Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#54 Ich bin stolz, Deutscher zu sein.

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Einen Teil dieses Textes werde ich in Folge 55 vorlesen. Es ist ein Versuch, die gegenwärtige Lage zu verstehen und zu analysieren. Hier ein weiteres Fragment meines Corona-Essays:

Manchmal will man sich aufraffen und sein Zimmer putzen. Meistens aber nicht. Das ist die Normalität. So geht normalerweise auch der Durchschnittsbürger mit seiner Gesundheit um. Somit wird er, wenn er auf der Intensivstation liegt, zwar wünschen, doch früher mal vernünftiger gewesen zu sein, es ist aber menschlich, dieses Ziel immer wieder zu verfehlen und sich am Ende eingestehen zu müssen, leichtfertig mit der eigenen Gesundheit umgegangen zu sein.

Von linker Seite auf die Wichtigkeit der Coronapolitik einzustimmen offenbart die Geisteshaltung der deutschen Linken, die sich auch schon 1914 zeigte: in einer Krise, unerwarteten Situation, oder einfach etwas, was sich zunächst mal als Krise und Bedrohung anfühlt, müssen wir als Volk zusammen stehen und die politischen Lager überwinden. Das ist fatal. 1914 wurde also statt links-rechts die Trennung patriotisch-pazifistisch aufgemacht. 2020 wurde die zwischen Vernünftigen (rationalen, d.h. auf die Coronagesundheit abzielenden Argumenten zugänglichen Menschen) und Verschwörungstheoretikern aufgemacht.

Es geht hier offensichtlich um die Durchsetzung des Dispositives »Der Tod ist schlimmer als alles sonst und wer die Wichtigkeit der Corona-Politik infrage stellt muss vom Diskurs ausgeschlossen werden, da er indirekt Menschenleben gefährdet« Dieses totalitäre Diskursmuster wurde von den verschreckten Linken ohne Murren übernommen; jetzt war nur noch die Frage, wer sich mit noch mehr Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit der Pandemie auf Twitter hervortun konnte.

Eine Politik, die mehr nach meinem Geschmack gewesen wäre, hätte von Anfang an die Eigenverantwortung der Bürger in den Vordergrund gestellt - es liegt auf der Hand, dass jede noch so straffe Maßnahmenpolitik hilflos ist gegen sinkende Akzeptanz und Vorsicht in der Bevölkerung. Eine Gesellschaft, die nicht so extrem gespalten wäre anhand von Fragen wie Lockdowns, Impfungen und Todesfällen, wäre deutlich »wehrfähiger« und hätte eine Pandemie besser überstanden. Die Risse durch Freundschaften und Familien sind nicht aufzuwiegen mit Menschenleben, die angeblich gerettet wurden. Die Liebesbeziehungen, die kaputt sind, die sinnlosen Streitereien zwischen engen Freunden, all das ist ein ungeheurer Schaden, der genauso in eine holistische Betrachtung der Gesundheit der Individuen einbezogen werden muss wie die Frage nach den Gefahren durch eine Coronainfektion.

Mehr Aufklärung und höfliche Aufforderungen zum privaten Testen mit frei verfügbaren kostenlosen Tests (etwa 1 Antigentest pro Woche für jeden Bürger sollte reichen) hätte viel mehr bewirken können als die heute herrschende Haubitzen-Politik, Gängelung, generelles Misstrauen gegen mündige Bürger und Obrigkeitshörigkeit wie aus dem alten Preußen. Zudem Anreize schaffen, wirklich daheim zu bleiben. Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter anhalten wollen, auch bei Krankheit zu kommen, müssten massiv sanktioniert werden. Siehe z.B. Daimler: Dort gab es einen finanziellen Bonus für Leute, die sich nie krank melden in einem Quartal!

Wenn selbst ich als halbwegs informierter mich bisher nicht traute, mich selbst zu testen (Ekel, Trägheit, Glaube, dass nur offizielle Stellen es richtig machen, wobei es genau andersrum ist…), dann liegt ein massives Kommunikationsproblem vor. Tests müssten von Anfang an kostenlos und für jeden mindestens einmal wöchentlich verfügbar sein. Wenn auf diese Maßnahme verzichtet wird, ist alles andere eigentlich auch schon relativ egal. Denn das Virus ist wie Schrödingers Katze: es ist erst da, wenn wir es nachgewiesen haben. Ansonsten müssen wir davon ausgehen, es nicht intus zu haben, alles andere wäre Wahnsinn und Pauschalverdacht, der dann das Leben regiert. Die religiöse Tendenz, dem Staat die Obhut über die Einhaltung der für nötig erachteten Rituale zu geben, offenbart das tiefe Misstrauen nicht nur gegen die anderen sondern vor allem gegen sich selbst.

Genau dieser Totalitarismus wurde auf ganzer Breite durchgesetzt: der Bürger ist in erster Linie potentieller Virusträger. Nur partiell kann er sich durch Testen, Impfen, Kontaktvermeidung, physischen Abstand etc. von diesem Verdacht befreien. Eine Rückkehr zum Grundsatz der Schuldfreiheit, bis das Gegenteil bewiesen wurde, gibt es nicht.

Was ist mit folgender Überlegung: auch ein Ungeimpfter kann sich umsichtig verhalten und sein Risiko, jemanden zu infizieren bewusst im Blick haben und zu minimieren versuchen. Mit welchem Recht wird ihm also generell unterstellt, er verhalte sich unsolidarisch? Sicherlich ist es in der Gesamtbetrachtung so, dass zurzeit die Ungeimpften überproportional die Ressourcen der Krankenhäuser beanspruchen. Aber das lässt keinen Rückschluss auf den Einzelnen zu, der dafür mit 2G bestraft wird. Diese Politik des Nudging ist unverantwortlich. In einem demokratischen Staat ist 2G eigentlich grundsätzlich nicht denkbar. Aber scheinbar ist es erlaubt, wenn es im Dienst der guten Sache steht und wir die Unvernünftigen zu einer guten Tat bewegen können. Das ist Privatpolitik par excellence. Der Einzelne soll’s richten und die Linken stimmen bedenkenlos zu, weil sie sehen, dass die Politik es bei den gegebenen gesellschaftlichen Mehrheitsverhältnissen nicht richten kann. Das ist feige! Es wäre genau die Aufgabe der Linken, für eine Machtverschiebung im Mehrheitsdiskurs zu sorgen. Stattdessen wird auf Querdenker etc. eingehauen und sich mit der herrschenden Elite solidarisiert, die angeblich unser aller Wohl im Blick habe.

Keine staatliche Bevormundung wie durch Empfehlung zum Home Office! Die Büroangestellten sind ganz zufrieden seit anderthalb Jahren, die Unternehmen auch, da die Produktivität unerwartet gleichbleibend ist trotz mangelnden sozialen Kontakten. Das erkläre ich mir so, dass das Büro auch ein Ort der brutalen, lückenlosen Überwachung ist und die Heimarbeit die Leute in hohem Maße auch befreit und zu selbstmotiviertem Arbeiten hinführt. Aber das ist eine fatale Situation: für eine Gruppe der Gesellschaft hat sich praktisch nichts zum Schlechteren verändert. Sie denken, gut, schützen wir die Gesundheit, das tut nicht weh. Aber den Krankenpflegern tut es sehr wohl weh, immer mit Maske arbeiten zu müssen und im Privaten extrem auf ihre Kontakte achten zu müssen und diese einzuschränken, weil sie sonst insbesondere ältere Verwandte gefährden würden. Wie viele Patienten sind gestorben, weil sie nicht im gleichen Maße Serotonin ausschütteten, das ihnen ein Lächeln ohne Maske einer freundlichen Pflegerin oder eines Pfleger gegeben hätte?

Die Maskenpflicht so großflächig beizubehalten ist ein fataler Fehler. Ja, sie macht Sinn gerade in der Erkältungssaison ab Oktober. Man kann sich vorbereiten und seit Sommer alle darauf einstellen, dass es im Herbst wieder Masken, Heimarbeit, Schließung bestimmter Gewerbe geben wird. Jetzt ist es aber irgendwie Normalität und nicht mehr wegzudenken. Wozu tragen die Leute in Peru jetzt im dortigen Sommer überall, auch auf der Straße, Masken, obwohl die Inzidenzen erwartbarerweise niedrig sind? Wegen dem hegemonialen europäischen Diskurs, der dort so ankommt, als würden hier Leute auf der Straße sterben, als seien wir kurz vor dem Kollaps.

Sich durchgehend mit Masken und 3G durchzuwursteln ist inakzeptabel und schlimmer, als wenn man durch eine maßnahmenlose Politik Überlastung der Krankenhäuser und Tod einiger unbehandelt bleibender Patienten in Kauf genommen hätte. Die jetzt erprobten Einschnitte in die demokratische Grundordnung haben die Weichen für Jahrzehnte gestellt. Wir können nicht mehr so tun, als wüssten wir nicht, wie dünn der Putz der Zivilisation ist, wie leicht sich Menschen auf neue Umstände einstellen, selbst wenn diese den Ausschluss ganzer Menschengruppen beinhalten und zur bleibenden Spaltung der Gesellschaft führen und zudem unangenehm sind wie das Maskentragen.

All das ist nur durch die Sehnsucht, allein und unerkannt zu sein, zu erklären. Das Gesicht stört. Es offenbart ein Geheimnis - unsere dunkle Jouissance. Diese wird immer dunkel sein im Kapitalismus. Denn: Geld ist gut; mehr Geld ist besser; noch mehr noch besser… Es gibt also dieser Sichtweise zufolge eine ganz klare Substanz, die anzeigt, wie weit unser Genießen ins Unendliche fortgeschritten ist. Die Lust kann aber nur privat gedacht werden, sie ist schmutzig und darf nicht mit der Öffentlichkeit in Kontakt stehen, nicht dort draußen für andere will ich eine Rolle spielen, mich jovial geben, nein, das muss ich mir für den privaten Raum aufsparen.

3G heißt soviel wie: ja, ihr Geimpften seid nicht mehr gefährdet bzw. gefährlich. Das ist fatal, viel wurde durch den Irrglauben der nicht mehr vorhandenen Infektiösität angerichtet. Wie schwer wiegt dieses Versagen der Politiker, Wissenschaftler (RKI) und Impfstoff-Hersteller (Biontech) verglichen mit dem individuellen »Versagen« einiger, sich nicht geimpft zu haben?

Aber viel schlimmer ist die rechtsnormative Bedeutung solcher Regeln wie 3G: es ist jetzt also scheinbar demokratischer Konsens, dass diejenigen, die Ja zur Impfung sagen, genug getan haben, um sich ihre Grundrechte zu verdienen. Die anderen müssen weiterhin täglich getestet werden. Ob 3G wirkt, ob es virologische Begründungen gibt, ist fraglich; aber selbst wenn ist das nicht die entscheidende Frage, sondern die Frage der gesellschaftlichen Norm (Moral). Wie moralisch ist es, in ein Restaurant zu gehen, in dem die 2G-Regel gilt? Ein Schnitzel zu genießen, während man weiß, es gibt eine große Zahl von Menschen, die von dieser Möglichkeit pauschal ausgeschlossen werden, einfach weil sie eine Impfung verweigern.

Das Problem scheint Stefans ungedachte Kausalität zu sein: wir wissen eigentlich, die Ungeimpften sind es, die die Menschenwürde derjenigen antasten, die nun ihre medizinische Behandlung im Krankenhaus verschieben müssen. Wirklich? Tastet jemand das an mit seiner Entscheidung, auf die Impfung zu verzichten? Tastet auch der Extrembergsteiger, der das Risiko eines schweren Sturzes in Kauf nimmt, der Fettleibige usw. die Würde der anderen an, mit denen er im KH dann um medizinische Versorgung »konkurriert«?

Auch für Mitte 50-Jährige sind die anderen Lebensgefahren deutlich schwerwiegender als Corona. Aber klar hätten diese Leute wissen können, dass sie ohne Impfung ein höheres Risiko haben, medizinische Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen in einer Situation, in der die Krankenhäuser sowieso überlastet sein könnten. Das rechtfertigt breit angelegte Auflärungskampagnen fürs Impfen, aber keine willkürlichen tyrannischen Schikanen, die zudem auch den gegenteiligen Effekt haben können und Menschen eher noch vom Impfen abhalten. Solche Spaltereien sind unhinnehmbar, an erster Stelle müsste die beruhigende Aussage für alle stehen, dass sie weiterhin nach bestem Wissen im Krankenhaus behandelt werden.

Ein solcher Schaden, der den Menschen einpflanzt, dass es nun zur Verhandlung steht, wer behandelt wird, dass nun eine Bedrohung ansteht, die erfordert, dass wir noch mal neu abwägen, wer die Hilfe des Gesundheitssystems verdient hat, ein solcher toxischer Diskurs ist nicht dadurch aufzuwiegen, dass irgendwelche Menschen vor Corona gerettet wurden. In Ländern des Globalen Südens hat Corona die Krankenhäuser sehr wohl vor große Probleme gestellt, sodass es zu Triage-ähnlichen Situationen kam. Hierzulande waren wir davon aber zu jedem Zeitpunkt noch weit entfernt. Statt also wie jetzt die Verfassungsrichter diese ungute Diskussion anzustoßen, hätte man lieber überlegen können, wie man solchen Ländern wie Brasilien oder Südafrika hilft, die mit Corona vor ein wirkliches, nicht nur eingebildetes Ressourcenproblem gestellt werden. Diese Pandemie hat die Spaltungen zwischen Arm und Reich, Norden und Süden, Industrie- und Entwicklungsländern in aller Schonungslosigkeit offengelegt. Vor allem wurde mir dabei unsere feige, heuchlerische Position bewusst. Auf dem Wohlstand, den wir uns nicht verdient, sondern geraubt haben, sitzen wir sturköpfig und denken in einer Krise nur daran, wie wir unsere Haut retten können. Auch innerhalb der Gesellschaften der "westlichen" Welt waren die Armen deutlich stärker betroffen von Corona-Todesfällen, z.B. die schwarze Bevölkerung in den USA. Maßnahmen wie Home Office verstärken dieses Gefälle nochmals, denn die Reichen und Weißen waren auch zu vor besser geschützt. Nun gehen sie ins Home Office, während diejenigen, die für den Mindestlohn buckeln, meist nicht diese Möglichkeit haben und sich weiter der Infektionsgefahr aussetzen müssen. Und auch wenn sie dann daheim bleiben müssen, weil sie z.B. durch den Wirtschaftsabschwung arbeitslos werden, haben die ärmeren den Nachteil, in beengteren Wohnungen zu leben, die für die Virusverbreitung günstig sind. All das muss aufgearbeitet werden, eine solche Pandemie, in der sich die ohnehin schon Reichen und gut Geschützten nochmals absetzen und absichern auf Kosten der Allgemeinheit, darf es nicht wieder geben.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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