Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#168 Der Gebrauch der Körper

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168
Heute im Programm: Die Vulvatheorie, Kapitel Ⅱ

Recording Date: Thursday, 6th July

03:40 English
15:03 Deutsch
48:07 English

Die symbolische Macht der Vulva muss irgendwann diejenige des Penis überflügeln. Aber dafür müssen wir hart arbeiten und weitere Texte zur Verherrlichung der Vulva anfertigen.

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SN 168

Differente Position: Die Frau findet Objekt ihres Begehrens am Mann/im Phallus; Mann kann es nur in die Frau projizieren -> Spalt zwischen Idealität und Materialität.
(Überlegung aus meiner Vulvatheorie)

Michel Houellebecq, »Vernichten«, Zitat:

»In die Breatgne«, sagte er schließlich, »ich würde gerne wieder in die Bretagne fahren.« Er wollte Prudence wieder in Minishorts sehen, um sie dann ins Schlafzimmer zu zerren, ihr die Minishorts auszuziehen und sie zu ficken, vielleicht brauchte er das sogar, nein, er brauchte es nicht, er hatte nur Lust darauf, wie in vielen anderen hatte Epikur eindeutig auch in diesem Punkt recht, die Sexualität gehörte zu den »natürlichen, aber nicht notwendigen« Begierden, jedenfalls aus Sicht der Männer, bei Frauen war es vielleicht eher eine Erfordernis, zumindest hatte er diesen Eindruck. Prudence jedenfalls ging es sichtlich besser, seit er sie jeden Tag fickte, ihre Bewegungen waren lebhafter, sogar ihr Teint wirkte heller und frischer.

Zitat Ende

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Mein eigenes Material zur Lustgewinnung:

Vulvatheorie Part 2: Der Mann klappt zusammen…

Der Mann klappt zusammen vor dem Anspruch seines Begehrens, das ihn aus der inneren Dunkel- und Verlassenheit seiner Seele anruft, um ihm den Weg nach außen zu weisen. Er entäußert sich - manche Frauen nennen beim Liebesspiel den Phallus des Partners »du«, identifizieren ihn mit seiner Person. Das Teil steht für das Ganze, das Konkrete für das Abstrakte, das mit Nervenenden besetzte, leicht zu befriedigende Objekt für das allumfassende Subjekt.
Aber was wirft das für existentielle Fragen auf, nicht wahr? Was ist mit dem schlaffen Phallus, was mit dem Zustand der vorübergehenden Non-Potenz nach der Ejakulation, dem orgiastischen Höhepunkt der Äußerung, nach der sich der Mann wieder zurückzieht und eine Winterstellung einnimmt? Gibt es hier kein Subjekt mehr?

Giorgio Agamben (Der Gebrauch der Körper): Die Spaltung zwischen Potenz und In-Tätigkeit-sein wurde in der Antike von Aristoteles eingeführt. Der Phallus muss für das Liebesspiel erst in die richtige Zustandsform gebracht werden, die Vulva ist abgesehen einer erhöhten Durchblutung und Flüssigkeitsproduktion bereits im Stande, den Sexualakt so zu vollziehen, wie sie ist.

Das ergibt also eine Dissymmetrie der »Potenz« der beiden Geschlechter. Unerwarteterweise ist die Frau potenter, da sie nicht von den Wechselspielen und Zufälligkeiten der erektilen (Dys-)Funktion abhängig ist. sie kann sich sicherer fühlen und hat allein aus technischem Blickwinkel, was den Vollzug des physischen Aktes betrifft, weniger sozialen Schaden zu befürchten - physische Verletzungen und Schmerzen beiseitegelassen, die in der Tat eher die Frau betreffen auch abgesehen von der erstmaligen »Deflorierung«.
Der Mann hat auf die »soziale Weise« etwas zu verlieren: er könnte sich leichter lächerlich machen in den Augen seiner Partnerin, zumindest besteht Anlass zur Sorge. Die Befürchtung, ein zu kleines Anhängsel zu haben, dürfte heute viele Männer umtreiben und unter dem kritischen Blick der Partnerin hat sich schon mancher wie unterm … Röntgengerät gefühlt, da wo alles sichtbar wird, raus kommt und auf dem Tisch begutachtet wird.
Aber noch shclimmer dürfte für die Sexpsychologie des Mannes wirken, dass er die Hauptarbeit zu tätigen hat. Nicht nur muss sich sein Gemächt erst die steife, gerade Form geben, die den Akt ermöglicht. Auch muss er dann mit Feinfühligkeit und Geschick dieses Glied in der Vulva der Partnerin hin- und herbewegen, vor und zurück, auf und ab…
Drittens, und hier wird es traumatisierend, kommt die Angst vor dem zu schnellen Samenerguss hinzu. Nicht der Erguss der Samen ist es ja, der beängstigt, das wäre ja noch ein schönes Zeichen von Männlichkeit, Kraft und roher animalischer Substanz. Aber das Versiegen des Begehrens und das Zurückziehen des steifen Gliedes vereitelt in der Folge des männlichen Orgasmus auch sein Vermögen, die Frau noch weiter zu stimulieren und ihr zum Orgasmus zu verhelfen, der deutlich später eintreten könnte, vor allem wenn der Mann noch unerfahren ist und einerseits durch mangelnde Kenntnis und Übung, andererseits aber vor allem durch Nervosität und übermäßige Erregung sehr schnell zum Ende kommt: denn das Phantasma des unbändigen Genießens wirkt in ihm; je näher er dem Höhepunkt kommt, desto goldener stellt er sich die Substanz dieses seiner augenblicklichen Lust unterliegenden Genusses vor.

Aber was ist diese Substanz? Der Körper der Frau? Hier liegt die Assymmetrie, die Lacan andeutet (Das Begehren und seine Deutung, ca. S. 130). Die Frau findet im Mann das reale Objekt für ihre Befriedigung, seinen Penis. Der Mann kann dieses Objekt nur in die Frau hinein projizieren.

Wenden wir diese Betrachtungsweise aber nochmals um. Bisher hatten wir veranschlagt, der Frau eine erhöhte Potenz zuzusprechen in Bezug auf den Gebrauch ihrer Organe zur Sexuallust.
Folgen wir aber Agamben und geben die antike Trennung zwischen der Potenz und dem Akt auf.
Was wir nun vor uns haben, so Agamben, ist die integrierte Tätigkeit, die sich ebenso in dem Habitus des Künstlers wiederspiegelt, der momentan nicht am werkeln ist sondern seinen alltäglichen Verrichtungen nachgeht. Hierin hat er ja auch die Potenz zum Kunstmachen oder eignet sich sogar erst gewisse Vorbedingungen dafür an, indem er etwa die Natur betrachtet, um ein Landschaftsbild zu malen oder die Verhaltensweisen der Menschen, um einen Roman zu schreiben.
Dann können wir auf unser Feld übertragen: Der Mann ist immer potent, er trägt den Phallus mit sich herum. Somit hat er gleichsam jeden Moment Anteil an der Sphäre des Sexuellen: er sieht ja beim Pinkeln stets das Symbol für Sex und sexuelle Lust schlechthin, seinen Phallus, den er dazu sogar anfassen und in Position bringen muss. Er spürt ihn auf Schritt und Tritt, zumindest potentiell wird er sich seiner gewahr und dieses Gewahrwerden vermittelt ein Gefühl von Selbstsicherheit und einer Art letztem Trost.
Sex zu haben, den realen Akt zu vollziehen, mag also für den Mann erstrebenswert und sogar aufgrund sozialer Diskurse und Richtlinien als unumgänglich zur Stärkung seines Selbstwertgefühls erscheinen; aus philosophischer Sicht ist der Akt vernachlässigbar und fügt seiner sexuellen Konstitution nichts Entscheidendes hinzu.
Anders für die Frau, für die es wie MH in »Vernichten« schreibt (ZITAT siehe oben), essentiell ist, sexuelle Kontakte zu haben um sich als ein ganzes Lebewesen zu fühlen, um wirklich am Leben zu sein.
Ihre Macht beruht auf der »magischen« Fähigkeit, durch Stimulieren oder allein ihre erotische Zurschaustellung ihrer Selbst den Phallus des Mannes aufzurichten und den Mann so quasi gegen oder unabhängig von seinem Willen zu disziplinieren, ihn nach ihrem Willen zu formen.
Dieser Macht wird sie sich offenbar nur gewahr, wenn sie die Möglichkeit hat, sie an einem realen Mann zu erproben. Somit bleibt die Macht, die mit ihrer Weiblichkeit verbunden ist, immer in der Schwebe, bis es zum realen Kontakt sexueller Art kommt.
Ihr Vermögen muss gleichsam »getestet« werden, um real zu sein.

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Poem

Liliya
You, Ukrainian shooting star
Catching my eyes
And everything else
I'm yours
Wouldn't want to commit a single act
Of brazenness
That could upset you
However, as a man
It seems to be my role
To commit acts
Like the one in the vulgar act
Where you have to move… and so on
This is traumatic to think about
I'm not so special, don’t expect too much
From me in this vulgar act
But in theory, in speaking
I can give you as many glorious acts and words as possible
Inventing even more and more
Terms unknown and never thought of before
For you I pull it out of myself
To lure you, attract you

(Rest in show notes of #161)

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Maybe you think about me, if he is that potent and able to write a long text every day, then he could impress a thousand girls and make them fall in love with him. So he will never be loyal to me, because how could he resist this infinite supply of women falling in love with his words…

This is exactly the point. I don’t want a woman to be a price for me, but the way the rules of the game are, the way the table is set metaphorically speaking, women will always be a price and we men will always feel like we have to earn it, with women enticing, reacting and finally judging about our worthiness.

And of course, this is a difficult point talking and writing such a lot, especially about Zoryana and other girls from my past, all of you girls put a big question mark on my forehead.

But we all are sexual beings and in one way or the other desire the physical union, clutching together, pressing, stroking, stimulating and exciting the sensitive skin parts of the other one with our hands, tongues or anything else, giving a cunnilingus or a fellatio; all this could be part of the third and final step of what I defined as the sex experience, also penetration could be, but simply I don’t like it to be that important because it seems to be a symbol for the male superiority and rule over women and somehow this vulgar liberal discourse cannot be kept from coming inside our consciousness and emotional constitution, so it always seems like the male desire has to be to dominate, conquer, convince the woman and bring down her defence, making her surrender to the brute masculine force.

Therefore this seems such a heavy topic and the puritanical talk about scandals like the one about Rammstein here in Germany in the last months — where to me it is not clear whether the lead singer committed any crime or did anything appropriate, he had set up a system of luring female fans into having sex at a concert and now there are allegations by some of them of having been sedated or forced in some other way, but I really don’t want to know and try to keep the news as far away as possible because it is so toxic and only want to point out how disgusting this hegemonic situation is of everyone condemning him and identifying with the supposed female victims; of course violence and coercion should be investigated but in this case as in many it is more about a media shitstorm creating lots of clicks and allowing a certain class of woke people to feel morally superior by pointing the finger at someone rather than about thorough judiciary investigation and judgement — combined with the decision by you women to keep waiting for us to approach you, this creates an uncomfortable setting for finding love.

It’s not just me, it’s all of us who are confronted with this desire, and only because I can produce so much this shouldn’t mean I can earn more on the sexual market… but somehow it does in today’s liberal system from which we all cannot escape. I just want to talk about sex and about the enormous problems related to it in order to give maybe some relief and pleasure to all my listeners.

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Why does it always have to be about love?
We tend to think into this direction, because it’s the normal, the highest good that everyone is crazy about. Therefore my insecurity in November and December, when I was recording lots of podcasts but simply should have asked you some times more to go out on a lunch break or stopped by at your place to talk. Because between us, it felt so natural to communicate and open ourselves that it was clear we should seek to spend more time together and get to know each other deeper. Whether this could have to do with love could be decided later… but this relaxed approach is not possible in this society. I’m like everyone else, therefore I began thinking about love and sinking into this dark gloomy feeling… it’s all about you and what you could give me, it has to be so romantic and turn my life around, all these assumptions then pop up and our brains follow them naturally. But I dislike it, especially the catharsis and love being such a high price, therefore I needed to fight against it here theoretically.

Maybe this is already a crime or a step over the line and you feel very incommodated and encircled. But anyways I will go on as long as they don’t put me in jail, as written already in the show notes of the first English edition of my podcast.

You could simply text me in private or also here in a public commentary, like there was one under #161 for which I felt really glad and excited, I think it is from the girl from Kenya I met on bumble.
There you could tell me what you expect from me. Should I come to see you on your desk? Because I feel reluctant to do it, I don’t want to give you the symbol of being willing to talk to or even love you… but I give you as many of these podcasts that are already a materialization of my love for you. Would you like to go out some day in the lunch break, simply spend time together, slowly getting to know each other as described above and not think about love right now? Or would you want to fall into my arms and sleep together here in my WG so we could ride by bike to our work place in the morning?

As stated many times, maybe too often, I don’t know which one of it I would like, I mean, I would like all these possibilities, but don’t know how to choose, how to know which one to prefer. Therefore this phase with my never ending love podcasts could go on, because if you don’t take a decision simply the old ways drag on.

Somehow love feels constricting, making me reluctant to engage in it, sensing it as enough to only talk about it and think about the practice I had now with my ex girlfriend. After all, I am a theoretical and a sensitive nature, therefore I always like to reflect and pospone practice.

Somehow we have gotten now into this dead end, but still it was a great journey with you here, making me discover also new sides of myself. And our connection doesn’t depend on your internship ending or you staying to work here, after all you have my podcast url and could always come back to track my luring signs for you, maybe one day writing a commentary or texting me in private.

You should know that I’m not trying to test you and either way it is going to be fine, I’m glad I met you and will always feel you are in my heart, you are a part of me and gifted me some of the most precious moments and insights imaginable.

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In a way, you are very adult, you are self-determined, have your international friends here in Germany and are so brave and hungry to discover the world. On the other hand, I also like those childly traits or demeanours you display sometimes.
I myself am in the phase of growing up and have not concluded it yet. In this liberalism it feels hard to be that one of a kind person you think you need to be… what could be so special about me that really excels and puts me in front or above the others? Somehow it seems not to be allowed to be average, although maybe precisely for this reason that we are all under such a huge pressure of having to fulfill our unique individuality, we all get more and more ordinary, boring people who only crave for being seen as average and not committing a single step over the line, over this invisible frontier of what is right and normal.
This is paradoxical and in love this paradox is felt most sharply; of course I aim to be someone special for you and maybe only now slowly am beginning to realize that the work I do is good enough, I’m now in a good rhythm of production that gives me calmness and confidence.

However, in love it also should be boring because there is nothing more needed than to merely be together; in this podcast I can take a different role from the one in my normal life because art allows you to try and experiment with ideas and impulses that don’t have to be perfect, but by moving them around and creating a different order or scenery, something beautiful can surge, something outside the field of the accepted, regularized everyday normalcy. Art is like a playground where you can use materials to put them together into a new form, following some creative intuition of an idea that needs representation.
So here I try to be special to give you a good podcast but outside the recording situation I only want to be boring and be like everyone else, not knowing what to do… In #163 I said you were somehow different than anyone else I know and this is true, you are of a distinguished noblesse of mind. You don’t have to be anything else, at least for me you are perfect. Maybe you would also like to live your artistical talents and I would like to help you with it because it’s always easier with someone looking over your shoulder. Now I feel free because of having developped this podcast so far and being comfortable with this split between my public person as a philosopher, poet, ideal lover and my private one as an ordinary worker and maybe some day your material lover.


Kommentare

by Kal on
Manchmal bist du ein Stalker. Aber trau dich wenn du nicht dieses Mädchen verlieren willst.

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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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