#152 Glockenspiel / Chime / Carrillón
152
19:15 Ab hier erträglichere Tonqualität
41:10 English Interlude
Es gilt immer, eine gewisse Schwelle zu überwinden, aber wenn man erst mal im Arbeitsfluss drin ist, fühlt es sich natürlich an und gibt einem Kraft.
Automatismen
Glockenspiel — chime, ring of bells
Glocke — bell
abstrahieren — to abstract, to prescind
campaign — Feldzug, Schlacht, Kampagne
campana — bell, Glocke
Huschenbeth’s Schachanalyse: https://www.youtube.com/@GMHuschenbeth
Ab 19:15 wird die Tonqualität besser, davor gibt es einige Minuten in denen sie extrem schlecht ist, aber das Gesagte wollte ich doch nicht herausschneiden, irgendwie fabulierte ich vom Paradies auf Erden, welches möglich sei. Also spult hier gern vor, danach wird es besser.
Die Audioqualität ist leider etwas mangelhaft; ich will euch aber auch wehtun und bestrafen für eure Einfältigkeit, (gering) geschätzte Hörer. Ihr seid gleichsam meine Feinde, gegen die ich hier meine podcastlichen, theoretischen Stellungen aufbaue, um mich zu rüsten und nicht schon wieder von euren dekadenten, belanglosen Vorstellungen versklavt zu werden und sei es auch nur, indem ich sie beiläufig zur Kenntnis nehme und meinen Diskurs auch nur in seiner Lautstärke oder in einer Nuance an euch anpassen würde. Nein. Ich setze meine Waffe ein, wie es mir beliebt und möchte euch Schmerzen zufügen, denn dies sind schmerzhafte Zeiten, vor allem in der Liebe: man kann anscheinend gar nicht lieben, ohne sich im dummen Geflecht der sinnlosen romantischen Dialektik aus Schmerz und Lust zu verstricken, wobei der Schmerz stets überwiegen muss.
Wohlan, dann sei es so, aber vor allem ihr liebe potentiellen Liebhaberinnen, solltet euch nicht über meine Gewalt und Aggressionen wundern, habt ihr mich doch überhaupt erst in diese maskuline Rolle gedrängt, die ich aus eigenem Naturell eigentlich inständig verachte, verschmähe und von mir schieben will. Aber das geht ja nicht, wenn man lieben oder auch nur einem schönen Menschen in die Augen blicken und ein Gespräch beginnen will. Diese gesellschaftliche Situation des Normativen bringt mich an den Rand, es taucht das gesamte Feld der Liebe in ein ekelhaftes, schmieriges, verdorbenes Licht. Und im Moment weiß ich auch keinen Ausweg sondern warte gern auf euch, eure femininen Initiativen, Worte und Willensbekundungen oder stürze mich ansonsten in meine Niedergeschlagenheit und Schwermut, die mir zu allen Zeiten noch die liebste Liebhaberin war.
— ZENSUR???—
Wenn ihr Frauen es wirklich als lustvoll empfindet und vorzieht, den Mann in die aktive soziale Rolle hinein zu bugsieren, ihn zu zwingen, weiterhin dieses reaktionäre Rollenspiel und Modell der Geschlechterbeziehungen und deren Anbahnung aufrecht zu erhalten, dann sage ich euch, gut, dann sollten wir vielleicht zum Faschismus zurückkehren, dann ist er einfach das angemessene Gesellschaftsmodell und seine reaktionären Vorstellungen sind wohl dem Stand der geistigen Produktivkräfte angemessen. Das darf aber nicht sein und dagegen kämpfe ich; aber ich verstehe jetzt einfach diesen einen heute erwähnten konservativ-faschistischen Freund aus der Jugendzeit viel besser, seinen obszönen Eroberungsdrang und den reaktionären Blick auf Frauen: er tat mit seiner exzessiven Verführungsromantik nur das, was anscheinend normal ist oder erwartet wird von einem Mann. Er ist an diesen gesellschaftlichen Zuständen, die Frauen benachteiligen sowohl in der Liebe, Sexualität, als auch in der Wirtschaft und Arbeitswelt, kein bisschen mehr schuld als wir alle und insbesondere ihr Frauen, die ihr weiter die feminin abwartende, untergeordnete Rolle pflegt.
Es mag ja schwer sein, sich durchzuringen zu einem neuen weiblichen Selbstverständnis und neuen Weisen des Konzipierens von romantischen Beziehungen; aber wenn ihr dies nicht schafft, kann ich euch einfach nicht lieben, diese ganze Sache ist mir dermaßen im Hals stecken geblieben, dass ja, einerseits seid ihr so wunderschön und begehrenswert, aber jeder Kontakt, insbesondere Sex, würde sich einfach so falsch anfühlen unter diesen Bedingungen.
Und ja, Rom wurde nicht an einem Tag gebaut. Lassen wir uns Zeit, aber konkrete Schritte sind schon nötig, es muss hier zu Veränderungen, Verschiebungen dessen kommen, was Lacan als die Nichtexistenz der Geschlechterbeziheung bezeichnet. Selbst wenn sie nicht existiert, haben die tradierten Normen und Vorstellungsweisen über das, was eigentlich existieren und da sein sollte, ja doch noch eine Macht über uns.
—
Please forgive me those blunt words above in German, I just feel so afraid of what might or might not happen and in any case the burden seems to be on me, I’m a man, it must be my decision and you want to bow your head and take the feminine waiting role, but I cannot allow this and don’t know how to handle this all. Three months ago after our short exchange on your birthday the following days I was keen to talk to you again, but failed or wanted to slip into this weak behavior, feeling paralysed and not even daring to direct my eyes to you. But then a few days after that I got this feeling I must do it at any cost and did it then, we spoke then very briefly because somehow I felt this was enough. My point had been to demonstrate to you that I was ready to get back to our normal relationship and that my top priorority was to just be able to have these delightful conversations with you again. Everything else can be decided later. And I needed to give you that signal. Then you said you had celebrated your birthday with friends and I thought if only I could be your friend… but I don’t know what you expect and want from me, maybe more, or less or maybe you don’t know at all, exactly like me. Just this material connection would be sharply needed, this is my supreme feeling and that you look at me, listen to me or I listen to you — it has really gotten too crazy by now, we shouldn’t have let it come this far but somehow especially in love one feels driven towards remaining in a dark place of unclear, unresolved feelings of affection and resentment.
And yes, there is also a resentment I feel about you that is maybe the reason for this inhibition to approach you again. It’s this what you wrote about »honesty and openness« and I interpreted it as some sort of a hint, an insinuation that you would like me to expand on my underlying romantic feelings for you — but why does it always have to be like this, women only give those signs, hints and want to provoke this male action leading to a love entanglement maybe. And this made me so angry that again after all those months when you left the initiative of beginning our conversations always to me, even now when somehow it felt clear we had this mutual affection, you could only provoke me and not make a first move for yourself.
Maybe my interpretation is all wrong and you were referring solely to the fact I hadn’t told you about my podcast and political positions before. But my intuition told me you were also pointing into this double-knived direction of love and saw it as crystal clear, totally self-evident that a man had to take up the action especially in this field. And this got onto my nerves, not because of you but because of thinking that all the women I ever met and could have felt something for would have sticked onto this exact behavior and this feels so weird, unfair and unfit for a balanced relationship.
So my reaction was aggressive and I apologize but maybe you can understand in this moment it was like a resentment against all these social norms and the definition of normalcy, the reactionary behaviors of all of us, it was not directed against you but against all the failed encounters in my past.
With this sentence about honesty you were contradicting yourself, in case you also felt some romantic feeling for me, because you were not being open and hiding behind these supposed normal ways of gender relationships, giving hints but never that committing, taking this risk of trying a new path.
So now I can tell you openly that you make all my inner bells ring in a beautiful harmony, a divine concert; you switch on all the lights in me just by looking and smiling at me and I have no idea what this feeling is, whether it’s love, platonical affection or anything else, but I need you and want to spend time with you.
Hier hinterlasse ich der Vollständigkeit halber noch meinen Text aus #149, den ich damals nicht in die Shownotes kopierte. Er ist ein guter Aufbau für unser Zeitspiel.
ZEITSANDUHR
Jedenfalls würden wir dann abends dasitzen und ich könnte mich dieser Hauptfrage meines (literarischen) Lebens widmen; wie kann das Leben so sein, man weiß gar nicht, was tun und der Staat hilft einem hier auch nicht; zu allem Unglück schauen einen die Frauen dann auch noch so an, als müsste man als Mann ja wohl genau Bescheid wissen. Und dann macht man was, zum Beispiel Sport oder Schreiben oder Küssen - und schon sieht die Welt so aus, als sei alles ganz einfach, als sei noch nicht mal genug Zeit vorhanden in der großen rieselnden Zeitsandweltuhr, um all das auszukosten, was eigentlich erlebt werden müsste - so beim Schreiben, Lesen, all die schönen Gedanken erschaffen oder erfassen.
Exakt und ich meine ja nur: bleib cool, vor allem bleib dem bürgerlichen Habitus treu. Der nämlich sagt, dass es entegegen den jugendlich-rebellischen Anwandlungen doch ganz cool ist, um elf ins Bett zu gehen, nicht zu rauchen, gesund zu speisen, genügend Sport und ein sauberes Lebensumfeld einzuplanen.
Also, denn das Produkt unterjocht mich. Nur weil ich weiß, dass ich bis heute Abend ja noch was viel Cooleres schreiben könnte als dies oder jene Geschichte drüben im anderen Tab (Def plottieren, den großen Wurf usw., die philosophischen Manifeste…), ist doch das, was ich hier und jetzt schreibe, nicht schlecht. Mir kommt es aber vor, hier kommt auch Winter ins Spiel, dass ich wirklich der bestmögliche Mensch sein müsste, der ich sein kann.
Dass es eine Sünde wider sie wäre, jetzt wieder abzurutschen und schweinisch einfach nur der nächstbesten - noch nicht mal besten, nur der, die halt daliegt, oben auf dem Stack ist, warum auch immer - Lust zu folgen.
Buchstabieren wir das nicht aus, sonst verfestigen sich die kognitiven Muster. Also:
Man ist schon perfekt so, jetzt muss man nur noch abwarten, dass dieses Mädchen da reinflutscht in mein Leben; es schien mir nie so wichtig, aber sie, sie ist so divenhaft und macht mir mit diesen typisch weiblichen Codes dermaßen Appetit, dass ich nicht mehr ohne sie auskommen mag - es muss sein, mich an sie zu schmiegen, auch wenn es ganz absurd ist , das so wichtig zu nehmen. Eigentlich wollte ich irgendwas über die Freundschaft beweisen, dass diese unterliegende Spannung nicht die Freundschaft unmöglich machen muss - aber auch nicht die Liebe, die, wie ich dachte, möglich sei. Und jetzt steht alles so ambivalent da.
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