Tischlein, deck dich!

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#55 Rayuela

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Hier sagte Drosten noch im September: "Das heißt, wir sind aber dann auch in der Situation, dass unser Immun-Update, also die Booster-Immunisierung, eigentlich nicht hier passiert, sondern durch immer wiederkehrende Kontakte mit dem Virus" und "Ich will eine Impfimmunität haben, und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus irgendwann meine erste allgemeine Infektion und die zweite und die dritte haben"

Drostens jetzige flapsige Tweets widersprechen dem allerdings. Was denn nun? Muss man eine Infektion nur möglichst "überstehen" oder hilft sie dem Immunsystem in ähnlicher Weise wie eine Boosterung mit Impfstoffen, um es für künftige Infektionen besser vorzubereiten?

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Ja, nur die Wissenschaft kann uns retten, aber nicht die offziöse Form der Wissenschaft, die auf Autorität, Anerkennung und blindem Vertrauen in die Worte von Selbstdarstellern wie Wieler und Drosten beruht.

Der Irrglaube, mit Impfungen könnten wir uns aus der Pandemie heraus impfen, hat viel Schaden angerichtet und zu einem niedrigeren Vorsichtslevel bei einigen Geimpften geführt, die so die Welle massiv angefacht haben, weil sie von Regierung und Wissenschaft (das RKI verbreitete die Falschaussage, Geimpfte könnten das Virus nicht weiterverbreiten noch monatelang entgegen der vorliegenden wissenschaftlichen Evidenz) bewusst falsch informiert wurden. Insgesamt müssen wir also die Rolle der Impfungen kritisch betrachten, auch wenn sie sicher viel Gutes bewirkt haben und schwere Verläufe und Todesfälle verhinderten. Aber wie konnte es passieren, dass selbst Soziologen wie Stefan Schulz aus dem Neue-Zwanziger-Podcast derart scheuklappenmäßig daran festhielten, erst mit den Impfungen könne es eine Rückkehr zum normalen Leben geben und sich 2020 nicht mal trauten, zu überlegen, welche sinnvollen Wege es abseits dieser bio-technischen Erfindung auf politisch-gesellschaftlicher Ebene geben könnte, mit der Pandemie umzugehen?

Eine Antwort sehe ich in dem religiösen Bedürfnis vieler Menschen, das von den herkömmlichen Religionen nicht mehr befriedigt werden kann, da sie auch vor der größeren, mächtigeren Religion der Wissenschaft kapitulieren und bereitwillig deren Propaganda weiter verbreiten. So wurde dieses Jahr sogar schon laut über eine 3G-Regelung für Kirchen nachgedacht, da es ja wohl nicht sein könne, dass man beim Kirchenbesuch durch Unvorsichtige oder Ungeimpfte gefährdet werde. Eine solche Kultur des Misstrauens zum Fest der Liebe zeigt sehr gut, wohin wir gesellschaftlich steuern, wenn wir uns weiter das Leben von einem Virus diktieren lassen. Mit ihrem Verhalten in der Pandemie haben sich die christlichen Kirchen noch weiter diskreditiert und offenbaren, in welch tiefer Krise sie stecken und dass sie nicht mehr in der Lage sind, irgendwem Halt und Hoffnung zu vermitteln.

Das zumindest schafft die Religion der Wissenschaft eine Weile noch, wenn auch mit fragwürdigen Methoden wie dem Ausschluss kritischer Wissenschaftler, die dem offiziell abgesegneten Narrativ widersprechen. So ist beispielsweise der angesehene Epidemiologe Klaus Stöhr nicht Teil des Expertenrats, weil er wohl eine Meinung vertreten würde, die der Regierung unangenehm wäre. Einen Expertenrat ganz ohne Epidemiologen aufzustellen ist ein sehr bemerkenswerter Ansatz, um eine Epidemie in den Griff zu bekommen. Zumindest der regierungskritische Virologe Hendrik Streeck wurde dort nun aber aufgenommen und kann hoffentlich für eine Versachlichung der Debatte sorgen. Was ihn von Drosten unterscheidet beschrieb er so, dass es für Drosten eher um die mikrobiologischen Eigenschaften des Virus gehe und er gerne im Labor daran forsche, was ja auch seine Wichtigkeit hat, während Streeck sich durch seine Erfahrung mit der HIV-Pandemie eher um die Frage kümmert, wie man mit der Pandemie lebt. Statt sich also das Virus wegzuwünschen mit irrationalen Konzepten wie NoCovid, das von einer kompletten Vermeidung ausgeht, muss man einen Weg finden, trotz der neuen Gefährdungslage das alltägliche Leben weiter zu führen, ohne sich allzu sehr tyranniseren zu lassen. Dass NoCovid gescheitert ist, wollen viele seiner Vertreter wohl immer noch nicht wahrhaben. Ein Blick nach Australien sollte aber genügen, um zu sehen, dass man selbst dort, wo dieses Ziel jahrelang verfolgt wurde, nun eines Besseren belehrt wurde und sogar im dortigen Sommer zurzeit einen Anstieg der Fallzahlen sieht, den die Regierung diesmal nicht mehr mit einem Lockdown brechen möchte, da sie eingesehen hat, dass die gesellschaftlichen Folgeschäden dafür zu hoch wären. Man hat dort in den vergangenen Jahren Camps (auch als Konzentrationslager zu bezeichnen) aufgebaut, in denen Infizierte interniert wurden und der staatlichen Willkür und Überwachung ausgesetzt waren, ihre Bewegungsfreiheit wurde also noch viel stärker eingeschränkt als hierzulande durch Ausgangssperren. All das nur um zu sehen, dass solche totalitären Methoden noch nicht mal geeignet sind, die Epidemie besser einzudämmen als in noch etwas besonneneren Ländern, die ihre Rechtsstaatlichkeit nicht ganz so weitgehend aufgegeben haben.

Die letzte Folge des Podcasts "Kekulés Corona Kompass" war sehr aufschlussreich. Kekulé kritisiert darin die Forderungen des RKI nach einem Lockdown, dessen strategische Ziele zurzeit nicht bekannt seien. Denn eine Hoffnung auf einen baldigen angepassten Impfstoff, der die Varianten Delta und Omikron besser abdeckt, besteht nicht. Wozu also jetzt alles herunterfahren, wobei wir dadurch vermutlich noch nicht mal die Welle brechen werden? Zudem haben 80% der erwachsenen Bevölkerung, die geimpft oder genesen sind, nichts Schlimmes von einer Omikron-Infektion zu erwarten. Es muss jetzt laut ihm also darum gehen, vor allem die 3 Millionen noch Ungeimpften in den Risikogruppen zu überzeugen, sich doch noch impfen zu lassen. Auch einige Ältere, die noch ungeboostert sind, sollten dringend über eine Auffrischung nachdenken und dabei von Verwandten unterstützt, aber nicht bevormundet werden.

Diese Überzeugungsarbeit wäre aus meiner Sicht deutlich leichter, wenn wir von solchen menschenverachtenden Konzepten und Praktiken wie 3G Abstand nehmen würden und damit jedem Einzelnen signalisieren würden, dass die Impfung seine persönliche Entscheidung ist, für die es gute medizinische Gründe gibt, deren Verweigerung aber keine weiteren Nachteile im gesellschaftlichen Leben nach sich ziehen wird. In einer solchen entspannteren Situation würde auch ich gern wieder darüber nachdenken, mich impfen zu lassen. Zurzeit sehe ich mich aber als getäuscht: zuerst sollte der Impfstatus 12 Monate gültig sein, dann wurde die rechtliche Gültigkeit auf 9 Monate reduziert und jetzt wird man sogar schon nach 3 Monaten drangsaliert und sieht sich Schuldzuweisungen von Verwandten oder Bekannten ausgesetzt, man verhielte sich unsolidarisch, wenn man jetzt noch ungeboostert ist. Und das, wo wir zurzeit bei knapp werdendem Impfstoff zuerst mal die Älteren impfen sollten und für Jüngere noch nicht mal klar ist, ob das Boostern nach so kurzer Zeit wirklich nötig und medizinisch sinnvoll ist oder man nicht eher zumindest 6 Monate damit warten sollte, wie Kekulé meinte.

Die gegenwärtige Lage ist inakzeptabel, weiterer Druck auf der Straße muss jetzt aufgebaut werden. Nur ein komplettes Ende der Corona-Maßnahmen wird mir das Gefühl geben, wieder in einem Land zu leben, in dem ich eine freie, selbständige Entscheidung über meine Gesundheit und mein Verhalten treffen kann. Wir alle lagen über den Verlauf der Pandemie mal falsch und haben uns von irreführenden Meldungen zu Fehlschlüssen verleiten lassen. Jetzt ist aber die Zeit gekommen, sich einzugestehen, dass der politische Kampf für ein demokratisches, egalitäres Zusammenleben viel wichtiger und verantwortungsbewusster ist als der engstirnige Fokus auf die Eindämmung der Pandemie, die hoffentlich bald ihrem Ende entgegen geht. Schreibt doch gerne eure Meinungen und Einschätzung hier in die Kommentare. Vielleicht wird auch mein Podcast noch weiter Berühmtheit erlangen und kann einigen Halt und Hoffnung geben in diesen Zeiten. Mir zumindest wird immer ganz leicht ums Herz beim Podcasten. Viel Spaß und bis zur nächsten Folge.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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