Tischlein, deck dich!

Tischlein, deck dich!

#135 Keine reinen Antifaschisten

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Liebe Leute. Heute vollziehe ich eine Umgruppierung und fechte das letzte Scharmützel gegen den bereits angezählten Neue-Zwanziger-Podcast.
Am Anfang spreche ich mir Mut zu und beschließe: Alles, was ich mir erlauben kann, das kann ich mir auch leisten! Die objektive Realität ist schwer zu fassen. Driften wir also ab in einen Perspektivwechsel, der vielleicht erlaubt, die Position eines anderen Beobachters einzunehmen, in seinem oder ihrem Kopf zu denken. So blicken wir heute nach Kiew und fragen uns, wo dort die _reinen Demokraten_ zu finden sind. Aber auch ich kann mich irren und erhebe keinen Anspruch auf Totalität des Weltausschnitts, den ich versuche, zusammenhängend zu erklären.

Diese Folge ist definitiv nicht das Goldene Ei. Schon mit der nächsten kommt wieder eine echte Brecher-, Knaller-, Rabatz- und Radaufolge. Die heutige dagegen versucht nur ein paar Fragen aufzudröseln nach den richtigen Begriffen und außerdem gewisse historischen Fakten geradezurücken. Aber die Realität ist immer durchsetzt mit dem Sozialen. Es gibt nicht das Objektive, nur verschiedene Blickwinkel, die man erfragen muss, um zu verstehen, wie die objektive Realität auf die verschiedenen Subjekte in ihrer singulären Lebenssituation wirkt.

#134 Reaktionäre Massen

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Pfunde?

User starker Greifarm

Robert Pfaller: Die Illusionen der anderen
Seite 228

Liebes konsumierendes Volk,

heute biete ich euch ein buntes Potpourri an Vorlesungen meiner Twitter-Texte. Vor allem der Absatz zu Marx ist mit einem Körnchen Salz zu lesen und Ausdruck von verzweifelten Versuchen, selbst Herr zu bleiben und die theoretische Oberhand zu behalten über die Zeit, in der ich lebe und ihre Mitläufer, die das Getriebe des Weltuhrwerks konstituieren, was immer auch eine praktische Komponente einschließt. So sollten also schlagkräftige kommunistische Bünde gegründet werden, über die ich ja nicht diktatorisch herrschen will, sondern die sich in historischen Prozessen hoffentlich unter Einbeziehung von Marx Lehre herausbilden werden.
Im Übrigen ist diese Folge eine, die euch weniger abverlangen wird als die letzte, auch wenn ihr das eine oder andere Mal blubbern, kichern oder lachen werdet.

#133 Blüte der Weiblichkeit

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Vor gar nicht mal so langer Zeit existierte hierzulande eine Zivilisation, die weit fortgeschritten war.
Die sozialistische DDR hatte noch nicht alle, aber schon einige Iterationsstufen der menschlichen Fortentwicklung und sozialen Zivilisierung des rohen barbarischen Fleischesmenschen, der einen Überschuss erzeugen muss, um sich zu erhalten, der Bourgeois, zu dem wir alle gleichsam abgestempelt werden qua Teilnahme am Staatsgeschehen der BRD als Bürger.
Auf die DDR konnte man stolz sein, sie war erhaltenswert, auch wenn der Pöbel diese sozialistische Errungenschaft in Form der mächtigsten Institution, eines Staates, nicht zu würdigen oder zu erkennen vermochte und die Konterrevolution von 89 unterstützte, aus Dummheit, Pöbelhaftikgeit und selbstverschuldeter Unmündigkeit, wie es nur natürlich und wesenhaft beim Pöbel (auch: Proletariat) ist und ihm daher nicht weiter vorzuwerfen oder anzulasten. Der führungslose Pöbel, der ohne einen Lenin, ohne bolschewistische Partei und Massenagitation einfach nur dem reaktionären BRD-Regime und seinen stupiden Handlangern ausgeliefert bleibt, ist in Wahrheit natürlich grundliebenswert. Nur noch nicht jetzt und heute. Wir müssen den Menschen zivilisieren. Erst dann können wir uns von Angesicht zu Angesicht gegenüber treten, uns frei in die Augen schauen und ohne Scham die nutz- und sinnlose Entfaltung des sozialen Spiels und Hin- und Hers der Worte genießen.
Erst dann, wenn wir vom öknomischen Joch des Kapitaldiktats über unsere Personen befreit sind, atmen wir neu auf und wandeln uns erstmals zu Menschen.

Mit der DDR hatte man etwas Handfestes, woran man sich entlang hangeln konnte. Ein Konstrukt, das schonmal einen Schritt darstellte auf dem Weg zu diesem unglaublich schönen aber auch komplizierten Ziel des Kommunismus.
Und mir wird bei dieser Vorstellung einfach ganz warm ums Herz. Wie dem auch sei, heute sind wir zurückgeworfen auf die Situation der Bolschewiki vor dem erfolgreichen Putsch gegens Zarenregime und das neue demokratisch-bürgerliche System. Wir müssen also auch wieder so brutal und rücksichtslos zu Werke gehen wie die Bolschewiki, die damals auch zunehmend im Untergrund agierten. Stalin organisierte hier Überfälle, um die Parteikassen zu füllen, Streiks, um die Macht der Arbeiter gegen die Fabrikbesitzer aufzubieten und Sabotage- oder Terrorakte. Der richtige Terror ist derjenige, der uns an die Macht bringt, das ist eine sozialistische Selbstverständlichkeit und hat nichts mit der Person Stalins zu tun, sondern galt auch schon vor dessen Geburt. So schreibt etwa Marx:

http://www.mlwerke.de/me/me06/me06_503.htm

»Wozu also eure heuchlerischen, nach einem unmöglichen Vorwand haschenden Phrasen?
Wir sind rücksichtslos, wir verlangen keine Rücksicht von euch. Wenn die Reihe an uns kömmt, wir werden den Terrorismus nicht beschönigen. Aber die royalistischen Terroristen, die Terroristen von Gottes- und Rechts-Gnaden, in der Praxis sind sie brutal, verächtlich, gemein, in der Theorie feig, versteckt, doppelzüngig, in beiden Bezienungen ehrlos.«

Und weiter:
»In Paris wird der vernichtende Gegenschlag der Junirevolution geschlagen werden. Mit dem Siege der 'roten' Republik zu Paris werden die Armeen aus dem Innern der Länder an und über die Grenzen ausgespien werden, und die wirkliche Macht der ringenden Parteien wird sich rein herausstellen. Dann werden wir uns erinnern an den Juni, an den Oktober, und auch wir werden rufen:
Vae Victis!

#132 Seescheide

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Liebe Leute!

Diese Folge ist etwas schwächer, überspringt sie ruhig und hört die furioseren der letzten Ausgaben nach. Dann kommen mit den beiden nächsten sowie mit Nr. 136, in der wieder literarische Spinnereien auf den Tisch kommen, wieder echte Knallerfolgen heraus. Um euch über die Zeit bis dahin zu helfen, stelle ich einen experimentellen Romanversuch ans Ende der Shownotes, es geht um den bewundernswerten, ausstrahlungsstarken französischen Präsidenten Macron.
Vive la Republique!

Diethmar Dath: Wie der Monopolkapitalismus sein eigenes Hirn frisst, Unsere Zeit

https://www.unsere-zeit.de/wie-der-monopolkapitalismus-sein-eigenes-hirn-frisst-171902/

33 Minuten Lied »So long ago«

https://blog.fefe.de/?ts=9cd3fc79

https://taz.de/Slavoj-Zizek-ueber-Disziplin/!5140273/

#131 Eierstock = Kapitalstock

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Die Eierstöcke sind der Kapitalstock.

In Dschibouti soll es auch noch eine herrschende Klasse geben, die unsere Autos kauft, aber keine Autoindustrie. Selbst wo sie schon mal da war, wie in der Ukraine in Zaparizhzhia, muss diese Produktionsinfrastruktur mittels imperialer Marktmacht abgebaut werden.

Nun, liebes hörendes Volk. Ihr seid privilegiert, ihr habt Zugang zu Handys, Computern, Lautsprechern und sonstigem Material, durch das euch mein rhetorisches Produkt zugänglich wird. Wenn ihr nun schon so weit seid, diesen Podcast auf dem Radar zu haben, empfehle ich euch diese Folge wärmstens. Sie sticht gleichsam heraus und wärmt das Herz trotz der mitunter trübseligen Themen.
Ich kommentiere erneut den Aufwachenpodcast. Viel mehr will ich an dieser Stelle auch gar nicht sagen. Dem Aufwachenpodcast gebührt das Wort, er hat mich gebildet, gezeugt und herangezogen und ist metaphorisch Teil meiner Blut- oder Ahnenlinie als Podcastproduzent.
Haut rein.
https://aufwachen-podcast.de/2015/04/24/a005-hyposensibilisierung-mit-krieg/

#130 Diktator

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Wenn wir die Werte richtig werten und begrifflich eine solide Vorarbeit im Bewusstsein einer revolutionären Masse schaffen, dann wird die Revolution unblutig verlaufen. »Tyrannei« tut in der heutigen Situation not, da wir den Bourgeois, der uns bisher beherrscht, nur mit tyrannischen Maßnahmen in die Knie zwingen können. Diese marxistischen Selbstverständlichkeiten müssen wir selbstbewusst nach außen vertreten. Hier dürfen wir Kommunisten nicht in Deckung gehen sondern müssen signalisieren, bereit zu sein, die Macht zu übernehmen, sobald sich auch nur ein Spalt in der festgemauerten Einheitsfront der Massenloyalität zum Imperialismus auftut. So werden wir kämpfen und für die proletarische Herrschaft arbeiten.
Dazu braucht es auch Gehorsam, Disziplin und Arbeitsfreude, denn nur so lässt sich der Sozialismus aufbauen, in dem noch eine Weile gearbeitet werden soll, unter sich stetig bessernden Bedingungen für die Arbeiterklasse im Gegensatz zur Bourgeoise, die von dieser Herrschaftsweise nicht profitieren würde. Um ihre heute suprem erscheinende Macht über die Produktivkräfte, vor allem über die Köpfe der Menschen zu brechen, muss eine rigide Parteistruktur errichtet werden, die bereit ist, Berufsrevolutionäre auszubilden und zu fördern. Das Verhältnis von Herrschaft und Gefolgsam ist dabei ein paradoxes. Um die bestehende, reaktionäre Herrschaft des Kapitals, die durch liberale Freiheiten geschmückt wird, zu überwinden, brauchen wir wirkmächtige, autoritäre Machtapparate, mittels derer wir anderen Bevölkerungsklassen unseren Willen aufzwingen können auch gegen deren Einsicht. Daher also mein etwas flapsiger Aufruf an euch, geschätzte Volksmassen:

Ja, spuren sollt ihr! Gehorchen, aber nicht euren bisherigen Herren in der delirierenden Demokratie. Sondern dem Transzendenten, dem leuchtenden Weg, dem Übermenschlichen in euch.
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Texte

Ich möchte zum Diktator Europas aufsteigen, der den Völkern den Weg weist in Richtung Zusammenarbeit, respektvoller Koexistenz und balanciertem Austausch von Arbeitsprodukten, Arbeitern und politischen Ideen. Von allein werden die Völker nie darauf kommen, dass dies zu tun wäre.

Ich plädiere für die reine Gewaltherrschaft des Proletariats. Schrauben wir jegliche liberalen Rechte zurück, machen wir Schluss mit der heuchlerischen Bezugnahme auf Demokratie. Das Volk soll gehorchen, auch wenn es den sozialistischen Weg nicht begreift.

Wir Parteikader ziehen unsere Massenlinie durch une ja ab und zu können wir mal ins volk hinein horchen und sein gegrummel zur Kenntnis nehmen. Daraus erwächst aber kein Anspruch auf Mitsprache.
Denn die kommunistische Volksrepublik ist an sich bereits die institutionalisierte Massenlinie und Verteidigung der massenhaften Volksinteressen, über deren Beschaffenheit das kritische Volk sich freilich täuschen mag.
Wir brauchen wegen der brutalen Klassenkämpfe und der supremen Kapitalmacht, die erst allmählich zu stürzen ist, die reine Repressionsherrschaft. Diese ist aber immer noch um Welten humaner als der heutige Liberalismus, der dem starken Arm des Erbes, des Kapitals und der politischen Einflussnahme freie Hand lässt.

Denn hier ist die Arbeitermasse gezwungen, nach immer härteren Repressionen im Innern oder Sanktionen gegen Feinde des Staates im Äußern zu rufen, aus purer ökonomischer Überlebensangst. Dieses Zeichen des Gehorsams mit dem engen liberalen Moralkonsens soll eine einheitliche Volksfront mit den Herrschenden schaffen, die daraufhin evtl. ein paar Brosamen und niedrigere Gaspreise vom Tisch fallen lassen. Diese psychologische Beherrschung, die Leute nach ihrer eigenen Knechtung lechzen zu lassen, ist brutaler und entmenschlichender als jeder Sozialismus.

#129 Sehnsuchtsländer

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Sehnsuchtsländer

Zeitschleife

Salon Neue Zwanziger Mai »Habermas …« https://neuezwanziger.de/2022/05/2018/

Wenn Xi die Covidstrategie vorausschauend plant, um dem Westen »einen vor den Latz zu knallen«, dann gehe ich völlig d’accord mit dem durchaus harten Covidregime dortzulande.

Nächstes Mal gibt es dann wirklich die Clips vom Aufwachenpodcast. Diese Folge ist entgegen meiner Ankündingung doch noch kein wahres Feuerwerk. Das wird aber definitiv in der nächsten Ausgabe erfolgen, in der ich mich zum Beherrscher Europas auschwinge.

Sehnsuchtsländer könnten auch die Länder sein, in welchen der Yenissei fließt oder Tobruk liegt. Sind sie aber nicht. Woran das wohl liegt? Am eigenen Versagen der einheimischen Bevölkerung und ihrer Machteliten oder am jahrhundertelang gewalttätig ausgeübten Kolonialismus, Faschismus und Imperialismus über diese Gebiete?
Im Pluralismus sind alle Antworten erlaubt.

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Zum Glück weiß der NZP genau Bescheid. Der Brexit ist eine "dumme" Entscheidung, als Coronaprotestant sein Einkommen aufs Spiel zu setzen für den Widerstand (wie Naidoo) ist zwar mutig, aber ebenfalls "dumm".
Ja, ihr Schmalspur-Intellektuellen, wie schön, dass ihr noch den Überblick habt, sonst wüsste wirklich niemand mehr Bescheid, was grade der Konsens der Linksliberalen ist, dessen Verletzung Achtung und soziale Prestigeeinbußen kostet.
Ich frage mich nur, wie man so leben kann, wie kann man morgens in den Spiegel blicken? Mir würde diese Welt einfach zu komplex, in der man über so viel bescheid wissen muss.
Aber der Punkt ist ja: es geht darum, zu wissen, wo und wie die Geldströme fließen, real assets verbucht werden, echte politische Organistation stattfindet: da wo viel Kapital ist (und das ist nicht so schwer rauszufinden, grob gesagt: hier in Europa haben wirs gut, die Restwelt soll sich mal nach uns richten und tut das ja auch aus kolonial verfestigter Gewohnheit, die wir nicht aufheben möchten sondern als Siegeszug der "liberalen Demokratie" verbrämen).
Daher also: es ist ganz einfach zu wissen, dass der Brexit schlecht ist, weil er ja die Kapitalströme ausbremst, jeder will doch Brot haben und volle Supermarktregale, da ist ja wohl KLAAAAR... usw usf.

Es gilt, treu zu bleiben gegenüber unseren Machthabern und diese Treue aber als das Produkt der selbstgewählten demokratischen Knechtung erscheinen zu lassen.

Die EU ist undemokratisch? Kein Problem, dann legen wir ihr das sogar als Vorteil aus, denn so kann die CDU immerhin nicht reinfunken. Man misstraut also der CDU und der deutschen demokratischen Politik richtigerweise, zieht aber nicht den Schluss, es dann gleich sein zu lassen mit "Demokratie", sondern hofft auf anonyme Brüsseler Bürokraten. Wie absurd kann es noch werden?
Wenn man - löblicherweise - die Hoffnung in die Kompetenz unserer deutschen Politiker verliert, sollte man danach streben, deren Einfluss zu reduzieren, nicht nur in der EU. Aber auch die EU muss zerschlagen werden, wobei die Zentralherrschaft durchaus ein richtiges Prinzip wäre, wenn sie auf den passenden sozialistischen Grundsätzen fußte.

Man weiß nicht, was man von Corona halten kann. Ist es eine so schlimme Pandemie wie anfgangs gedacht... oder haben die Schwurbler recht mit ihrem Verweis auf natürliche Immunität, die nach Infektion erfolgt?
Nun, zum Glück gibt es China, dem vertraut der Linksliberale seltsamerweise und glaubt, in der dortigen Vorgehensweise die absolute Begründung und den Beweis der Richtigkeit der Coronaphobie zu finden. Man vertraut China mehr als der eigenen Politik, aber nur in "technokratischer" Hinsicht.
Dann muss man naütlrich auch wieder auf undemokratische, diktatorische Strukturen hinweisen und betonen, Chinas Politiker pflanzten ihrer Bevölkerung zuerst einen Volkswillen ein, um ihn danach zu erfüllen und sich als Wahrer der "Massenlinie" zu inszenieren.
Selbiges geschieht freilich in Deutschland in der Pandemie,...

#127 An die Front, liebe Podcastrekruten!

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Sn 127 Auf geht's, an die Front, frischgebackene Podcastrekruten!

Liebes arbeitendes, schuftendes Volk! Ich rufe euch auf, die Hintermänner zu bedenken und deren Machtüberschuss über die Frontkämpfer.

Alain Badiou: Ethik

Neue Zwanziger Podcast Salon Juni Virtue Hoarders

01:58:45

Diese Folge ist als Gesamtpaket vielleicht etwas schwächer, bereitet euch aber auf einen fulminanenten Befreiungsschlag Ende der 120er Dekade vor in Nr. 129 und auf einen furiosen Einstieg in die 130er Dekade von eurem persönlichen Glückspodcast.

Es ging heute auch gar nicht um den Inhalt, sondern um die Form des Redens. Die schrille Aufforderung, zum Soldaten zu werden, könnte in anders bestückten Weltgebieten zu ganz anderen Reaktionen auf die Tiraden eines etwas exzentrischen Podcasters führen. In Syrien fahren die Leute dann vielleicht wirklich an die Front, schließen sich einer der etlichen Terrormilizen an.
Es ist verlockend, stark und souverän zu reden, sich aufzuschwingen und zu triumphieren, die ganze Welt überblickend und durchschauend. Ja, die Menschenrechte sind sicher eine schöne Utopie, aber in allzu vielen Weltregionen sind allein die ökonomischen Bedingungen so schlecht, von Krieg ganz zu schweigen, dass in verzweifelten Lebenslagen der Griff zur Waffe und die Fahrt an die Front als einzig rationaler Ausweg erscheint und »starke«, faschistoide Reden die Motivation dazu liefern. Diese Menschen, die Gewalt anwenden, sind aber von jenen zu unterscheiden, die im Schutz der Menschenrechte Mal um Mal ganze Regionen im Chaos versinken lassen, um niedrigste, vulgäre Bedürfnisse der heimischen Monopolkonzerne oder des bellizistischen Militärisch-Industriellen-Komplexes zu befriedigen. Diese Mächtigen sind die wahren Gewalttäter, denn sie richten das Geoschachbrett so aus, dass ohnmächtigen Menschen in von Staatsentwicklung und zivilisatorischen Standards abgekoppelten Gebieten in den Krieg ziehen.

#126 Diese deutschen Fragen

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Die deutschen Fragen

Vor Latz knallen
Unter Arme greifen
Dominieren
Niederwerfen
Westliches Mackertum und Geschosse destabilisieren
Vor Bug schießen

Klimatismus degenerierte schweine

NICHT DNS!!!!!!

Über diesen Podcast

Liebe Hörer*innen,
warum braucht es noch einen Podcast?
Vor allem wollte ich dem ersten Artikel der amerikanischen Verfassung gerecht werden, wie er von Adam Curry formuliert wurde: You shall not make bad TV.
Es sollte unser erster Anspruch sein, mal ein besseres, unterhaltsameres Medienangebot bereitzustellen, denn was sonst so in den Massenmedien stattfindet, ist für mich nicht akzeptabel und schädigt mich immer weiter, indem es meine innere revolutionäre Kraft hemmt und uns einhämmern will, es gäbe keine Alternative zum Gegebenen, Revolution sei verboten…

Friedrich Nietzsche brachte wohl das zwiespältige Gefühl, meine Gedanken mit mehr Menschen teilen zu wollen, im Nachtlied des Zarathustra am besten auf den Punkt: 
„Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Ein Ungestilltes, Unstillbares ist in mir, das laut werden will. Eine Begierde nach Liebe ist in mir, die redet selber die Sprache der Liebe.
Licht bin ich: Ach dass ich Nacht wäre! Aber dies ist meine Einsamkeit, dass ich von Licht umgürtet bin.
Ich lebe in meinem eignen Lichte, ich trinke die Flammen in mich zurück, die aus mir brechen. 
Ich kenne das Glück des Nehmenden nicht und oft träumte mir davon, dass Stehlen noch seliger sein müsse als Nehmen.
Das ist meine Armut, dass meine Hand niemals ausruht vom Schenken; das ist mein Neid, dass ich wartende Augen sehe und die erhellten Nächte der Sehnsucht.
Wer immer austeilt, dessen Gefahr ist, dass er die Scham verliere; wer immer austeilt, dessen Hand und Herz hat Schwielen vor lauter Austeilen.
Viel Sonnen kreisen im öden Raum: zu allem, was dunkel ist, reden sie mit ihrem Lichte — mir schweigen sie.
Unbillig gegen Leuchtendes im tiefsten Herzen, kalt gegen Sonnen — so wandelt jede Sonne.
Einem Sturme gleich wandeln die Sonnen in ihren Bahnen. Ihrem unerbittlichen Willen folgen sie, das ist ihre Kälte.
O ihr erst seid es, ihr Dunklen, ihr Nächtigen, die ihr Wärme schafft aus Leuchtendem! O ihr erst trinkst euch Milch und Labsal aus des Lichtes Eutern!
Nacht ist es: ach, dass ich Licht sein muss! Und Durst nach Nachtigern! Und Einsamkeit!
Nacht ist es: nun bricht wie ein Born aus mir mein Verlangen — nach Rede verlangt mich.“

Ja mein Podcast ist eine Quelle der Lebenskraft für mich selbst und vielleicht jetzt auch für euch. Aber ich möchte betonen, dass es selbstverständlich sein sollte, was ich mache und mein Trieb zum Podcasten speist sich einfach aus dem Drang, nicht der Herde zu folgen, eigene Wege zu gehen durchs eisige Gebirge des Denkens.
Das ist meine Kälte, dass die anderen Sonnen in der Medienlandschaft für mich nicht leuchten und nur schales, langweiliges Flackern von ihnen ausgeht, sodass ich selbst produktiv werden musste, allein schon um selbst auch wieder bessere Podcasts genießen zu können als das was die Podcastlandschaft sonst so bietet.

Erwartet bitte keine Wunder von meinem Podcastwerk, es ist eben keine Milch, kein Labsal, sondern wird es erst wenn ihr es in euren Ohren dazu macht. Das heißt, wenn ihr meine Podcasts zu sehr vergöttlicht, dann tut ihr ihnen unrecht und überseht meine eigentliche Botschaft, dass nämlich gerade die Dunkelheit und das Unklare erforscht werden sollten und immer wieder unsere Neugier anstacheln, nicht das bekannte, wohlige Glück.
Der gesunde Menschenverstand ist eine Geisteskrankheit; ich widme mich lieber meinen eigenen, esoterischen Verrücktheiten, als in die Jauchegrube Twitter hinabzusteigen und dort bei den "Vernünftigen" mit zu diskutieren. Dasselbe erwarte ich von euch.

Um nicht wie Nietzsche zu enden, ist es jetzt wirklich höchste Zeit, meine Mitwelt in meine Gedankenausflüge einzubeziehen, der Mensch als soziales Tier braucht immer die Bestätigung und Anerkennung von anderen. Kommentiert gern auf der Podigeeseite und seid nicht zu zimperlich bei eurer Kritik.

von und mit Simon

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