Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#96 Medien-Maja

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Michel Houellebecq: Die Ausweitung der Kampfzone – genau darum muss es heutzutage gehen und darum ist Houellebecqs Buch so wichtig, so schmerzhaft es auch sein mag. Es geht um die Verlagerung der Kampfzone in unserem Innern, wo der uns durch liberale Paradigmen auferlegte Kampf des Individuums um Selbstbehauptung in einer sich verdüsternden Welt tobt, hin nach außen, ins Objektive, Gesellschaftliche. Dort muss der innere Schmerz hingetragen werden, die Verzweiflung auf andere übertragen werden, um die Bewusstseine zu spalten und diejenigen herauszusieben, die zum Umsturz befähigt sind.

Versuch über den Medienmenschen Homo mediarum

Hacks: Marxistische Hinsichten

Hinter dem Schleier der Medienmaja hört, was ist, zu sein auf. Die Dinge verlieren ihre stoffliche Beschaffenheit. Aber es ist nicht das Nichts, was sich hinter dem Schleier versteckt, dahinter wird weiterhin die Welt versteckt gehalten. Die Medien haben einen Inhalt und ein Ziel. Die Gesamtheit ihrer Botschaften ist angeleitet und dient einem Interesse.

Die Große Lüge besagt, dass es mit dem Zustand der Gesellschaft seine Richtigkeit und seine Unabänderlichkeit habe. Das ist ein so irrsinniger Satz, dass er anders, als auf dem Umweg über die Medien, sich nicht sagen ließe.

(Paraphrasiert aus dem Gedächtnis)

Ja, liebe Leute. Diese Folge sticht hervor. Falls ihr keine Zeit habt, so viele Episoden zu hören, empfehle ich euch diese. Hier stelle ich eine Liste der besten vergangenen und kommenden Folgen auf

100 Köstlicher Balsam – Drogen, Liebe, Sex

96 Medien-Maja – Hacks: Ästhetik, Medien

89 Nuancen-Fieselei – Hacks: BRD, DDR

79 Affection – Cortazar: Rayuela

76 Home Run – 2. Weltkrieg

69 Der Heilige Revolutionäre Bund – Natur, Klima, Revolution

67 Der lange Hebel des Kapitals – Witz und Weltgesetz, Welttragik

65 Gut gepampert – Alternde Gesellschaft, altbackene Politik

59 Iguazu, Misiones – Gesundheit, Schuld, Globalismus

39 La Concha – Liebe, soziale Hemmung

14 Gibt es ein Leben vor dem Tod? Klima

9 Geschlecht und Schicksal – Geschlechterverhältnisse

6 Disko und Opernball – Ich habe seit jeher gefunden, dass wir einander nah sind, wie Früchte von demselben Ast. Diese Angst, die du spürst, ich spüre sie auch. -Michel Houellebecq


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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