Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#73 Trip ins Übersinnliche

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Kommunismus für Erwachsene

Rimbaud

Das Gedicht von Rimbaud:

Meine tiefste Verehrung…

… für meine Schwester Luise Vanülle von Vorigehem: Sie hat ihre blaue STURMhaube der Nordsee zugewandt. —

             Der Schiff=Brüchigen wegen.

… für meine Schwester LeoNIE Imwald Aschbei — WOW! Was miefte und summte das Sommergras. –

             Der Hitze der Mütter und Kinder wegen.

… für Lulu, Teufelsweib, die sich den GeRUCH der Betstunden aus der Zeit der FREUNDINNEN und ihrer dürftigen ErZIEHung bewahrt hat. —

              Der Männer wegen.

… für Madame X.

… für den Bengel, der ich war. Für diesen heiligen Greis in Einsiedelei oder Sendung.

… für die Gesinnung der Armen. Und für die höchste Geistlichkeit.

Ebenso für jeden Kult, mit einem solchen AHnen=Kult=Platz ausgestattet und solchen Ritualen, dass man sich völlig den Anhau(ch)ungen des AUgenblicks oder dem Ernst der ur=ei=gensten Macken hingeben muss.

Speziell heute abend: für die CIRCETO im hohen Eis=Glast, fett wie ein Karpfen und koloriert wie die zehn MONde der roten Nacht — (ihr Herz ist Ambra und Zunder) —

DAMIT mein ein=ziges Gebet erfolge, stumm wie die REGionen der Nacht — und Taten werden folgen — so gewalttätig, dass sie diesen ganzen Irrsinn Lügen strafen.

Koste es, was es wolle. Aus vollem Halse. Auch auf dem Trip ins Über=Sinliche.— Und da erst rECHT.

Liebe Hörenden, willkommen in der heutigen Show von Tischlein, deck dich!, dem Show-, Fake-, und Witzpodcast. Dieses Gedicht von Rimbaud stellt einen echten Leckerbissen dar, leider habe ich ihm am Schluss der Sendung nicht mehr die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet.

Das folgende Gedicht "Hasch Hortense" hatte keinesfalls ein annähernd gutes Niveau, war aber ganz nett, um die Episode abzurunden.

Vielleicht kann ich später in ein paar Folgen noch mal auf das Gedicht und Interpretationsmöglichkeiten zurückkmmen. Für heute müssen wir es gut sein lassen und ich kann auch nicht mehr sagen, als dass ihr bitte meine Worte auch nicht auf die Goldwaage legen solltet, denn sie sind tonnenschwer und müssten eher mit einer LKW-Waage gewogen werden. Damit verbleibe ich euer treuer Podcast-Knuddelbär.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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