Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#193 Blüten der Liebe

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00:00:00 English intro
00:24:59 Deutsche Lesung 00:27:45 English intermezzo 00:28:42 Deutsch: Brief an Hiku
00:30:47 English
00:34:38 Deutsche Lesung
00:38:05 English interlude
00:42:15 Deutsch: Brief an Liliya
00:53:10 Final words to Hiku
00:57:19 Español dirigiendome a mi Spätzlecita, mi primer y último amor

Double Mill — Zwickmühle
Zuneigungsbekundung
Blüten der Liebe

Letter to Hiku: (English translation below)

Also lieber Hiku, vielleicht kommt dir all das Spanisch vor. Aber so bin ich nun mal, verschroben, halte Zwiegespräche mit meinem inneren Gewissen oder internen Controller, um so meine psychischen Probleme und Errungenschaften besser zu verstehen und einzugrenzen. Ich empfehle es dir auch, du könntest genau wie ich einen Podcast machen… aber im Grunde ist das gar nicht nötig, denn hiermit möchte ich dir meine gesamten englischen Episoden schenken. Und zwar, weil man als Künstler das Werk immer irgendwie verschenken muss — schließlich fühle ich, es auch nicht nur aus mir selbst geschaffen zu haben, sondern zuerst befruchtet worden zu sein von der Außenwelt. Ich schenke dir all dies also, damit du es an Liliya weiterschenken kannst, wenn du möchtest. Denn eure Liebe ist noch jung und braucht sicher auch Stabilisierung in Form von gegenseitigen Aufmerksamkeiten und Zuneigungsbekundungen. Alles, was ich für Liliya im Podcast gesprochen habe, hast also du an meiner Stelle gesprochen und es ist jedenfalls Ausdruck deiner Liebe zu ihr. Es würde mich freuen, wenn du dieses Geschenk annähmest, denn ich fühle mich besser jetzt in dem Wissen bzw. der Annahme über eure Liebe und Verbindung, nachdem sich durch meine instagram-Funde die Hypothese erhärtete, dass ihr beiden, Liliya und du, noch zusammen seid, was ich in Zweifel gezogen hatte, da Liliya nur ein einziges Mal von dir gesprochen hatte und ich dachte, sie würde vielleicht auch gerne eine Beziehung mit mir anfangen… aber vielleicht war sie eben auch einfach nur unsicher und zerrieben zwischen zwei Polen, so wie auch ich zwischen der Treue zu meiner peruanischen Ex-Freundin und der neu entflammten Zuneigung zu Liliya. Denn irgendwie fühlte ich mich immer unsicher, wie weit ich gehen dürfe in meinen Zuneigungsbekundungen zu anderen Frauen, wie etwa der Chinesin, die ich in der Schweiz traf und der ich den Spitznamen »spring« gab. Also das fühlte sich ganz komisch an damals, dieses Date und das Reden darüber danach im Podcast. Aber das war wohl so, weil ich implizit die Maßstäbe meiner Ex-Freundin anlegte, die eben sehr rigoros ist und in Bezug auf die Polyamorie absolut kein Verständnis für meine Ansichten und Überzeugungen hat. Jedoch wurde mir jetzt klar, so hätte ich mich gar nicht fühlen müssen, so unsicher, denn vielleicht ist Liliya in diesem Bereich ja aufgeschlossener und offener für alternative Beziehungskonzepte.

Daher fühle ich nun, dass ich mich zunächst auf spring und andere Möglichkeiten der Liebe oder Freundschaft konzentrieren sollte, bevor ich mich wieder Liliya zuwende — wobei ich ja sowieso weiter darauf warten werde, dass sie den ersten Schritt macht und auf mich zukommt, es liegt ganz in ihrer Hand. Was ich meine ist, nur, spring und auch meine Ex-Freundin, da gibt es noch viele Dinge zu klären und so Gott will vielleicht sogar wieder zu lieben, sich gegenseitig ineinander und übereinander hinaus zu stürzen. Das könnte geschehen oder auch nicht, aber jedenfalls habe ich für all das jetzt ein sehr gutes Gefühl, wo ich weiß, dass Liliya ja nicht auf sich allein gestellt ist, sondern dich hat, und die Entwicklung der Liebe zwischen euch sicherlich auch noch Zeit und Muße braucht, schließlich kennt ihr euch ja wahrscheinlich auch erst höchstens ein Jahr, da Liliya mir sagte, ihre Reise im Februar 2022 sei ihre erste ins Ausland gewesen. Das erste Jahr ist immer turbulent in einer Beziehung, zumindest nach meiner Erfahrung. Daher wünsche ich euch beiden, dass ihr eure Verbundenheit und Zusammenstimmung weiter entwickeln könnt und die Blüten eurer Liebe erblühen mögen, um sich auf alle eure Freunde und Bekannten zu ergießen.
Ich weiß nicht, was deine Haltung zur Polyamorie ist, vielleicht bringen dich meine Podcasts ja auch zum Nachdenken, falls du zuhören möchtest. Ob sich zwischen Liliya und mir in Zukunft etwas entwickeln kann, steht in den Sternen, aber zwischen euch ist sicher noch nicht das letzte Wort gesprochen, noch nicht alles versucht und ergründet, was nötig zu ergründen wäre. Genau so fühle ich es auch in Bezug auf meine Ex-Freundin. Viel zu schnell verstrickt man sich in einer Beziehung in Streitigkeiten, ohne zu merken, wie einem der Sand der Zeit durch die Finger rinnt und einen trennt von der wundersamen Möglichkeit der Zweisamkeit, der Eingeschlossenheit und Einkapselung in der wohltuenden Liebesblase. Jedenfalls habe ich das Gefühl einer tiefen Verbindung und Zuneigung zu dir, denn auf deinem instagram-Profil entdeckte ich, dass du in derselben Branche wie ich arbeitest und gleich alt zu sein scheinst. Aber die größte Gemeinsamkeit zwischen uns ist natürlich die Liebe zu Liliya, dieser einzigartigen ukrainischen Sonnenblume. Ja, zugegebenermaßen tut es manchmal weh und versetzt einem einen Stich, zu denken, ein anderer könne sie auch lieben, sie könne sich anderen zuwenden, für sie entflammen und man selbst könne eben nicht für immer und ewig dieser eine ganz passende Baustein für sie sein, der sie für immer komplettieren und ausfüllen wird.

Aber lieber Hiku, wenn du das fühlst, dann gestehe ich dir, dass es mir ja genauso geht und diese negativen Gefühle für mich aber ein valider und befruchtender Teil der Liebe sind, die ihr auch ganz neue Dimensionen eröffnen können. So wie ich Liliya sehe, ist sie eine Frau, die so unabhängig, autonom, vielseitig und neugierig auf die Welt ist, dass ein einzelner Liebhaber sowieso nicht alles liefern könnte, was sie verlangt, wonach sie dürstet, was sie verdient als diese magnifiziente Person, die sie ist. Deshalb meine ich, hat es sich nach dem initialen Frust doch wieder sehr gut angefühlt, an dich und sie zu denken und dass sie mit dir zusammen ja wichtige Erfahrungen in der Liebe sammeln kann, wichtige Lehreinheiten absolvieren, die auch ihr späteres Liebesleben bereichern können.
Das ist das Paradox der Eifersucht, warum sollte man sich grämen, die geliebte Person an der Hand einer anderen zu sehen, wenn sie dort doch offenkundig wichtige Dinge über die Liebe lernen kann, die später auch mir selbst wiederum zugute kommen könnten, sollte sie sich mir wieder zuwenden?
Eine absolute Sicherheit kann es nicht geben in der Liebe, man kann nicht haargenau prognostizieren, wann und warum Gefühle erkalten und eine Beziehung erstickt. Aber ich für meinen Teil habe jedenfalls nun das gute Gefühl, dass Liliya eine Chance für meine Zukunft sein kann, eine unglaublich vielversprechende, deren überwältigender Glanz mir auch eine Heidenangst einjagt, aber im Moment möchte ich mich noch auf meine Ex-Freundin oder andere Liebeschancen konzentrieren, zumindest sofern Liliya ebenso eisern und stur wie ich bleibt und im Büro keinen Schritt auf mich zumachen möchte, wobei selbst dann unsere Beziehung ja noch eine gute Weile in freundschaftlichen und kollegialen Bahnen bleiben könnte.
Dies ist eben meine Passion, zu ergründen, wie das gehen kann, einerseits dieses erotische Entflammen und Entzücken zuzulassen, nicht beiseite zu schieben und andererseits trotzdem eine reale soziale Beziehung zu dieser Person aufzubauen, die eben nicht notwendig oder nicht von Beginn an eine Liebesbeziehung sein muss. Wie dem auch sei, euer Privatleben geht mich ja eigentlich nichts an und es tut mir ein wenig leid, euch auf instagram nachgestiegen zu sein, aber manchmal ist man eben neugierig.

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Liebe Liliya,

bis jetzt habe ich vielleicht nicht ganz verstanden, was dein zögerliches Verhalten zu bedeuten hatte. An Weihnachten in deinen Telegramnachrichten ebenso wie danach im neuen Jahr bei der Arbeit. Du blockst meine zarten Versuche einer emotionalen Tuchfühlung ab und tust mit deinen Bemerkungen über die Arbeit und über die »Personalabteilung« so, als hätte ich dir irgendwelche ungebührlichen, anzüglichen, belästigenden Ansprachen zukommen lassen. Mag sein, dass meine Kommunikation und Wortwahl ungeschickt war, aber eine solche Reaktion hatte ich doch nicht verdient, war ich mir sicher, daher grollte ich und schwor mir, nie mehr zu dir zu kommen, solange du nicht endlich auch mal einen ersten Schritt auf mich zumachtest. Mit deiner Abwehrhaltung lässt du es so aussehen, als habe ich dich verführen wollen, dabei wollte ich ja nur diese zarten Gefilde ergründen, die umso ambivalenter waren, da ich ja davon ausgehen musste, dass du weiterhin in einer Beziehung mit Hiku warst und ich selbst erst frisch getrennt von meiner Freundin, wovon du freilich noch nichts wusstest.
Jedenfalls konnte ich es damals gar nicht begreifen und dachte, ja, wenn du keinen Kontakt mehr willst, soll es mir recht sein, mir war es zwar immer sehr angenehm, zu dir an deinen Schreibtisch zu kommen und eine nette Weile zu plaudern, aber andererseits, wenn es so schwer für dich ist, diese Geste nur einmal zu erwidern und zu mir zu kommen, dann stößt mich das irgendwie auch ab und ich habe keine Lust mehr; im Grunde war ich ganz froh, darüber hinweg zu sein über diese ungleiche Situation, wo stets ich zu dir kommen und mich fragen musste, warum du diese Position präferierst und mich ignorierst, solange ich nicht den ersten Schritt auf dich zu mache.

Ja, auch wenn ich unsere Gespräche aufs Äußerste vermisste, war ich mir ab Januar doch auch irgendwie bewusst, aus einer ungreifbaren, latent bedrohlichen Situation gütlich herausgekommen zu sein. Denn natürlich fühlte ich, wie ich mich in dich verliebte, verlieben wollte und meinte in deinen Gesichtszügen, deinen Körpergesten und sonstigen Haltungen vielleicht eine Reziprozität dieses Liebesverlangens zu erkennen. Um das zu entschärfen, wäre es umso förderlicher gewesen, unsere Beziehung auf eine gleichgestellten Kollegen angemessene Ebene zu hieven, was aber aus meiner Sicht zwingend bedeutet hätte, dass du nicht immer mir den ersten Schritt der Kontaktaufnahme und Gesprächsanbahnung überließest. Da du das aber stur tatest die gesamten vier Monate deines Praktikums bis Weihnachten, konnte ich nicht anders, als mich zwar betrübt, aber auch erleichtert und einer schwer auszuweichenden Sorge entledigt zu fühlen im Januar.

Was ich bisher nicht verstand, war, dass du vielleicht nachvollziehbarerweise überrumpelt und dir selbst noch unsicher warst, wie du mit dieser Situation der sich aufstauenden Liebesgefühle zwischen mir und deinem Freund umgehen solltest.
Denn irgendwie dachte ich, vielleicht hätte eure Beziehung schon wieder geendet, jedenfalls kamst du nicht oft auf ihn zu sprechen in unseren Konversationen, vielleicht nur ein einziges Mal. Aber jetzt wo ich eure Bilder auf instagram sah, zudem das kurze Video aus Spanien, verstehe ich, dass du ebenso wie ich in einer schwierigen Situation zwischen verschiedenen Liebesmöglichkeiten warst und bist. Deine Reise nach Spanien hatte ich schon im April auf instagram gesehen, als ich begann, die englischen Folgen, die an dich adressiert sind, zu veröffentlichen. Aber was ich nicht gesehen hatte, war dass Hiku da war, nur ganz kurz zu sehen auf dem einen Video, wo du so allürenhaft und glitzerhaft wie du bist die Schönheit dieses sonnigen Tages im madrilenischen Frühling gekonnt in Szene setzt und dich dabei betont lässig gabst, welchen Habitus du mit einem Schuss Schüchternheit würztest sowie mit aufreizenden Schulter-, Nacken und Armbewegungen. Verzeih, wie ich dein Auftreten analysiere. Aber ich muss, da es mich so umtreibt, zu wissen, woher dieser Glanz an dir kommt, diese Zauberhaftigkeit deines Wesens, die sich ganz klar auch in diesem Video zeigte. Allerdings machte mir nun Hikus Präsenz dort auch klar, dass es ja keine Eile hat, dich zu lieben und sogar angebracht sein könnte, der sicher noch in der Aufbauphase befindlichen Beziehung zwischen euch beiden freies Geleit zu geben und nicht zu interferieren durch praktische Eingriffe, auch wenn meine Podcasts natürlich schon eklatante Interventionen theoretischer Natur darstellen.
Jedoch gab mir vor allem der Anblick des einen kleinen Bildes, das euch vor Kurzem im Urlaub in Salzburg zeigte, die Gewissheit, dass ich selbst auch viel zu vorsichtig und zögerlich war in den letzten Monaten dabei, andere Liebeswege zu verfolgen. Denn zwischen uns besteht ein Einverständnis, das so schnell nicht kaputt gehen kann. Aber vermutlich ist es am besten, uns nicht jetzt zu diesem Zeitpunkt zu lieben. Was wir stattdessen tun können, nun, das müssten wir gemeinsam ergründen. Aber ich muss nun vor allem diesen anderen Frauen Komplimente oder gar Podcasts schenken, die ich über die letzten Monate vernachlässigte, da ich in der Fixierung, ja dem Wahn, der auf dich zielte, gefangen war.

Was ich meine ist, dass es hier im Café, wo ich diese Zeilen schreibe, mehrere mir attraktiv erscheinende Kellnerinnen gibt. Vor allem der Fakt, dass sie alle schon mindestens zehn Jahre älter als ich sind, reizt mich, da ich mich in eine ältere Frau verlieben möchte, um zu ergründen, warum die Jugend so förderlich für die Liebe scheint und was es mit dem heute um sich greifenden Jugendwahn auf sich hat. Aber mit ihnen konnte ich in den letzten Monaten und Jahren nie so frei sprechen und sie kennenlernen wie mit dir, was daran liegen mag, dass die monogame Einstellung meiner Ex-Freundin einen Druck auf mich ausübte und ich das Gefühl hatte, selbst schon jemanden ein wenig kennenzulernen wäre eine Grenzüberschreitung.
Was es ja auch ist, zumindest fühlte es sich bei dir so an, unsere Gespräche vermittelten mir bereits den Eindruck einer weitreichenden Intimität, Vertrautheit und eines stetig wachsenden Vertrauens, Zutrauens und Zugeneigtseins zwischen uns.

Liebe Grüße
Simon

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ENGLISH TRANSLATION (with help of google)

So dear Hiku, maybe all this sounds Spanish to you. But that's the way I am, cranky, holding dialogues with my inner conscience or internal controller in order to better understand and narrow down my psychological problems and achievements. I recommend it to you too, you could do a podcast just like me… but basically it's not necessary because I want to give you all my english episodes. And that's because as an artist you always have to give the work away somehow — after all, I feel that I didn't just create it myself, but that I was first stimulated by the outside world. So, I am giving you all this so you can give it to Liliya if you wish. Because your love is still young and certainly needs stabilization in the form of mutual attention and expressions of affection. So everything I spoke for Liliya in the podcast, you spoke for me and it is definitely an expression of your love for her. I would be delighted if you would accept this gift as I feel better now in the knowledge/acceptance of your love and connection after my instagram findings corroborated the hypothesis that you two, Liliya and you, are still together, which I had doubted since Liliya had only spoken of you once and I thought maybe she would also like to start a relationship with me… but maybe she was just insecure and torn between two poles, so did I between loyalty to my Peruvian ex-girlfriend and the recently kindled affection for Liliya.
Because somehow I always felt insecure about how far I could go in my declarations of affection for other women, such as the Chinese woman I met in Switzerland and who I nicknamed »spring".
Well, that felt very strange back then, this date and talking about it afterwards in the podcast. But that was probably because I was implicitly applying the standards of my ex-girlfriend, who is very strict and has absolutely no understanding of my views and beliefs when it comes to polyamory.
However, I now realized that I shouldn't have felt that way, so insecure, because maybe Liliya is more open-minded and open to alternative relationship concepts in this area.

So I now feel that before I turn my attention back to Liliya, I should focus on spring and other avenues of love or friendship first — although I'll continue to wait for her to make the first move and come up to me anyway, it lies entirely in her hands. What I mean is, with spring and my ex girlfriend there are still a lot of things to sort out and maybe even love again,God willing, tumble into and over each other. That might or might not happen, but anyway I have a very good feeling about all of this now that I know that Liliya is not on her own but has you, and the development of the love between you will certainly take time and after all, you've probably only known each other for a year at most, since Liliya told me that her trip in February 2022 was her first abroad. The first year is always tumultuous in a relationship, at least in my experience. Therefore, I wish you both that you can further develop your connection and togetherness and that the blossoms of your love may grow and bloom so they can be poured out on all your friends and acquaintances.
I don't know what your stance on polyamory is, maybe my podcasts will get you thinking too, if you want to listen. Whether something can develop between Liliya and me in the future is written in the stars, but the last word has certainly not yet been spoken between you two, not everything has been yet tried and explored that needs to be explored. That's exactly how I feel about my ex-girlfriend. It is far too easy to get caught up in arguments in a relationship without noticing how the sands of time are slipping through your fingers and separating you from the wondrous possibility of togetherness, of being locked in and encapsulated in the soothing bubble of love.
Anyway I feel a deep connection and affection for you because on your instagram profile I discovered that you work in the same industry as me and seem to be the same age. But our greatest similarity is of course our love for Liliya, this unique Ukrainian sunflower. Yes, admittedly it sometimes hurts and gives you a pang to think that someone else could love her too, that she could turn to others, could ignite for them and that oneself couldn't just be that one very suitable building block for her forever and ever, who will forever complete and fill her.

But dear Hiku, if you feel that, then I confess to you that I feel the same way and that for me these negative feelings are a valid and fertilizing part of love, which can also open up completely new dimensions for it. The way I see Liliya, she is a woman who is so independent, autonomous, versatile and curious about the world that a single lover could not provide everything she desires, thirsts for, what she deserves as this magnificient person anyway who she is. That's why I think, after the initial frustration, it felt really good to think of you and her and that together with you she can gain important experiences in love, complete important lessons that can also enrich her later love life.
That is the paradox of jealousy, why should one grieve at seeing one's loved one holding the hand of another when obviously there they can learn important things about love that could later benefit me too should they turn back to oneself?
There can be no absolute certainty in love, one cannot predict exactly when and why feelings will grow cold and a relationship will suffocate. But for my part, I have a good feeling now that Liliya can be an opportunity for my future, an incredibly promising one whose overwhelming brilliance also scares the shit out of me, but for now I still want to focus on my ex-girlfriend or other love opportunities concentrate, at least as long as Liliya remains as iron and stubborn as I am and does not want to approach me in the office, although even then our relationship could remain friendly and collegial for a good while.
This is my passion, to find out how it can work, on the one hand allowing this erotic inflamation and delight, not pushing it aside, and on the other hand building a real social relationship with this person, which is not necessarily or not from the beginning must be a love relationship.
Anyway, your private life is none of my business and I'm a little sorry to have followed you on instagram, but sometimes you just get curious…

——————————————

Dear Liliya,

until now I may not have fully understood what your hesitant behavior meant. At Christmas in your telegram messages as well as afterwards in the new year at work. You block my tender attempts at emotional intimacy, and by your comments about work and "Human Resources" you pretend I've made some sort of improper, suggestive, harassing speech to you. It may be that my communication and choice of words was clumsy, but I wasn't sure I deserved such a reaction, so I growled and vowed never to come to you again until you finally took the first step. With your defensiveness you make it appear as if I wanted to seduce you, when all I wanted to do was explore these delicate areas, which were all the more ambivalent since I had to assume that you were still in a relationship with Hiku and I was only recently separated from my girlfriend, which of course you didn't know anything about. In any case, I couldn't understand it at all at the time and thought, yes, if you don't want to be in contact anymore, that's fine with me, I always liked coming to your desk and chatting for a nice while, but on the other hand , if it's so hard for you to return this gesture just once and come to me, then somehow that repels me too and I don't feel like it anymore; basically I was quite happy to be over this unequal situation, where I always had to come to you and ask myself why you prefer this position and ignore me as long as I don't make the first step towards you.

Yes, even though I missed our conversations terribly, from January onwards I was somehow aware that I had gotten out of an intangible, latently threatening situation amicably. Because of course I felt like I was falling in love with you, wanted to fall in love and thought I might recognize a reciprocity of this desire for love in your facial features, your body gestures and other attitudes. In order to defuse this, it would have been all the more beneficial to raise our relationship to an appropriate level with colleagues who were equals, but from my point of view this would have necessarily meant that you did not always leave the first step of establishing contact and initiating a conversation to me. But since you stubbornly did that for the entire four months of your internship leading up to Christmas, I couldn't help but feel sad yet also relieved and freed from a worry that was difficult to avoid in January.

What I didn't understand until now was that you were understandably taken by surprise and still unsure how to deal with this situation of the pent-up feelings of love between me and your boyfriend.
Because somehow I thought maybe your relationship had already ended, anyway you didn't mention him often in our conversations, maybe only once. But now that I saw your pictures on instagram, also the short video from Spain, I understand that like me you were and are in a difficult situation between different possibilities of love.
I had already seen your trip to Spain on instagram in April when I started publishing the English episodes addressed to you. But what I hadn't seen was that Hiku was there, only very briefly seen on the one video where you, as airy and glittering as you are, skilfully staged the beauty of this sunny day in Madrilenian spring and acted deliberately casual, which habit you spiced up with a dash of shyness and charming shoulder, neck and arm movements. Forgive me for analyzing your demeanor. But I have to, because I'm so concerned about knowing where this shine in you comes from, this magical nature of your being, which was also clearly shown in this video.

However, Hiku's presence there also made it clear to me that there is no hurry to love you and that it might even be appropriate to give the relationship between you two, which is certainly still in the development phase, safe conduct and not to interfere with practical interventions, too although my podcasts are, of course, blatant interventions of a theoretical nature.
However, the sight of the one small picture that showed you recently while on vacation in Salzburg gave me the certainty that I myself was much too cautious and hesitant to pursue other love paths in the last few months. Because there is an understanding between us that cannot be broken so quickly. But it's probably best not to love each other now, at this point. What we can do instead, well, we'd have to figure that out together. But above all I have to give compliments or even podcasts to these other women, whom I have neglected over the past few months because I was caught in the fixation, even the madness that was aimed at you.

What I mean is that here in the café where I am writing these lines there are several waitresses who seem attractive to me. Especially the fact that they are all at least ten years older than me appeals to me, because I would like to fall in love with an older woman, to find out why youth seems so conducive to love and what it is about today gripping youth mania.
But in the last few months and years I have never been able to talk to them and get to know them as freely as I have with you, which may be because my ex-girlfriend's monogamous attitude put pressure on me and I had the feeling that I was already someone getting to know little would be crossing borders.
Whatever it is, at least that's how it felt for you, our conversations already gave me the impression of a far-reaching intimacy, familiarity and an ever-growing trust, confidence and affection between us.

Best regards
Simon


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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