#125 Todesstern oder Totenkopf?
»Menschen suchen nach Wohlstand und Freiheit«, so Stefans knappe Zusammenfassung von Fukuyamas Thesen. Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen. Freilich ist der Begriff der Freiheit philosophischen Spekulationen und subjektiven Deutungen unterworfen, die mitunter vor allem bei absolut niedrigem ökonomischem Wohlstand sehr stark durch diesen zweiten Faktor beeinflusst und überdeterminiert sind. So wurstelt sich jeder durch sein Leben, entlang der Traditionen, ökonomischen Abhängigkeiten und subjektiven Veranlagungen, etwa dem Mut, auszuwandern und bei schlechter staatlicher Entwicklung daheim das Wohl und die Freiheit im Ausland zu suchen.
Aber lasst all dies heute Abend nicht euer Ohr bedrücken noch euer Gemüt beschweren. Denn heute bekommen wir den reinen Freiheitswein eingeschenkt, das Produkt und die vermittelnden Konsequenzen im Neue-Zwanziger-Podcast von Francis Fukuyama’s Denkarbeit als angestellter Philosoph der US-Bourgeoisie.
Diesen reinen Wein, gewachsen an den friedlichen Hängen Kaliforniens oder der restlichen US-dominierten Gebiete, die niemals blutbefleckt, sondern höchstens vom überreifen Rebsaft glänzten, den genießen wir bitte heute Abend alle miteinander. Den nun statthabenden Podcastschmaus erkläre ich feierlich zum Höhepunkt einer ganzen Reihe von Folgen und zum befreienden Schlusspunkt einer kleinen Krise und Ermattung, die mich ergriffen hatte seit Folge 118.
Wenn mein Plan aufgeht, bildet diese Folge 125 den Startpunkt für einen starken Anlauf hin zu einer noch gewitzteren, noch unnachgiebigeren und noch brutaleren Auseinandersetzung mit den »Konkurrenten« auf dem Podcastmarkt.
Zwar mündet dieser kühne Angriff Mitte der 130er auch wiederum in einem Rückzug und einer kleinen Krise. Doch das soll uns heute nicht belasten. Die Zukunft strahlt hell und froh, vor allem für mich, der ich die proletarische Revolution erarbeite, vorausdenke und praktiziere, und keinerlei Zweifel an ihrer Durchführung zulasse.