Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#72 Podcasthorizont

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Marlon Grohn's Buch "Hass von oben, Hass von unten"

Heiner Flassbecks Klimabuch

Ja, liebe Leute! Ich begrüß euch herzlich zu Tischlein, deck dich, Nummer 72. Ich bin Simon und heute euer Kapitän an Bord, folgt bitte meinen Anweisungen.

Das Wichtigste heute kommt in meinem Satz zum Ausdruck: "Das Phallische und das Analerotische fallen zusammen." Die USA bieten uns Schutz, was uns nützt, absichert und wärmt wie eine Windel, die man einem Baby anlegt. Doch gleichzeitig ist diese Situation entwürdigend und wir fühlen uns entmännlicht, nicht mehr autonom und im bedingungslosen Dienst der USA.

Somit ergibt sich ein gewisses unangenehmes, ungutes Gefühl. Das Element der Autonomie, Virilität und Fruchtbarkeit, der Phallus wird uns weggenommen als Deutschland. Die entstehende aggressive Reaktion lenkt sich vorhersehbarerweise in die von den Leitmedien gesteuerten Kanäle gegen östliche Länder. Das ist eine ungute Situation.

Zudem gibt es aufgrund der deutschen Ängstlichkeit und Bezärteltheit scheinbar keine Alternative; wir sind dem Bann des riesigen, omnipotenten Phallus der USA komplett ausgeliefert. Er dominiert alle anderen, marschiert überall ein, wo ihm die herrschende Politik nicht in den Kram passt.

Uns gegen seine Macht und Deutungshoheit zu wenden, erschiene uns magengrummelnden Deutschen als reiner Selbstmord, daher bleibt die Bundesregierung auf ihrem Kurs als treuer Vasall Washingtons seit 1949. An der Seite der stärksten Militärmacht der Welt wird schon nichts schiefgehen, denken wir uns und schlafen gemächlich weiter den Schlaf des deutschen Gewissens.

Mit diesen obskuren Worten muss ich euch auch schon allein lassen für heute. Hört schnell rein und kommentiert, denn die nächste Folge kommt bestimmt, und rasant nimmt mein Podcastzug Fahrt auf Richtung Hundert. Laut JCD war im No Agenda Podcast erst bei Folge 100 ein ausreichendes Niveau erreicht, er sagte "Before episode 100 this show wasn't any good".

Auch wenn er damit vielleicht übertrieb und auch Tdd schon einige bemerkenswerte Momente hatte, bleibt es auch mein Kalkül, mit Nummer Hundert ein Niveau zu erreichen, wo die durchgehende Pamperung der Hörer durch das Podcastwerk so omnipräsent wird, oder zumindest so gut orchestriert über den Verlauf eines Podcastzyklus, einer Episode oder eines Themenkomplexes, so raffiniert konstruiert und arrangiert, dass dieser Podcast also eine bestetige Quelle der Podcastlust für seine Hörer wäre, die nie versiegt, ein Perpetuum Mobile der Podkarstlandschaft. Auf bald!


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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