Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

Violet Bent Backwards Over the Grass 🇺🇸

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00:00:00 Deutsch: Saskia Sturmfrei und die Damen des Country-Clubs 00:21:47 English interlude: rambunctious
00:23:30 Deutsch: Interviews
00:31:35 English: self-set scales
00:36:44 Deutsch: enttäuscht
00:44:50 Tawdry English

Lana del Rey: Violet Bent Backwards Over the Grass, Simon & Schuster, London, 2020

Saskia Sturmfrei wurde schon in der Folge „Luisa Lorbaß“ behandelt, die ich am Vortag des Aufnahmetags der vorliegenden aufnahm.

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Literarische Maßstäbe

Interview
Mau

Herr Rohrkniff. Nun seien wir mal ganz ehrlich. Was Sie sich leisten… das ist unter aller Sau. Sie setzen die Maßstäbe mal um mal herab mit ihren Schweinereien. Das soll als Literatur durchgehen? Na, mag man sagen, ok, das mag ja noch angehen… wenn mans als eine Art Vorarbeit zum eigetnlich zu erledigenden Tun begriffe. Was Sie aber nicht tun. Sie schwadronieren und literarisieren immer nur vom Miteinander-Treiben, von zueinander ins Bette steigen… aber sie trauen sich nie heran. Selbst wenn das Bett einer holden Dame vor Ihnen stünde und sie selbst drin läge und mit den Armen einladende Bewegungen machte / winkte— Sie stiegen nicht hinein, ausgeschlossen, da bin ich mir sicher. So gut kennen wir Text-Exegeten Sie mittlerweile, wir konnten ja durch das literarische Fenster, das Sie letztens derart weit aufstießen, in ihren Innenbau hineinspähen.

Ja, ich sehs ja auch so, genau so wie Sie. Ich bin unter aller Sau. Vor allem bin ich sehr mau. Gehe grade so als Mensch noch durch — aber nicht als Mann. Dazu bräuchte es ja… oh Schauder. Ich denk lieber nicht dran.

Ja, ganz recht: dazu bräuchte es den AKT und den firmen Willen zu ihm, den Sie wohl niemals aufbringen werden, Sie sind ja zu beschäftigt und regelrecht süchtig danach, Ihre Seiten vollzuschmieren.

Exakt. Und in dieser Schmiererei liegt auch meine Angst begründet. Alles, was ich tue, richtet Sich an der obersten Maxime aus: bloß nie eine Frau berühren. Also mit den Augen - gerne. Und vielleicht tut es sogar gut, diese vorbeugende Arbeit des visuellen Abtastens zu leisten, nämlich um sich zu galvanisieren und mithin abzuhärten. Oder auch um sich satt zu sehen und zu spüren, ja, das war doch schön, jetzt hab ich genug erfahren und erlebt und kann wieder heim gehen. Aber sich ins Bett zu legen… sich ganz nackt anschauen zu lassen, und gar befassen — das geht mir gegen den Strich.

Und warum tut es das, wenn doch jeder normale Mensch eingesteht, das sexuelle Vergnügen sei das höchste und hellste von allen?

Weil ich eben gern gegen die Welt und die in ihr herrschenden Gedanken anlebe. Darum ist es für mich also das niedrigste aller Vergnügen. Sicher, man könnte sich mal näherkommen und materiell berühren. Aber nur unter äußersten Sicherheits-Gesichtspunkten und nur nach Treffen aller nur erdenklichen Maßnahmen, die sicherstellen…

Ja, was wollen Sie denn sicherstellen?

Eben das. Was wir alle sicherzustellen gezwungen sind. Dass uns nicht der Strom oder der Wasseranschluss abgedreht wird. Dass wir weiterhin die Miete bezahlen können und mithin nicht rausgeworfen werden samt Sack und Pack auf die Straße. Um dies zu gewährleisten, muss ich wertvolle Dinge für den Tauschmarkt herstellen.
Und diese Dinge, Sie erraten es leicht, sind meine Texte. Damit denen aber der letzte Schliff, die absolute Verwegenheit und die feine Würze nicht abhanden kommt, muss ich an anderer Stelle kürzen. Bei meinen Intim-Vergnügungen nämlich. Fiele ich auch nur ein einziges Mal in das Bett einer dieser vielbeschworenen holden Damen hinein… oh je, es wäre um mich geschehen, ich wär verloren.

Was wäre dann geschehen?

Ganz einfach, meine Spitze bräche ab, der literarische Schleifhammer verlöre seine Wirkmacht. Denn ohne dass man unglücklich liebt und jemanden anschmachtet, lässt sich nichts Rechtschaffenes produzieren auf literarischem Gebiete, zumindest ist das meine Lehre. Und um ihr treu zu sein, liebe ich nicht, höchstens in Gedanken.
Ich möcht mit Ihnen nicht zanken. Lassen Sie mir meine Schrift - ich überlasse Ihnen die Frauen. Sie können sie alle anschauen… oder was auch immer Ihnen beliebt mit ihnen tun, solange es nicht gegen Sitte und Gesetz verstößt.

Aha. Sie sind also ein Sittenwächter.

Exakt. Und die Liebe ist eine Unsitte. Ohnehin traut sich heute ja kaum noch jemand an sie heran. Da bin ich mit meiner von vornherein ehrlichen Offenheit im Negativen nur ein leuchtendes Beispiel der Selbsterkenntnis und des Handelns nach selbstgesetzten Maßstäben.

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Aber jetzt mal ehrlich. Ich muss doch nur erklärn, ich…

hätt dich so gern, dürft ich dich störn, ich mir ist …

ich produziere wie ein kraftwerk
ohne unterlass noch ehre mach ich mehr
ich wälze mich daher
oh, wie schön es wär…
so geht mein geheimrezept
ich halts geheim, dass niemand es entdeckt

denn bin ich erstmal ein literarischer stern
dann hätten viele frauen mich gern
um meine liebesfähigkeit zu testen
geh ich zuvor ins bordell, das wär das beste
dann weiĂź ich schnell, bin ich bereit
oder noch nicht so weit?
wo hakt, wo hängt es noch?
verfängt sich der docht?
brennt er, entzĂĽndet sich wie gewĂĽnscht, er
der, auf dens ankommt, das brennmaterial
in der hand halten, bisher wars mir egal
doch langsam näher ich mich an
wie bei der landung am d-day in der normandie
die boote, die soldaten, sie robben sich ran
meter um meter, zwar trommeln die schĂĽsse, doch sie weichen nie
gehts mir an die nüsse, dann will ich schön eichen, was ich ausspie

…

Ich schreibe, ich schreibe… liebe Leute, falls ihr euch fragt, warum ichs nicht wag, dass alles rauszupublizieren, der Grund ist einfach: mein Schreiben betrifft mein Leben, so ists mit allem, was ich hab zu geben. Und da will ich mir nicht in die Karten, noch unter die Bettdecke oder in die Unterhose schauen lassen, drum fühl ich: das Publizieren kann warten. Erst mal wär ich gern im Klaren: was will ich eigentlich? Möcht ich eine Frau bespringen? Oder nur immer weiter drüber singen? Ich spüre: sobald all das draußen wäre, meine Texte, in denen ich erkläre, warum es mir so gut geht, natürlich, weil ihr mir zuseht, beim Schreiben in der Bahn oder irgendwann, ihr schönen Frauen… und ich stell mir vor, irgendwann könnte ich auch mal schauen, euch in die Augen hinein und würde fallen in diese Grube, eingesogen vom Strudel…

Ich sollte mal publzieren, so wollt ihr mich inspirieren? Oh nein, oh nein, das alles bleibt drin und versteckt…
Ich muss erfahren, wie es ist, in eine Frau einzufahren. Bisher tat ich das nicht. Ja, ob ihrs glaubt oder nicht. Ich, mit 29 Jahrn, bin Jungfrau, denn ich wartete immerzu darauf, dass mal eine Frau würde sehen, ich bin noch zu haben, sie könnt mit mir gehen, drum sollte sie fragen, junger Herr, darf ich es wagen, nach einem Treffen, einer kleinen Unterhaltung mit ihnen zu fragen oder gern lediglich auch, nur Sie ein Stück zu begleiten? Dürfte ich wissen, was es ist denn, was Sie so eifrig hämmernd in die Tasten tippen? Hätten Sie Interesse, auch mal ein paar Zeilen für mich einzutippen?

Oh sicherlich, freilich, liebend gerne, so antwortete ich dann, für Sie, meine Liebste, lass ich mir einfallen ein paar neue Sterne, hol sie herab, greif sie mit Händen, kein Gut ist knapp, alle Worte und Begriffe kann ich wenden. So soll es nicht enden, oh nein, käm ich jetzt groß raus, im Anhang meiner Texte, dann wär das das Letzte… denn es würde mich mit einem Schlag berühmt machen und all die Frauen am Busbahnhof wüssten, das ist er, der schreibt so unsägliche Sachen.

Ich will aber, dass sies von außen erkennen, mich auswählen und benennen: das ist der Mann, dem schmieg ich mich an, weil er allein es kann… was so viele nicht können, weder Frauen noch Männer. Niemand kann schreiben, kann neue Gedanken aufziehen und ausbleichen, bis sie reif sind.

Das würde mich stählen, würde ne Frau mich durchdringen, durchblicken, durchschauen. Würde sie sich aufschaukeln und den Schritt wagen… den Takt haben, letztlich in meinen Schritt zu graben, bis wir nackt lagen. Ja, so wünsch ichs mir. Und was ist daran verkehrt?
Ihr seht, es gibt gute Gründe, warum ich nichts teile, sondern privat sichere meine Pfründe. Diese Zeilen, sie sind mein Lebenselexier. Doch langsam wirds schal, zu schreiben, was tu ich noch hier? Sag an, Junge, sei ein Mann: ich nehm mir nun vor, endlich zu kommen ans Tor, endlich heran an den haarig-feuchten Vulvaeingang. Erst wenn ich dort war und meine Ehre bezeigte, meine Ehrerbietung erwies, mich verneigte… wobei natürlich zuerst der Penis, der Speer zum Sturm blies und sich prall aufpumpte.

Will ich ĂĽberhaupt ficken?
Es lässt schon tief blicken
Diese Frage überhaupt zu äußern
Ich möchte mich gern veräußern!
Und da gehört heutzutage wohl auch dazu dies Vulgäre
So hab ichs mir lassen erklären
Und gut - ich bin doch immer konformistisch und schĂĽchtern
FĂĽhle: sei nur futuristisch und nĂĽchtern
Das wäre ne Chance…
Die mir verhälf zu Balance

Ich will nur… dran denken Ans Ficken und wenn dann…
Mal diese Frau in meinen Armen läge
Oh, das wär ne Freude, ne Ehre, die ich bisher nur erwäge

Jaja, so oder so könnt mans machen
Mit der oder der Person, diese Sachen
Aber aber, keine Eile, lieber Weile
Ich noch alleine, forme den Keil, denn

Ich fĂĽrchte so fern
Glänzt sie, die Bärin
Die mich einst rief
Zu sich hin und schlief

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Im Anschluss gebe ich euch noch einen Kurztext zu lesen, den ich zwar nicht vorlas, der aber in enger Verbindung zum Vorgelesenen steht. Ich habe an einer Interviewserie geschrieben, die auch noch weitere Teile enthält und finde das Konzept spannend; auch die Podcastepisoden wie -8 oder 192 und 193, in denen Interviews vorkamen, fand ich sehr gelungen und wegweisend.

interview
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herr rohrbiss, sie sind offensichtlich ein verbrecher.

ja. nur, warum, wenn sies mir erläutern wollten? aber dass ichs bin, das unterschreibe ich sofort.

nun, sie brechen auf zu so vielen verschiedenen literarischen gipfelstürmen: ein werk, ein mädchen, das sie lieben. jeder frau, die sie anschmachten, vielleicht nur ,weil sie sie einmal kurz anlachte, sie mit einem einfühlsamen blick bedachte… aber nie führen sie eine wanderung zu ende bis zum gipfel, da wo sie endlich ihre hände und münder vereinigten, sich küssten, so wie sichs gehört, verdammt, herr rohrbiss, sie sind offenbar gestört, da sie das nie schaffen, zum ende zu kommen, zur wirklichen liebe - und ja, sagen wirs ruhig: auch zum ejakulieren, zum wirklichen, denn sie sind ja ständig nur am masturbieren…

also hörn sie mal! das lasse ich mir nicht bieten, von ihnen gesagt zu bekommen, was wirkliches und unwirkliches ejakulieren sein soll! ich ejakuliere wie ich will und im übrigen betrifft das alles fragen, die der geheimhaltung unterliegen, da sie mein privatleben betreffen. wann, wo, mit oder ohne wen ich zuletzt oder als nächstes zu ejakulieren gedenke… das lassen sie mein problem sein!

in der tat, ein schweres problem ist es, an dem sie da zu tragen haben. seit jahren schon schauen sie sich ja um…

so .- jetzt reichts mir bursche. also gut, wenn du so stichelst… dann mache ich halt ernst. gut. es gibt da diese arbeiterin… eine deutsche ist es, dem aussehen nach zu urteilen, so weiß und bleich wie ein gespenst. und schön wie ein dutzend sonnenaufgänge parallel. also, sie hab ich gesehen, sie hat mir das herz durchbohrt. drum schreibe ich für sie - und los!

gut! bravo, ein entschluss, ein werk, eine frau, bei der sie sagen, das muss, muss vollendet werden, das werk, das literarische… und das große, eigentliche, das sexuelle, triebhafte, materielle.

ja… wenn da nicht diese andern frauen und werke wärn… eins über eine kubanerin, das andre über ne peruanerin und schließlich das letzte noch über argentinien. also… das wird mir zu viel, denn ich fühl: lieber schreib ich an denen, mir wirds hier in deutschland zu kühl - drum will ich absegeln in süden. und auch über südsee-mädchen schreiben… aber lara, wegen ihr würd ich doch hier bleiben.

herrje, es ist das alte elend mit ihnen: kaum fassen sie einen entschluss, rĂĽcken sie auch schon wieder ab von ihm.

das ist ja das elend… ich reproduziere damit nur, was der liberalismus darstellt als struktur. er, dieses herrschende gednakenregime, er sagt: alles ist frei, nun, mein sohn, gehe hin… erobere die welt, mache sie dein… ja, nur wo fang ich da an? hier oder dort oder… ganz hinfort mit dem vorsatz der freiheit? oh weh - ich fühle immerhin geilheit. wenn auch das gegenteil von freiheit - die wenigstens, die geilheit, fühlt sich gut an.

dann täten sie gut daran, diesem wink zu folgen, den ihnen ihr instinkt gibt unbescholten.

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Last not least a little poem I wrote a month ago:

what can i even offer you?
nothing
neither you nor the girl next door
i bring
disarray and unhinged lore.

I know, I know
I should rather saw
I recollect and harvest
Without ever sawing first
Great
Even better
You, my girls
Are made out of matter

I'm only an unbodily storm
Compressed thoughts run wild in my head
Since the day I was born
It usually relates to me and my worm
this little penis - the scorn
The thing I ask myself - do you even want
To get a hold of it?
You, dear women, do you wanna grasp and touch
Feel and kiss all of my skin?
Do you really think it's a sin?

Maybe you all feel forlorn
Like you don't know a thing
About whats going on
And only a man could shed light and bring
You to ignite your own sparking flame
Until then you keep being tame
But no, dear women
For me it's just the same
We all are alone and lost, foregone and unscoured like a Prolegomenon


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Ăśber diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige GefĂĽhl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurĂĽck, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen VerrĂĽcktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "VernĂĽnftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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