Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#186 Liebe Genossen

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186

00:00 Deutsche Selbsterklärungsversuche
37:56 Español
59:07 English
1:15:16 Deutsches Ende: Rote Flaggen

Talking Disco - Die Verhältnisse müssen tanzen
https://www.podcast.de/podcast/3141985/talking-disco

Berq: Rote Flaggen
https://www.youtube.com/watch?v=1NiSbpN-LaI&list=PLPsb3oBwRJJzR5oFaSr-JjHnaFC4ne5Oi&index=73

Liedtext:

In deiner Auffahrt stehen 100 rote Flaggen, die ich seh
Drum komm und geh ich immer nur bei Nacht
Weil ich so nichts in Farbe seh und verdrängt
Tut alles nur halb so doll weh
Aber wenn der Sonnenaufgang am Morgen Licht ins Dunkel bringt
Und mich neben mir die nackte Wahrheit im Bett in die Knie zwingt
Fuck du tust weh
Fuck du tust weh
Fuck du tust weh (du tust weh, du tust weh)
Fuck du tust weh
Wir bilden uns ein, dass wir uns halten
Wären ohne einander doch gar nicht gefallen
Sind wir 'ne offene Rechnung?
Nur unsere leere Versprechung?
Irgendwann versuchen wir's
Doch irgendwann kam viel zu schnell
Wir wissen doch, dass wir's nicht sind
Und warten drauf, dass der andere den Step macht
Den einzigen Step den ich geh
Ist heute leider wieder straight auf dein Haus zu
In deiner Auffahrt stehen 100 rote Flaggen, die ich seh
Drum komm und geh ich immer nur bei Nacht
Weil ich so nichts in Farbe seh und verdrängt
Tut alles nur halb so doll weh
Aber wenn der Sonnenaufgang am Morgen Licht ins Dunkel bringt
Und mich neben mir die nackte Wahrheit im Bett in die Knie zwingt
Fuck du tust weh (du tust weh, du tust weh)
Fuck du tust weh
Fuck du tust weh (du tust weh, du tust weh)
Fuck du tust weh
Nimmst du mir mehr oder gibst du mir mehr
Oder gleicht sich das wenigstens aus
Das frage ich die Dunkelheit still vor dei'm Haus
Meine Hand gefriert vor dei'm Klingelschild
In deiner Haustür seh ich ein Spiegelbild
Bin das ich oder nicht?
Und bin ich das nicht
Wo bin ich dann verloren gegangen?
Bin ich vielleicht schon vorgegangen?
Find ich mich nur, wenn ich dich verlier?
Find ich mich nur, wenn ich dich verlier?
Find ich mich nur, wenn ich dich verlier?
Muss ich weg von hier, muss ich weg von dir?
In deiner Auffahrt stehen 100 rote Flaggen, die ich seh
Drum komm und geh ich immer nur bei Nacht
Weil ich so nichts in Farbe seh und verdrängt
Tut alles nur halb so doll weh
Aber wenn der Sonnenaufgang am Morgen Licht ins Dunkel bringt
Und mich neben mir die nackte Wahrheit im Bett in die Knie zwingt
Fuck du tust weh (weh)
Fuck du tust weh (du tust weh, du tust weh)
Fuck du tust weh
Fuck du tust weh (du tust weh, du tust weh)
Fuck du tust weh.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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