Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#124 Bloodlines

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Das Outro »I need a Dollar« findet ihr hier, ich konnte es leider heute nicht einfügen: https://www.youtube.com/watch?v=nFZP8zQ5kzk

Die vorgelesene Episodenbeschreibung von Nr. 106: https://tischlein-deck-dich.podigee.io/106-neue-episode

Júlio Cortázar: Rayuela, Kapitel 93

NATO-Ejakuland: https://www.broeckers.com/2022/03/08/das-kriegsmotiv/ Hier schreibt Bröckers nur vom »Ejakulat« Döpfner, was für mich aber keinen Sinn ergibt, es müsste richtigerweise »Ejakuland« bzw. »Ejakulant« heißen. Ich habe mir jetzt tagelang den Kopf zerbrochen über die richtige Schreibweise dieses wunderbaren Wortes, muss die Folge aber heute einfach raushauen, ohne die Gewähr abgeben zu können, dass dies orthografisch stimmig ist. Das Wort existiert noch nicht im Duden, sollte aber bei gleichbleibender Kriegsgeilheit der deutschen Medien- und Politikelite bald aufgenommen werden.

Mir wird Merkel ja nichts tun. Daher bleibt »man« gefügig. Lenin richtet sich auf die ganz unten, das Industrie oder Lumpenproletariat. Merkel richtet sich auf die in der Mitte, die aspirieren, aufzusteigen. Dann ist aber mein Wohlergehen, meine Ernährung an das gekoppelt, was die andere Klasse, der "ganz unteren" weiter niederdrückt und demütigt. Ich, sofern ich Marxist bin, weiß ja eigentlich, dass damit sein Körper in ungehörige Geiselhaft genommen wird und das Genießen erschwert wird. Wie soll ich mich da noch des Lebens und meiner Fähigkeiten erfreuen, wenn ich das zwar zivilrechtlich einigermaßen sicher und in ök prosperierender Umgebung tun kann… aber andererseits in Mali oder Kolumbien ein Menschenleben weniger wert ist.


Vulgärmarxismus. So anfangen. Was ist denn vom pöbelhaften Volksbewusstsein an marxistischen Dogmen als wahr eingestanden? Ganz schön viel?

Bloodline als Kaleidoskop Miniatur der Gesellschaft und Historie

(Die Serie heißt eigentlich »Bloodline«, ich finde aber den Plural schöner und passender)

Essay Bloodline: die Männer können nur mit Gewalt ihre Liebe zeigen? Vater prügelt Danny aus Schmerz über Verlust seiner Tochter.

Verallgemeinern: Kapitalismus… Schuldgefühle, Retrospektiven bei Megan und ihrem Bruder, der kokst. Erinnerung, wie Auto quietschend in Hof einbiegt, Tür zuschlägt, Danny wegrennt. Jedem haben sich historische Erkenntnisse über Kolonialismus usw eingebrannt. Aber man denkt: es ist das Familienerbe, das Narrativ, das wir hier zusammenhalten. Die Blutlinie bezeichnet den kapitalistischen Akkumulationseifer, der in nicht so fernen Epochen noch die Niedermetzelung und direkte Besatzung afrikanischer, südamerikanischer, asiatischer Länder bedeutete. Heute hingegen noch brutalisiert und sublimiert wurde im finanziellen Herrschaftssystem.

———————————— Danny kehrt heim und will vermeintlich zeigen, dass er sich doch benehmen kann, wenn man ihm eine Chance gibt. Aber will er das? In wirklichkeit braucht er vor allem Kohle, weil er Schulden hat wegen seinem Restaurant, das pleiteging und abbrannte.

Also arbeitet er bei Eric mit. Und das ist der Punkt, schon bevor er bei der Familienfeier eintrifft in Folge eins, hat er seine Entscheidung getroffen und beschlossen, dass Eric sein Bruder ist, als solche und Vertrauenspersonen können nicht mehr seine Familienangehörigen gelten für ihn. Der Grund für diesen geistigen Schritt Dannys ist nicht etwa rein ökonomischer Art, dass er gar keine andere Wahl gehabt hätte. Es ziegt sich ja in der folge, dass er auch von seinem Vater einen legalen Job bekommen konnte und dort etwas verdienen, auch wenn dies aufgrund der Knausrigkeit seiner Familie offenkundig eher spärlich ist. Nein, sondern er fühlt einfach eine tiefe Verbundenheit und Vertrautheit zwischen sich und Eric, die er sonst vielleicht nur manchmal mit seiner Mutter herstellen kann, sonst mit niemandem aus seiner Familie.

Mit seiner Familie hat er also gebrochen und zwar komplett. Sie sind nicht mehr seine Mitangehörigen, auch wenn er sich immer wieder anderes einzureden versucht. Die vorhersehbaren Enttäuschungen, die auf bereits bestehendem gegenseitigen Misstrauen zwischen Danny und seinen Geschwistern beruhen, nimmt er nur oberflächlich getroffen hin, innerlich stärken sie seinen entschlossenen Widerstand zu den Prinzipien seiner Familie, die er ganz richtig vulgär(marxistisch) als Kapitalakkumulation und Sicherung des Besitzes wahrnimmt. Dies sind die heiligen Werte der Familie, diese Sorge und Furcht um das Bestehende verbündet sie. Doch was sie erst richtig misstrauisch auf Danny macht, sit eher der Vater mit seiner Einflussnahme. Er möchte Danny prüfen und redet sich ein, ihm dabei eine faire Chance zu geben, wobei er innerlich genau wie Danny bereits seine finale Entscheidung getroffen und sein Urteil gefällt hat, auch wenn ihm diese radikale Opposition gegen Danny und alles, was er darstellt, weniger bewusst wird.

Der Vater sieht in Danny den Nachfolger, der ihn bedroht. Möglicherweise ist Sarahs Tod nur ein Vorwand für ihn, tieferliegende Aggressionen gegen seinen ältesten Sohn auszuleben. Daher behandelt er Danny nach dem einschneidenden Vorfalls in dessen Jugend anders und stellt ihm Hindernisse in den Weg, erwartet Unmögliches, um sich an seinem Scheitern zu erfreuen.

—— Tdd: »Es ist ja das Erbe, darüber wollen wir doch nichts schlechtes erzählen«

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Kommentar zu Folge und zur politischen Situation in Deutschland

Oft sagt man »Demokratie«, ohne wirklich zu durchdenken, worauf man hinauswill. So findet man die Grundlagen der Menschenwürde und der Achtung des Menschlichen in diesem Begriff, meint man. Da kann man alles wohligwarme hineinprojizieren und muss sich dann keine Gedanken mehr um politische Streitfragen machen. In der liberalen Demokratie ist jede Position gleich viel wert und also egal. Jeder darf sich äußern, aber bitte auf antifaschistischer Basis, wie es bei linken Demos oft richtigerweise heißt. Antifaschismus ist der richtige Begriff, um auszudrücken, welchen Zivilisationsstand wir wahren wollen und zu welchem leider grausame Realität gewesenem barbarischem Zustand man nie wieder zurück möchte. So ist von begriffslosen liberalen Tölpeln wie Wolfgang, Stefan, oder sonstigen Vertretern der Regierungslinien unserer imperialistischen Westblockstaaten davon die Rede, Putin wolle unsere Demokratie schwächen, er schätze die freie Meinungsbildung und Mitbestimmung gering und habe Angst davor, dass sich diese große Idee nach Osten ausbreitet. Was sich von diesem Diskurs getarnt sehr wohl nach Osten bewegt, sind die Kolonnen unserer Kriegsgeräte und schweren Waffen, die »wir« in die Ukraine liefern, um dort das Blutvergießen noch in die Länge zu ziehen und Russland zu schwächen. Demokratie ist nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnt, sondern die immer schlechter sitzende Maske der autokratischen Kapitaldiktatur, jenes ökonomischen Regimes, das uns Tag für Tag zwingt, unsere Körper und Seelen zu verkaufen auf dem freien Arbeitsmarkt, um das nötigste fürs tägliche Überleben zu erwirtschaften. Wer nicht spurt oder nicht begabt genug ist, wird vom Kapitalregime aus dem Weg geräumt, so wie die Millionen Hungernden auf der Welt. Sie passen nicht in die Raster der Profitmaximierungs-Ökonomie. Sie sind wegzuregulieren, weil mit ihnen kein Gewinn zu machen ist, zumindest keiner, der den paar monopolistischen Konzernen mit Weltgeltung zugute käme. Antifaschismus dagegen ist ein Wert, für den es zu kämpfen gilt, ebenso wie für den Aufbau des Sozialismus und die tätige Verwirklichung jedes Menschen.

Als Kommunisten kann es heute nicht unser strategisches Ziel sein, die »Errungenschaften der Demokratie« zu erhalten, sondern wir müssen die durch den Weltimperialismus, bei dem unsere deutsche Bourgeoisie an den wenigen Schalthebeln sitzt, hervorgerufenen Massenmorde und Terroraktionen, Gewalt gegen die alltäglichen körperlichen und geistigen Bedürfnisse von Myriaden an Menschen, zur Sprache bringen, offenlegen und ihre Ursache in unserem deutschen politischen udn wirtschaftlichen System suchen. Wir müssen die Demokratie also zerschlagen. Viele Linke, die noch zu schwach sind, den langen Weg zum Kommunisten auf sich zu nehmen, werden da verängstigt und glauben, solche Parolen führten in gefährliche Nähe zum Faschismus. Das Gegenteil ist richtig, nur mit den richtigen Analysen und Konzepten zur Beseitung der herrschenden Widersprüche, der Unmutsgefühle im Volk kann der faschistischen Gefahr vorgebaut werden, nicht durch einfallsloses, feiges Festhalten an überholten Begriffssystemen.

Wir müssen sogar noch weiter gehen und die Volksmassen proaktiv auf noch viel gravierende Notlagen bis hin zu Kriegen vorbereiten. Wir müssen ihnen klar machen, dass die heutige Situation hoffnungslos und festgefahren ist. Um eine breitere Massenbewegung zu bilden und das Massenbewusstsein zu stärken, dass der Sozialismus reif ist, implementiert und gefestigt zu werden, muss die Masse der Menschen nochmal deutlich tiefer in den Abgrund der Familiensorgen und materiellen Nöte gestoßen werden. Leider ist es sehr unwahrscheinlich, unter den jetzigen Bedingungen des halbwegs »friedlichen Wirtschaftens«, das immerhin uns Deutschen garantiert, zu überleben, während sich andere in ferneren Gebieten aufreiben, zu einer revolutionären Situation zu kommen. In diesem Sinne muss man also den Bürgerkrieg auch »herbeireden« und aktiv auf ihn einstimmen als große Chance.

Viele deutsche Arbeiter, die unter der ökonomischen Gewalt täglich leiden, flüchten sich zurzeit in die Identifizierung mit den Kämpfern auf ukrainischer Seite. Sie verteidigten unsere Werte. Ja, dem stimme ich zu, nur welche Werte? Man bemüht das schwammige Wort »Demokratie«, müsste aber von »unseren faschistischen Werten« reden, um korrekt zu sein. Dort kämpfen auch Faschisten, wenngleich nicht die ganze ukrainische Armee vom Nazigift der nationalen Überlegenheit und des gewalttätigen Chauvinismus verseucht ist, so doch relevante Teile davon. Ja, und was soll ich dazu noch sagen? Putin hat recht, wenn er diese Kräfte zerstören will. Dass dabei ein Land wie die Ukraine zwischen die Fronten gerät, ist tragisch. Die wahren Hintermänner, Rädelsführer und Strategen dieses Proxy-Krieges sind Politiker von Rang wie Baerbock, Habeck, Steinmeier, Merkel. Sie alle bereiteten die heutige Situation durch ihre gezielte Politik der militärischen Eskalation vor. Das Minsk-2-Abkommen sah eigentlich Waffenstillstand und Autonomie vor. Doch Merkel unternahm nichts, Selenski auf diese Ziele zu verpflichten. Im Gegenteil, sagte sie noch letztes Jahr, er gehe »richtigerweise nicht auf die Forderung nach Verhandlungen ein«, die Vertreter der ostukrainischen Volksrepubliken an ihn richteten. Diese Politik Merkels steht in einer Linie mit Hitlers Politik und ebenso wie damals haben die Russen das Recht, diese westliche Aggression zurückzuschlagen. Auch wenn man kritisch gegen die russische Regierung sein kann und ebenfalls von ihr Schritte zu einem Friedensschluss verlangen muss, ist klar, dass Russland als schwächeres, vom imperialistischen Westblock gezielt ausgeschlossenes Land, nicht der Hauptakteur ist und nicht die Hauptverantwortung für die jetzige Tragödie trägt, sondern die hiesigen Faschisten und die Bürohengste und Stuten, die täglich durch ihr stummes Abnicken dieser bundesrepublikanischen halbfaschistischen Selbstgewissheiten grünes Licht für Ausbeutung, Ausnutzung, Aggression und Krieg geben. Deutschland ist ein Volk der degenerierten, jasagenden, unmündigen Mitläufer, der denkunfähigen braven Schäfchen, die alles mitmachen werden, wenn es nur der Führer befiehlt. Deutschland ist verachtenswert, hassenswert, Deutschland ist ein Stück Scheiße.

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Annalena Baerbock ist eine Faschistin — wie sinnvoll kann es da noch sein, sich auf demokratische Werte zu berufen, den Kitt der Zivilisation in dem schwammigen Demokratiebegriff zu suchen, der von Autokraten weltweit richtigerweise mit gebraucht wird, da sie ja sehen, dass es keine »wahre Legitimation« gibt für Herrschaft, man alles als Volksherrschaft labeln kann und sich darauf berufen, nur in Vertretung des Volkes die Staatsgewalt auszuüben, da es nunmal unpraktikabel sei, Millionen Menschen direkt über Gesetze bestimmen zu lassen? Jeder afrikanische Diktator ist mit seinem Demokratiebegriff näher an der Wahrheit als unsere hiesigen dummdreisten Medienkommentatoren, die ernsthaft einem teils faschistischen Regime wie der gegenwärtigen Bundesregierung bescheinigen, die Werte Freiheit und des Schutzes des Individuums zu verkörpern. Baerbock schickt Waffen, Material, Trainingshilfen und Ermunterung zum Weiterkämpfen in die Ukraine, wo sie die offen faschistischen Kämpfer, die sich stolz auf Bandera, den Nazikollaborateur beziehen, entgegennehmen und im berechtigten Bewusstsein einsetzen, dass dieser Krieg ein von Deutschland gewollter und abgesegneter ist, dass man durchs heroische Kämpfen, Töten und Sterben einen Beitrag leistet, vielleicht endlich vom Westen als Seinesgleichen anerkannt zu werden. Es ist wichtig, die Geschichte insbesondere des 2. Weltkriegs zu studieren und die Kriegsverbrechen Deutschlands offenzulegen. Es wurden in den besetzten sowjetischen Gebieten Zivilisten in unbekannter Zahl, aber sicherlich in der Größenordnung von Millionen, direkt ermordet, ins KZ verschleppt oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland geschickt. Zuerst wurden die Juden herausgegriffen, dann die Russen. Ukrainer und Muslime sowie andere Volksgruppen wurden eher in Ruhe gelassen, da man in ihnen potentielle Verbündete gegen die Sowjetregierung sah. Das bestialische Vorgehen in den besetzten Gebieten muss vor allem heute angesprochen werden, da die deutsche Erinnerungskultur dazu tendiert, den Holocaust zu singularisieren (er ist ja auch ein schändliches, unvorstellbares Verbrechen, das zurecht weiterhin in unserem kollektiven Gedächtnis präsent ist) und daneben die weiteren Opfer der zynischen Vernichtungspolitik der Nazis zu vergessen. So starben allein in der Sowjetunion mehr als 20 Millionen Menschen, von denen viele keine kämpfenden Soldaten waren. In eingenommenen Dörfern wurden Jugendliche Komsomol-Aktivisten des Parteijugendverbandes zusammengetrieben und ermordet oder gleich die gesamten Einwohner. Nur wenige überlebten, wenn sie das »Glück« hatten, ins KZ zu kommen und dort bis 1945 durchzuhalten, ohne der planmäßigen Vernichtung dort zum Opfer zu fallen.

»Ich hätte nicht gedacht, dass die Ukrainer so zäh sind und nach Monaten immer noch kämpfen und Widerstand leisten. Alle Achtung.« So die »solidarische« Haltung vieler Bundesbürger hierzulande, die durch die Medien-Matrix leider nicht mehr wahrnehmen, dass es einen simplen Grund für den Kampfesmut der Ukrainer gibt, nämlich, dass man von hier aus angefeuert, materiell sowie geistig unterstützt wird beim Vorhaben, noch die ganze einsatzfähige Bevölkerung einzuziehen, um sie in die Schlacht zu werfen und erst wenn das Land komplett entsiedelt, zerbombt und ökonomisch zerstört ist, aufzugeben.

Selenskis Agieren ist aus meiner Sicht verständlich und normal, nicht vorstellbar ist allerdings das hierzulande obwaltende Ausmaß an Dummheit, Kriegslüsternheit und Chauvinismus. Die Ukrainer zeigen es den Russen mal so richtig, an unserer Stelle, weil wir ja keine Kriege mehr führen. Aber jetzt können wir immerhin die mal ausrüsten und schauen, wie weit man so kommt. Wer diese Kriegsteilnahme Deutschlands orchestriert, wie Habeck, Lindner und die gesamte Bundesregierung, der ist ein Faschist. Da gibt es nichts zu zweifeln. Etwas diffiziler wäre diese Begriffsbestimmung etwa in Syrien, wo der historische Bezug zu Nazideutschland nicht gegeben ist, aber auch dort sind die diversen dschihadistischen Kampfverbände als faschistisch zu bezeichnen. Da sie gegen die Assad-Regierung von den USA unterstützt wurden, sind also auch die Machthaber im Weißen Haus Faschisten. Natürlich würde auch ein sozialistischer Staat an der ein oder anderen Stelle militärisch intervenieren und zweifelhafte Partnerschaften mit politischen Gruppierungen im Ausland eingehen. Dies ist aber nicht vergleichbar mit der imperialistischen Politik, die immer wieder darauf hinausläuft, die reaktionärsten, gewalttätigsten Elemente der politischen Landschaft anderer Staaten zu unterstützen und auszurüsten. Der Imperialismus kann für eine Weile allein ökonomische Gewalt anwenden, Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter managen und so satte Profite einfahren. Doch irgendwann kommt er immer wieder darauf zurück, Bündnisse mit Faschisten einzugehen, sei es, um sich aus einer schweren wirtschaftlichen Krise zu befreien wie in der Hitlerzeit oder um ausländische Rohstoffquellen zu erschließen usw.


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Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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