Tischlein, deck dich!

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#64 Realitätssättigung

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Mathias Bröckers und Paul Schreyer - Wir sind die Guten

Aktueller Artikel von Mathias Bröckers

Tweet von ItsStillMaoCena zur Frage, welche Seite man in einem Konflikt unterstützen sollte

Vladimir Cerróns Statement zum Krieg

Michael Lüders hat sogar eine Art Podcast, den ich gar nicht kannte

Das ist die Fernsehpodcast-Episode, auf die ich mich beziehe

Julio Cortázar: Rayuela, aus dem das Wort "Realitätssättigung" stammt

Roberto Bolaño: Die wilden Detektive

Die genauen Zitate werde ich später nochmal raussuchen aus Cortázars und Bolaños Büchern.

„Am Ende dieser Woche fühlen wir uns erstmal gut regiert“, so lautete Stefans Resümee der Nachrichtenwoche in der letzten Ausgabe des Alias Fernsehpodcasts. In Europa bricht ein Krieg aus und die deutsche Regierung konnte in den letzten Jahren nichts dazu beitragen, den Ukrainekonflikt zu entschärfen und die Opponenten zu ergebnisoffenen Verhandlungen zu zwingen, aber für den alteingesessenen Fernsehzuschauer Stefan ist das kein Grund, an der Kompetenz derjenigen deutschen Politiker zu zweifeln, die uns in diese Lage geführt haben. Wir werden mit dem Atomkrieg bedroht, aber noch ist die alternative Realität der Abendnachrichten, die er fleißig schaut, noch nicht mit der wirklichen Realität auf einer Schiene, so etwa lautete seine Metapher, die beiden Gleise haben sich aber wieder deutlich angenähert in der letzten Woche.

Der Nachrichtendiskurs der etablierten Fake-News-Medienkonzerne hat sich irgendwie doch der Realität angenähert, die wir alle ganz klar fühlen, dieses Materielle, von dem wir wissen, dass es ohne es ganz schön schnell vorbei wäre mit uns. Kurzum, eine kritische Schwelle in diesem Ukrainekonflikt, der schon acht Jahre lang vor sich hin köchelt, wurde überschritten durch den Angriff Russlands und das, so scheint es die unwiderlegbare, jedem rationalen westlichen Menschen eigene Auffassung sein zu sollen, stellt einen unglaublichen Bruch mit den Prinzipien des Friedens dar, die von uns, den guten westlichen Mächten vertreten werden.

Diese Erzählung passt natürlich besser in ein Kinder-Märchenbuch als in einen realistischen Bericht über die politische Situation auf der Welt. Trotzdem ist sie nicht zu simpel, um von Stefan weiter für bare Münze genommen zu werden, bzw. immerhin hat diese Münze der Nachrichtenrealität an Wert gewonnen und sich der wirklichen Nützlichkeit für uns als daseiende und dieses Dasein (philosophisch, misstrauisch) hinterfragende Menschen deutlich angenähert. Die zwei Schienen der Nachrichtenrealität und der für uns persönlich „wirklich“ relevanten Realität verlaufen nun Stefan zufolge näher beieinander als vorletzte Woche noch.

Was er beschreibt, konnte ich auch spüren, halte es aber trotzdem nicht für die Wirklichkeit sondern weiterhin für einen zu plumpen, nicht hinzunehmenden Fake, der unser aller Intelligenz beleidigt. Das ist das Problem mit den heutigen Massenmedien. Sie verursachen eine Hypernormalität des singulären Krisenhaftigkeitsgefühls, das bereits durch Corona zwei Jahre lang mit Erfolg eingeübt wurde. Auch die Wahl von Trump, der Brexit und der Klimawandel-Hype seit 2018 trugen das ihrige dazu bei, uns auf eine neue, krisendominierte Realität einzustellen, in der stets das Ende der Welt als bedrohlicher Unterton der medialen Orchester-Kakofonie mitschwang. Die jetzige Verteuerung der Energiepreise, ist für Stefan eine positive Nachricht ist, da es die Möglichkeit zur schnelleren Energiewende schafft. Das heißt, die Probleme, die von einer Krise verursacht werden, können bequem als Lösungen für eine andere Krise interpretiert werden, und schon sieht die Welt wieder bunter aus. Es wird munter geswitcht zwischen verschiedensten Abstufungen und Farbtönen des apokalyptischen Zeitgefühls, was der herrschenden Klasse umso leichter ermöglicht, die verstörte, verängstigte demokratische Herde in die vorgesehene Richtung zu führen und ganz nach Belieben zu schalten und walten.

Jetzt müssen wir alle zusammenstehen und russische Mitbürger werden bereits nach Leibeskräften denunziert, stigmatisiert und schlicht ausgeschlossen vom gesellschaftlichen Leben. Das muss aber laut Stefan so sein, denn glücklicherweise leben wir in einer Demokratie, wo jeder im Krisenfall weiß, was zu tun ist und niemand noch groß Ordern und Befehle entgegennehmen muss, weil alle bereits durch den hegemonialen Diskurs der „freien“ Medien derart stromlinienförmig eingeskriptet sind, dass sie das neue „nukleare“ Sanktionsregime gegen Russland von selbst fordern und die Bundesregierung von zivilgesellschaftlicher Seite unter Druck gesetzt wird, noch mehr und härtere Sanktionen zu verhängen.

Sarah Wagenknecht sagte es in dem von Stefan gespielten Clip ja eigentlich deutlich: Ein Angriffskrieg auf die Ukraine würde bedeuten, dass Russland mit dem Westen bricht, was sie sich nicht vorstellen konnte. Für Stefan ein Fauxpas Wagenknechts, die Möglichkeit einer russischen Aggression so kategorisch ausgeschlossen zu haben. Er selbst wagt sich weniger mit eigenen Gedanken und Beurteilungen aus der Deckung und nimmt nicht das Risiko einer deutlichen Fehleinschätzung in Kauf, sondern geht stets lieber mit der degenerierten, auf dem Sofa klebenden und die Tagesschau glotzenden Meute.

Vielleicht gab es zu dem ganzen Konflikt ja ein Vorspiel? Vielleicht wurde Russland vom Westen in eine Position gedrängt, die einen Krieg als rationale, wenn auch verzweifelte Option erscheinen ließ? Wurde gegen Russland schon jahrelang ein Wirtschaftskrieg („Sanktionen“) geführt, der die russische Bevölkerung in Geißelhaft nimmt und sie zum Regime Change aufstacheln soll? Wurde die Russische Föderation auf internationaler Bühne wie etwa bei den olympischen Spielen gezielt gedemütigt und ihre Athleten ausgeschlossen?

Das zu fragen wäre zu viel des Nachdenkens, es gilt jetzt, zu urteilen, und zu wissen, wer auf der richtigen, menschenlebenrettenden Seite steht. Man will ganz fein von den Wohltaten des Kapitalismus profitieren (der zumindest hier in Mitteleuropa ein Leben in Frieden und Wohlstand ermöglicht), ohne allzu sehr von den imperialistischen Kriegen aufgeschreckt und beunruhigt zu werden, die stets an der Peripherie des Weltgeschehens entflammen, wo einzelne weniger mächtige Länder zwischen Interessen verschiedener Bourgeoisie-Fraktionen zerrieben werden. „Wir fühlen uns gut regiert“, und damit das so bleibt, hat Angela Merkel den Ukrainekonflikt auch nie wirklich befrieden wollen, sondern sich einseitig auf die Seite des Aggressors USA gestellt, die den Putsch 2014 planten und unterstützten. Denn Merkel ist sehr klug (auch wenn sie diese Klugheit nicht zum Lösen politischer Probleme verwendete, sondern nur auf Kalküle zu ihrer Wiederwahl): je unheilvoller die ferne oder schon nicht mehr so ferne ausländische Welt in Chaos, Krieg oder Unregierbarkeit versinkt, je düsterer der Horizont dort aus allen Richtungen dräut, desto beliebter wird Merkel, da sie darauf hinweisen kann, Deutschland gehe es relativ gesehen ja noch recht gut. Und der braven deutschen Herde reicht das, sie fragt nicht weiter nach, ob diesem relativen Wohlergehen auch ein absoluter Zuwachs an Lebensmut, Würde und Schöpfungsgeist zugrunde liegt oder ob sich diese Entwicklung nur der relativen Verschlechterung der Situation im Ausland verdankt.

So verfolgte Deutschland in Griechenland eine Austeritätspolitik, die für Merkel aus parteipolitischen Gründen alternativlos war, sowie der geistigen Armut angemessen, die in der deutschen Wirtschaftswissenschaft und in ihrer medialen Rezeption herrscht. Dass diese Politik Menschen zur Emigration, zum Verlassen ihrer Familie und ihres gewohnten Umfelds zwingt, sie verarmen und arbeitslos werden lässt, spielt dann keine Rolle mehr, so will es die Demokratie. Was zählt, ist nämlich nicht sozialer Fortschritt, sondern das Votum der demokratischen Mehrheit, die durch die privaten (monetär geschmierten) und öffentlichen (ideologisch geschmierten) Medienkanäle von morgens bis abends mit dem Dauerfeuer derjenigen imperialistischen Propaganda zugedröhnt wird, die gerade der politischen Großwetterlage entspricht. Es ist durch Yanis Varoufakis Bücher belegt Adults in the Room , dass die Durchsetzer dieser Politik selbst nicht an sie glaubten und wussten, dass diese Maßnahmen keinen Ausweg aus der Wirtschaftskrise für Griechenland bieten würden, sondern die Griechen eine Art kollektive moralische Schuld durch über Jahrzehnte fortgesetzte ökonomische Zersetzung ableisten mussten. Dieses Schauspiel der Geißelung wurde zur Belustigung der deutschen Wählerschaft aufgeführt, die sich nur sicher fühlen kann, wenn sie das Gefühl hat, die Stabilitätskriterien, die angeblich unsere Interessen wahren und den Wohlstand hervorbringen, würden mit harter Hand durchgepeitscht.

Im derzeitigen Konflikt will ich mich nicht einseitig auf Russlands Seite stellen und muss bekennen, die Hintergründe nur halbwegs zu verstehen. Allerdings ist klar, dass vonseiten des Westens seit 2014 ein ähnliches Schauspiel aufgeführt wurde, diesmal eher zur Zufriedenstellung der US-amerikanischen Sicherheitsinteressen, besser gesagt des US-Imperialismus, der sich auf der anderen Seite der Welt festsetzen und Russland einkreisen und isolieren möchte. Diese Sicht ist vielleicht auch nicht der Weisheit letzter Schluss und es liegt meine persönliche Färbung darin. Doch wer jetzt glaubt, die beiden Gleise der Medienrealität und der Wirklichkeit würden sich nun wieder annähern, hat bereits jeglichen Kontakt zur Wirklichkeit verloren und ist „outer space“. Er versteckt sich hinter der Wahnvorstellung, die machthabenden Personen würden doch schon auf unser aller Wohlergehen achten und letztlich ein rationales Ergebnis vorbringen. Nein, der Imperialismus braucht den Krieg und sucht ständige Konfrontationen. Was man hier machen kann, ist nichts und still bleiben. (Außer natürlich im Podcast.)

Man sollte versuchen, die imperialistischen Verstrickungen des eigenen Landes aufzudecken, über ein ausländisches Land wie Russland kann man schlecht urteilen und seinen Imperialismus entlarven, wenn einem die politische Kultur fremd ist. Grundsätzlich bewundere ich Russland nicht und es ist ja kein kommunistischer Staat mehr, was erstaunlicherweise oft vergessen wird in der öffentlichen Debatte. Staaten wie China bewundere ich, weil sie einer sozialistischen Ideologie treu sind. Russland hat trotzdem das Recht, sich gegen die aggressive, tribalistische Expansionspolitik des Westens zur Wehr zu setzen. Auch wenn der Schutz der russischsprachigen Minderheiten nur ein vorgeschobenes Argument sein mag und im Hintergrund geopolitische oder ebenfalls innenpolitische, „Horse Race“-Interessen Putins stehen, bleibt das Recht auf Selbstbestimmung und Schutz von Leib und Leben der Menschen im Donbass ein valider Punkt, der nicht zurückgewiesen werden kann. Ich wollte hier nur meine Gedanken ordnen, da eines bei meiner Rückkehr auf europäischen Boden klar war: der Zug der bisher so fest vertrauten, eisern für wahr oder zumindest für das Normgewicht, das Urmeter der „Wahrheit“, die wir heute nur noch in Anführungszeichen gesetzt anfassen wollen, gehaltenen Medienrealität ist entgleist und wir müssen uns überlegen, wie wir damit umgehen.)

Zum Schluss muss ich noch einige versöhnliche Takte anschlagen. Denn trotz meiner harschen Kritik liege ich doch in den meisten Punkten wahrscheinlich auf einer Linie mit Stefan. Der grundlegende Zwist betrifft nur die Werthaltigkeit dieser „Medienmünze“, dieser Währung der Realität, die von den Sendestationen und Druckerpressen ausgegeben wird. Einerseits hält er daran fest, die von dort gelieferte Realität sei wenn auch nicht das goldene Ei, so doch besser als nichts und es brauche nun mal eine Grundlage, auf der wir uns alle unterhalten können.

Ich halte hier aber dagegen, dass fast alles besser wäre als das gegenwärtige Trommelfeuer der Indoktrination, das schon seit Jahren im Kriegs- und Krisenmodus agiert, während eigentlich alles beim Alten bleibt und wir erst jetzt eine wirkliche Bedrohungslage vorfinden durch die jüngsten politischen Entwicklungen.

(Daher ist es auch nötig, noch mehr Podcasts zu machen und ich fordere ich dazu auf, selbst in dieses Showbusiness einzusteigen und eure Sichtweise in den Äther der Podcastwellen hinaus zu emittieren.) Meiner Meinung nach muss also die Vertrauenswährung nochmals deutlich abgewertet werden. Diese Währung, die von den öffentlichen Medienkanälen und den in ihnen auftretenden und die Rolle des soliden Verwalters der Kapitalgesellschaft BRD spielenden Politikern ausgegeben und von uns allen durch unsere resignierte, lethargische Zustimmung gekauft wird, muss diskreditiert und vom Welt-Realitätsmarkt genommen werden, sodass niemand mehr unkritisch auf diese Quellen Bezug nehmen kann, ohne sich der Lächerlichkeit preiszugeben.

Im Anschluss stelle ich noch einen Text zur Verfügung, der eine Art Vorbereitung zum Podcast war. Ich verfasste ihn an meinem ersten Arbeitstag unter dem Eindruck der vortags gehörten Podcasts (Fernsehpodcast und No Agenda: https://www.noagendashow.net/ ). An manchen Stellen ist er etwas wirr, was auf die Nervosität am ersten Arbeitstag nach so langer Abwesenheit hindeutet sowie die Verunsicherung durch den drohenden Atomkrieg ausdrückt. Trotzdem finde ich ihn ganz ordentlich.

Gut gepampert

Auf so einer Reise lernt man, dass vieles doch noch mal deutlich einfacher ist als man es sich aus Europa heraus vorstellen kann, diesem warmen, behüteten Nest. Man kann die menschliche Auffassungsgabe, Konzeptionskraft und die sozialen Zusammenhänge, die uns umgeben (und sich aus der Begrenzung der ersteren automatisch so ergeben), gar nicht zu simpel und faul konzipieren. Die Wirtschaft in Argentinien läuft immer noch nicht besser, weil wir so ganz zufrieden sind mit einer Handvoll Regeln, die zwar nicht hinhauen, aber für die Spitzenbewohner doch noch ein Leben einigermaßen frei von Zumutungen der unvorhersehbaren Weltläufte bieten.

Araya: -bist du gegen Merkel? Dann bist du Rassist. Ich glaub, Merkel will viele Ausländer. -… -Deutschland ist eines von den besten Ländern in Europa. Wenn es gut läuft mit der Wirtschaft, was gibt es dann zu meckern. Es kann nur so sein: jeder schaut nach sich und wo es besser läuft, da handelt die Politik besser. Jeder fuckt den anderen ab, ja und? Wenns am Ende für die eigene Bevölkerung gut läuft - zumindest noch besser als im Rest der Welt oder des Kontinents - dann passt doch alles.

Geld regiert die Welt, ja, aber: auch Trägheit regiert die Welt. Über legitime klassenkämpferische Erkenntnisse bis zum Defätismus und zur Kollaboration und Zufriedenheit mit diesem Satus Quo vorbehaltlich einer Erbschaftssteuer sind es nur wenige Schritte, und die meisten gehen sie, ohne sich noch umzudrehen und eine Art Reue zu empfinden, denn die materielle Basis zeigt es ja unumstößlich an, dass wir scheinbar auf der richtigen Seite der Moral stehen. Man kann sich dem doch nicht entziehen, nicht leugnen, dass wir Technik und Nahrung und Schutz brauchen.

Ebenso simpel verhält es sich mit dem Phallus, der so imposant da steht und die rohe Kraft des Kapitals symbolisiert. (Der Lendenschurz der parlamentarischen Demokratie verdeckt seine brachiale Allmacht und Gewalt)

"In der Niederlage liegt eine Würde, die dem Sieg fremd ist" Jorge Luis Borges

So zeigt uns der materielle Reichtum in Europa nicht etwa die moralische Überlegenheit an; trotz all der hohen Ziffern könnte es sein, dass wir moralisch-politisch noch sehr weit unten, abgeschlagen am Rand der Menschheit stehen. Ach, Europa. Ich glaube dein Hauptproblem ist diese Angst, die einen zersetzt, die Angst, vor dem Ruin, vor dem Nichts zu stehen, die einen von innen zerfrisst und jeden noch so schönen Tag vergällt.

Stefan (aktuelle FP Folge): die zwei Gleise laufen ganz überraschend doch wieder enger zusammen. Bisher konnte man so zweigleisig fahren: ist ja alles nur eine Medienrealität und nicht die Wirklichkeit, ach, das betrifft mich alles ja gar nicht.

Ja, Stefan… nur dass durch Corona auch schon die Gleise zusammengefügt wurden. Die Medienrealität bestimmte plötzlich über unser aller Leben und prominenzsüchtige Virologen schwangen sich zu Richtern und Priestern auf, die uns verbindliche Empfehlungen zum richtigen Umgang mit unserem Körper und unserer persönlichen Freiheit gaben. Selbst wenn die Begründungen zum Ausnahmezustand stets aus einer anderen Realität stammten, die mit der normal nachvollziehbaren uns umgebenden Wirklichkeit der Gefahren durch Atemwegsinfekte nichts zu tun hatte (aber von den Linken aus Gründen der intellektuellen Ermattung durch die zehrenden Frontenbildungen der polemischen letzten Jahre betreffs Trump, EU, Klima,… dankend als bare Münze der Realitäts-Zentralbank angenommen wurde), waren die Auswirkungen dieses Virus-Diskurses real und schufen nie zuvor dagewesene rechtliche Ausnahmesituationen und soziale Stilllegungen vieler Aktivitäten und Bereiche.

Es musste so sein, es war mein Gefühl in 2019, als ich von meinen Reisen nach Griechenland, Italien und Südamerika zurückkehrte: wie kann es sein, dass der einzelne liberale Hengst sich weiter durchsetzen darf und so viel und weit fliegen kann, wie er will? Es darf nicht mehr sein, dass alles so offen ist und Geld die einzige Grenze ist, die unseren Träumen eine Mauer entgegensetzt. Mit genug Geld kannst du alles tun, dich von überall abkoppeln, jedes Problem delegieren, sogar den Klimawandel, selbst wenn es ganz schlimm kommt…

Das war intolerabel. Daher die große Menschheitsaufgabe Corona. Es muss zumindest sichtbar werden, dass jetzt alle betroffen und eingeschränkt sind. Daher waren Masken so wichtig (bar jeglichem wissenschaftlichem Nachweis ihres Nutzens). Risikogruppen wurden (leider buchstäblich) geopfert, für ihren Schutz war keine mentale Aufmerksamkeitskapazität mehr da bei einer Politik, die ständig neue Regeln, Leitlinien und Metriken verkünden musste, die für alle auf Dauer gelten sollten.

Das ist schade, aber erklärbar. Die Seuche in uns war schon längst da. Es gibt Menschheitsprobleme, die uns wirklich alle betreffen, ja so ist es ja unbestritten auch mit dem Klima (nur ist es nicht das wichtigste). Aber sichtbar ist dieses marktwirtschaftliche System, welches das Geld-Eigentum garantiert, einfach darauf ausgelegt, zu bestehen. JCD wird immer in der rationaleren Position als Adam Curry sein, wenn jener behauptet, der Great Reset sei durch die Swift-Sanktionen geplant und die Eliten wollten zum Digital Renminbi switchen, worauf John lapidar kontert, es kämen immer eine Menge Leute mit großen Ideen um die Ecke, die alles ändern würden, aber dann landen sie doch tot in der Zelle und haben sich scheinbar umgebracht. Es bleibt alles beim Alten, korrekt.

JCD beobachtet das sehr klug. Und die Kräfte, die das genau so wollen, sind stark, sie schließen sowohl JCD als auch Adam qua seiner Eigenschaft als schon recht wohlhabender und besitzender Bürger der Kapitalokratie ein. Beider einzige Sorge ist, ihr Kapital zu erhalten und nicht mal für den Kampf gegen die Corona-Diktatur würden sie sich so weit vorwagen wie die Kanadier und demonstrieren gehen, sondern diese ängstlichen Amerikaner bleiben fein zuhause und lassen ihre Wut nur im Podcast raus. (Amerikanischer und deutscher Charakter sind sich vielleicht recht ähnlich, abzüglich der historischen Differenzen) Nur Adam wird es ein bisschen langweilig und er sucht die Verschwörung…

Das ändert nichts an Johns korrekter Einsicht (die wahre Verschwörung ist subtil, intrinsisch, selbstinduziert, die Verschwörung der Idioten). Dieses System ist stabil, die Kräfte, die es stützen sind mächtig und beruhen auf allerlei ökonomischen, propagandistischen, militärischen etc. Instrumenten und Machtapparaten. Das ist eine Tatsache und gleichzeitig ein Problem, denn diese Einsicht ist für uns alle offensichtlich und wir müssen uns eingestehen, dass sich im Großen und Ganzen nichts ändert noch je ändern wird (unter diesen Bedingungen).

Dieses "heimliche" Wissen, dass sowieso alles beim Alten bleibt, dazu das unheimliche Gewissen, das uns sagt, leider sterben aber an diesem Status Quo Jahr für Jahr zu viele Menschen in Kriegen, Wirtschaftskriegen und durch die merkwürdigen, undurchsichtigen Effekte des Kapitalflows, der bittere und tödliche Auswirkungen hat in kapitalfernen Ländern, liefern zusammen den Nährboden für die Etablierung einer auf ausnahmegefühligen Diskursmodi basierten Politik der sorgsamen Eingleisung: jetzt wird jeder gezwungen, sich sichtbar den Zeitläuften unterzuordnen. Du trägst Maske, also gibt es etwas, was uns alle betrifft, ganz neu ist und sich definitiv von der bisherigen Art, zu leben, unterscheidet. So wie bisher ging es nicht mehr weiter, ganz anders darf es aber auch nicht werden, also muss einfach ein sichtbares Zeichen der Andersartigkeit dieser Epoche her und schon kann alles im hypernormalisierten Flow weitergehen.

Wir vertrauen unseren Politikern und wollen doch ganz einfach, dass sie tun, was uns nützt. Was das ist? Na, die Kopplung an die USA beibehalten und deren Außenpolitik gegen unsere eigenen Interessen verteidigen und durchzusetzen helfen. Denn so fühlen wir uns gut gepampert, an der Seite der stärksten Militärmacht der Welt, die schon jeden bösen Räuber und Eindringling, der uns auf die Pelle rücken will, kräftig vermöbeln würde. Das ist das armselige, von der blanken Existenzangst genährte deutsche Kalkül. Wir stehen zwar schon an der Spitze der Weltgesellschaft und sind so reich, wirtschaftlich und militärisch geschützt wie kaum ein anderes Land, aber eine gewisse Restangst bleibt doch immer. Könnte dieser zwielichtige russische Präsident nicht doch böses gegen uns im Schilde führen? Im Zweifel ja, und dann werfen wir uns eben in die Arme der Amerikaner, auch wenn wir deren Bösartigkeit in außenpolitischen Dingen eigentlich gut dokumentiert und verstanden haben; hier hilft nur noch Verdrängung und Verleugnung. Immer wieder findet der Imperialismus Mittel und Wege, sich dümmliche Unterstützer in den Redaktionsstuben und vor den Podcastmikrofonen zu organisieren, sogar ohne dass er sie noch gesondert auszahlen müsste, einfach durch den sozialen Anpassungsdruck, der in einer gelenkten Demokratie wie der unsrigen herrscht, in der zu Coronazeiten grade mal noch die Hälfte der Bevölkerung angab, sich zu trauen, ihre politische Meinung frei zu äußern. Diese gelenkte Demokratie hat für die Kapitalherrschaft in der Tat einige Vorteile gegenüber einem autoritären Top-Down-System, in dem Gehorsam wie bei Putin auf expliziten Anweisungen basiert und nicht der soft power unserer Zeitungshelden, welche die Menschen von sich aus dazu bringt, das der imperialen Bourgeoisie genehme zu fordern und zu unterstützen.

Ob sie allerdings zum Fortschritt und der Entwicklung unserer Gesellschaft hin zu einem fröhlicheren, ausgeglicheneren und friedvolleren Zusammenleben beiträgt, bezweifele ich an dieser Stelle. Wir im imperialistischen Westen bekommen eben ein gewisses Maß an individuellen Freiheiten zugestanden, damit wir nicht zu hartnäckig bei den weltpolitischen Zusammenhängen nachbohren und uns die Frage stellen, wem dieses System dient und warum wir uns fügen und da mitspielen sollten. Wir sind ja ganz gut gepampert und abgesichert, da wollen wir jetzt nichts riskieren und diese "Höhe" unserer gesellschaftlichen Entwicklung infrage stellen. Diese armselige Haltung basiert auf der Verabsolutierung des "Nutzens": niemand könne doch bezweifeln, dass wir einen Nutzen davon haben, wie diese marktwirtschaftliche Welt eingerichtet ist und dass der Nutzen für uns größer ist als in Ländern wie Argentinien, der Ukraine oder Russland, die es scheinbar einfach nicht auf die Kette kriegen, sich ein politisches System zu schaffen, das eine saubere marktwirtschaftlich gelenkte Demokratie garantieren würde, wodurch sie es doch mit ein bisschen Fleiß auch ganz leicht zu Wohlstand und materiellem Reichtum bringen könnten…

Soweit von mir. Lassen wir zum Abschluss noch Vladimir Cerrón zu Wort kommen, dessen Text ich vorlas:

"Wir haben die Pflicht, die nationale Realität nicht zu ignorieren, aber wir haben auch die Pflicht, die weltweite Realität nicht zu ignorieren. Peru ist das Fragment einer Welt, die einem solidarischen Weg folgt.“ Mariategui.

Peru Libre spricht sich gegen die Entfesselung des Krieges in der Ukraine aus. Peru Libre ist eine politische Partei, deren Grundprinzipien Internationalismus, die Verteidigung der nationalen Souveränität, Antiimperialismus und Humanismus sind. Daher verteidigt sie das unveräußerliche Recht auf Selbstbestimmung der Völker; Aus diesem Grund äußert sich die Partei angesichts der kritischen Lage in der Ukraine gemäß den vorgenannten Grundsätzen:

1.- Die aktuelle Krise in der Ukraine ist eine direkte Folge der Aufrechterhaltung imperialistischer Militärstrukturen wie: der Nordatlantischen Organisation (NATO), die nichts anderes als die Kriegsmaschinerie des nordamerikanischen und europäischen Imperialismus ist; das angeblich Gültigkeit für die Existenz der UdSSR hatte. Die UdSSR existiert seit nicht mehr als zwei Jahrzehnten, aber die NATO hat ihren Prozess des Wachstums und der Eingliederung von Ländern fortgesetzt, darunter auch solche aus dem sogenannten sowjetischen Orbit wie Polen, Bulgarien, Ungarn usw. Und mit ihrem Anspruch auf Weltherrschaft haben sie einen finsteren Militärapparat aufgebaut, der den Weltfrieden aufs Spiel setzt.

2.- Die Russische Föderation hat unter der Führung von Wladimir Putin ihre eigene militärische, politische und wirtschaftliche Macht entwickelt; Auf dem Gebiet der Geopolitik haben die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und ihr militärischer Arm NATO jedoch eine Zangenoperation mit Zehntausenden von US-Soldaten auf den russischen Territorien entwickelt; auf Militärbasen mit Einrichtungen, die Atomwaffen besitzen; Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union verzichten auf die Verträge, die zwischen den großen Supermächten zur Begrenzung dieser Rüstung unterzeichnet worden waren, und beabsichtigen auf diese Weise, eine unipolare Welt auf der Grundlage eines großen Gendarms zu erzwingen, der auf den 5 Kontinenten dominiert: mit mehr als 600 Militärbasen, sogar auf peruanischem Territorium haben sie ein Dutzend Militärbasen; Verletzung unserer Unabhängigkeit und nationalen Souveränität, die die extreme Rechte in allen Sprachen schweigt.

3.- Die Ukraine ist in der Praxis zu einem neokolonialen Regime im Dienste der Interessen der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union geworden, das die Strategie der „Flaggenrevolutionen“ anwendet, dh die von NGOs und rechten Gruppen organisierten Verschwörungen. Seit 2014 ist es ihnen gelungen, ein ultrarechtes Neonazi-Regime in der Regierung durchzusetzen, dasselbe, das eine Politik des Völkermords gegen die Mehrheit der russischsprachigen Bevölkerung in der Gegend nahe der Grenze zu Russland angeordnet hat; dieses US-Marionetten-Neonazi-Regime hat die ukrainische kommunistische Partei verboten, jede Form von sozialistischem Rundfunk verboten und die kommunistische Fraktion im ukrainischen Parlament illegal aufgelöst; während er die rechtsextremen Pro-Nazi-Milizen des Zweiten Weltkriegs als Helden betrachtet; Dagegen haben die Völker des Donbass mit einer russischsprachigen Mehrheit, die die russisch-orthodoxe Religion praktizieren und sich als Teil des historischen Russlands betrachten, rebelliert und sich kraft des Selbstbestimmungsprinzips in den Volksrepubliken Russlands konstituiert Donezk und Lugansk, die mit ihren 2014 populären Milizen die ukrainische Armee und ihre Yankee-Berater besiegten. Die Entscheidung der Russischen Föderation, eine militärische Sonderoperation zur Verteidigung der russischen Bevölkerung zu starten, ist angesichts des Völkermords, den sie seit mehr als 8 Jahren durch die verstärkte ukrainische Söldnerarmee mit ihren Beratern der NATO erleidet, eindeutig eine faire Maßnahme.

4.- Die konzentrierte Weltpresse, die von US-imperialistischen Interessen kontrolliert wird, verbreitet die Lüge der russischen „Invasion“, wenn die Hauptschlachten in den Gebieten des Donbass stattfinden, wo die Bevölkerung mehrheitlich russisch ist. Die Partei Freies Peru drückt ihre militante internationalistische Solidarität mit den Volksrepubliken Donezk und Lugansk gegen die Neonazi-Besatzer aus.

5.- Die Minsker Vereinbarungen wurden von der Ukraine nicht erfüllt und ihre US- und NATO-Verbündeten torpedierten diese Vereinbarungen, weil sie die Existenz der populären staatlichen Einheiten von Donbass nicht anerkennen wollten, die konzentrierte Presse lügt, weil die Russische Föderation die notwendigen Schritte dafür unternahm diplomatische Verhandlungen und die einzige Reaktion der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union waren Wirtschaftssanktionen und die Drohung, die Neonazi-Ukraine zu einem NATO-Mitglied zu machen, was die Sicherheit Russlands gefährdet.

6.- Es ist offensichtlich, dass der Frieden ein Prinzip ist, das die internationalen Beziehungen bestimmen muss; aber wenn die Völker in ihrer vitalen Existenz angegriffen werden, ist es das unumgängliche Recht der Völker, ihre Selbstverteidigung zu übernehmen. Peru Libre fordert die peruanische Regierung auf, sich nicht der neokolonialen diplomatischen Ferule zu unterwerfen und wie immer die Prinzipien der peruanischen Außenpolitik zu übernehmen; dies ist die Notwendigkeit eines Dialogs auf der Grundlage der Achtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker; zur Erkenntnis, dass das 21. Jahrhundert von Multilateralismus und dem Ende der unipolaren Welt zugunsten der Vereinigten Staaten geprägt sein wird. Die Gültigkeit Russlands und Chinas und der neuen aufstrebenden Mächte wie Südafrika oder Indien gestalten ein neues Weltszenario, in dem Peru eine Rolle in Lateinamerika übernehmen muss, indem es ein neues politisches, wirtschaftliches und soziales Modell als Alternative zum Neoliberalismus darstellt.

7.- Angesichts des Ernstes der Lage und der wirtschaftlichen Folgen, die im Land entstehen können; Wir fordern die Regierung von Präsident Pedro Castillo auf, ihre Beziehungen zur Bolivarianischen Republik Venezuela zu stärken und den Prozess der Neuverhandlung von Verträgen mit Pluspetrol angesichts des Anstiegs der Barrel Öl und Gas in der Welt einzuleiten. Dies ist wichtig, damit das Land den Preis der inländischen Gasflasche regulieren kann; die wirtschaftliche Stabilität des peruanischen Volkes verlangt es. Schließlich rufen wir die Aktivisten des Freien Peru auf, die Krise und den Krieg in der Ukraine als ein Element zu untersuchen, das die theoretischen Ansätze des Marxismus zu Konflikten in kapitalistischen Gesellschaften bestätigt. Der von der Menschheit noch nicht erreichte verheißene Frieden wird keine Folge des kläglichen Schreis des kleinbürgerlichen Pazifismus sein, sondern des aufopferungsvollen Kampfes der Völker der Dritten Welt um die Eroberung von Brot und Schönheit in einem neuen Peru in einer neuen Welt.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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