SN 110 Kritik an NZP
Der Neue Zwanziger Podcast zeichnet sich durch einen jovialen Ton aus, der glauben machen soll, es stehe alles zum Besten, mit der Welt, mit Deutschland, mit der Kultur. Geht ins Konzert, rufen uns die Sprecher zu, es gibt so viel Schönes zu hören!
Eben diese Betonung ist aber selbst schon ein Signal des Misstrauens. Die Heizkostenkrise steht für den Winter bevor, Corona wurde vor allem in Deutschland nie bewältigt, demagogische Verleumdungen von mutigen zivilgesellschaftlichen Bewegungen gegen die herrschende Biopolitik wurden von ebenjenen kritischen Podcastern mitgemacht, außerdem führt Deutschland gerade indirekt einen Krieg am Rande des Weltkriegs in Osteuropa.
In meinem Podcast dagegen mache ich keinen Hehl aus meiner eigenen stets schwankenden psychologischen Verfassung und meiner apokalyptischen Sicht auf die Welt, die ja wirklich am Untergehen ist, aber nicht wegen dem Klima sondern wegen der geistigen Lähmung, die durch solche Podcasts am Rande der woken Blase hervorgebracht wird. Die soziale Infektion mit dem Bazillus des US-supremacy und full spectrum dominance Gedankens vollzieht sich über die Thinktanks und Massenmedien, denen aber kein Mensch mehr glaubt. In der Situation ist es fatal, wenn vorgeblich aufklärerische Podcaster versuchen, sich an den bräsigen, halbfaschistischen Konsens der großen Medienmonopole heranzurobben und verzweifelt rufen, sie seien doch ganz vernünftig, und ebenso auf Sicherheit, Gesundheit, Ordnung bedacht oder sogar noch viel mehr als die Vertreter der Bourgeoisie in den Parlamenten, Ministerien und Medienhäusern.
Wirkliche Veränderung kommt über Revolution zustande und die braucht zur Vorbereitung schonungslose politische Enthüllungen, keinen Kuschelkurs, sondern unversöhnliche Feindschaft gegenüber dem bourgeoisen Konsens und seinen Gesten der Diskursoffenheit, Weltoffenheit, Toleranz und liberalen Rechten des Individuums.
Zunächst muss der Sozialismus aufgebaut werden, das kollektive Recht auf würdevolle Arbeit etabliert und gesichert werden gegen jederzeit drohende Rückwälzungserscheinungen.
Dazu braucht es das Eingeständnis der eigenen Bedürftigkeit: der Proletarier darf ruhig zugeben, am Ende zu sein und keinen Ausweg mehr zu finden, wie er mit sich und seinem Leben klarkommen soll in den Grenzen dieser bürgerlichen Gesellschaft. Diese revolutionäre Verzweiflung führt im besten Fall zur Marxlektüre und Eintritt in kommunistische Bünde und Organisationen.
Erst der, welcher sich eingesteht, Verbesserungen nötig zu haben, wird sich auf den Weg machen, die Mittel zur Bewerkstelligung dieser besseren sozialen Umwelt herauszufinden. Wer sich einredet, es gehe alles blendend und unser größtes Problem sei der Umstieg von Gaskraftwerken auf Wind und Solar, der lebt in einer von der Bourgeoisie hervorgerufenen Parallelwelt, die nichts mit den materiellen Kämpfen und der wirklichen Beute dieser unablässig stattfindenden Konfrontationen der Klassen zu tun hat.
Vorgelesen:
- Es gibt Jugendliche, die trotz angeblichem Fachkräftemangel keinen Ausbildungsplatz als Informatiker finden. Ausländische Pflegekräfte arbeiten für 400 Euro plus Unterkunft und bekommen den Lohn auf 600 Euro aufgestockt, wenn sie sich verpflichten, anschließend an das „FSJ“ eine Ausbildung zu absolvieren und danach noch volle zwei Jahre bei diesem Arbeitgeber zu bleiben (so bei awo etwa) – das sind nur Beispiele aus meinem privaten Umfeld, sollten aber genügen. Solange es keine ordentliche Bezahlung im Pflegebereich gibt und Lücken nur durch Bufdi und FSJ Rekrutierungen aus dem Ausland gefüllt werden, sollte zunächst mal der Beruf wieder attraktiver gemacht werden auch und vor allem für Deutsche, deren Sprachfähigkeit für die Kommunikation mit den Alten und Hilfestellung für die neu hinzukommenden migrantischen Pflegearbeiter ja sehr wichtig ist.
– Letztlich beruht die angst vor der Überalterung der Gesellschaft auf der grundsätzlichen und omnipräsenten Angst, man möge nicht mehr eff