#191 Amalgamie
This episode is wholly in German and the quality of its content is not that remarkable because it is only a warm-up for the one to follow, which will tackle some awkward emotional topics.
Hier findet sich die erwähnte Rezension zu dem Buch von Stuckrad-Barré:
https://amazon.de/gp/customer-reviews/R2AJ7L3CV3OITQ/ref=cm_cr_arp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B0BJQLCJDL
Jennifer Rostock: Du willst mir an die Wäsche: https://www.youtube.com/watch?v=Bog2vWqpr54
I didn’t want to insert this song, because my budget is low, I have a contract with the musical concession provider GEMA, but should not overuse my budget, so you can listen to it by yourselves, it is a great song.
Amalgam-Text
Einflüsterunen
- Januar 2023
Amalgamie
Antonio Amagama Alastrata
Neurotisches Material
»Does he have money?«
Es ist doch am bequemsten, es auf die leicht lesbaren Ziffern runterzubrechen. Dieser Mann hat Geld, es wird sich also mit ihm auskommen lassen. Er kann ein paar Runden spendieren im Restaurant und der Bar. Er kann. Das Geld sagt es, steht für ihn. Sonst wäre es zu schwierig, den Wert eines Menschen festzumachen. Was kann man mit mir anstellen? Wie witzig ist dieser Typ? Kann er die Menge unterhalten? Nun ja, kommt ganz darauf an, ob du warm mit ihm wirst. Ein, zwei Schnäpse wirken da Wunder.
Aber nein. Wir brauchen einen, der ein »self starter« ist. Der von selbst losgeht. Ach, was weiß ich. Wir Frauen bemühen uns doch sowieso nicht darum, einen Anspruch zu stellen — wir sind froh für jedweden Mann, der sich mit uns abgibt, sich unserer annimmt.
Ich meine, also, ja, natürlich will man nicht jeden ekelhaften Typ, der da draußen rumkreucht unbedingt bei sich haben und mit ihm einen Cappucino trinken… aber die meisten sind doch ganz anständig. Ich will nicht auswählen, nein. Ich bin Frau und lasse die Männer auf mich zukommen. Bei den meisten würde ich ja sogar zupacken und sagen, Halt, stehen geblieben, du, Bürschchen, passt mir fabelhaft rein. Jetzt reden wir ein bisschen, testen uns, lernen uns kennen… aber eigentlich weiß ich schon, dass ich gern mit dir ins Bett steigen würde. Verbock es ja nicht, Mann! Nicht dass dir schwindlig wird und so… deshalb muss man es langsam anpacken mit diesen Männern, die auch immer zögerlicher und verdruckster werden in der heutigen modernen Zeit.
Daher soll er mir erst mal zeigen, was er präsentieren kann, wie viel er reden kann. Denn ansonsten geht es ihm noch zu schnell und er bekommt kalte Füße oder heiße Ohren und macht die Biege. Also ja, man hat es schwer als Frau. Wie man’s auch macht, weiß man nicht, ob es dem gnädigen Herrn recht sein wird. Sie sind ja so scheu und zaghaft heute, jeden Moment habe ich Angst, er könne mir wieder wegrennen. Und ja, die moderne Welt ist so verzweigt und vervielfältigt. Wer kommt da noch mit, wer weiß noch, was der höchste soziale Status ist? Ein Poet, ein Privatdetektiv (ein krimischreibender Poet mit Hang zum Investigativjournalismus?), ein Müllmann, der im Schweiße seines Angesichtes sein Brot verdient und für die ganze Gemeinde diesen immens wichtigen Job der Abfallbeseitigung sauber erledigt? Man weiß es nicht, was ist schon männlich heutzutage? Jedenfalls nicht so ein geschniegelter Büro-Lackaffe im Anzug. Oder einer dieser Intellektuellen Redenschreiber und Opernbesucher. Die sind total verkorkst. Und mögen sie auch noch so gesund und bürgerlich sein, da würde ich tausendmal lieber einen Drogenjunkie nehmen, der seinen Arsch auf dem Strich feilbietet, um sich das nötige Coke oder was auch immer zu finanzieren.
Ja, ich rede frei heraus, habt ihr damit ein Problem? Leckt mich doch am Arsch! Ich habe einen schönen, behaarten Arsch und eine glattrasierte Muschi…. eigentlich hätte ich lieber auch dort unten an meiner weichen weiblichen Pforte Haare. Aber ein Typ, mit dem ich vor Jahren was hatte, machte mal eine abfällige Bemerkung über die Intimhaare und Hygiene und so weiter. Und diese bissige, total unangebrachte Bemerkung blieb mir im Hals stecken. Egal, wie viel ich mit meinen Freundinnen darüber rede oder über Männer und ihren Schmutz, ihr Rülpsen, ihren Busch vor dem Schambereich, den sie bei sich als selbstverständlich ansehen, nur nicht bei den Frauen, es hilft alles nichts, ich könnte mir keine Haare mehr wachsen lassen. Jeden Moment käme ich mir ausgeliefert vor. Was, wenn ich den mega-wahnsinns-Typ treffe und gleich mit ihm zu nackten Tatsachen vorschreiten wollte und er dann auch eine Bemerkung machte über ein Haar, einen Geruch, was auch immer? Oder selbst wenn nicht, er könnte es ja doch denken. So etwas wie: also bei dieser Tussi hätte ich jetzt wirklich erwartet, dass sie glattrasiert ist. Schade, hätte ich mir den Aufwand fürs Aufreißen sparen können. Denn in so eine pelzige Muschi stecke ich sicher nicht meinen wertvollen Lümmel. Also wenn er auch dreckig ist, aber ein Bär bin ich doch nicht, dass ich nötig hätte, eine Bärin von hinten zu nehmen und mich an ihrer glitschigen Fellöffnung gütlich zu tun. So würden die Männer denken, sicher. Man weiß es ja, was für Schweine das sind. Verdammt! Und dafür liebe ich sie ja so! Sie, die Männer, machen sich keine Gedanken. Nicht um ihr Aussehen, ihre Wirkung, ihren Geruch. Sie bahnen sich ihren Weg, unbezwingbar und unbeirrbar. Sie stehen für sich. Aber eine Frau könnte nie für sich stehen. Vielleicht ist alles wirklich ganz banal und hat mit dem biologischen Körper zu tun und den plastischen Organen, die wir daran vorfinden. Da steht halt dieser verdammte Pimmel raus beim Mann — und der gibt ihm Selbstbewusstsein, lässt ihn glauben, alles schaffen zu können.
Nicht nur, weil er so schön raussteht, weil er ihn immer beim Pinkeln daran erinnert, dass er ja wirklich was auf dem Konto, oder in der Unterhose hat, dieses gute Stück. Nein, sondern auch, weil er sich insgeheim sicherlich mit der Frau vergleicht und bei sich denkt: wie niedrig ich auch sinke und wie viele Schläge ich im Leben einstecken muss — so wie die Frau bin ich ja doch nicht, die hat nicht mal was zwischen den Beinen! Nur gähnende Leere und ein Loch, das sich Vagina nennt im Intimbereich! Wie lächerlich! Was soll man damit anfangen? Natürlich warten sie auf uns Männer und das müssen sie, anders kriegen sie ihre Lücke ja nicht gefüllt. Ich fülle eure Lücken… aber glaubt bloß nicht, ihr könntet mich festhalten. Ich lasse meinen kleinen Mann nicht einzwängen, zerquetschen, einfangen von eurer Spalte, nein! Wenn ihr Ansprüche stellt… na, dann stoße ich eben nochmal kräftiger zu und schau, dass ich schnell rauskomme, abgespritzt oder auch nicht, nur noch weg von dieser Möse, egal, wie herrlich sie duften mag und schnell nach einer anderen Frau gesucht und ihre Möse erkundet, ihre spalte erstmal glitschig gemacht, oh ja!
So denken die Männer, ich kann es hier ausbuchstabieren. Ich weiß es, weil ich viele von ihnen gehabt, geliebt habe und sie es mir gestanden. Ja, sie bilden sich ganz schön was ein auf ihren Schwengel. Und Vagina, Vagina, was soll das sein, das klingt doch nach nichts, muss ich leider zugeben. Obwohl ich sehr stolz auf meine Vagina bin, auch auf den periodischen Blutfluss und diese Frauendinge wie Menstruation. Was für ein schönes Wort! Ich menstruiere, also bin ich. Im Gegensatz zum Mann, der die Monate dumpf vorbeiziehen spürt, ohne in seinem Körper dieses reelle Zeichen zu sehen, dass nun wieder einmal ein Zyklus erfolgreich beendet oder begonnen wurde, ganz, wie man es ansieht.
Die Vagina, die ist nicht nur eine Röhre. Die ist meine Waffe. Ich sehe sie zumidnest so und mir ist egal, wie die Welt sie oder mich sieht. Mein zweites Ich. Ja, sie gibt mir Sicherheit. Ich werde ja doch immer in der Lage sein, einen Mann zu verführen. Der Duft meiner Möse soll ihn locken, soll ihn brünftig machen und aufschreien lassen und sagen lassen: ich muss, muss um jeden Preis in dieses Loch vorstoßen, zustoßen, vordringen, bevor ich das nicht schaffe, hat mein Leben gar keinen Sinn und keine Richtung mehr! Es gibt nur noch diese eine Richtung und diese Frau gegenüber hat mich am Haken. Ich versuche, ganz normal, bürgerlich zu tun und eine beiläufige Unterhaltung in Gang zu halten — aber eigentlich brennt es nur im Schritt und mein Ungetüm will losgebunden werden und losgelassen auf ihre Fotze oder auch auf ihre Brüste, ihren ganzen Körper, in die Achselhöhlen will ich auch mal hineinbohren, denn von ihr, dieser lockenden Bergnymphe, kriege ich den Hals nicht voll!
Und ja, das ist mein Triumph als Frau! Hier, im Sexuellen, herrsche ich. Mag der Mann im bürgerlichen Alltag auch höhergestellt sein und grade wegen der erwähnten Abstehung und Plastizität seines Geschlechtsorgans, auf das er sich Wunder was einbildet. Aber hier, im Bett und im Akt der Verführung, da regiere ich über ihn und führe ihn an der ganz kurzen Leine.
Denn, sagen wir’s offenraus, der Mann ist ein Gefangener seines Begehrens, lässt er sich davon zu sehr in Atem halten, dann verspritzt er sein weißes Gold, sein Sperma, zu früh und muss sich den wohlverdienten Vorwurf gefallen lassen, nicht an unsere Befriedigung zu denken.
Er muss auf der Hut sein, muss was leisten, vor allem, das Wechselspiel von Zurückhalten und Vorpreschen muss er beherrschen, sonst wird er beherrscht, ihm entgleiten die Zügel… aber wir Frauen, wir können uns ganz hingeben, können ganz Subjekt und ausgeliefert sein, ich will ja nur erfahren, was du für mich in petto hast, Punkt, mehr nicht. Es ist so, auch wenn ich mich dafür hasse: ich warte, lasse den Mann herankommen, will, dass er sich verausgabt und mir tausend Lustschauer versetzt. Meinen eigenen Orgasmus kann ich immer noch hinauszögern, das ist nicht das Problem. Ich komme, wann ich will als Frau. Aber so schnell, wie viele Männer fertig sind, kann ich ja gar nicht kommen! Also ein bisschen erregen müsst ihr mich schon. Und ich meine, ok, éinerseits verstehe ich es als Zeichen der Wertschätzung meiner Attraktivität, wenn ein Mann sehr schnell ejakuliert. Andererseits müssten sie sich doch ein bisschen im Griff haben — zumindest nach den ersten paar Malen, wenn man sich schon ein bisschen eingeübt hat als Paar, wenn man aufeinander abgestimmt und nicht mehr so nervös wie beim ersten Tastabgleich mit nackten Tatsachen ist. Wenn er sich so einfach gehen lässt, was ist ihm der sexuelle Akt mit mir dann überhaupt wert? Will er nur schnell seine Befriedigung, um wieder seine Ruhe zu haben vor dem brennenden Verlangen nach Geschlechtsverkehr? Verkehr, was für ein schönes Wort; ganz gleich wie die Autos und Züge durch die Städte rasen, ist auch dieser intimste und schönste aller Verkehre.
Aber ja, vielleicht wollen so viele Männer einfach mal kurz verkehren, wie man in einen Zug steigt, um von A nach B zu kommen. Und B, das Ziel, wäre hier, ihren Freunden erzählen zu können, sie hatten mal wieder Sex, sie haben es getan, haben eine Frau rumgekriegt und jetzt sind sie einfachc stolz auf sich und fühlen sich männlich und anderen Männern überlegen, die es nicht so weit schaffen. Ach diese Männer, immer vergleichen müssen sie, immer besorgt, ob sie nicht zurückbleiben. Aber wichtiger als die Länge seines Schwanzes wäre mir, dass einer sich mal zurücknimmt, dass er unseren Sex für so wichtig nimmt, dass er sich anstrengt, nicht gleich bei den ersten Stößen zu kommen. Aber viele sind wahrscheinlich so begierig und haben so lange Jahre auf die nächste Frau gewartet, die sich ihnen darbietet, dass sie in dem gloriosen Moment des Vollzugs einfach nicht mehr anders können und aus Scham abspritzen, Scham, nur ein einfacher Mann zu sein ohne übermäßige Sexualerfahrung, ohne spezielle Kenntnisse in der Handhabung und Engführung dieser Dinge, Organe und Vorgänge. Aber nun gut, dazu sind wir Frauen da. Man muss die Männer immer beruhigen, ihnen das Gefühl geben, sicher aufgehoben und gut verwahrt zu sein, dass nichts schiefgehen kann, dass man sie liebhaben wird, egal was kommt; das habe ich aus zahlreichen Erfahrungen gelernt. Wenn man so rangeht, dann lässt sich der Mann länger dazu bringen, es zu treiben, im penetrativen Akt, ohne zu schnell zu kommen.
Aber ich finde, es sollte sowieso normal sein, dass der Mann viel mehr Zeit der Befriedigung der Frau widmet und zwar auf anderen Wegen, mit Händen oder der Zunge an ihrer Muschi ansetzt und sie leckt, saugt, zieht, alle Körperstellen abküsst, bis die Frau schreit und kommt. Ja, und hier kann man eben viel länger ziehen, was paradox ist. Einerseits sind wir Frauen empfindlicher, reizbarer, wolllüstiger, andererseits aber kommen die Männer schneller zum Ende trotz ihrer im Vergleich zu uns wohl mageren Lustschauer, die ihnen kaum mal ein Stöhnen, höchstens ein leichtes Keuchen und grenzdebiles Luftschnappen kurz vor dem Orgasmus abringen.
Viele Männer denken, es sei doch normal, dass die für Oralbefriedigung aufgewendete Zeit paritätisch verteilt sein müsse. Aber nein, der Mann sollte zehnmal mehr Zeit an der Möse lecken als die Frau an seinem Schwanz. Leider lassen die meisten jungen Gören heute alles mit sich machen und nehmen es als selbstverständlich gegeben, dass sie dem Mann erstmal einen blasen sollten und er sich dann eventuell nicht mal dazu herablässt, es ihnen wenigstens mit gleichem Zungenschlag zu vergelten. Es hat alles mit der Pracht und Würde dieses Organs zu tun.
Der Penis, ich komme einfach nicht um ihn rum. Natürlich könnte man auch einen Dildo verwenden. Aber doch ,es hat was ganz mysthisches, zu denken, dass er, der Mann, nun sein filigranes Werkzeug in mir einsetzt. Auc hwenn die Klitoris ja viel empfindlicher ist als die Scheideninnenwände und man deshalb eigentlich leichter zum Höhepunkt kommt durch orale Befriedigung oder Handarbeit — aber es ist doch ein unvergleichliches Gefühl, ihn in sich zu spüren, ihn, den Mann, vertreten durch seinen intimsten Teil, nicht seine Hand, nicht seinen Mund, sondern seinen Penis, seinen Stock, sein hartes Gerät, das er ansetzt, wenn’s ihm zu heiß wird, wenn er in Wallung gerät. Und ich weiß schon, wie ich das mache, ihn in Wallung zu versetzen, das ist das kleinste Problem.
Und ja, zu denken, er bewegt sich jetzt in mir und fühlt dabei auch was ganz besonderes, das ist das Höchste. Was Besonderes für ihn, einerseits in dem Sinne, ganz physiologisch gedacht, dass seine Nerven auf der Eichel und am sonstigen weichen Penisgewebe jetzt aufs Äußerste stimuliert werden. Und sicher tut auch ein Blowjob gut, aber die Vaginawände, glaube ich, stimulieren und reiben doch noch mal anders, sind ja extra dafür angefertigt, ihn, das männliche Geschlechtsteil, wohlsamten und getreu der Passform aufzunehmen. Aber andererseits — und vielleicht erregt das ihn noch viel mehr — ist da ja diese symbolische Sache, den Akt mit einer echten Frau zu vollziehen, endlich nicht mehr auf Masturbation angewiesen zu sein, die soziale Stellung, die gehabter Sex vermittelt, all das also muss sich in ihm aufballen zu einem Berg, den er zu stürmen meint, wenn die Frau sich ihm ausliefert, sich nackt auszieht und ihn verlockend zu sich ins Bett ruft. Endlich in einer Frau sein, endlich ein ganzer Mann sein, endlich selbstsicher und gewappnet für das Leben durch die Straßen gehen. Wer einmal in einer Frau war, dem öffnen sich alle Türen, der glaubt wieder an sich, mag er vorher auch noch so verloren und verdrießlich gewesen sein.
Aber gut, brechen wir an dieser Stelle ab, ich spekuliere zu viel. Ich sage hier ganz deutlich und ehrlich: diese sprudelnden Selbstbekenntnisse und Imaginationen sind auch nur Früchte meiner unbefriedigten, darniederliegenden Libido. Ich wünsche mir so sehr, dass er, egal wer, oder sagen wir, fast egal wer, kommt und mich nimmt. Mich an der Hand nimmt, mich in ein Café ausführt und endlich den nächsten Schritt tut und mich über die Wäscheleine ins Bett stolpern lässt. Ja, er soll mich flachlegen oder was auch immer ihm für ein Wort gefällt, zu benutzen, um das zu umschreiben, worauf wir alle so geil sind. Aber das mit der Wäscheleine und dem Stolpern finde ich am schönsten, weil es eine gewisse Unschuld ausdrückt, so, als würde man dadurch ungeplant und ungewollt im Bett landen. Aber jetzt, wo man schon einmal liegt, da wäre es doch Verschwendung, sich nicht ein paar gegenseitige Streicheleien zu verschaffen…
Kommentare
Neuer Kommentar