Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#34 Die Komplizenschaft

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La complicidad von Perotá Chingó (Cover des Songs von Cultura profética)

Soy el verbo que da acción a una buena conversación
Y cuando tu me nombras siente ganas
Soy la nueva alternativa contra contaminación
Y tu eres la energía que me carga
Soy una arboleda que da sombra a tu casa
Un viento suave que te soba la cara
De too's tus sueños, negra, soy la manifestación
Tu eres esa libertad soñada

Soy la serenidad que lleva a la meditación
Y tu eres ese tan sagrado mantra
Soy ese juguito e' parcha que te baja la presión
Y siempre que te sube tu me llamas ya
Tira la sábana sal de la cama
Vamos a conquistar toda la casa
De todo lo que tu acostumbras soy contradicción
Creo que eso es lo que a ti te llama

La complicidad es tanta
Que nuestras vibraciones se complementan
Lo que tienes me hace falta
Y lo que tengo te hace ser más completa
La afinidad es tanta
Miro a tus ojos y ya se lo que piensas
Te quiero por que eres tantas
Cositas bellas que me hacen creer que soy

La levadura que te hace crecer el corazón
Y tu la vitamina que me falta
Soy ese rocío que se posa en tu vegetación
Y tu esa tierra fértil que esta escasa
Soy La blanca arena que alfombra tu playa
Todo el follaje que da vida a tu mapa
De toda idea creativa soy la gestación
Tu eres la utopía deseada

La complicidad es tanta
Que nuestras vibraciones se complementan
Lo que tienes me hace falta
Y lo que tengo te hace ser más completa
La afinidad es tanta miro a tus ojos
Y ya se lo que piensas
Te quiero por que eres tantas cositas
Bellas que me hacen sentir muy bien

Soy la locura que estremece,
Soy tu adicción y tu eres mi felicidad, mi calma
Soy una colonia que va en busca de liberación
Y tu eres esa dosis de esperanza
Soy la cordillera que en la distancia
Te cura la visión con su elegancia
De todo loco que lo intenta soy la frustración
Y tu eres ese reto que me encanta

La complicidad es tanta
Que nuestras vibraciones se complementan
Lo que tienes me hace falta
Y lo que tengo te hace ser más completa
La afinidad es tanta miro a tus ojos
Y ya se lo que piensas
Te quiero por que eres tantas
Cositas bellas que me hacen sentir muy bien

#33 Die Liebe existiert

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Mit Robert Pfaller gehe ich heute der Frage nach, was die wahre Liebe sein kann. Muss sie zwingend die Form einer monogamen Beziehung annehmen, die im Regelfall auch mit der Gründung eines gemeinsamen Haushaltes verbunden ist? Oder kann nicht auch die Affäre, die uneingestandene, außerhalb der Paarbeziehung stattfindende Verausgabung eine weitere Spielart der wahren Liebe sein?
"Ich habe doch nichts davon, wenn sich die geliebte Person ihren Appetit versagt und dann zu mir grantig ist." sagt Robert Pfaller in seinem Meisterwerk "Zweite Welten".
Dem folgend könnte man die These aufstellen, es sei gerade Kennzeichen der wahren Liebe, wenn man dem geliebten Anderen auch zugestehen kann, die starre Ordnung der Monogamie einmal zu durchbrechen, ihren (sexuellen) Appetit außerhalb der Paarbeziehung zu stillen, um dann in der Beziehung wieder ausgeglichen und liebevoll sein zu können.

Schon Friedrich Engels stellte fest, dass die Entstehung der Monogamie eng mit dem Aufkommen des Privateigentums in den kapitalistischen Gesellschaften verbunden sei.
Diese privatisierte Liebe dient uns heute leider nur noch als Bollwerk gegen das herrschende Elend und die zunehmende Brutalisierung der sozialen und ökonomischen Verhältnisse in der Gesellschaft. Mein Anspruch als Kommunist ist, die Schandtaten des Kapitalismus zu beenden und rasch den real existierenden Sozialismus einzuführen, vor allem auch in der Hoffnung, dann wieder lohnendere Liebesbeziehungen führen zu können. Nur unter sozialistischen Bedingungen können wir hoffentlich den Gedanken wieder zulassen, dass Liebe und Sexualität grundsätzlich nichts rein innerliches, ichkonformes sein können sondern immer zunächst einmal gesellschaftlich erzeugte Vorstellungen und Kulturprodukte sind.

Der heutige postmoderne Imperativ "Be Yourself" soll uns vordergründig befreien und dazu anhalten, nur das zu tun, was wir wirklich wollen. Doch dieser Imperativ führt zu einer Verwahrlosung der intimen Beziehungen sowie zur psychischen Impotenz, der Unfähigkeit, sich überhaupt noch zu trauen, ein begehrtes Objekt zu greifen. Gefangen in der völligen Ichfixiertheit können wir uns den Griff nach diesen materiellen Verausgabungen wie Sex nicht mehr zugestehen und wenden uns angeekelt ab. Denn wie schon in Folge 28 festgestellt, wohnt der Sexualität immer ein Moment der Fremdheit und Andersheit inne, das nie vollkommen ins Ich einverleibt werden kann, sondern immer einen unverdaulichen Rest, eine "Gräte im Hals" zurücklässt.

Die Ideen, die heute behandelt werden, sind schwer und lassen sich nur mit Mühe und Widerwillen durchdenken. Aber letztlich sind sie doch einfacher, als der herrschenden postmodernen Ideologie der völligen Verinnerlichung/Subjektivierung jeglicher Gefühle zu folgen, denn immerhin erlaubt uns Pfallers Herangehensweise, überhaupt noch über Sex und Monogamie zu sprechen, wohingegen die postmoderne Anrufung der Individuen als unendlich schwache (und dadurch vermeintlich reine, unschuldige) Subjekte letztlich in ein tragisches Schweigen münden muss, da die Sexualität niemals in völlige Übereinstimmung mit meinen subjektiven Kriterien und Empfindungen gebracht werden kann.

Es ist also ein Kampf, der hier geführt wird, der Kampf darum, den Zugang zu unseren Lustbedingungen wieder freizulegen, nachdem der entgrenzte Neoliberalismus der letzten Jahrzehnte nicht mal davor zurückschreckte, auch diesen Teil des Lebens noch zu privatisieren. Die Gesellschaft zog sich aus ihrer Verantwortung zurück, die Individuen zu enthemmen und ihren Lustzugang frei zu legen durch Förmlichkeit, Höflichkeit, kulturelle Kultivierung von Illusionen etc.

Hier möchte ich als klassenkämpferische Parole in Anlehnung an Bertolt Brecht ausgeben: Der Kampf unserer Generation wird nicht nur ein Kampf um die Produktionsmittel, sondern vor allem auch ein Kampf um die Reproduktionsmittel sein.

#32 Milchschaum

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Mit Antoine Burtz frage ich mich, wie ein Künstler den gefühlten inneren Überschuss an Kreativität loswerden kann, wie er damit zurecht kommen kann. Der Künstler ist im allgemeinen derart angefüllt von einer unbegreiflichen Lebenskraft, dass sie ihn von innen her angreifen würde, wenn er sie nicht mit seiner Mitwelt teilte. Diese Empfindung des Exzesses, der irrationalen Verausgabung, kommt in Antoines Lied zum Ausdruck und deutet schon auf die Theorien des Philosophen Georges Bataille, die im nächsten Podcast thematisiert werden. Bataille setzt die Verausgabung von Überschüssen als das Grundprinzip der Kultur. Nur in einem Moment der glamourösen Überschreitung sonst geltender Prinzipien können wir wahrhaft souverän sein. Hier sollten wir nicht mehr ökonomisch abwägen und kalkulieren sondern einmal kurz vergessen, was sonst die Regeln des Anstands vorschreiben.
Heute lese ich weiter aus dem bekannten Kommunismusbuch, da in ihm solch explosive, waghalsige Ideen verborgen liegen, die an ein größeres Publikum übermittelt zu werden verdienen. Auch hier empfand ich einen Überschuss an intellektueller Brillanz beim Lesen dieses Werks, sodass ich heute diesen gefühlten Leseexzess rauslassen musste um ihn euch zur Beurteilung vorzulegen.

Von Wegen Lisbeth - Milchschaum

Gespräche über guten Milchschaum haben keine Existenzberechtigung
Während einer Softskill-Analyse traf ich schlüsselkompetenzlos eine Feststellung
Ich bin relativ gut
Relativ gut mit euch ausgekommen
Und ich weiß jetzt wieso
Ich weiß jetzt wieso
Ich hab' es rausbekommen

Wie schon Ricky Martin sagte
Buhrufe sind lauter als Applaus
Wie schon Ricky Martin sagte
Buhrufe sind lauter als Applaus
Lauter als Applaus

Kein Mut, kein Bock, kein Nebenhirn
Und rückwärts ran doch rückwirkend gilt mein Beschluss
Dass ich mir diese Schuhe, die nicht meine sind
Mal aus Versehen angezogen haben muss
Denn bis ich all euren Müll
All euren Müll aus dem Fenster warf
Kratzte sich jede Kritik, am Stamm meines Egos die Krallen scharf

...

#31 Big in Japan

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Ich lese weiter aus "Kommunismus für Erwachsene" von Marlon Grohn, Teil 2, "Das Elend der Herrschaftskritik", der auf Seite 68 beginnt, was eine weitere kompositorische Finesse des Autors offenbart.
Denn die 68er haben vor allem auf der kulturellen Ebene versagt und eine Kultur des Lustverzichts, der Innerlichkeit, Formenfeindlichkeit und Privatisierung gefördert. Aber auch auf der politischen Ebene haben sich die großmäuligen Rebellen mit ihrem Hang zur radikalen Kritik als handzahme Vollstrecker des Globalkapitalismus erwiesen. Diese Schurkereien müssen einmal aufgerechnet und angeprangert werden, und genau das leistet Grohns Angriff auf die undialektischen philosophischen Bemühungen der Nach-68er-Generationen.
Die reine Kritik ist nicht etwa über ihren Gegenstand erhaben, sondern befindet sich noch nicht einmal auf dessen Höhe. Das sollten vielleicht auch einmal all jene begreifen, die jetzt meinen, die Arbeiter schützen zu müssen, weil Merkel sich bei ihnen für ihre Ausdauer während Corona bedankt, und dabei nicht merken, dass Merkel von jenen Arbeitern zurecht als eher ihre Interessen vertretend wahrgenommen wird, da jene zahmen Sozialkritiker die Arbeiter nur zum Spielball ihrer Revolte zwecks Akkumulation von Anerkennung machen, während Merkel wenigstens auf der rein symbolischen Ebene eine Geste der Solidarität und Ehrbezeigung gegenüber der Arbeiterklasse vollzieht.

Aber all das ist gar nicht so interessant, denn um zum Handeln zu kommen, braucht es Revolution, und daher also den Stalinismus, jene historisch verbürgt wirksame Macht zum Aufbau eines absolutistischen Sozialismus und zum Schutz gegen den Faschismus, die den liberalen Vertretern der Burgeoisie solche Angst einflößt, dass sie ihn mit geschichtsfälschenden Horrormärchen überziehen müssen, um die unterdrückten Völker der Welt davon abzuhalten, etwa von den Errungenschaften und Lehren des Stalinismus Gebrauch zu machen.
Näheres bezüglich des Stalinismus werde ich aber erst in der nächsten Folge nachlesen, für heute reicht die Kritik-Kritik, die hinter das ganze Kritikelend aber sicherlich auch noch nicht den letzten Schlusspunkt setzen kann, von daher halte ich weiterhin meine Bitte aufrecht, meinen Podcast viel und fleißig zu kritisieren.

LG
Simon

#30 Prosopopoie

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Cro - Traum

Yeah Baby, nimm meine Hand
Ich hab' alles schon gepackt
Komm wir beide gehen weg von hier
Sieh, der Jet ist getankt
Ich hab' Geld auf der Bank
Und noch jede Menge Plätze hier
Und immer wenn du einsam bist
Komm' ich rum, du musst nie wieder alleine sein
Denn immer wenn ich dich seh'
Macht es in mir Tick Tick Boom
So wie Dynamite
Aha, und alle andern Girls
Wären gern wie du
Aha, denn du bist wunderschön
Und gefährlich klug
Ey jo, und ich hoff', dass du mich siehst
Ich bin verliebt
Doch hab' kein' Plan, ob es dich gibt
Doch manchmal träum' ich nur von dir
Bitte sag, was muss ich tun, dass du mich hörst?
Denn ich wär' heut' so gern bei dir
Und ich glaub', ich fänd' es cool wenn du mir gehörst
Ich fühl' mich so allein
Weiß nicht ob's dich gibt
Und egal wie laut ich schrei', sie hört mich nicht
Doch sie ist grade irgendwo und denkt vielleicht an mich
Hey Baby, bitte schreib wenn es dich gibt
[...]
Baby, warte nicht so lange
Denn ich bin nicht gerne alleine
Und bemerke, jede Nacht mein Bett ist zu groß
Deshalb hätt' ich gerne dich an meiner Seite
Ich kann nur noch an dich denken
Man, es lässt mich einfach nicht los
Und wenn du mich da draußen grade hörst
Dann bitte warte kurz auf mich
Ich bin direkt bereit und fahr' los
Doch wenn nicht, gehe ich einsam ins Bett
Und hoff', dass ich gleich wieder penn'
Doch manchmal träum' ich nur von dir
Bitte sag, was muss ich tun, dass du mich hörst?
Denn ich wär' heut so gern bei dir
Und ich glaub', ich fänd' es cool wenn du mir gehörst
[...]

Antoine Burtz - Lohn isch da

Wooh, he
Kannsch mich bissele lauter machen?
Hey, Ton Ingenieur
Ich bin in Studio drin, wooh, he, he, he
Hahahahahahahahe, ey
Ich lauf' abends um zehn in mein Neighborhood (walking)
Kiosk isch da, Interesse, aber Geldbeutel kriegt kein Luft
Ein Snickers geht, ah scheiße, kein Cash in der Tasche
Nur mein Schlüssel, Tempo und ein Kontoauszug von der Sparkasse
Darauf steht: „Halt dein Schnauze, hmm, Geld fehlt“ (ja)
Ich denk nach und mein Kopf wünscht sich von Herzen ein Fee
Ich sag': „Bitte tu mein Konto vollmachen mit schönen Gaben“
Und sie sagt nur: „Hmm, ich hab' fünf Uhr, Junge, ich hab' Feierabend“
Dann passiert des, des niemand geahnt hat
Boah, let's go!
Arbeitsamt hat Geld auf Konto gewiesen, ey, hey
Arbeitsamt hat Geld auf Konto gewiesen, hey (was isch da?)
Lohn isch da (Lohn isch auf Konto, Lohn isch auf Konto, Lohn isch auf Konto)
...
Jetzt wird gecelebrated
Egal wo, egal wie, egal wann
Jetzt wird gecelebrated
Aufn Tanzfläche bisch du dran
Jetzt wird gecelebrated
Auf mein Fahrrad, Rollschuhe, egal, wo ich bin
Gece-celebrated, gece-celebrated
[Refrain]
Wenn du Geld in der Tasche hasch, vergess nich dein Freundschaft
Wenn du Geld in der Tasche hasch, vergiss dich nich (mehr Power!)
Wenn du Geld in der Tasche hasch
Vergess nich dein Herzgefühl (aber nicht wenn ihr Auto fahrt!)
Wenn du Geld in dein Tasche hasch, ab und zu musch mal eskalieren
Arbeitsamt hat Geld auf Konto gewiesen, hey (let's go)
Arbeitsamt hat Geld auf Konto gewiesen, hey (was isch da?)
Lohn isch da (Lohn isch da, Lohn isch da, Lohn isch da, Lohn isch da)
Lohn isch da
Tu dein Leben genießen, egal ob Kohle oder nich
Lohn isch da
Leben isch zu kurz, Junge, tu des genießen, du Bitch
Lohn isch da

#28 Da Draußen

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Wenn wir Jacques Lacan folgen, dann besteht die Realisierung eines Begehrens nicht im Besitz des begehrten Objekts, sondern im "Zur-Realität-Kommen" des Begehrens. Mein Begehren heute war einfach, einen unendlichen Podcast aufzunehmen. Dass dies dann nicht ganz gelungen ist und mir nach viereinhalb Stunden die Kraft ausging, ist kein Mangel sondern tatsächlich wurde mein Begehren ja erfüllt, dadurch dass ich es schlicht und einfach mal artikuliert habe und ich mich an diesem höheren Ziel gemessen habe.
Solche Ziele sollten gerade wir Millenials uns häufiger setzen, da wir als antiautoritär Erzogene kaum noch in der Lage sind, ein höheres Ideal, das von außen auf uns einwirkt, zu akzeptieren. Eine solche Idee, die über unser Ich hinausgreift, erscheint uns da als zu einzwängend, einschnürend und gewalttätig. Aber eben solche Ideen sind es, die unser menschliches Leben definieren. Als zwei Beispiele seien hier nur die Liebe und der Kommunismus genannt. Beides sind Ideen, die auf eine höhere Wirklichkeit verweisen, deren Wahrheit wir aber nicht in der Ergründung unseres Inneren, sondern nur in der Außenwelt finden können.
Hass und Liebe, Erwachsenwerden und das Trauma der Sexualität sind die Themen dieser Folge. Viel Spaß damit.

Text zum Outro "Netzwerk" von Klangkarusell:

[Osho]
"Love and hate are just two sides of the same coin. But with love something very drastic has happened. It is unimaginable how this drastic step was taken by people who had all the good intentions in the world. You may never have suspected even what has destroyed love. It is the continuous teaching of love that has destroyed it. Hate is still pure – love is not. When you hate, your hate has an authenticity and when you love it is only hypocrisy. This has to be understood.”

[David Ruffin]
Sunshine, blue skies, please go away. My life is filled with gloom. So day after day, I wish it would rain. Oh, baby. I wish it would rain. Let it rain.

[Osho]
“For thousands of years all the religions, politicians, pedagogues, have been teaching one thing, and that one thing is love: Love your enemy, love your neighbor, love your parents, love God. Why in the beginning did they start this strange series of teachings about love? They were afraid of your authentic love, because the authentic love is beyond your control. You are possessed by it. You are not the possessor, you are the possessed. And every society wants you to be in control. The society is afraid of your wild nature. It is afraid of your naturalness. So from the very beginning it starts cutting your wings. And the most basic thing which is dangerous in you is the possibility of love. Because if you are possessed by love you can go even against the whole world."

#27 Lift You Up

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"Ich bin vollständig unsicher in Rücksicht meiner Stellung in dieser Welt, in dieser Stadt, in meiner Familie. Auch nicht beiläufig könnte ich sagen, welche Ansprüche ich in irgendeiner Richtung mit Recht vorbringen könnte."
Diese Zeilen von Franz Kafka fassen die Unsicherheit, Unruhe und Scham treffend zusammen, die der Kapitalismus in uns allen hervorbringt.
Das Selbst ist unter diesen Bedingungen höchst verletzlich und kränklich. Aber die Schuld dafür auf Hater und Trolle im Netz zu schieben, verschlimmert das Elend leider nur noch, wie Marlon Grohn schreibt:
"Für die Empörten liegt die Ursache ihrer Empörung im Verhalten anderer: Dieser oder jener Kommentar hätte sie verletzt. Doch was hier tatsächlich verletzt wurde, ist das Weltbild, nicht das Selbst. Und ein Recht auf Unverletzbarkeit von falschen Weltbildern gibt es -zumindest noch - nicht, denn Weltbildverletzung heißt: der Nachweis des Falschseins wurde erbracht, aber man will diese Wirklichkeit nicht wahrhaben. Ein Weltbild dagegen, das richtig ist - und damit kein bloßes Bild, sondern Begriff wäre -, kann nicht verletzbar sein. Es hält der Wirklichkeit stand. Dass die Welt so ist, wie sie ist, nicht anders, das schmerzt die Empörten und an diesen Schmerz mögen sie nicht erinnert werden. Wenn ich zum Beispiel ins Internet gehe mit der naiven Vorstellung, alle Menschen seien nett zu mir, und es ist jemand nicht nett und pöbelt mich an, wurde diese naive Vorstellung, dieses Weltbild widerlegt. Schon ist man wieder etwas klüger geworden. Aber das will der Hass-Gegner von vornherein verhindern."

Das einzig probate Mittel gegen den Hass im Netz kann also nur sein, sich abzumelden oder zumindest für eine Weile das Handy oder den PC ausschalten, sich der digitalen Sphäre des Nicht-Sozialen, medial vermittelten Lebens zu entziehen und z.B. in der Welt des Sozialen Zuflucht zu suchen.
Dort im sozialen Leben, wo wir anderen Menschen physisch begegnen, kann mit gutem Recht auf Höflichkeit und Anstand beim Sprechen gepocht werden, nicht aber im Internet, das der Sammelplatz des Pöbels ist, ein offener Kampfplatz, auf dem sich all das Bahn bricht, was sich an Wut und Ohnmachtsgefühlen in den Individuen angesammelt hat und was aufgrund der materiellen Basis unserer Gesellschaftsordnung nicht besonders nett sein kann, da diese im Kapitalismus von Konkurrenz und ständigem Kampf gegen die Mitmenschen geprägt ist.

So sollten wir auch überlegen, dass die Liebe wohl kaum im asozialen Raum des Netzes gedeihen kann, sondern auch hier der (Blick-) Kontakt mit dem physischen Körper des anderen das wichtigste ist, um ihn einzuschätzen, nicht ein Onlineprofil.
Um im "real life" zu wagen, an die andere Person heran zu treten, braucht es kluge Strategien. Paulo Londra beschrieb in dem Lied "Adán y Eva" aus Folge 24, wie eine Kontaktaufnahme erfolgen kann und wir dem Blick des anderen begegnen können:

Tú vive’ con otro y yo medio a solas
A mí no me quieren, él no te valora
Él no te saluda ni te dice "Hola"
Y a mí no me hablan a ninguna hora
Vives en una esquina y yo vivo en la otra
Y te miro to' el día a ver cuándo e' la hora
Para acercarme; quiero sentirte, quiero mirarte, ma'
Para hablarte; quiero contarte, quiero explicarte, ma’
Que no soy alguien interesante, sólo un cobarde más
Que hizo bastante para este día poderse acercar má', má'
Ya no puedo más, tiene' que escuchar
Lo que vine a ofrecer, ey

Du lebst mit einem andern
Und ich so ziemlich allein
Mich mag niemand, er liebt dich nicht
Er sagt nicht mal "Hallo"
Und mit mir redet niemand

Du lebst auf der einen Seite
Und ich auf der anderen
Ich beobachte dich den Tag über, wann ist es so weit?
Um mich dir zu nähern; ich will dich hören, dich anschauen
Mit dir reden; will dir erzählen, erklären
Dass ich nicht interessant bin, sondern nur ein Feigling wie jeder andere
Der einiges durchstehen musste, um sich dir heute zu nähern
Ich kann nicht mehr, du musst dir anhören
Was ich dir schenken will

#26 Neighbors

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Ich melde mich gehorsam zur nächsten Folge von Tdd, denn der Podcaststrom muss weiterfließen. Durch meinen Eintritt in die Welt des Podcastens habe ich eine gewisse Verantwortung für euch, liebe Hörer*innen auf mich geladen. Natürlich will ich euch regelmäßig mit neuen Folgen beglücken und nicht zu lange warten lassen.
Diese Verpflichtung zum Sprechen, der ich mich unterordne, kommt vielleicht der Luhmann'schen Idee der Autopoesis sozialer Systeme nahe. Der Podcast ist das soziale System, das mich mit euch verbindet und die Pflicht zum Podcasten bildet die Grundlage dafür, dass es immer weiter geht mit dem Labern und ein stetiger Fluss an Episoden das System "Tischlein, deck dich!" am Leben hält.
Themen, die heute behandelt werden sind: Hass als produktivste Form der Gesellschaftskritik, Liebe und Mitmenschlichkeit, Trauer um den von uns gegangenen Aufwachenpodcast, Nietzsches Begriff des Sensualismus, einer Wissenschaftsauffassung, die gerade recht kommt für ein derbes Geschlecht an Maschinenbauern, wie wir Modernen es sind.
Eine Begriffserklärung der "Teleologie", die Nietzsche anspricht: "Teleologie (altgriechisch τέλος télos, Gen. τελέως teléōs ‚Zweck‘, ‚Ziel‘, ‚Ende‘ und λόγος lógos ‚Lehre‘) ist die Lehre, die beschreibt, dass Handlungen oder überhaupt Entwicklungsprozesse durchgängig zielorientiert ablaufen."

Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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