Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#172 Betriebsrat — Workers' Council

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172

To Fraternize - Fraternisieren

Betriebsrat

To Backpedal — Zurückrudern
(It’s not »backpaddle« as I formerly thought)

Isomorphism — Isomorphismus

Schöne Seele — Beautiful Soul

Auf den Teppich holen - to get one back to the ground

Las esclusas del cielo se abrieron, porque hay un ángel en frente.
The gates of heaven must have opened, because an angel is standing in front of me.

(Argentinian saying)

Marlon Grohn legte seine Theorien zum Phänomen der Schönseelischkeit in Form einer Broschüre vor, die im Verlage »Helle Panke« erschien:
Hegels »Schöne Seele« und ihr Verhältnis zum Bösen

https://www.helle-panke.de/de/topic/158.publikationen.html?productId=73592

Native Young: Crystal Lion (Lyrics below)

Samy Deluxe: Poesie-Album

Today’s episode is too slow, we’ll take up some speed next time.

Synonyms for »difficult«:

Laborious, strenuous, arduous, tough, back-breaking, exhausting, tiring, demanding, hard, complex, puzzling, perplexing, baffling, complicated, thorny, ticklish, problematic, troublesome, tiresome, exasperating, trying, awkward, contrary, recalcitrant, uncooperative

Fraternizing with heterosexual women (or homosexual men): these manly shapes, these shoulders, arms and chests are too masculine, making me feel inhibited, how could I endure this kind of male beauty?

This episode is no good, it isn’t up to my own standards and what I expect from myself. Probably this possibility that was mentioned last time about the love triangle went to my head and disturbed my mental stability.

POEM — Gedicht

Etroviszion — Still Ascending Line (we will read this part where these words figure next time)
Ihr Beiden seid mir willkommen — und eure Scheiden.

Read today in English and German was the part until where it says something like »Flutter up like a bird into the morning sun«

Maybe you had thought earlier
The poet should not reveal anything
From his intimate life
And only transform everything in poetry
Giving everything out only sublimated
But far from it.
Here I come and redefine the standards
So these two Ukrainian flowers,
who I met at work
They are so flourishing in the field
That they are the whole world to me
No question, no problem.
I never want to look at others again
Because you, my two, are so wonderful
So young and shiny, intelligent and joking
If only your attention
Would also come to rest on me
I don't claim to be the only one for you
But one
Please bear with me
I know I need to mend
In so many things
And will often arouse your anger and resentment

Both Zoryana and Liliya
I welcome you both
And your vagina
But by no means only those, not the most!
I gotta get that straight, straighten up!
Much dearer and more pleasant than thinking about sex
Is me the idea of ​​the homely conversations with you
one time about the war
The other time about your vacation in Switzerland
And those were the main two times
At which the three of us all chatted excitedly together
I talked to you much more, alone, between us, Liliya
And the other staff listened, including Zoryana
I thought I noticed something about her: she was shining
Noticing the love associations building up
In me, in you, maybe in the whole room and building
Anyway, you are my favorite, Liliya, no question,
Because talking to you is so close, so natural, sublime
And I need nothing more in life than to see your smiling lips
And follow your mouth moving, pacing,
Stretching out to the side and… revealing your words
Thank you so much for everything you gave me
But there is also Zoryana
And I'm more afraid of her
Should be a spark of resentment, of distrust
Fall on me from her eyes

I trembled
For she is so eloquent and impeccably accurate at work,
Never gives up, gets to the bottom of every problem
Dedicates himself to the company's unconditional service
What I admire and can hardly believe
How strong, productive and determined one can be

We are not like that, you and I, my most beautiful Liliya
We're both rather sluggish
And give ourselves over to the moods
Curse the work, the boss, the customers
And that's okay, it's normal
Especially as workers locked into capitalism
That's why I love you so much
Because this isomorphism exists between us
You as mathematicians
You'll know what that means
Can you do something with this term
You can do anything, Lilliya
If I can make it possible
Then I'll take care of you
Financially and otherwise
So that you can study again or do something else
devote yourself to your art
I just want you to be free, flutter up like a young bird
That still has so much to do
And flies up into the blossoming morning full of sun

————————————

  1. Juni

Vielleicht hatte man früher gedacht
Der Dichter sollte nichts preisgeben
Von seinem Intimleben
Und alles nur transformieren in der Dichtung
Alles nur sublimiert hinausgeben
Aber weit gefehlt.
Da komme ich und definiere die Maßstäbe neu
Diese beiden ukrainischen Blümchen also,
Die ich bei der Arbeit traf
Die stehen so blühend im Felde
Dass sie für mich die ganze Welt sind
Keine Frage, kein Problem
Nie wieder möchte ich andere ansehen
Denn ihr, meine Beiden, seid so wundervoll
So jung und glänzend, intelligent und scherzend
Und wenn nur eure Aufmerksamkeit
Auch auf mir zu ruhen käme
Nicht der Einzige für euch zu sein beanspruche ich
Wohl aber einer
Bitte hab Nachsicht mit mir
Ich weiß, ich muss mich bessern
In so vielen Dingen
Und werde oft deinen Zorn und Groll erregen

Sowohl Zoryana als auch Liliya
Ihr Beiden seid mir willkommen
Und eure Scheiden
Aber bei weitem nicht nur die, nicht die am meisten!
Das muss ich klarstellen, graderücken!
Viel lieber und angenehmer als an Sex zu denken
Ist mir die Vorstellung der heimeligen Gespräche mit euch
Da war das eine Mal über den Krieg
Das andere Mal über euren Schweiz-Urlaub
Und das waren die hauptsächlichen beiden Male
An denen wir alle zusammen zu dritt angeregt tratschten
Viel mehr habe ich mit dir geredet, allein, unter uns, Liliya
Und die anderen Mitarbeiter hörten zu, auch Zoryana
Ich glaubte, etwas an ihr zu bemerken: sie schien
Wahrzunehmen, wie sich die Liebesassoziationen anstauten
In mir, in dir, vielleicht in dem ganzen Raum und Gebäude
Jedenfalls bist du mir am liebsten, Liliya, keine Frage,
Weil das Reden mit dir so nah, so natürlich, vortrefflich ist
Und ich nichts mehr brauche im Leben als deine lächelnden Lippen sehen
Und deinen Mund verfolgen, der sich bewegt, auf und abgeht,
Zur Seite sich langzieht und… deine Worte preisgibt
Ich danke dir so sehr für alles, was du mir schenktest
Aber da ist auch noch Zoryana
Und vor ihr habe ich mehr Angst
Sollte mal ein Funke der Missgunst, des Misstrauens
Aus ihren Augen auf mich fallen
Erzitterte ich
Denn sie ist so beredt und tadellos akkurat bei der Arbeit,
Gibt nie nach, geht jedem Problem auf den Grund
Stellt sich in den bedingungslosen Dienst der Firma
Was ich bewundere und kaum glauben kann
Wie stark, produktiv und entschlossen man sein kann
Wir sind nicht so, du und ich, meine schönste Liliya
Wir Beiden sind eher träge
Und geben uns hin, den Anwandlungen
Verfluchen die Arbeit, den Chef, die Kunden
Und das ist ja in Ordnung, ist normal
Zumal als Arbeiter, die im Kapitalismus eingesperrt sind
Deshalb liebe ich dich so sehr
Weil diese Isomorphie zwischen uns besteht
Du als Mathematikern
Wirst doch wissen, was das heißt
Kannst etwas anfangen mit diesem Begriff
Du darfst alles tun, Lilliya
Wenn ichs ermöglichen kann
Dann sorge ich für dich,
Finanziell und sonstig
Damit du wieder studieren kannst oder etwas anderes tun
Dich deiner Kunst widmen
Ich will nur, dass du frei bist, aufflatterst, wie ein junges Vögelchen
Das noch so viel vor sich hat
Und in den erblühenden Morgen voll Sonne auffliegt

———————————————————————————

Crystal Lion

I've been running in and out of so many dreams
I've been cutting myself
Into pieces over
This way you feel
This love I need
Oh right now I want to
Be the one who hurts you
Oh and now I want to
Be the one who wrecks you
Time is the only constant I know
But I can't forget you
Even though you're so called
Crystal lion
Youve got the life
Oh right now
I want to be the one who
Hurts you
Oh and now I want to
Be the one who wrecks you
Oh crystal lion
Youve brought the lies into
My troubled mind
There was a fire
It burned a hole right through
My soul
And took control

Oh right now I want to
Be the one who hurts you
Oh and now I want to
Be the one who breaks you
Oh right now I want to
Be the one who hurts you
Oh and now I want to
Be the one who breaks you


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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