Liebe Leute.
Die heutige Folge ist normal, also eher unterdurchschnittlich einzuordnen anhand der teils furiosen vergangenen Podcastepisoden.
In den nächsten Folgen werden wir den Widerstreit von Kommunismus und Kapitalismus historisch erforschen und auf die Zeitgegebenheiten übertragen. Bei aller hier gebotenen Wissenschaftlichkeit ist mit der vergangenen Episode 136 aber eines sonnenklar geworden, nämlich meine Berufung zum Literaten. Auch wenn ich immer wieder essayistisch eingreifen will in die theoretischen Klassenkämpfe der Zeit, so bleibt meine Hauptaufgabe doch die reine sinnliche Spekulation, die Herstellung von schönem literarischem Material, frei zurechtgesponnenen »Geschichten« im wahrsten Wortsinne.
Welche Bedeutung diese Art der Literatur für die Wahrheitsfindung und die Erkennbarmachung des Wirklichen dient, muss die Philosophie entscheiden. Für mich ist sie dennoch aus rein intuitiven, charakterlichen Gründen als Absolutes zu setzen, als unverrückbarer Maßstab des menschlichen Reichtums an Talent, Esprit, Geisteskraft.
Damit möchte ich nicht abermals mich selbst loben, sondern die Bewunderung für Vorbilder ausdrücken, die auf diesem Gebiet vor allem Michel Houellebecq sowie der bereits verstorbene Chilene Roberto Bolaño sind.
Denn ohne die Vorarbeit dieser auch wiederum auf Jahrhunderte an menschlicher Denk- und Geistesarbeit stehender Denker und Schriftsteller hätte ja auch ich meine Talente und Anlagen nicht auf das heutige (immer noch sprunghaft-chaotische, dennoch teils sprühend lustvolle) Niveau entwickelt.
Somit bleibt mir nur, euch, den Volksmassen und Parteikadern, welche ihr die wirkliche Revolution jenseits der reinen Literatur zu exekutieren berufen sein werdet, Mut zuzusprechen und gutes Gelingen zu wünschen. Seid selbstbewusst, vertraut auf eure Talente und euer Recht, euch als Arbeiter den euch zustehenden Platz als Führungsmacht im Staate zu erkämpfen.
Denn der Marxismus und seine Weiterentwicklung durch intellektuelle und politische Genies wie Lenin und Mao ist ein Weinberg, der jedem offensteht, welcher ein genuines Erkenntnisinteresse mitbringt. Der heute angewandte revolutionäre Marxismus in Schrift und Tat hilft uns täglich besser, die Weltvorkommnisse zu verstehen und zu durchdringen. Für den stillen Esoteriker, der die Abgeschiedenheit seines Kämmerchen, worin er die stetige Geistesarbeit verrichtet, gleichsam als Notdurft des ausgezehrten, besinnungslosen Proletariers, regelrecht genießt, stellt der Akt des Schreibens oder Sprechens im Podcast ja schon die eigentliche Aktion dar, die keiner weiteren Erklärung bedarf.
Mit diesen Worten paraphrasiere ich einmal mehr das Einführungswerk in den Kommunismus meines proletarischen Lehrvaters Marlon Grohn und einen Abschnitt aus dem ersten Teil über Eso- und Exoterik, den ich in Folge #66 vorlas. Diese Folge zu hören könnte euch helfen, euch auf die kommenden Episoden vorzubereiten, wo wir in den frühen 140ern das ein oder andere Mal ausführlich aus diesem Buch »Kommunismus für Erwachsene« lernen werden.
Ans Ende setze ich einen erst kürzlich verfassten Text, der nochmals die Kontinuität zu #136 und meinem experimentellen, gesellschaftsfiktionalen Werk »Konsum und Liebe«, das sich noch im Rohbauzustand befindet, herstellt, weil er sich um das Klima- und Umsturzthema dreht. Wie können wir bloß die Herrschaft erringen unter diesen verworrenen gesellschaftlichen Ausgangsbedingungen?
——————————————————————
Hier nun die Texte, die für heute relevant waren.
(Nicht gelesen, teils nächstes Mal)
Zwang/Beherrschung/Herrschaft
Man will herrschen.
Aber der Herrscher soll keinem wehtun.
So bleibt es bei den alten Herren.
Deren Wehe-Tun spüren wir nimmer, sind gewöhnt, als Hund zu leben.
Wer im Imperialismus aufsteigt, der hat ein mitleidiges Lächeln für die am Boden Liegenden übrig – deren Beschützer und Vorkämpfer Stalin war.