, als unverrückbarer Maßstab des menschlichen Reichtums an Talent, Esprit, Geisteskraft.

Damit möchte ich nicht abermals mich selbst loben, sondern die Bewunderung für Vorbilder ausdrücken, die auf diesem Gebiet vor allem Michel Houellebecq sowie der bereits verstorbene Chilene Roberto Bolaño sind.

Denn ohne die Vorarbeit dieser auch wiederum auf Jahrhunderte an menschlicher Denk- und Geistesarbeit stehender Denker und Schriftsteller hätte ja auch ich meine Talente und Anlagen nicht auf das heutige (immer noch sprunghaft-chaotische, dennoch teils sprühend lustvolle) Niveau entwickelt.

Da ich mich also dem Künstlertum annähere, werden die nächsten Folgen auch teils verworren und dünkelhaft für die ein oder andere ungeübte Hörerin. Zur Übung und Klärung eurer Bewusstseine empfehle ich euch die dialektische Schreib-, Lese-, oder Denkarbeit unter allen Umständen.

Somit bleibt mir nur, euch, den Volksmassen und Parteikadern, welche ihr die wirkliche Revolution jenseits der reinen Literatur zu exekutieren berufen sein werdet, Mut zuzusprechen und gutes Gelingen zu wünschen. Seid selbstbewusst, vertraut auf eure Talente und euer Recht, euch als Arbeiter den euch zustehenden Platz als Führungsmacht im Staate zu erkämpfen.

Denn der Marxismus und seine Weiterentwicklung durch intellektuelle und politische Genies wie Lenin und Mao ist ein Weinberg, der jedem offensteht, welcher ein genuines Erkenntnisinteresse mitbringt. Der heute angewandte revolutionäre Marxismus in Schrift und Tat hilft uns täglich besser, die Weltvorkommnisse zu verstehen und zu durchdringen. Für den stillen Esoteriker, der die Abgeschiedenheit seines Kämmerchen, worin er die stetige Geistesarbeit verrichtet, gleichsam als Notdurft des ausgezehrten, besinnungslosen Proletariers, regelrecht genießt, stellt der Akt des Schreibens oder Sprechens im Podcast ja schon die eigentliche Aktion dar, die keiner weiteren Erklärung bedarf.

Mit diesen Worten paraphrasiere ich einmal mehr das Einführungswerk in den Kommunismus meines proletarischen Lehrvaters Marlon Grohn und einen Abschnitt aus dem ersten Teil über Eso- und Exoterik, den ich in Folge #66 vorlas. Diese Folge zu hören könnte euch helfen, euch auf die kommenden Episoden vorzubereiten, wo wir in den frühen 140ern das ein oder andere Mal ausführlich aus diesem Buch »Kommunismus für Erwachsene« lernen werden.

Ans Ende setze ich einen erst kürzlich verfassten Text, der nochmals die Kontinuität zu #136 und meinem experimentellen, gesellschaftsfiktionalen Werk »Konsum und Liebe«, das sich noch im Rohbauzustand befindet, herstellt, weil er sich um das Klima- und Umsturzthema dreht. Wie können wir bloß die Herrschaft erringen unter diesen verworrenen gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen?

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Hier nun die Texte, die für heute relevant waren.

(Nicht gelesen, teils nächstes Mal)

Zwang/Beherrschung/Herrschaft

Man will herrschen.

Aber der Herrscher soll keinem wehtun. So bleibt es bei den alten Herren. Deren Wehe-Tun spüren wir nimmer, sind gewöhnt, als Hund zu leben.

Wer im Imperialismus aufsteigt, der hat ein mitleidiges Lächeln für die am Boden Liegenden übrig – deren Beschützer und Vorkämpfer Stalin war.

Wo Stalin nun ein Schurke sein soll, da bleiben diese am Boden liegen.

Wer strahlt uns als Stern, als Vorbild?

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UdSSR: kein Schandfleck, kein Nachteil, keine Beschmutzung sondern Weiterentwicklung und Stärkung von Marx Theorie sind Lenins Taten. Der materielle Abguss der Ideen zählt mehr als ihr Druck im Buch schwarz auf weiß.

Jetzt müssen wir uns ja nur noch ein Beispiel nehmen an diesen historischen Vorbildern, was viel einfacher ist als die unklare, hoffnungslose Situation, in der Marx und Engels schrieben.

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Gelesen:

Laden wir die Bürger des Westens ein, ihren zynischen Machthabern den Rücken zuzukehren! Sie dürfen kommen zu uns, aber das Kapital, die Waren sind tabu, für die sperren wir alle Grenzen! Aber jeder, der willens ist, ein bisschen zu arbeiten und seine Talente einzubringen, kann hier seinen Platz finden und wird von uns eingearbeitet und wertgeschätzt. Wir haben viel Platz, weite Steppen, große Wüsten, Regenwälder, Tundra und Schmundra, Savanne und Gebirge… uns mangelts an nichts außer an Freiheit vor den brutalen Ausplünderungsmethoden des Bösen Westens. Wir müssen jetzt selbstbewusst sein und dem Westen sagen, was wir von ihm halten: ihr seid strunzdumme, einem gewaltsamen Regime hörige Bürger. Solange ihr euch nicht lossagt von eurer bisherigen Art zu wirtschaften, gibt es für euch, eure Familien und Völker keinen Weg zurück zur Zusammenarbeit und friedlichen Koexistenz mit uns, den demütigen, armen, aber hoffnungsvollen Südgebieten, die von den beiden Ostriesen, China und Russland, sanft geführt und geleitet werden in eine würdevolle Zukunft des brüder- und schwesterlichen Zusammenlebens und Händereichens zwischen den Völkern und Nationen.

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Nicht wahr, wir sind doch ein bisschen auch wie ihr? So fragen die Argentinier, Brasilianer, Inder. Wir haben hier die freie Meinungsordnung und legitime Volkswahl alle vier Jahre. Wir sind nicht wie das üble China, nein. Wir stehen auf der Seite des Weißen Westens. Und warum bekommen wir dann keinen Aufschwung hin? Nun, es wird daran liegen, dass wir noch nicht faschistisch genug waren. Die Deutschen, die habens einmal durchgezogen und profitieren noch heute von den Früchten des frischen Faschismus, der zwar ein bisschen autoritär und gewaltttätig ist, aber so ist dann wohl die Welt, so muss man spielen. Also, auf gehts, wählen wir Bolsonaro! Wir müssen noch westlicher werden.

(Nicht gelesen)

Die "liberalen Werte" sind die schlauere, konsequentere Fortführung von Hitlers Rassenideolgoie. Nicht in den Genen liegt die Überlegenheit, sondern in den Gesetzen, in den Staatsformen, in den Rechten, die vom Staat SEINEN Bürgern zugestanden werden. Da fühlen sich W und S von gepampert. Sie halten sich die Augen zu, was dieser Staat alles direkt oder indirekt durch Rückkoppelungen, Nachahmungen oder ideologische Lähmungen im Äußeren anrichtet und wiederholen ihr Mantra: aber wenigstens hier in den engen Grenzen Deutschlands sind wir ja noch nicht aufs ganz untereste Zivilisationsniveau zurückgefallen, hier führen wir keinen Krieg mehr seit 70 Jahren, wir motivieren halt nur die Ukrainer, statten die Syrer und Afghanen aus, verschieben die Figuren auf dem Geoschachbrett so, dass am Ende im Irak, Lybien oder Iran die Köpfe rollen. Das hat doch nichts mit uns zu tun! Das ist ja woanders! Ihre Andersartigkeit ist genau ihr Problem! Wären die Iraner doch nur näher an diesem liberalen Modell…

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Dialektik

Was verbinde ich mit dem Begriff? Zwei Pole. Den Austausch und Einklang zwischen ihnen. Auch das Widerstreben, Sich-Ablehnen und Abstoßen. Das Ringen. Das Kämpfen. Zwei diametral aufeinander abgestimmte Konzepte, dem gleichen oder verwandten ideologischen Feld entlehnt.

Das Utopische im Denken von Marx verwirklicht in den Gesetzen der UdSSR. Auch wenn sich hier Ernüchterung bereit machen kann, warum nicht auch liberale Kunst zulassen, statt den Sozialistischen Realismus zu predigen wie 1930, das kulturpolitische Pendant zum gesundheitspolitischen Führungsanspruch, der Wahnidee, die eigenen Individuen sollten um jeden Preis gesünder sein (oder sicherer vor „gefährlichen“ Krankheiten wie Corona, so der heutige chinesische Staat), und das solle die Überlegenheit des Sozialismus als Gesellschaftssystem beweisen. Diese Beweisführung ist ja bereits ein Abgleiten in den Liberalismus und gibt seinen Prinzipien vollumfänglich nach, demzufolge ist man als sozialistischer Staat durch diesen Akt sowieso schon innerlich besiegt, was es genau genommen überflüssig macht, noch den Kampf, Vergleich, die ideologische Konfrontation mit der Gegenseite jenseits der Berliner (oder Chinesischen) Mauer zu suchen.

Denn das theoretische Konstrukt des Rechts auf Gesundheit und der Pflicht, die Gesundheit der Mitmenschen gleichsam zu schützen und zu schonen, das ist ja schon das allerverbrämteste liberale Ideal schlechthin.

(Vgl. Pfaller Scham: Heute hat sich in der Gesundheitspolitik die Trendwende vollzogen, die Bürger schulden dem Staat ihre Gesundheit, Misstrauen macht sich breit, ob jemand, der zu lasterhaft Zigaretten genießt oder auch Extremsport macht dadurch nicht seine asoziale Ader zeigt und die anderen in Mithaftung nimmt)

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(Gelesen ab hier wieder, Anfangsteil wird nächste Folge aufgegriffen)

Dem Menschen fällt nichts mehr ein, wozu er noch leben soll. (Er wird vom liberalen Staat dazu ermuntert, doch alles von sich wegzustoßen und sich von jedermann belästigt zu fühlen, der im öffentlichen Raum etwa noch etwas Eigenes, Unvorhersehbares, Aneckendes zurschaustellt. Der Staat ist dazu da, die inexistenten Freiheits- und Belästigungsfreiheit oder Haftfreiheit für die Handlungen anderer den Individuen zuerst einzupflanzen um sich dann als der Rächer der „Vernünftigen“ zu gerieren.)

JUVENAL Zitat: „Um des Lebens willen die Gründe des Lebens verlieren.“

Und was auch, im herrschenden Liberalismus, man muss arbeiten, man darf konsumieren aber ein schaler Geschmack bleibt, wozu das Ganze? Der liberale Staat kann seinem jungen Schützling, der ihn mit Fragen philosophischer Natur bedrängt, keine Antworten geben (der Verweis auf die Nazis ist der Behelf dieses geistigen Elends: die waren schlechte Menschen, daher müssen wir jetzt besser sein und das geht nur in genau diesem Staat. Das ist genauso antidialektische gedacht wie wenn man die Nazis affirmierend betrachten würde. Letztlich ist der vorgebliche Antifaschismus hier im liberalen Staate immer nur eine vorübergehende Ablehnung des Faschismus, die nur für die Zwecke der eigenen ideologischen Agitation ausgeschlachtet wird). Da ist der sozialistische Staat schon mal besser und verweist den jungen Fragenden auf Marx und Engels, wo er erstmal eine Weile lesen und dann mit neuen Fragen zurückkommen kann. Das ist richtige Dialektik.

Also, worauf verfällt der postmoderne Mensch dieser poststrukturalistischen, losgelösten Zeiten: auf den Tod. Der ist ja wohl der absolute Wert, da er schlimm ist. Politisch denken mag er erst wieder, wenn jener im Spiel ist und davon die Rede ist, dass unzählige Menschen auf brutale Weise sterben mussten. So liest und hört er die Horrorbeschreibungen der bürgerlichen Historiker über die Zustände im Gulag. Hier setzt das politische Denken ein. Was zu tun wäre, unsere heutige Lebenssituation zu bessern und uns einfach einen passenderen politisch-organisatorischen Rahmen zu geben, welcher die Entwicklung und Bedürfnisse einer Masse der Menschen deutlich mehr zu stimulieren und zu befriedigen vermag als der heutige bürgerliche Staat, die potemkinsche Fassade des hässlichen Kapitals, welches weltweit Kriege führt und ganze Völker ausbeutet, unterjocht, ihre Gesundheit vergiftet und ruiniert qua rücksichtsloser Arbeitsvorgaben und den etlichen sonstigen recht weitläufig bekannten Schweinereien, die vom anonymen Kapital-Gesetz hervorgerufen werden, diese Frage also, was heute zu tun wäre, die darf nicht gestellt werden.

Denn noch geht es uns ja noch nicht so schlecht, dass wir vom Tod bedroht werden. Sicherlich, die Zwänge und Verstrickungen der Ökonomie sind bedauerlich und es ist tragisch, wenn am anderen Ende der Kette jemand in Afrika, Asien oder Osteuropa stirbt, weil er unsere Produkte produziert oder er von einem imperialistischen Konzern in den Ruin und die Besitzlosigkeit getrieben wird etwa als enteigneter Bauer. Aber das alles tastet uns letztlich nicht an. Nur der (eigene!) Tod vermag uns noch zu rühren. Daher wird also die vermeintlich so reichhaltig vorhandene Corona-Solidarität gelobt. Dieser Lob- und Tadeldiskurs ist das Herrschaftsinstrument der regierenden Klasse. Sie muss auf den Tod verweisen, um überhaupt gehört zu werden, da eigentlich jeder weiß, dass sie längst nicht mehr die Strippen in der Hand hält und also keine herrschende Klasse ist, sondern eine die Sachzwänge und sich aus dem anonymen Dollargesetz ergebenden Folgerungen zu mildern, kleine Anpassungen und Korrekturen vorzunehmen, damit im Großen die Herrschaft des Gesetzes unangetastet bleibt – des anonymen Dollarsymbols oder Kapitalgesetzes versteht sich, dessen juristische Übersetzung und Transkription in schärfere, weniger psychologischere Termini die Aufgabe des bürgerlichen Gesetzbuches und Grundgesetzes ist.

Das Problem des liberalen Denkens ist kurz gesagt mangelnde Dialektik. In Wahrheit vermag uns nämlich der fremde Tod in Afrika sehr wohl zu rühren. Natürlich ist der Mensch immer erst eingebettet in soziale Zusammenhänge das vollständig konstituierte und sich verständlich machende – sprechende – Wesen, das ihn ausmacht. Wer nicht wahrgenommen wird, ist letztlich nichts.

Erst im Zusammenspiel mit anderen Menschen kommt er zu sich. Das Individuum ist nur denkbar als Netz an einzelnen Punkten, den Individuen, die aber für sich allein gesehen absolut keinen Sinn hätten – und genau daher ist das Leben in den heutigen liberalen Gesellschaften so sinnlos, was jeder fühlt und bestätigt, aber komischerweise keiner ändern will (ein Geheimnis kann ich hier verraten: der ehrliche Wunsch, diesen Zustand der Ohnmacht und Knechtung zu überwinden, ist selbst eigentlich schon die kleine Revolution und ermächtigt einen zur Bildung, Dialektik des Geistes und vor allem zur Frählichkeit, da man erkennt, am Ende wird alles seine Richtigkeit haben, und selbst wenn nicht, wenn die Synthese ausbleibt, es ist nun mal schon jetzt ein besserer Zustand, Neues zu erschaffen und neue Gedanken als Antithesen der herrschenden Realität entgegenzusetzen, als in stummer Affirmation und ironischer Akzeptanz, die sich als Distanz verkleidet, zu verharren und zu versumpfen).

Also, wir sind nur als Bestandteile des Netzes auch vollkonstituierte Einzelteile. Jede Meinung, die wir pflegen, ist Reflex der Meinungen der Anderen und unserer subjektiven Vorlieben, Grolle, Missverständnisse, Liebesgefühle etc., die sich bei der Begegnung mit einzelnen anderen Individuen herausbilden. Diese anderen Individuen sind die Punkte, die uns am nächsten sind und die für uns „die Gesellschaft“ darstellen, auch wenn wir wissen, dass sie in Wahrheit sehr viel größer ist.

Aber wir extrapolieren, müssen uns dabei aber auf die vorliegenden Eindrücke aus der Nähe verlassen. Die physische Begegnung ist selbstredend nicht durchs Internet zu ersetzen, gottlob.

Wir sehen uns also nur durch die Augen der Anderen.

Es wird aber als liberales Naturgesetz des menschlichen Verhaltens behauptet, dass jeder zuerst nach sich schaue und für sich materiell sorgen wolle.

Somit wird der Andere zum Konkurrent und Feind.

Hier schlägt die Dialektik fehl. Es geht nur noch um Freund oder Feind, Sieg oder Niederlage, oben und unten. Die marx’sche Klasseneinteilung, der Antagonismus, der sich in der Herrschaft der Bourgeoisieklasse ausdrückt und in den ökonomischen Produktivkräften seine Wurzel hat (wie wir produzieren, determiniert, wie wir Produkte austauschen, handeln, konsumieren, arbeiten, es geht um die Bedürfnisse einer möglichst effizient genutzten Industrie, worin das Kapital sich hineingibt, um Profite zu erzielen), wird in dieser Mainstream-Sichtweise also bereits implizit bestätigt und akzeptiert. Es geht nur mit Dialektik, mit zwei Polen. Nur leider essentialisiert das liberale Denken die Pole: ich, der Einzelne, der souveräne Theorie- und Praxishengst (in Wahrheit kann man vielleicht nur in einem davon brillant sein) werde doch immerhin die Chance haben, zum Pol A, dem Pol der Gewinner aufzusteigen. Solange die minimale Chance besteht, für jeden in unserer Gesellschaft, aufzusteigen, dann ist bereits alles in Ordnung, die Gesellschaft vollentwickelt.

Die heutigen gehemmten, geschädigten Individuen müssten vom sozialistischen Staat aber erst einmal in die Lage versetzt werden, sich ihrer Wünsche, Träume, Bedürfnisse und Fähigkeiten klar zu werden und sie zu realisieren. (vgl. Stelle weiter oben: „Glück ist nicht erstrebbar“, was tatsächlich mein größtes aktuelles Problem darstellt. Obwohl ich weiß…, will ich doch nicht oder will die Ahnung dessen, was möglich oder schon kurz real war, wieder verblassen lassen und bediene mich geschickter Alltagsmittel, die ein Nivellieren des zuvor Herausragenden verursachen)

Wo der Einzelne nicht weiß, wozu er lebt, da hilftes auch nichts, wenn er aufsteigen und mehr Kapital anhäufen kann.

Wozu denn? Natürlich: um vor Tod und Unbill, Verelendung sicher zu sein. Wir Kommunisten streben aufgrund dieses uns allen zu Teil werdenenden unguten Grundgefühls der Epoche, der Angst vor der Verelendung, die neue Gesellschaft an, in der durch umgewälzte ökonomische Verhältnisse die Masse der Menschen solche Sorgen nicht mehr haben muss und der Staat für alle da ist, ihnen einen Platz im Produktionsprozess zuweist und garantiert, sie färdert und erzieht, maßregelt und lobt. Die Umwälzung ist dabei das Entscheidende. Ob und wie genau die Herrschaft des Proletariats dann besser ist, werden wir sehen. Die ehemaligen Proletarier werden einige Zeit brauchen, sich in den Chefsesseln einzureichten bzw. die Bürowände einzureißen und die große kollektive Struktur zu erschaffen, die vorerst aber weiter autoritär und hierarchisch sein wird, an der aber trotzdem jeder eingeladen ist, teilzuhaben und gehört wird, sofern er sich elementaren ideologischen Ausbildungen und Lektüren offen zeigt.

Das ist entscheidend: ein Buch lesen und darüber diskutieren, keine Angst vor dem Dissens haben.

Es geht also um Bewegung, das Buch vor der Nase, Dialektik zwischen Augen und Buchstaben. Oder die Emporschwingung des Proletariats zur herrschenden Klasse. Da ist erstmal nichts grundlegend besser, nur anders. Aber dadurch dass es anders ist, wird es schon besser. Mehr sagt und Marx (oder Hegel) auch gar nicht.

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Es geht nicht um einzelterroristische Straftaten innerhalb der BRD-Ordnung, sondern darum, den revolutionären Moment herbeizuführen, in dem wir die Legitimität der bürgerlichen Rechtsordnung für unsere Unterstützerklasse im Lande sichtbar pulverisiert und mithin die Begriffshoheit errungen haben über die täglich landesweit gesendeten Inhalte, Weltsichten, denn in diesem Moment werden wir über die Macht verfügen, zu definieren, was legal ist und was nicht und diejenigen, welche die sozialistische Revolution erbittert bekämpfen ebenso kompromisslos bekämpfen. Dabei wird es nach etablierter Herrschaft der kommunistischen Kräfte und dem eventuell bedauerlicherweise vorhergehenden Bürgerkrieg, der Extremmaßnahmen wie Standgerichte nötig macht, selbstverständlich weiterhin Gewaltenteilung geben wie im bürgerlichen System, sowie spezielle Abteilungen, Gerichte, angeschlossene Funktionen, die den Ablauf der täglichen Rechtssprechung regeln. Die Richter werden nach sozialistischen Kriterien bestimmt und ihre Eignung überprüft. Wie in allen Industrie- und Handelszweigen auch, werden wir hier einige aussortieren müssen und anderen bolschewistischen Arbeitseinrichtungen zuführen, da sie stramme Antikommunisten sind und so erzogen wurden. Diese Leute können wir nicht umerziehen, wir können erst bei ihren Kindern ansetzen und die in der Schulzeit richtig sozialistisch erziehen. Daher brauchen wir Einwanderung aus China und anderen verbündeten sozialistischen Staaten. Die Menschen von dort sind ideologisch unbelasteter, haben mit dem Sozialismus zumindest auf Begriffsebene schon etwas positiv Konnotiertes von daheim in Erinnerung.

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Mittlerweile hörte ich die neueste Ausgabe des Alias Fernsehpodcasts von Stefan Schulz und wurde mir erneut über seine grundfalsche, degenerierte Weltauffassung klar. Er fläzt sich vor den Fernseher und applaudiert der jungen, definitiv mutigen Klimarebellin Carla Hinrich, die bei Anne Will den Justizminister Buschmann mit der Untätigkeit der Regierung konfrontierte und ihm Rechtsbruch und Verstoß gegen verfassungsrechtlich verankerte Klimavorgaben vorwarf. Ich möchte klar ausdrücken, dass auch wenn ich die Klimarebellen für zu asketisch und lustfeindlich in ihrer Herangehensweise halte, ihr Protest ja doch etwas Progressives, Bewundernswertes darstellt, auch in meinen Augen. Nur die Haltung solcher begeisterter Podcaster vom Seitenrand enerviert mich massiv. Aber damit meine ich auch keinesfalls nur Stefan, sondern die gesamte woke Generation derer, die die Klimarettung zur obersten Priorität ihres Daseins und der gesamten Menschheit erkoren haben, diese Haltung ist absoluter Mainstream in der aufgeklärten linken Blase.

Stefans Attitüde in der Episode war die des Aus-dem-Häuschen-seins, so begeistert war er von der Demaskierung der Regierung durch Hinrichs in der Sendung. Die Regierung bricht das Recht, gefährdet unser aller Überleben, verfolgt werden aber harmlose Straßenblockierer. Anne Will hat auch keine bessere Idee als Carla Hinrichs und so sind die Blockierer weiter im Recht, da ja jeder die enorme Gefahr der Klimaprozesse anerkennt sowie die unzureichende Tätigkeit der Regierungen auf dem Gebiet der Klimavorsorge.

Ja, insofern wurde für die woke Blase das Versagen der Regierung sauber aufgedeckt. Aber zu was führt das, war das nicht eh schon bekannt? Das einzig Beachtliche der Sendung war vielmehr der bedingungslose Kotau, den Hinrichs vor dem bürgerlichen Staat zelebrierte, indem sie betonte, wie froh sie sei, in einem derartigen Rechtsstaat zu leben, sodass man sicher protestieren könne.

Irgendwie gibt es eine Art metaphysischen Glauben, der die BRD zusammenhält. Egal was passiert, wir sind doch die freien, gesunden, empathischen Menschen hierzulande und haben das richtige politische System, da ist gar kein Zweifel dran erlaubt, nicht mal eine Sekunde lang. Und wenn was schiefläuft, dann liegt es nicht am System selbst, sondern an der Unfähigkeit seiner Verwalter wie Buschmann eben. So kann man ganz aufgeregt vor dem Fernseher sitzen und sich kopfschüttelnd fragen, wann diese altbackenen reaktionären Herren von CSU und FDP denn endlich erkennen werden, dass sie auf dem falschen Dampfer sind?

Aber eigentlich sind es nicht sie, sondern Stefan, der etwas erkennen müsste: dass nämlich die Hoffnung auf Aufklärung bei Buschmann und Co. vergeblich ist, dass sie nur Marionetten des sie beherrschenden politischen Systems sind, das wiederum von einer Handvoll Banker und Oligarchen kontrolliert wird, wie schon Stalin richtig über die bürgerlichen Demokratien des Vorjahrhunderts in Amerika und Westeuropa feststellte.

ZITAT: http://www.kpd-ml.org/doc/partei/stalin-band10.pdf

Aus J.W. Stalins »Werken«, Band 10, Dietz Verlag Berlin 1953, Marx-Engels-Lenin-Stalin-Institut beim Zentralkomittee der SED, S. 88, aus dem Kapitel »Unterrredung mit der ersten amerikanischen Arbeiterdelegation«, vom 9. September 1927

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Zweite Frage. Kann man sagen, dass die Kommunistische Partei die Regierung kontrolliert?

Antwort.

Alles hängt davon ab, was man unter Kontrolle versteht. In den kapitalistischen Ländern hat man von Kontrolle eine etwas eigenartige Auffassung. Ich weiß, dass eine ganze Reihe von kapitalistischen Regierungen trotz des Bestehens von „demokratischen“ Parlamenten durch die Großbanken kontrolliert werden. Die Parlamente versichern, dass sie es sind, die die Regierungen kontrollieren. In Wirklichkeit aber ist es so, dass die großen Finanzkonsortien die Zusammensetzung der Regierungen im Voraus bestimmen und ihre Handlungen kontrollieren. Wer wüsste nicht, dass in keiner einzigen kapitalistischen „Großmacht“ ein Kabinett gegen den Willen der großen Finanzmagnaten gebildet werden kann: sie brauchen nur einen finanziellen Druck auszuüben - und die Minister purzeln von ihren Sesseln wie die Puppen. Das ist die wirkliche Kontrolle, die Kontrolle der Banken über die Regierungen im Gegensatz zu der vermeintlichen Kontrolle durch die Parlamente.

Wenn von einer solchen Kontrolle die Rede ist, so muss ich erklären, dass eine Kontrolle der Regierung durch die Geldsäcke bei uns undenkbar und ganz ausgeschlossen ist, schon allein deswegen, weil die Banken bei uns seit langem nationalisiert, die Geldsäcke aber aus der UdSSR hinausgeworfen worden sind.

Vielleicht wollte die Delegation nicht nach der Kontrolle, sondern nach der Leitung der Regierung durch die Partei fragen? Wenn die Delegation danach fragen wollte, so antworte ich darauf: Ja, die Partei leitet bei uns die Regierung. Diese Leitung ist aber deswegen möglich, weil die Partei bei uns das Vertrauen der Mehrheit der Arbeiter und der Werktätigen überhaupt genießt und deshalb das Recht hat, die Organe der Regierung im Namen dieser Mehrheit zu leiten.

Worin kommt die Leitung der Regierung durch die Arbeiterpartei der UdSSR, durch die Kommunistische Partei der UdSSR, zum Ausdruck?

Vor allem darin, dass die Kommunistische Partei bestrebt ist, mittels der Sowjets und der Sowjetkongresse die wichtigsten Posten der Staatsarbeit in unserem Lande mit ihren Kandidaten, mit ihren besten, der Sache des Proletariats ergebenen Funktionären zu besetzen, die bereit sind, dem Proletariat mit Leib und Seele zu dienen. Und das gelingt ihr in den allermeisten Fällen, weil die Arbeiter und Bauern Vertrauen zur Partei haben. Es ist kein Zufall, dass die Organe der Staatsmacht bei uns von Kommunisten geleitet werden, dass sie, die Leiter dieser Organe, gewaltige Autorität im Lande besitzen.

Zweitens darin, dass die Partei die Arbeit der Verwaltungsorgane, die Arbeit der Organe der Staatsmacht prüft, Fehler und Mängel, ohne die es nicht abgeht, abstellt, ihnen hilft, die Beschlüsse der Regierung durchzuführen, und sich bemüht, ihnen die Unterstützung der Massen zu sichern, wobei von ihnen kein einziger wichtiger Beschluss ohne entsprechende Weisungen der Partei gefasst wird.

Drittens darin, dass bei der Ausarbeitung des Arbeitsplans dieser oder jener Organe der Staatsmacht, sei es auf dem Gebiet der Industrie und der Landwirtschaft, oder sei es auf dem Gebiet des Handels und des kulturellen Aufbaus, die Partei allgemeine Richtlinien gibt, die den Charakter und die Richtung der Arbeit dieser Organe während der Geltungsdauer der Pläne bestimmen.

Die bürgerliche Presse bringt gewöhnlich ihre „Verwunderung“ über eine solche „Einmischung“ der Partei in die Staatsgeschäfte zum Ausdruck. Aber diese „Verwunderung“ ist durch und durch geheuchelt. Es ist bekannt, dass in den kapitalistischen Ländern die bürgerlichen Parteien sich genauso in die Staatsgeschäfte „einmischen“ und die Regierungen leiten, wobei dort die Leitung in den Händen eines engen Kreises von Personen konzentriert ist, die auf die eine oder die andere Weise mit den Großbanken verbunden sind und sich infolgedessen bemühen, ihre Rolle vor der Bevölkerung zu verheimlichen.

Wer wüsste nicht, dass in jeder bürgerlichen Partei in England oder in anderen kapitalistischen Ländern ein Geheimkabinett aus einem engen Kreis von Personen besteht, die die Führung in ihren Händen konzentrieren? Denken Sie nur an die bekannte Rede Lloyd Georges über das „Schatten“kabinett der liberalen Partei. Der Unterschied zwischen dem Lande der Sowjets und den kapitalistischen Ländern besteht in dieser Hinsicht darin,

dass in den Ländern des Kapitalismus die bürgerlichen Parteien den Staat leiten im Interesse der Bourgeoisie und gegen das Proletariat, während die Kommunistische Partei in der UdSSR den Staat leitet im Interesse des Proletariats und gegen die Bourgeoisie; b) dass die bürgerlichen Parteien ihre führende Rolle vor dem Volke verheimlichen und zu verdächtigen Geheimkabinetten Zuflucht nehmen, während die Kommunistische Partei in der UdSSR keinerlei Geheimkabinette braucht, die Politik und die Praxis der Geheimkabinette brandmarkt und vor dem ganzen Lande offen erklärt, dass sie die Verantwortung für die Leitung des Staates auf sich nimmt.

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(ZITAT ENDE)

Die ökonomische Macht ist absolut und erlaubt keine Abweichungen von der einzigen Linie, die von allen legalen Parteien der BRD durchgesetzt wird, der bedingungslosen Kapitalherrschaft. So kommt Stefan vom Osten in den Westen mit der festen Überzeugung, die DDR sei auf jeden Fall das ganz falsche System gewesen und hier sei es richtig, wenn auch nicht perfekt. Und ja, hier gibt es mehr Konsumgüter, keine Frage, in diesem Sinne ist der Westen überlegen. Nur kommt mit dieser kapitalistischen Produktionsweise auch die Einschränkung, dass man dann an Politiker nicht mehr die Forderung stellen kann, sie sollten irgendwas anderes regeln als den Erhalt der abgesicherten Akkumulation.

Man sitzt behaglich vor der Anne-Will-Sendung, macht sich über die ach so dummen bürgerlichen Politiker lustig, fragt sich, wie weit die es denn noch treiben könnten. Aber genau diese vorgebliche Ungläubigkeit, dieses Stutzen von Stefan anhand des medialen Theaterspiels ist seine Form der Kollaboration. Damit bestätigt er, dass er genau wie Hinrichs die bürgerlichen Prinzipien beim Nennwert nimmt und das Loblied auf unsere heiligen liberalen Grundrechte hierzulande mit anstimmt.

Hinter der fröhlichen Resignation Stefans über die Abgekoppeltheit (»outer space«) der Politiker verbirgt sich die heimliche Lust, alles möge so weiter gehen und beim Alten bleiben.

Denn wirkliches Überspringen der Grenzen unserer liberalen Gewissheiten bedeutete das Infragestellen auch der angenehmen materiellen Erleichterungen, die der Westen zur Ruhigstellung seiner malträtierten Lohnarbeitstiere ermöglicht. Auf diese Weise werden die dehumanisierten Arbeiter nicht aufmüpfig und bleiben im engen Kreis der von den Mächtigen als vernünftig deklarierten Ideen und Sichtweisen auf die Historie.

Es hilft nichts, wenn man es ernst meint mit dem Umsturz, dann muss man auch bereit sein, Kopfinhalte durch Köpfung auszutauschen wie einst Robespierre und eben nicht mehr an den Weg des Argumentierens glauben. Weder Buschmann, Lindner, noch die reaktionären Volksmassen werden wir so gewinnen, sondern diese Art Demokratentum ist ein von vornerein als Pleiteprojekt erkennbares Unterfangen, das ersichtlich nur dazu dient, eine winzige Portion Widerstand zu signalisieren und so dem System freie Fahrt zu geben, da ja jeder protestieren kann und alles seine Richtigkeit habe, wenn man nur ausdrücken kann, dass man nicht mit dem Lauf der Dinge und dem Handeln der Regierung einverstanden ist.

So also das Problem, das ich den Rebellen der »Letzten Generation« ganz unumwunden darlegen muss: ihr selbst seid Teil der Stabilisierung der bestehenden Machtordnung in der BRD, die auf ersichtliche Zeit dafür sorgt, dass unter anderem beim Klima nichts Produktives passiert (auch wenn dieses Themenfeld in meinem Weltbegriff eine nachgeordnete Rolle spielt, erkenne ich doch auch die grundsätzliche Bedeutsamkeit an).

Es ist normal, träge zu sein und an altbackenen, von den Vorfahren übernommenen Verfahrensweisen festzuhalten, daher spreche ich euch nicht schuldig sondern lade euch herzlich ein, mitzuwirken am Kommunismus und euch auf den Weg der Bildung zu machen, marxistische Lektüren zu absolvieren und euch vorzubereiten für den revolutionären Moment, in dem wir entschlossene, begrifflich-historisch aufgeklärte, selbstsichere Revolutionäre brauchen werden, auch wenn dies sicher niemals annähernd 50% des Volks sein werden und auch nicht müssen.

So bin ich also im Vergleich zu Stefan und den Klimarebellen eigentlich eher auf einem beschwichtigenden, bremsenden Pfad: ja, es ist schade, dass wir nicht jetzt sofort zur revolutionären Situation übergehen können. Aber die propagandistischen Kampfapparate des Liberalismus sind noch zu stark, die Masse der Arbeiter ist zu resigniert und begriffsstutzig, als dass in näherer Zukunft an den Umsturz zu denken wäre. Genau deshalb müssen wir jetzt ja anfangen mit der Bildungsarbeit. Wenn wir nur ein paar Tausend junge, motivierte Leute dazu bringen, sich über die nächsten Jahre in kommunistischen Bünden, Lernkreisen oder Ferienlagern zu organisieren, freundschaftliche und kämpferische Bande zu festigen, dann werden wir vielleicht schon in 5 Jahren eine ganz andere Ausgangslage haben als heute und viel selbstbewusster, drohender, einschüchternder auf die herrschende Klasse und ihre Hampelmänner in den Talkshows zugehen können, sodass denen wirklich die Knie weich werden. Dann werden wir ein immer größeres Momentum im Lande erzeugen und durch unerbittliche Agitationsarbeit in den Familien, Betrieben, Universitäten usw. die Stimmung zum Kippen bringen, sodass am Tag der Zerschlagung der heute bestehenden verfassungsmäßigen BRD-Ordnung eine breite Zustimmung im Lande diese revolutionäre Situation willkommen heißen wird.

Das ist ein sehr schwieriger Weg, aber er lohnt sich zu gehen und ich bitte euch einfach nur, darüber nachzudenken. Es gibt im Moment nichts anderes zu tun, als nachzudenken und zu lesen. Auch wenn ich grundsätzlich das enorme Potential solcher Aktionen wie der Straßenkleber sehe oder der Streiks von FFF, ist im Moment doch diese esoterische Bildungsarbeit am dringlichsten.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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