#175 Kaputt
175
Kaputt
Beuteverzicht — renunciation of prey
to surpass — übertreffen, überflügeln
Magic wand - Zauberstab
Erotomanie — erotomania
Hier die erwähnte Tweetkette:
https://twitter.com/bailoutistan/status/1662826294143270913
- Mai
Solche bürgerlichen pseudofeministischen Späße wie MeToo oder Stuckrad-Barrés neueste Ergüsse laufen leider letztlich darauf hinaus, den Frauen die Schuld zuzuschustern oder jedenfalls sie verantwortlich zu machen, dass alles so weiterläuft wie es läuft und wir nicht aus der männderzentrierten Sexualumgebung herauskommen: die Frauen wollen es ja doch auch, diese sexuellen Biester. Ei, ja, wir Männer müssen uns geknickt und betreten geben und Abbitte leisten, ja, wir wissen schon, es ist ganz unfair wie es läuft - das ist der offizielle Diskurs an der Oberfläche. Aber darunter wird der halbbewusste Diskurs evoziert, der so lautet: ja, wir haben halt den Phallus, dieses endgeile Gerät, das so nützlich und wertvoll für den Sex ist wie sonst nichts. Und siehe da, die Frauen wollen ja auch nicht darauf verzichten, sich mit uns einzulassen. Hmm, ja, dieses "die Frauen sind aber ganz schwach und hilflos und unterdrückt" aus der offiziellen Sphäre schlägt dann schnell um in ein "ach ja, die sind so wollüstig und können einfach nicht davon lassen, an Sex zu denken, Lust darauf zu haben, selbst wenn sie noch ausgebeutet werden von ihren Chefs usw., die Macht des Phallus ist doch ungebrochen, unvergleichlich.«
Eine bedenkenswerte Rezension zum Buch:
https://amazon.de/gp/customer-reviews/R2AJ7L3CV3OITQ/ref=cm_cr_arp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B0BJQLCJDL
Die Rezensentin legt den Finger in die Wunde, dass nämlich diese Machtgefälle mit dem Mann in der überlegenen und der Frau in der schwächeren Position Teil eines lange eingeübten, literarisch tradierten, überlieferten Idealbildes der Liebe ist, das auch für Frauen heute anziehend bleibt und nicht allein von Männern favorisiert wird.
Hier ist mein Kampf im Podcast einzuordnen: wichtiger als meine eigene Liebe im persönlichen Leben zu finden oder überhaupt die Voraussetzung dafür, ist dieser maskuline Kampf für die feminine Initiative und das Begehren, endlich von der Frau attackiert zu werden, das wäre die Rolle, die ich favorisiere. Bzw. auch eine Abwechslung der angreifenden, dominanten Rolle, aber nicht die Verstetigung des Machtungleichgewichts jedenfalls. Ich bin ein Mann, relativ reich und arbeite in einer stabilen Branche; es gibt also sowieso schon genügend Machtdifferenzen in einer Beziehung mit einer potentiellen Liebhaberin. Das muss durch andere Lustfelder konterkariert, kompensiert werden und ich möchte von der Frau und ihren Ausdrücken von Gelüsten, Galanterie und Verführungskunst zum Objekt gemacht zu werden. Es liegt doch auf der Hand, dass diese Umkehrung der Tradition heutzutage viel lustvoller als das Festklammern an der sicheren, gesellschaftlich beglaubigten Variante von Prinz und Prinzessin wäre, man müsste sich nur trauen und es ist wirklich mein einziger Wunsch, das so klar wie möglich zu machen im Podcast: ich wünsche und erwarte das auch von Frauen und halte die Liebe unter den gegebenen, für selbstverständlich genommenen reaktionären Umständen für nicht lebenswert, nicht erfahrenswert und verzichte lieber darauf, wenn ihr, liebe Frauen, diese Transformation heute noch nicht hinbekommt, oder natürlich kann ich auch warten und wie im Liebesbrief unter #146 gesagt, die Hoffnung in die Zukunft setzen und dass dort durch politische Umstürze auch ganz andere Liebesverhältnisse denkbar werden.
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Hier noch ein Incel-Gedicht:
20.06.23
Mann, umständliche Verrenkungen
Hab ich genug hingelegt
Auf dem Papier,
Versteht sich
Nicht real,
Nie im Bett
Mit einer Frau
Also da bin ich ganz Incel:
Es ist deshalb so lustvoll,
Heutzutage Incel zu sein,
Weil man damit dem einen belagernden
Vulgären Diskurs der Gesellschaft
Entflieht, man sich entzieht,
Nicht teilnimmt
Nicht für mich
Sollen diese Spielregeln gelten
Ihr denkt vielleicht,
Ihr hättet mich am Bürzel
Aber nein, vielmehr andersrum:
Ich habe euch an euren Eiern
Und Eierstöcken, ihr alle,
Frauen, Männer, diverse,
Eure Vulven und Penisse liegen offen vor
Mir. Denn ich äußere diese schweinischen
Regungen; das Verlangen nach Haut
Nach nacktem Berühren,
Schwitzigem Kontakt,
Sich in der Hitze des Sommers reiben
Aufreiben und aufgeilen
Aneinander, füreinander
Sich entzünden wie getrocknetes Heu im Juli
Also, all meine Schweinigkeit reflektieren auf euch
Geliebte Leser*innen
Jetzt steht ihr beschämt da
Verständlich
Ist diese Gesellschaft doch eine
Die uns zum Schämen zwingt
Aber jetzt zur Sache:
ich rede nicht immer nur
Von der Einen Sache
Dem Einen Akt
Nein
Sondern sublimiert,
Noch auf viel höhere Eben gehoben
Möchte ich dies Sexuelle wissen.
Wie bei den alten Griechen und Römern
Mit ihren bacchanalischen Feten
Erst da, wo wir alle zusammen
An einem Strang ziehen
Uns zusammenfinden
Aus allen Tälern und Winkeln der Wälder
Zusammenlaufen
Zum großen Festakt,
Wo getanzt, gebetet wird, gar geschmaust
Oder Drogen geraucht
Also da fließt auch die individuelle Lust am stärksten
Wo die soziale Lust sie umgürtet, beschützt
Daher: fassen wir uns alle gegenseitig am Bürzel
An was auch immer
Schauen wir nicht so genau hin
Was wir da zu fassen bekommen
Eine Hand, einen Arm, einen Unterleib:
Letztlich nicht so wichtig,
Nehmen wirs nicht schwer
Eitle Unter-Scheidungen
Die ihren Sinn verlieren
In der Ekstase
Der Raserei
Dem Taumel der göttlichen Wollust
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Meine Vorbereitungsnotizen
Illouz
Wettbewerb bitter - aber am Ende ist autoritäre Struktur immer besser, lustvoller.
Daher: ich wusste Bescheid über männlichen Kampf, triumphieren… und will einfach der beste sein, will es richtig machen in der Liebe. Lieben ist was schönes und ich habe keine Angst davor, a oder b oder c… ja schwierig aber keine Liebe ist ein Fehler Problem… mag sein, aber ein wünschenswertes
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