Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#143 Wer hat Angst vorm Wolf?

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»Sometimes I wonder why we all can't get along. Is it just me or is there something wrong?« -> There is definitely something wrong with the world.

Ich bin »on a roll«. Warum? Ich weiß es nicht. Doch eins weiß ich ganz klar. Folge 147, oder sagen wir besser, die Folge, die auf die Folge 146 folgen wird, wird eine unerhörte, gloriose, maßstäbesetzende Folge sein. Diese Folge wird die erste auf Englisch sein. Und während ich endlich in die sprachliche Latitude vordringe, wo mich die ganze Welt verstehen kann, werde ich austeilen und brutal Strecke machen auf meinem Feldzug gegen die NATO-Knechte und jeglichen hirnlosen Mitbürger, der das Schreckensregime der Bundesrepublik Deutschland und deren historische Selbstgewissheiten unterstützt. Ich empfehle euch, eine frühzeitige Kapitulation in Erwägung zu ziehen. Ansonsten werdet ihr als Hörer und Rezipienten meiner Podcast-Gewalt Furchtbares ertragen müssen. Dort wird es keine Zurückhaltung und keine Scharaden mehr geben, dort spreche ich offen, ehrlich und frei heraus. Doch für heute soll mir genügen, diese deutsche Folge zu publizieren, in der ich Kraft sammle und mich theoretisch rüste für den Ansturm aufs bräsige BRD-Gemüt, indem ich endlich wieder Marlon Grohns Werke zur Hand nehme.

Diese Werke sind die schärfsten Waffen und vermitteln genau das, was ich mir für mein eigenes Programm wünsche: einen rücksichtslosen Angriff, eine hemmungslose Orgie der Aggressivität, aber mit Witz, Esprit, Klarheit und Distanz vorgetragen, zumindest in Grohns Fall.

Ich will euch, liebe treuen Schäfchen, intellektuell vernichten und euch gleichsam geistig ausziehen, sodass ihr euch nackt und ungeschützt vor meinen alles durchdringenden Blicken vorkommt.

Meine Ex-Freundin sagte so etwas wie: »Das Leben ist gar nicht so schön. Vielleicht wird der Tod schöner sein, man kann sich auf ihn freuen.« Vielleicht, man weiß es nicht. Mich erschreckte ihre trübsinnige Haltung aber doch ein wenig und ich würde das Leben gern so schön machen, dass auch sie es sieht und der Ungewissheit und reinen Potentialität eines wie auch immer gearteten Todes vorzöge. Doch manchmal kann man einfach nicht genug leisten, egal wie sehr man es sich wünscht. Trotzdem lohnt es sich, es zu versuchen. Diese Worte füge ich nur an, um euch nach der letztmaligen Erwähnung eines Musikers nun eine Neuentdeckung, die mir dank der Algorithmen von Spotify möglich war, zu empfehlen, den jungen US-amerikanischen Sänger Luke Mitrani und vor allem sein Werk »Good Die Young«: https://www.youtube.com/watch?v=rup6r6aEEmw

Es spiegelt eine gewisse Melancholie und Lethargie wieder, die vielleicht ein junger Mensch gegenüber seinem Leben und den vielfältig lockenden Realisierungsmöglihckeiten für die Zukunft entgegenbringt. Warum nicht einfach in den Tag hineinleben; warum viel ansparen oder die eigene Karriere planen, wir wissen ja sowieso nicht, ob die Erde morgen noch da ist. Da kann man gleich auch etwas Gesundheitsschädigendes oder Risikobehaftetes tun, oder etwas schlichtweg Kontraproduktives und Zerstörerisches. Dieser Drang ist vielleicht die Lust nach Lähmung zu nennen. Man will im bekannten Mangel verharren, statt die unklare Lösung zu suchen. Auch »Maybe Some Day« ist ein schönes Lied von Mitrani. Damit sage ich Adieu für heute und until some day, maybe.


GOOD DIE YOUNG

I am an hour in the night, just living my life free / And you may think I'm wild, but that's just what I'm gonna be/ Yeah, I'm wild, wild like the jungle / Hear my heart rumble, hear my heart rumble /

Yeah, the good die young, my baby, don't ask why / I just wanna live my life wild / Yeah, the good die young, but baby, don't you cry / I just wanna live my life wild /

Sometimes I wonder why we can't all get along / Is it just me or is there something wrong? / My baby, why don't you come back home with me / We will sing all of your favorite songs /

My lady, my mind is not being right, I've been struggling for far too long / Trying to pick up all the pieces and let go of all the shit that I carry on / Yeah, my brother Jack once taught me that there's no I in friends and we all belong /

Yeah, the good die young, my baby, don't ask why I just wanna live my life wild Yeah, the good die young, but baby, don't you cry I just wanna live my life wild


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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