Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#84 Das Wort ergreifen

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Man will vonseiten der herrschenden (Medien-) Klasse jedwedes Denken und Begreifen abstellen und durch eine Moral der Tierherde ersetzen. Das lasse ich mir zumindest nicht bieten und quassele hier weiter munter drauf los!

Lieber falsch gedacht als gar nicht, lieber nur halb begriffen als gar keinen Willen zur Erkenntnis mehr. So mein heutiges Diktum, liebes Podcastvolk. Lasst euch von den Widersprüchen und Antagonismen zwischen gesprochenem und geschriebenem Wort nicht aufhalten. Was ich wirklich meinte und sagen wollte, weiß ich selbst nie, bevor es heraus ist.
Und selbst dann ist es ja manchmal immer noch mit Antagonismen inhaltlicher Art befrachtet.
Aber das ist nun mal die Natur der geistigen Arbeit, deren Grundmuster der Widerspruch ist und die erst durch das kontradiktorische Wesen der verzweigten Erkenntnisgebiete ihre Schärfe und Unnachgiebigkeit gewinnt.

Das Hassbuch mit den scharfsinnigen Erörterungen der Antagonismen zwischen verschiedenen Klassen an im Netz hassenden und pöbelnden Individuen war ja schon bekannt aus den vergangenen Monaten, deshalb las ich ohne große Einführung los.
Und zwar auf Seite 59 bis Seite 67.

Bin ich hier privat oder öffentlich unterwegs? Solange ihr keinen Gebrauch von der Kommentarfunktion macht, bleibe ich König der Schatten, unangefochtener Herrscher über die virtuellen Massen, die mir (möglicherweise) an den Empfangsgeräten lauschen.
Doch allzu gern würde ich aufsteigen zum Sklave euerer willkürlichen Kritik, wenn ihr euch doch nur bequemen wolltet.

Hier darf gepöbelt, gehasst, beleidigt werden, bis die Polizei kommt. Von mir werdet ihr keine Schranken entgegengesetzt bekommen.

Im Internet sollte eigentlich die Ethik des Texts herrschen. Hier begegnen sich nicht reale Menschen, sondern es stehen sich Texte gegenüber. Meine bisherige Schüchternheit, mit euch, liebes Publikum, in Kontakt zu treten, rührte aus meiner Fehlauffassung her, dass man es im Netz nämlich mit echten Menschen zu tun habe. Wenn das so wäre, dann würde ich mich nie trauen, meine Botschaften und Diskurse hier zu hinterlassen, da ich mir wie so viele in der heutigen unsicheren, bedrückenden, beengenden, seelenzermalmenden Zeit meiner Selbst unsicher bin und mich nie für wert hielte, mit einem Anderen in Austausch zu treten. Diese Ethik des duseligen Humanismus und der fehlgeleiteten Menschlichkeit ist aber im Netz fehl am Platze und nur im wirklichen sozialen Raum angemessen, wo physische Personen anwesend sind.

#83 8. Mai - Tag der Befreiung

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8. Mai, Tag der Befreiung

„Ich bin nicht wichtig“
„Habe geschrieben, für die Freunde.“
Zitat aus „Bartleby und Co“ von Enrique Vila-Matas, S.33 ff.

„Ich bin niemand“, sagt Pepín Bello, wenn man im Gespräch mit ihm erwähnt, dass er als Initiator, Vordenker und Prophet die Generation 27 zusammengeführt hat und besonders den Freundeskreis, der er, García Lorca, Buñuel und Dalí in der Residencia de Estudiantes bildeten. In Das goldene Zeitalter schildert Vicente Molina Foix,wie er Bello an seinen wesentlichen Einfluss auf die klügsten Köpfe seiner Generation erinnerte, woraufhin dieser mit ehrlicher Bescheidenheit und ohne jeden Dünkel nur erwiderte „Ich bin niemand.“

[...]

„Ich habe zwar viel geschrieben, aber davon ist nichts mehr erhalten. Die Briefe und Texte, die ich zur Zeit der Residencia schrieb, habe ich verloren, weil ich sie für völlig wertlos hielt. Ich habe auch Memoiren geschrieben und sie dann vernichtet. Memoiren sind zwar eine wichtige Gattung, aber ich bin nicht wichtig.“

In Spanien ist Pepín Bello der nihilistische Schriftsteller par excellance, der geniale Archetyp des spanischen Künstlers ohne Werk. Bello ist in allen Künstlerlexika verzeichnet. Sein außergewöhnlicher Einfluss wird allgemein anerkannt, obwohl er kein Werk vorzuweisen hat. Er hatte Teil an der Geschichte der Kunst, ohne den Ehrgeiz, irgendeinen Gipfel zu erreichen:

„Ich habe nie mit dem Interesse zu veröffentlichen geschrieben. Ich tat es für meine Freunde, um mit ihnen zu lachen, nur so aus Spaß.“

Weitere Bücher:

Robert Laughlin: Der letzte macht das Licht aus.

Heiner Flassbeck: Der begrenzte Planet und die unbegrenzte Wirtschaft

Peter Hacks: Zur Romantik

Die Lyrics zu What I need findet ihr unter der letzten Folge, ich sollte sie auch auf Deutsch übersetzen für eine der zukünftigen, mir haben sie gefallen.

Maxime der Klimarevolution: unser Fokus sollte sein, alle Menschen in die Lage zu versetzen, so wie die westliche Mittelschicht von den ärgsten Sorgen befreit zu sein und sich den Luxus eines Umweltbewusstseins leisten zu können.

#81 Aberglauben, Bekenntnis, Paranoia

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Mein Aufsatz kommt ans Tageslicht. Etwas Redaktion hätte ihm sicher noch gutgetan, ich griff ja aber dadurch ein, in welcher Reihenfolge ich ihn vorlas und zerhackstückte.

#80 Wer soll das glauben?

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Die Podcastkolonne staut sich. Diese Folge nahm ich am 20.4. auf. Die Folgen der 80er Dekade werden etwas schwermütiger als die vorhergehenden. Es drängen sich deutsche Themen auf. Der Klimawandel steht im Fokus.

#79 Affection

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Taedium vitae

O Shiva, kosmischer Tänzer! Wie würdest du glänzen, ewige Bronze...

Polemisch = politisch

Meine Lieben!
Mit dieser Folge ist mein Home Run komplettiert. Der Stier galoppiert heim in die Box und findet endlich Ruhe.

In den nächsten Folgen geht es dann klimatheoretisch weiter, wie ursprünglich geplant.

Wer spricht dir das Urteil? Quién te juzga?

Xi Jinpings Worte unter der letzten Folge brachten den Grundgedanken des Deutschland-Gedichts auch schon gut zum Ausdruck. Lest da nochmal nach.
Wir sind alle Passagiere an Bord desselben Schiffes, mit demselben Ziel.

Affection - Cigarettes After Sex

#78 Man muss ja kein Kommunist sein

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Liebe Leute!

Das wird wieder ein wilder Ritt heute. Schnallt euch an und zieht euch falls ihr Deutsche seid wie ich bitte die Maske auf, denn der Deutsche geht zum Lachen in den Keller oder traut es sich eben erst unter der Maske.

Bis ich die Notizen und Links zusammenkratze und hier aktualisiere, werden noch einige Tage vergehen, zu viele Episoden warten noch auf Verarbeitung und ich komme kaum hinterher.

Derweil könnt ihr mit Xi Jinpings Worten Vorlieb nehmen, die er kürzlich in einer Rede äußerte und die ich ursprünglich bei RT las und bisher nicht auf Deutsch finden konnte (die Blockierung russischer Medienkanäle darf schon als Schuldeingeständnis des Westens gewertet werden; was hat man dabei zu verlieren, wenn Russland oder China ihre Perspektive äußern dürften? Offenbar hat der Westen kein reines historisches Gewissen und weiß sehr wohl, dass er im Moment im völligen moralisch-politischen Blindflug dabei ist, die ukrainische Armee und ihre angeschlossenen faschistischen Milizen mit schweren Waffen zu beliefern in einem sinnlosen Krieg gegen Russland, der so oder so nicht zu gewinnen ist, sondern nur zu verlängern um den Preis weiterer Tausender Toter und dutzender zerstörter Städte. Russische und chinesische "Propaganda" soll den Bürgern hierzulande vorenthalten werden, wohl weil man die Schwäche der eigenen realitätsentkoppelten Propaganda sieht und glaubt, nur so noch für eine gewisse Zeit die Deutungshoheit im eigenen Land behalten zu können. Das wird auch klappen, die Mehrheit ist immer eine schafsköpfige Herde, im schlimmsten Fall eine faschistische Herde; niemanden interessiert es, was in der Ukraine passiert, solange wir hier brav unser gehorsames, automatisiertes Leben führen können, bei dem wir nicht mehr viel nachdenken müssen und dank der Zensur auch vom Ausland nicht mehr belehrt oder aufgerüttelt werden können.)

Hier nun Xi's Worte :
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China ist bereit, eine globale Sicherheitsinitiative vorzulegen, in der es notwendig sein wird, sich an die Ziele und Prinzipien der UN-Charta zu halten, die Mentalität des Kalten Krieges aufzugeben, sich dem Neoliberalismus zu widersetzen und auf Blockpolitik und Lagerkonfrontation zu verzichten.

China wird keine einseitigen Sanktionen akzeptieren und hat nicht die Absicht, bei der Lösung internationaler Probleme mit zweierlei Maß zu messen.

Länder auf der ganzen Welt sind wie Passagiere an Bord desselben Schiffes, die dasselbe Schicksal teilen. Damit das Schiff den Sturm überstehen und in eine glänzende Zukunft segeln kann, müssen alle Passagiere zusammenarbeiten. Die Idee, jemanden über Bord zu werfen, ist einfach nicht akzeptabel.

(https://then24.com/2022/04/21/xi-jinping-countries-around-the-world-are-like-passengers-on-board-the-same-ship-the-idea-of-throwing-someone-overboard-is-not-acceptable/ )

Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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