Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#49 'Till I Collapse

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Wagenknecht über nachlassende Wirkung der Impfungen und andere Corona-Themen

Seit Beginn der Pandemie ist bekannt, dass Corona vor allem die Älteren betrifft und sie unter schweren Verläufen bis hin zum Tod zu leiden haben. Genau dieser Fakt sollte eigentlich ausreichen, um zu sehen, dass massive Einschränkungen des sozialen Lebens und der früher mal unantastbar genannten Grundrechte auf gesamtgesellschaftlicher Ebene nicht mit dem Risiko durch Corona begründbar sein können.

Für den Großteil der Bevölkerung stellt diese Krankheit schlicht keine lebensgefährliche Bedrohung dar. Und ja, natürlich gibt es auch Todesfälle bei unter 30-Jährigen, aber solche Ausnahmen gibt es bei jeder Krankheit, es gibt auch Jugendliche, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt bekommen. Trotzdem ist jedem normal Denkbefähigten eigentlich klar, dass bei der Betrachtung der gesellschaftlichen Bedeutung solcher Erkrankungen wie Schlaganfällen der Einfluss auf die Jüngeren vernachlässigt werden kann und die Älteren und Risikogruppen im Vordergrund stehen. Wer jetzt tatsächlich noch mit solchen Beispielen kommt von Jüngeren, die durch Corona stark geschädigt wurden, betreibt wider besseres Wissen Demagogie mit herausgegriffenen Einzelfällen, während die Statistik eigentlich eine klare Aussage trifft über die Verteilung des Risikos auf die verschiedenen Altersklassen.

Meine Forderung ist ganz klar, die Situation der Alten in den Pflegeheimen zu verbessern - und das muss noch nicht mal mit Corona begründet werden, aber wir könnten Corona als Anlass nehmen, zu überlegen, dass die Lebensbedingungen dort nicht mit der Menschenwürde vereinbar sind. Überlastete Pfleger können Ausbrüche nicht mit der gebotenen Sorgfalt eindämmen und alle Schutz- und Hygienemaßnahmen beachten, das liegt auf der Hand. Jetzt so zu tun, als sei die Situation dort in den Heimen alternativlos, da die Politik sich auf der Doktrin der individuellen Verantwortung ausruht - du selbst hast dafür zu sorgen, gesund zu bleiben, hast die Pflicht, nicht das Recht auf Gesundheit - und es bliebe nur noch die Möglichkeit breiter öffentlicher Einschränkungen des normalen Lebens, das offenbart in aller Klarheit die Kapitulation und das Einknicken der vormals Linken vor der öffentlichen Meinung, die der Kosteneffizienz hörig ist und vor lauter Lust an Einsparungen, Askese und Haushaltsdisziplin nicht mal mehr groß auf Menschenwürde oder Menschenleben schauen kann und will.

Wie Sahra Wagenknecht mit beeindruckender Kühle und dem von ihr gewohnten Scharfsinn ausführt, wären gesamtgesellschaftliche Einschränkungen durchaus zu erwägen, wenn wir uns mit einer Erkrankung auseinandersetzten, die die gesamte Gesellschaft auch gleichermaßen betrifft, so wie es etwa bei der Pest war, die jeden dahinraffte, egal ob mit oder ohne Vorerkrankung, alt oder jung. In der gegenwärtigen Lage aber die Einschränkungen noch weiterlaufen zu lassen, ist irrational und offenbart die Getriebenheit von Angst und Ohnmacht, welche die Politiker geschickt den Bürgern eingepflanzt haben, um endlich wieder mal den starken Mann markieren zu können. Die Geister, die ich rief… wird sich so mancher Politiker mittlerweile denken. Denn jetzt ist die Bevölkerung massiv verunsichert und dürstet schon von selbst nach neuen Einschränkungen. Die Absonderung und der Ausschluss von biologisch als unsauber betrachteten Menschen wie etwa Ungeimpfter ist mittlerweile breiter gesellschaftlicher Konsens. Die Ethik ist der miefige seelische Zusatz zum Konsens, diesen interessanten Satz werden wir in den nächsten beiden Folgen bei Alain Badiou in seinem Werk "Ethik" nachlesen können.

Es sei aber doch alles rational, ereifern sich sicher manche an dieser Stelle, wenn doch faktisch richtig ist, dass Ungeimpfte rücksichtslos das Virus verbreiten und man vor ihnen geschützt werden muss. In dieser Sichtweise sind mehrere Fehler enthalten, für heute genügt es aber, darauf hinzuweisen, dass es kein Recht auf Gesundheit oder darauf, von Corona frei zu bleiben, gibt. Und wozu auch, wenn es für die meisten ungefährlich gibt und das normale Alltagsleben weit schwerwiegendere Gefahren bereithält? Was am Anfang der Pandemie als "Verschwörungstheorie" galt, dass nämlich Corona vom Verlauf, Schwere und Tödlichkeit der Erkrankung vergleichbar mit der normalen Grippe sei, ist mittlerweile von den Virologen zähneknirschend eingestanden worden. Wo also holt die Corona-Gesundheits-Glaubensgemeinschaft ihre Maßstäbe her, mittels derer sie in der Lage wäre zu beweisen, dass eine weit größere Gefährdung vorliegt als durch bisher bekannte Viruserkrankungen? Diese Maßstäbe existieren natürlich nicht sondern die Handlungsgrundlage sind pure Angst und ein ambivalentes Zittern, das uns bei so vielen Meldungen zum Thema des Todes befällt. Ja, hier genießt man sogar noch, den Tod in der Nähe zu haben und auch deshalb darf die Pandemie wohl nicht so schnell enden, weil es für viele ein unentbehrlicher Genuss geworden ist, an den Tod, die Ethik, die Gesundheit zu denken. Diesen Punkt werden wir in Folge 51 behandeln, die schon aufgenommen ist und sich erneut mit dem großartigen Philosophen Alain Badiou auseinandersetzt.

Viel wäre getan, wenn Menschen einfach daheim blieben, sobald sie sich krank fühlen, um nicht noch mehr Menschen anzustecken. Aber warum sollte man generell eine Corona-Infektion vermeiden sollen? Dieses Dispositiv, das Virus sei das ultimativ Schädliche und zu Bekämpfende, zeigt, wie sehr sich die politische Agenda der reichen Profiteure der Pandemie in den Köpfen verfestigt hat. Lassen wir Bill Gates' Stiftung außen vor, aber allein durch seinen Besitz von Microsoft kommt ihm eine Pandemie extrem zugute, indem sie absehbarerweise den Einsatz von Computerprogrammen zur Heimarbeit wie "Microsoft Teams" unglaublich befördert. Das ist Fakt und daher sind auch jene Verschwörungstheoretiker auf einer meiner Ansicht nach legitimen Fährte, auch wenn ich die Einzelheiten zu diesen historisch-politischen Forschungen und kreativen Theorien noch nicht kenne, weil ich zuerst das große Panorama betrachten möchte, bevor ich mich ins Klein-Klein stürze.

Zum Schluss noch ein paar Worte der Ermunterung: geht raus, stürzt euch ins Leben, egal wie eisig es zur Zeit dort ist. An der frischen Luft ist das Infektionsrisiko gering und man kann dort geliebte Menschen sehen, ohne sie in allzu große Gefahr zu bringen. Natürlich wäre ich auch offen für ein Hörertreffen, so wie es beim großen Vorbild, dem Aufwachenpodcast, Tradition war, um euch, geliebten Hörenden, auch mal ins Gesicht schauen zu können.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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